Bernd Wener klagt an:

Die Mär vom Wiederspielwert Meinung

In vielen Tests, auch bei GamersGlobal, findet sich der Kritikpunkt "geringer Wiederspielwert". Einige Spiele versuchen euch mit Entscheidungen, die den Verlauf der Story beeinflussen, zu weiteren Durchläufen zu animieren. Aber sind mehrere Spielenden gleichbedeutend mit mehr Spaß? Lohnt es sich, zum Wiederholungstäter zu werden?
Bernd Wener 9. Juli 2011 - 18:58
Anfuehrung
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Ich lese immer wieder über ihn, habe ihn vermutlich selbst schon des öfteren beschrieben, und doch kann ich ihm persönlich nicht viel abgewinnen. Die Rede ist vom Wiederspielwert. Ein nicht ganz einfach messbarer Indikator dafür, ob es sich lohnt, ein Spiel mehrfach zu spielen. Hat ein Titel nur einen geringen Wiederspielwert, wird es oft dafür belächelt, eventuell sogar abgewertet. Doch handelt es sich hierbei wirklich um ein so wichtiges Kriterium, dass mich ein Spiel zum Wiederholungstäter machen möchte?

Wiederspielwert, was ist gemeint?
Paradebeispiele für Vertreter mit einem vermutet hohen Wiederspielwert sind in jüngerer Zeit die Spiele aus den Mass Effect- oder Dragon Age-Universen, Fallout 3 und New Vegas, The Witcher 2, aber auch Nicht-Rollenspiele wie beispielsweise Heavy Rain oder Infamous 2. Deren Wiederspielwert resultiert, so meine Wahrnehmung des allgemeinen Konsens, vor allem aus einer Reihe sich auf den Verlauf der Geschichte auswirkender Entscheidungen im Laufe des Spiels. Traditionell storylastige Titel wie Rollenspiele sind deshalb natürlich prädestiniert für einen verzweigten Entscheidungsbaum und unterschiedliche Storystränge.
Mit Wiederspielwert meine ich den unterschiedlichen Verlauf einer Geschichte

Selbstverständlich gibt es auch Spiele anderer Genres, die aus anderen Gründen über einen tatsächlich oder vermeintlich hohen Wiederspielwert verfügen. Sei es nun die Jagd nach sämtlichen Trophäen und versteckten Gegenständen in einem Zelda oder Darksiders, das Verwenden eines anderen Charaktertyps in Diablo, das Spiel mit Gut oder Böse in Fable 3 oder das Ausprobieren alternativer Strategien und Taktiken bei Starcraft 2. Vermutlich -- ich bin kein Sportspiel-Fan -- birgt auch der Verlauf einer simulierten Bundesliga-Saison einen entsprechenden Reiz. Doch davon rede ich hier gar nicht, und auch nicht davon, dass Globalstrategiespiele mit vielen (Shogun 2) oder unendlich vielen (Civilization 5) Ausgangssituationen wiederspielprädestiniert sind. Mit Wiederspielwert meine ich in diesem Fall vielmehr den unterschiedlichen Verlauf einer Geschichte. Ich möchte mir dazu zwei aktuelle Beispiele herauspicken: Infamous 2 (GG-Wertung: 8.5) und The Witcher 2 (GG-Wertung ebenfalls 8.5).

Cole MacGrath gegen Geralt von Riva
In Cole MacGraths Abenteuer steckt das Gut oder Böse schon im Titel: famous (berühmt) oder infamous (berüchtigt). Folglich entwickelt sich die Geschichte anders, je nachdem ob ich den netten oder den bösen Cole mime. Klingt doch super! Naja, vor allem auf dem Papier. In Wahrheit beschränken sich die Unterschiede auf einige wenige alternativ verlaufende Missionen und Zwischensequenzen, und andere verfügbare Waffen. Doch ob ich jetzt mit Haftgranaten oder zweifach explodierenden Doppelgranaten um mich werfen kann, ist mir verhältnismäßig egal. Das ändert nämlich nichts an der Tatsache, dass ich in weiten Teilen exakt das gleiche Spiel erlebe, durch dieselbe Stadt laufe und nur marginal unterschiedliche Nebenmissionen bestreite. Wäre es nicht für unseren Test gewesen, hätte mich Infamous 2 sicherlich zu keinem zweiten Durchlauf animieren können, obwohl es wirklich ein gutes Spiel ist.

Besser gelöst ist das schon in der Geschichte um den Hexer Geralt in The Witcher 2. An einer bestimmten Stelle im Spiel bereise ich abhängig von meiner Entscheidung zwei völlig unterschiedliche Spielgebiete, in anderer Begleitung. Und zum Schluss warten 16 unterschiedliche Enden. Doch andererseits: Wer bitte soll die alle erspielen? So gut ich das Spiel finde, ich verspüre schon jetzt wenig Lust, einen zweiten, dritten oder gar sechzehnten Durchgang zu wagen, um dann trotzdem in weiten Teilen wieder die gleiche Geschichte zu erleben, und nur ein geringfügig anderes Finale. Dazu fehlt mir nicht nur die Zeit, sondern auch die Lust: Es kommen so viele neue Titel auf den Markt, dass ich bei ihnen eine gänzlich andere Geschichte erleben kann.

Am Großteil der Spieler vorbei?
Gehen unterschiedliche Storystränge nicht an einem Großteil der Spieler vorbei?
Versteht mich nicht falsch, ich ziehe meinen Hut vor so viel Leistung in Sachen Story-Design, wie sie etwa die Mass-Effect-Serie bietet. Ich möchte auch Witcher 2 nicht schlecht reden. Mir ist außerdem bewusst, dass es sich wirtschaftlich nicht rentiert, quasi zwei Spiele in einem zu veröffentlichen. Doch gehen unterschiedliche Storystränge nicht an einem Großteil der Spieler vorbei? Ich vermute, dass die wenigsten Leute ein Spiel überhaupt auch nur beim ersten Mal komplett absolvieren, geschweige denn mehrfach. Wäre also die Leistung und Arbeitszeit der Entwickler nicht besser in einem weiteren Teil der Serie oder zumindest in einem ausführlichen Addon gewürdigt, das eine eigenständige, lineare Geschichte erzählt? Was bringen mir Dialoge, die ich nie höre, Cutscenes, die ich nie sehe, Levels, die ich nie erlebe? Oder soll gerade daraus, aus dem Wissen also, dass mein Spiel auch anders ablaufen könnte, wenn ich nur wollte, Spielspaß entstehen. Vielleicht funktioniert das bei euch (lasst es mich wissen!), aber bei mir will sich dieses Gefühl nicht so recht einstellen.

Wiederholter Karibik-UrlaubOder die Wahl vom Gut oder Böse spielen, die unter anderem Peter Molyneux in jedes seiner Spiele einzubauen versucht, seit er Spiele macht. Aber will ich das, böse sein? Wie vermutlich viele Spieler ertappe ich mich dabei, dann doch meistens "gut" zu Spielen, Leuten zu helfen statt sie abzuschlachten. Für mich könnte also der böse Part auch gerne einfach fehlen. Noch mal Fable 3 durchspielen, nur um am Ende als König einige andere A-oder-B-Entsche
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idungen zu treffen? Nicht mit mir.

Aber will ich das, böse sein?
Eines der wenigen Spiele, die ich überhaupt mehrfach gespielt habe, war das erste Crysis. Sicherlich nicht wegen einer übermäßig mitreißenden Geschichte, sondern vermutlich einfach wegen dem Karibikflair, dem zumindest stellenweise nicht-linearen Vorgehen innerhalb der Levels (dagegen habe ich nämlich nichts!), und einfach dem Spiel selbst. Vielleicht bin ich aber auch nur zu sehr Opfer unserer schnelllebigen Zeit: Ziel erfüllt, abgehakt, nächstes Spiel. Wie geht es euch? Seid ihr Wiederholungstäter oder auch ständig auf der Suche nach etwas Neuem? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Euer Bernd Wener


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Bernd Wener 9. Juli 2011 - 18:58
Asto 15 Kenner - 2904 - 9. Juli 2011 - 19:10 #

Sehr schöner Artikel. Spricht mir teilweise aus der Seele.

Entscheidungsfreiheit in Spielen mag ich in einem gewissen Rahmen allerdings, so kann ich das Spiel-Erlebnis auf mich anpassen. Aber ein zweites mal spielen oder noch öfter um alle Enden sehen zu können werde ich deshalb nicht. Ich sehe das ganze als Möglichkeit durch meine Handlungen im Spiel das Ende auszuwählen, das mir am Besten gefallen wird.

Portal 2 ist eines der wenigen Spiele, welches ich nochmal durchspiele, genau wie Mass Effect 2. Aber das liegt ganz einfach am Spielspaß und nicht an anderen Entscheidungen die ich treffen will.

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 9. Juli 2011 - 19:11 #

Dem Kommentar kann ich mich gleich mal voll und ganz anschließen. :)

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 9. Juli 2011 - 19:31 #

Sehe ich genauso. Manche Spiele bringen mich zum wiederholten Spielen (z.B.: Mass Effect 1, Half Life 2, Crysis), aber meistens reicht mir ein Durchgang. Mir muss die Welt mit ihren Möglichkeiten schon sehr gut gefallen um ein zweites oder gar drittes mal durchzustarten.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. Juli 2011 - 10:39 #

In Portal 2 kann man Entscheidungen treffen??

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73823 - 10. Juli 2011 - 11:49 #

Aber klar doch: An welche Stelle schieße ich jetzt mein Portal hin? Genau da, oder doch eher 3 cm nach rechts? :D

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 9. Juli 2011 - 19:10 #

Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin auch ein "Einmal-Durchspieler", egal wie umfangreich das Spiel ist. Zu mehr hab ich einfach keine Zeit und Lust, die ungespielten Spiele liegen auf der Halde neben mir, und wenn es dann nur ein paar geänderte Zwischensequenzen sind, das kann ich mir auch anders besorgen. Beispiel KOTOR2: Durchgespielt (mit einem seltsamen Ende...), dann auf Youtube gegangen und die anderen Enden angesehen, fertig.

Zum Thema "Böse" hat Philipp ja schon eine Meinung geschrieben, da stimme ich ihm ebenfalls zu: Wir spielen am Ende doch alle mehr oder weniger gut, wer will in der Geschichte schon das Arschloch sein? Ich nicht.

Asto 15 Kenner - 2904 - 9. Juli 2011 - 19:17 #

Ich mache es auch ab und an so das ich mir auf Youtube die alternativen Enden dann anschaue.. Bei The Witcher 2 hingegen habe ich immer vor Entscheidungen gespeichert und gefielen sie mir dann nicht, habe ich doch die andere Option genommen.
Die Funktion fehlt im wahren Leben ;)

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1904 - 9. Juli 2011 - 19:41 #

Das Vorgehen finde ich *persönlich* bspw. sehr schlecht, weshalb ich es auch nicht praktiziere. Mit meinen getroffenen Entscheidungen muss ich halt im weiteren Spielverlauf leben. Ob sie mir nun passen oder nicht. Das macht das Spiel interessanter und erneute Durchgänge unvorhersehbarer...

Ich kenne auch Freunde, welche den für sie optimalen Ausgang einer Quest herausfinden (per Quickload), nur um die beste Belohnung zu ergattern.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11250 - 10. Juli 2011 - 11:17 #

So handhabe ich das auch. Entpuppt sich eine Entscheidung als die falsche oder sagen wir mal weniger optimale, ist das eben so und ich arrangiere mich mit den Konsequenzen. Dafür sind das dann meine Entscheidungen basierend auf den Geschehnissen. Ist mMn reizvoller und das Ergebnis individueller als wenn man nur nach den besten Belohnungen oder Storyverläufen schielt.

X742DU57 09 Triple-Talent - 295 - 21. Juli 2011 - 13:06 #

Find ich beides völlig legitim.

Leider ist letzteres ein Grund, warum manche Entwickler keine Quicksave/loads einbauen: "Nein, du böser Spieler *demspieleraufdiefingerhau* du sollst gefälligst gedanklich in der Spielewelt versinken und nicht alle paar Sekunden laden und speichern! Wir bestimmen, wie du zu spielen hast!"
Und heraus kommen automatische Speicherpunkte, die eine halbe Stunde (womöglich noch übelst schwere) Spielzeit voneinander entfernt sind.

Gorny1 16 Übertalent - 4721 - 9. Juli 2011 - 19:20 #

Wenn das "Böse" mal ordentlich ausgearbeitet werden würde von den Spieleschmieden wäre das sicher mal eine Option, aber leider läuft es viel zu oft darauf hinaus, dass man als "Böser" einfach immer draufhaut/draufballert...

Ike 14 Komm-Experte - P - 1860 - 9. Juli 2011 - 19:36 #

Ja, meistens hat man nur die Wahl zwischen geld- und machtgierigem Psychopath und Waisenkinder rettendem Helden. Das macht The Witcher z. B. anders und schon sehr gut, mir hier kein Schwarz-Weiß-Bild anzubieten, sondern mit Grautönen zu arbeiten.

Equi 14 Komm-Experte - 1912 - 9. Juli 2011 - 21:31 #

Ganz genau so mache ich es auch. Wenn es nach mir ginge: NIEDER MIT DEM WIEDERSPIELWERT!

Mich STÖRT es sogar wenn ein Spiel hohen Wiederspielwert hat, schließlich sehe ich dann nicht alles in einem Durchgang. Und nein, ich spiele ein Rollenspiel von 40h Spielzeit sicher nicht nochmal durch um 30 Minuten neue Dialoge und 2h neue Schauplätze zu sehen.

Allerdings respektiere ich durchaus, wenn sich Leute an mehreren Durchgängen versuchen. Ich bin aber in der Beziehung nicht so ein Perfektionist. Dann seh' ich halt nicht alles. Stört mich zwar ein bisschen, aber das nächste Spiel auf der Liste lockt dann doch mehr.

Elysion 14 Komm-Experte - 1907 - 11. Juli 2011 - 7:02 #

Ich bin gerne das Arschloch! ... (komischer Satz^^)
Gerade wo du Kotor ansprichst: Ich habe immer den Abgrundtief bösen gespielt und es genossen. Gerade bei allen Star Wars spielen konnte ich diese schleimigen Jedi nie leiden ;)
Es macht mir Spaß auch mal die andere "Seite" zu spielen und nicht dieses vorhersehbare: Oh da ist jemand in Not! Ich muss ihm helfen! .... nein muss ich gar nicht!
Es sorgt für ungemein viel Abwechslung und zeigt einem manchmal sogar so schlimme Seiten an solchen Charakterzügen wo man selbst erstmal schlucken muss wie eiskalt z.b. ein Shepard in ME2 Dialogpartner "exekutiert" wenn man die "böse Aktion" Taste während des Gesprächs betätigt. Aber mir gefällt das außerordentlich gut, ich will nicht immer über grüne Wiesen mit Schmetterlingen wandern, unsere Welt ist eiskalt und knallhart warum sollten Spiele eine andere Welt emitieren?
Daher find ich es gut das sich einige Entwickler auch die Zeit dafür nehmen ein funktionierendes Gut/Böse System einzubauen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9356 - 9. Juli 2011 - 19:11 #

Ich glaube es kommt auf die Story an. Ansonsten spielt man eine Kampagne selten öfters. Mafia würde mir da einfallen. Oder das ein oder andere Command & Conquer.
Ansonsten ist es eher Multiplayer bzw. Skirmish-Modus, der Anreiz bietet. Sei es Diablo 2, Starcraft 2, AoE 2 etc.

Die Kampagne an sich bietet selten Wiederspielwert. Und du hast recht, alternative Stränge guckt man sich selten nochmal an. Höchstens, wenn einige Zeit ins Land gegangen ist und man wieder Lust auf das Spiel bekommt.

Ganesh 16 Übertalent - 4905 - 9. Juli 2011 - 19:13 #

In RPGs brauche ich auch nicht unbedingt direkt einen zweiten Durchgang - das scheinst du ja zu meinen. Wenn mir das Spiel allerdings gefällt, werde ich es gerne (vielleicht später) noch einmal spielen und dann ist es natürlich nett, etwas leicht anderes erleben zu können. Sicherlich könnte man mir dafür auch eine Expansion verkaufen, aber dann würde ich ja trotzdem das Vanilla-Spiel nochmal erleben wollen.

Deine Kritik an TW2 läuft aber ein bisschen ins Leere - die vielen Enden sollen ja nicht hauptsächlich Wiederspielwert bieten, sondern eine individuelle Geschichte. Das heißt ja nicht, dass jeder wirklich alle 16 Enden sehen muss, sondern eher dass das jeweilige Ende das Resultat seiner Entscheidungsfreiheit ist.

Ichius 10 Kommunikator - 463 - 9. Juli 2011 - 19:16 #

Sehe ich allerdings genauso. Und außer Mass Effect 1 würde mir, innerhalb der letzten 5 Jahre, auch kein einziges Spiel einfallen, welches ich mehr als einmal komplett bis zum Ende durchgespielt hätte.

Außerdem, wenn ich in Spielen wie DA 2 vor einer weltbewegenden Entscheidung stehe, dann speichere ich vor besagtem Ereigniss einfach ab. So kann ich mir auch durch einmaliges Durchspielen wichtige Entscheidungen und ihre Konsequenzen vor Augen führen.

Gorny1 16 Übertalent - 4721 - 9. Juli 2011 - 19:13 #

Ich glaube der Wiederspielwert ist nicht rein objektiv zu bestimmen.
Es geht dabei zum größten Teil subjektive Reize die einen dazu verführen nochmal von vorn zu beginnen und das Spiel nochmal zu spielen.

Exakt das selbe nochmal zu erleben zu müssen ist natürlich hinderlich und je mehr man anderes machen kann desdo größer ist der objektive Teil des Wiederspielwertes. Aber am schwersten wiegt wie gut das Spiel für einen persönlich schon war um es nochmal anzugehen.

Das Spiel, welches für mich den größten Wiederspielwert hat ist Gothic 2. Eben wegen meinem subjektiven super positiven Eindruck von dem Spiel UND dem objektiv zu bewertenden Teil(drei "Klassen" je eine pro Fraktion +im Spielverlauf jeweils große Änderungen in den Kapiteln, je nach Fraktions-/Klassenwahl)

Sciron 19 Megatalent - P - 16101 - 9. Juli 2011 - 19:18 #

Wiederspielwert ist für mich ein entscheidender Faktor beim Spielekauf. Vor allem wenn es sich um einen Neukauf handelt will ich für meinen Vollpreis auch ne entsprechende Speilzeit aus dem Teil rausholen und das wird dann eben oft nur durch mehrmaliges durchspielen erreicht.

Die Gründe können vielfältig sein. Höhere Schwierigkeitsgrade, um eine größere Herausforderung und bestenfalls schöne(re) Belohnungen im Stile von Items, Bonus-Content oder Achievements zu erhalten. Aktuell werd ich God of War 3 nachdem ich es auf "schwer" durchhab mit Sicherheit nochmal im Titanen-Modus angehen, einfach um mir auch selbst zu beweisen, dass ich das Spiel auch dort bezwingen kann.

Dann das albekannte Gut/Böse-Prinzip, welches mich zumindest bei Mass Effect 1&2 immer mindestens zu einem zweimaligen durchzocken verleitet. Vor allem da ich die beiden Charaktere später noch übernehmen will.

Oder man probiert alternative Strategien um so ein neues Spielerlebniss zu bekommen. Vom neuen Deus Ex erwarte ich mir in der Hinsicht ziemlich viel. Heavy Rain hatte auch einige spannende Entscheidungen zu bieten.

Im Endeffekt wird die Spielzeit bei vielen Singleplayer-Games immer kürzer. Und ich sehe es eben nicht ein, nen Haufen Kohle für 8-10 Stunden Gameplay ohne Replay Value rauszuschmeissen. Da mich Multiplayer nicht juckt, fällt das Argument für mich nämlich eh flach.

Kappi 15 Kenner - 3287 - 9. Juli 2011 - 19:28 #

dem kann ich so zustimmen. gerade als jemand der nich viel Geld für Spiele überhat möchte ich gern an nem spiel auch mehrfach Spaß haben können.

Und mal ehrlich, dann geht es eben an einem Teil der Spielerschaft vorbei das man Alternativen hat, fühlen sich diese "Einmal-Duchspieler" deswegen von den Alternativen gestört? Ich denke nicht, die guten können das Spiel ja gerne in die Ecke legen und sich das nächste holen, während die wahren Genießer (hüstel..) das Spiel dann eben nochmal und nochmal und bei Bedarf nochmal durchspielen. Umgekehrt, bei nem Spiel wo solche Features fehlen geht das ja leider nicht wirklich..

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 12. Juli 2011 - 11:40 #

"Und mal ehrlich, dann geht es eben an einem Teil der Spielerschaft vorbei das man Alternativen hat, fühlen sich diese "Einmal-Duchspieler" deswegen von den Alternativen gestört?"

Diese Alternativen können dann stören, wenn man das Gefühl bekommt, dass der Entwickler seine Zeit hätte besser investieren können.

Es gibt Spiele, bei denen frage ich mich, ob weniger nicht mehr gewesen wäre. Um ein Beispiel zu nennen: Ich hätte bei einem Fallout 3 / New Vegas gut und gern auf 50% der Quests verzichten können, wenn das Spiel dafür besser getestet und fehlerfrei geworden wäre.

volcatius (unregistriert) 10. Juli 2011 - 16:19 #

Kann ich so uneingeschränkt unterschreiben.

Anonymous (unregistriert) 9. Juli 2011 - 19:19 #

Ich spiel Spiele nochmal, weil sie mir gefallen, nicht weil es andere Enden gibt. Sonst dürfte man ja auch jeden Film nur einmal gucken, außer man hat mal nen DC. ;-)
Portal ist ein gutes schon genanntes Beispiel. Auch Silent Hill 2 habe ich schon mehrfach durchgespielt, aber auch nur weil es mir gut gefällt (denn da gibts ja sogar mehrere Enden).

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 9. Juli 2011 - 19:30 #

Über Filme hab ich dabei auch schon nachgedacht. Ich habe aber bis auf wenige Ausnahmen kaum einen Film zweimal gesehen ;) Und nen Film hat man auch schneller "durch" als (zumindest die allermeisten) Spiele.

CrazyChemist 14 Komm-Experte - P - 2039 - 12. Juli 2011 - 15:23 #

Also gerade bei Filmen mag ich Widersprechen: Ich weiß nicht mehr, wie oft ich bereits die alten Star Wars Filme, die LEthal Weapon Reihe und die Herr der Ringe Extended Editions gesehen habe. Da habe ich einen sehr hohen Wieder-Seh-Wert. Bei Spielen ist das für mich ähnlich. Allerdings reizen mich nicht gut/böse oder mehrere Story-Wendungen, sondern eher verschiedene Charaktere. Also (mein uraltes Lieblingsbeispiel) Diablo2 - wie oft ich das allein wegen der 5 (und später 7) Charakterklassen gespielt habe - das geht auf keine Kuhhaut (harhar). Bei Rennspielen sind sich glaubhaft anders verhaltende Autos ein Anreiz für mich, ein Spiel noch einmal zu spielen. Oder ich spiele etwas noch einmal, weil es mir einfach Spaß macht (Portal 1 ist so ein Beispiel). Aber diesen ganzen Achievement-Hype (der ja auch den Wiederspielwert erhöhen soll), der geht beispielsweise vollkommen an mir vorbei. Aber jetzt habe ich keine Zeit mehr - ich muss noch Radios und Überwachungskameras in Portal suchen gehen...

bam 15 Kenner - 2757 - 9. Juli 2011 - 19:20 #

Wenn man ein relativ begrenztes Budget für den Spielkauf hat, dann ist der Wiederspielwert schon ein wichtiger Faktor. Es gibt einfach Spiele die man nach einmaligem Spielen nicht mehr anfassen will, da fragt man sich dann eben ob der Kaufpreis wirklich gerechtfertigt war.

Gerade in Reviews ist die Erwähnung des Wiederspielwertes wichtig, denn am Ende ist das ganze ja eine Kaufempfehlung. Man möchte als Spieler eben wissen was man für sein Geld bekommt.

Richtig ist, dass ein Spiel nicht nur wegen unterschiedlichen Entscheidungen im Spielverlauf zum erneuten durchspielen motivieren kann. Das Spiel als solches muss interessant und vielseitig genug sein um es erneut durchspielen zu wollen.

Wenn ich dann aber bei Spielen wie Mass Effect 1 und 2 beim ersten mal durchspielen schon 20-30 Stunden verbringe und das Spiel dann immer noch genug hergibt um es wiederholt durchzuspielen, im Gegensatz dazu dann z.B. ein God of War 8 Stunden unterhält und man beim 1. mal wirklich alles gesehen hat, weiß zumindest ich wo mein Geld besser angelegt ist.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 9. Juli 2011 - 19:32 #

Das Budget ist natürlich ein wichtiger Faktor, ohne Frage. Dank Steam-Deals und ähnlichem (wenn man denn auf digitale Downloads steht) und Importen ist das heutzutage zum Glück (oder auch nicht, wenn man den Aufschrei hört, sobald es wieder Angebote gibt ;) nicht mehr ganz so heikel.

Casa 12 Trollwächter - P - 1037 - 9. Juli 2011 - 19:23 #

Du sprichst mir aus der Seele. Ich spiele viele Spiele die mir gefallen einmal durch. Aber mehrfach spiele ich sogut wie nichts. Dafür sind mir die Unterschiede ehrlich gesagt viel zu marginal. Es ändert sich ja normal wirklich nur die Geschichte und das meistens nur in einem gewissen Rahmen, da sich das Setting, die Umgebung immer gleich bleiben. Motiviert mich persönlich einfach zuwenig.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73823 - 9. Juli 2011 - 19:25 #

Ich spiele Spiele gerne mehrfach, wenn sie mir einfach Spaß machen oder schlichtweg gut und unterhaltsam sind. Daher stehen bei mir überspitzt gesagt auch keine 2500 Spiele im Regal, sondern nur 250, denn ich muß nicht alles gespielt haben. Ich kaufe gezielt ein.

Dennoch gibt es darunter auch mal die Eintagsfliege bzw. Fehlkäufe. Das sind aber dann die Spiele, die ich eh schon als Schnäppchen mir gegönnt habe und bei denen ich es bereue nur 1 Cent ausgegeben zu haben :).

Und dann gibt es halt so Klassiker, die zieht man jedes oder alle 2 Jahre wieder aus dem Regal.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12386 - 9. Juli 2011 - 19:36 #

Es kommt auf die Story/inszenierung an, dann spiel ich ein Spiel auch mehrmals durch!
Glaub allein Me+Me2 hab ich bereits 4-5 mal Durchgespielt xD

Ich finde Entscheidungen/Gut-Böse usw durchaus gut und sie sollten sogar noch ausgebaut werden. Gerade The Witcher 2 muss man fast zweimal durchspielen, denn in dem Spielverlauf (auch vor Akt 2) ändert sich sehr viel.
Natürlich muss man auch sagen das so etwas nicht automatisch zum wiederspielen anregt, mein wenn das Spiel scheiße ist kann es soviel Entscheidungen haben wie es will.. ich werds nie mehr ein zweites mal anfassen (siehe DA2) oder nicht mal durchspielen!
Und wenn ein Spiel fast perfekt ist braucht es auch keine Entscheidungen um einen Wiederspielwert zu haben (zB Mafia)

Wiederspielwert bedeutet ja nicht das man nachdem man es durchgespielt hat sofort nochmal startet, kann ja auch das Spiel erstmal weglegen und später nochmal starten. Wenn sich dann Sachen ändern oder anders Spielen kann umso besser!
Merke ich gerade bei DAO, dachte ich kenns schon auswendig aber selbst jetzt noch finde ich neue Dialoge die mir vorher nicht so aufgefallen sind... weiß nicht mich motiviert so etwas.

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Übrigens was man auch anmerken muss, es gibt Monate wie aktuell wo keine guten Spiele erscheinen und genau da lohnt sich ein Wiederspielwert ^^

pel.Z 16 Übertalent - 4852 - 9. Juli 2011 - 19:35 #

Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute... äh...

In Zeiten von alle paar Monate wiederkehrende Steam-Sales braucht man keinen Wiederspielwert, um genug zum Spielen zu haben. Natürlich ist das nett, wenn die Möglichkeit besteht, ein zweites - oder wievielte auch immer - Mal ein Spiel spielen zu können und immer wieder etwas neues zu erleben. Aber will ich das denn?
Ich kämpfe doch allein schon genug damit, Spiele überhaupt durchzuspielen.

X742DU57 09 Triple-Talent - 295 - 20. Juli 2011 - 0:08 #

So seh ich das auch! Hab vor ein paar Monaten "Deus Ex 1" endlich zum ersten Mal durchgespielt, nachdem ich es zeitnah zur Veröffentlichung kaufte und gut 10 Jahre lang (!) meine Savegames von altem PC-System zu neuem PC-System rumkopiert und aufgehoben hab. (Zwischendurch lief es auf manchen Systemen wegen der Gfx-Karte gar nicht.) Ja, man kann Deus Ex 1 auf mindestens 3 Arten durchzocken. Aber die nächsten 20 Jahre sind schon für Teil 2 und 3 reserviert :-)

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1904 - 9. Juli 2011 - 19:36 #

Schöne Kolumne...

Am Anfang spiele ich immer einen guten Charakter und wechsle beim erneuten Durchspielen auf die böse Gegenseite.

Leider habe ich aus Zeitgründen häufig nicht die Möglichkeit, die Games mehrfach durchzuzoggen.

Größter Kritikpunkt für mich an z.B. verschiedenen Enden von Spielen: Im AddOn werden meine persönlichen Entscheidungen nicht konsequent genug übernommen. Stattdessen wählen die Entwickler meist ein bestimmtes Ende und ich bin gezwungen daran anzuknüpfen. Ein aktuelles Beispiel ist DA:O und das AddOn Awakening. Besser macht's da Mass Effect...

Mithos (unregistriert) 9. Juli 2011 - 19:37 #

Ich bin immer froh, wenn ich ein Spiel mal 1fach durch habe. Während des Spiels gehe ich nämlich meist so langsam vor, um möglichst wenig zu verpassen, dass ich irgend wann genug vom Spiel habe und es nicht zu Ende spiele.

Deshalb fand ich das in SC2 so toll: Man kann nach den Entscheidungen in der SP-Kampange die andere Option direkt noch nachholen. Entscheidung getroffen und trotzdem am Ende nicht das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben.

DerDani 15 Kenner - P - 3681 - 9. Juli 2011 - 19:45 #

Das meiste trifft so auch auf mich zu; mehrfaches durchspielen habe ich ganz selten; erst recht bei Umfangreichen Rollenspielen.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 9. Juli 2011 - 20:06 #

"Wer bitte soll die alle erspielen?"

Hierbei handelt es sich IMHO um ein Missverständnis. Man soll nicht alle Enden erspielen, man KANN. Außerdem ist der Grund für deren Existenz nicht einfach nur, dass man sie alle erspielen kann, sondern vielmehr auch, dass die Entscheidungen die man im Spielverlauf treffen kann (dadurch) bedeutsam sind. Gäbe es diese Gabelungen nicht, wäre es ja egal was man macht. Deshalb machen sich Entwickler wie CD Projekt diese Mühe. Ich teile deren Philosophie.
16x komplett durchspielen muss man es auch nicht für all die Enden, weil man mit Spielständen arbeiten kann, die direkt im jeweiligen Abschnitt angelegt wurden.

Ich spiele auch lieber den Witcher 2 nochmal durch, bevor ich stattdessen die Zeit mit einem wesentlich oberflächlicheren Produkt verbringe. Ich muss mir nur mal die lange Liste der Änderungen in Patch 1.3 durchlesen (hab ich gemacht und ja, das sind nur die Neuerungen in 1.3 ohne alles vorherige)

http://www.en.thewitcher.com/community/entry/67/index.html

um wieder motiviert zu werden.

"Dazu fehlt mir nicht nur die Zeit, sondern auch die Lust"

Nur weil manchen die Lust dazu fehlt, muss man das Spiel deshalb nicht für alle verschlechtern. Wenn Spieler 1 nur 1x Spaß mit dem Spiel haben will oder kann, muss man deshalb Spieler 2 nicht die Chance dazu nehmen, wiederholt damit Freude zu haben.
Die Konsequenz aus diesen Worten, für Entwickler, wäre es ja sich die Mühe gleich zu sparen. Die Produktionskosten senkt es gewiss (und beim nächsten "Dragon Age II" regnet es wieder Kommentare von frustrierten Spielern). Nur die anspruchsvolleren Spieler schauen in die Röhre. Es ist exakt dieses Denken, dass dazu geführt hat, dass man in Mass Effect 2 nur noch jedem Squad Mate eine Waffe in die Hand drückt und es sonst kein Inventar mehr gibt, weil doch sowieso alle Spieler keine Zeit und Lust haben, sich mit einem richtigen Inventar zu beschäftigen...

"Ich vermute, dass die wenigsten Leute ein Spiel überhaupt auch nur beim ersten Mal komplett absolvieren, geschweige denn mehrfach."

Die richtig guten Spiele richten sich sowieso nie an solche Casual Gamer.

"Wäre also die Leistung und Arbeitszeit der Entwickler nicht besser in einem weiteren Teil der Serie"

Ich spiele lieber ein gutes Spiel, als 2 schlechte.

"Was bringen mir Dialoge, die ich nie höre, Cutscenes, die ich nie sehe, Levels, die ich nie erlebe?"

In Ergänzung zu dem was ich oben schon schrieb, sie sorgen dafür, dass Spieler nicht einfach nur durch Dialoge klicken und alles überspringen um in den nächsten Level zu kommen, weil es zählt was man auswählt. Es wertet nicht selten das komplette Spielerlebnis deutlich auf.
Selbst dieses Paragon/Renegade Quick Time Event in manchen Mass Effect 2 Dialogen hat bereits dafür gesorgt, dass Spieler nicht bloß passiv die Handlung durchlaufen lassen, sondern diese aufmerksamer verfolgen. Das ist mit ein Grund, warum man nach dem Durchspielen von Mass Effect sogar noch die Namen von vielen Spielfiguren kennt, statt lediglich noch zu wissen, dass es irgendwelche generischen Bad Guys gab, die man - halt wie in allen anderen Spielen auch - einfach besiegt hat.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6506 - 10. Juli 2011 - 14:08 #

Danke für den Artikel, der gute gedankliche Anregungen gibt.

Und Koveras, Du hast im wesentlichen recht, es geht nicht darum, alle Enden zu spielen, sondern darum, für jeden Spielertyp das richtige Ende zu haben. Aber: "Solche Casual Gamer, die nie das Ende sehen..." sind durchaus oft auch ziemliche Hardcore-Gamer. Ich spiele zum Beispiel in Titan Quest mit jeder Klasse jeden der zahlreichen Skilltrees komplett im Normalmodus durch, ohne je die beiden Superbosse im schweren Modus zu sehen. Oder ich spiele in Guild Wars alle Klassen mit nahezu allen Skills solo, ohne je in die Unterwelt zu gehen.

Der "Wiederspielwert" ist für mich nicht abhängig von der wechselnden Story, sondern gut ist eher ein "Dauerspielwert": fünf oder zehn perfekt balancierte Klassen bis Level 30 zu spielen macht mir in der Regel mehr Spaß als einen Hauptcharakter bis Level 60. Für Spiele ohne diese Klassen im engeren Sinne: Wenn ich mich in der Witcher-Welt oder bei Fallout gerne ein paar dutzend oder hundert Stunden aufhalte, ist es beinahe schon egal, ob ich den Endgegner sehe oder nicht: Die Punkteverteilung, die Level-Ups, die Skilltree-Varianten, die detaillierten NPC-Eigenleben - all das macht's aus.
Und wenn sich wie bei Dragon Age: Origins diese Varianten eben in mehreren "Origins"-Anfängen äußern - dann wird aus dem "Dauerspielwert" eben auch für mich mal ein "Wiederspielwert", wenn auch nur für die ersten Stunden des Spiels.

Paxy 13 Koop-Gamer - P - 1277 - 10. Juli 2011 - 15:26 #

/Sign

aber sowas von

Butcherybutch 14 Komm-Experte - 2338 - 9. Juli 2011 - 20:09 #

Spannender Artikel, ich selbst spiele auch sehr selten Spiele mehrmals das einzige Spiel welches ich wirklich mehrmals beendet habe ist Deus Ex (ca. 5mal), das packe ich auch gerne alle 1 bis 2 Jahre wieder aus und ich finde es in dieser Hinsicht noch bis heute unerreicht.

floxyz 16 Übertalent - P - 4853 - 9. Juli 2011 - 20:09 #

Ich spiele die meisten Rollenspiel einmal durch (und da zumeist auf der guten Seite...gabs da nicht auch mal einen Artikel dazu? ;) ) und hol sie irgendwann wieder raus um sie auf der bösen Seite zu spielen. Insofern bieten sie schon einen, mir auch wichtigen, Wiederspielwert.
Des weiteren lässt sich dieser bei Action-RPGs schwer beurteilen weil ich und auch viele andere immer wieder neue Charaktere anfangen...ist dass dann auch Wiederspielwert oder nicht?
Aber, wie immer, super Artikel Bernd!

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 9. Juli 2011 - 20:56 #

Danke. Der Gut-Böse-Aspekt war jetzt auch mehr als Beispiel für Story-Verzweigungen gedacht. Natürlich wollte ich nicht Kollege Philipps Kolumne einfach nacherzählen.

Neue Charaktere: Ist natürlich auch Wiederspielwert. Mir ging es im Artikel wirklich explizit um Story-Zweige. Davon abgesehen spiele ich aber auch selten noch mal ernsthaft ein Action-RPG mit einem anderen Charakter. Läuft bei mir ohnehin immer (soweit möglich) auf Magier/Kampfmagier hinaus ;-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29543 - 9. Juli 2011 - 20:11 #

Am meisten "wieder durchgespielt" habe ich wohl Far Cry. Ganz einfach, weils jedes mal wieder ein zum guten Teil anderes Spiel war. Die gute KI hat mich immer wieder überrascht und in andere Ecken der Levels getrieben, auf so etwas stehe ich dann doch total. Epische Rollenspiel mag ich hingegen nicht öfter spielen, selbst wenn sich viel ändern mag. Irgendwie ist die wichtige Haupthandlung dann doch fast immer identisch.

Lexx 15 Kenner - 3468 - 9. Juli 2011 - 20:35 #

Wiederspielwert ist völlig nebensächlich. Bezogen auf Rollenspiele: Was wichtig ist, ist dem Spieler beim Spielen so viele alternative Lösungsmöglichkeiten zu bieten, wie nur möglich. Nicht, weil er damit das Spiel mehrmals anders durchspielen kann, sondern damit er wirklich Rollen spielen und Situationen so meistern kann, wie er bzw. sein Charakter es für richtig hält. Dementsprechend sollte dann natürlich auch das Ende variieren... Nicht, um das Spiel noch einmal anders durchspielen zu können, sondern um dem Spieler zu zeigen, dass das, was er getan hat, Einfluss hatte und nicht nur als überflüssiger Fluff existiert.
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Die Einstellung, viele Enden == damit der Spieler mehrmals durchspielen muss, ist ziemlich platt, imo.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 9. Juli 2011 - 20:48 #

"Wiederspielwert ist völlig nebensächlich."

Für mich ist es durchaus auch ein Merkmal eines guten Spiels. Ein Spiel das ich gerne noch mal Spielen möchte, muss doch irgendwie besser sein, als eins wo ich nur froh bin endlich fertig zu sein und das ich dann garantiert nie mehr anpacke.
Solange man Spiele nicht so aufbauen würde, dass man Pfade opfert die für sich genommen befriedigend sind, nur damit Leute es mehrfach durchspielen müssen um wieder Spaß zu haben, ist dagegen doch gar nix zu sagen.

Beim Rest kann ich dir aber nur 100% zustimmen, dass ist der Grund für komplexere Spiele (insbesondere bei RPG) und diese andere Interpretation ist eher ein Missverständnis.

Lexx 15 Kenner - 3468 - 9. Juli 2011 - 21:25 #

Naja, "Wiederspielwert ist völlig nebensächlich." war ziemlich schlecht ausgedrückt. Klar sollte ein Spiel es wert sein, noch mal angefasst zu werden und je höher der Wert, desto besser. Aber Wiederspielwert erhöht sich für mich nicht unbedingt nur weil ein Spiel 10 anstatt nur einem Ende hat. Es gibt viele Spiele die recht linear sind, die ich trotzdem mehrmals durchgespielt habe. Man sollte halt nur nicht denken, mehrere Enden oder Questlösungsmöglichkeiten == "Du musst das Spiel mehr als einmal durchspielen!"

Azizan 17 Shapeshifter - 7303 - 9. Juli 2011 - 20:41 #

Ich spiele vorallendingen RPG's öfters durch, einfach weil es diese verschiedenen Möglichkeiten und Entscheidungen gibt, ich will sie einmal erlebt haben. Auch God of War oder Prince of Persia hab ich auf alle Schwierigkeitsgrade durchgespielt, einfach weil ich mir selbst das Ziel setze das Spiel auf jede Weise geschafft zu haben. Außerdem bin ich nicht bereit für ein Spiel viel Geld auszugeben wo ich nur 8h oder dergleichen sitze. Daher ist es für mich sehr wohl wichtig was für ein Wiederspielwert ein Spiel hat, da ich gerne mehr davon haben möchte als nur läppische 8h.

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 9. Juli 2011 - 20:44 #

Ich definiere Wiederspielwert für mich keinetfalls wie der Autor: Eine Große Auswahl von möglichen Vorhehensweisen finde ich zwar sehr reizvoll (sofern sie mit der Story harmonieren), sind für mich aber praktisch nie ein Anreiz ein Spiel ein zweites Mal durchzuspielen.

Spiele, die ich mehrfach gespielt habe sind zum Beispiel Call of Duty 1-4, Baphomets Fluch 1+2 und Mafia. Alles keine Spiele, in denen man bedeutende Entscheidungen treffen könnte, aber sehrwohl alles Spiele, die keine längeren Langeweile-Passagen haben oder Teile in denen der rote Faden droht verloren zu gehen - eben genauso wie gute Filme.

Mass Effect dagegen, das ja per Definition einen hohen Wiederspielwert hätte, könnte mich kaum dazu motivieren es ein zweites Mal durchzuspielen, hauptsächlich aufgrund der langgezogenen Fahrzeugabschitte in der Mitte des Spiels.

Wenn ein Spiel aber nun kaum oder keine Längen hat und dabei auch noch Entscheidungen inclusive Auswirkungen bietet, wie Beispielsweise GTA 4, dann neige ich auch dazu im zweiten Durchlauf neue Wege zu bestreiten, nur um zu sehen was passiert.

Die starre Einbindung von Gut und Böse wirkt auf mich jedoch - wie beim Autor - äußerst aufgesetzt, da das Böse bisher praktisch nie ansprechend in ein Spiel integriert wird.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 9. Juli 2011 - 20:47 #

Der Meinung kann ich mich anschließen. Für mich bedeutet die Möglichkeit das es mehrere Enden gibt, nicht das ich ein Spiel mehrfach durchspiele, es ist aber immens wichtig um mir das Gefühl zu geben das meine Entscheidungen auch Auswirkungen haben, und somit eine dichtere Story zu erleben (Stichwort Immersion)

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 9. Juli 2011 - 20:59 #

Da gebe ich dir natürlich Recht. Das Gefühl, dass eine Entscheidung etwas bewirkt, ist bei Storyverzweigungen auf alle Fälle wesentlich stärker. Bei mir überwiegt dennoch immer der Aspekt: Hmm, jetzt hab ich wieder was verpasst.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 9. Juli 2011 - 21:53 #

Also du willst, dass optionales aus Spielen entfernt wird, damit du nicht mehr das Gefühl bekommst, etwas verpasst zu haben? :|

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 10. Juli 2011 - 7:41 #

Nein, keine Angst, das will ich nicht. Ich gönne es den anderen Leuten ja, die solche Dinge lieben. Ich kann aber euch gut drauf verzichten und vermisse bei einem strikt linearen Spiel diesbezüglich nichts.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 11. Juli 2011 - 21:49 #

Dabei kommt es aber darauf an um welches Genre es sich handelt. Ein Bulletstorm braucht auch gar keine alternativen Enden, weil es sowieso immer dieser kurzweilige Shooter ist, den man deswegen spielt. Ein Witcher 2 hingegen, wo es in wesentlichen Teilen darum geht als Witcher durch diese Welt zu reisen und nach eigenem Ermessen mit ihren Bestandteilen zu interagieren, wäre drastisch schlechter, könnte man dort nichts tun als sich durch feste Level zu kämpfen bis der Abspann kommt.
Ich denke mir in solchen Spielen immer wie ich am besten mit einer Situation umgehe oder gar welche Quests ich überhaupt annehmen soll. Mit einer Streichung dieser Elemente würde mir auch der zugehörige Spielspaß genommen. Gerade diese Unterschiede im Gameplay sind es aber, die mich bei diesem Genre anziehen. Simples Kämpfen und Rennen durch 3D Welten bieten sowieso nahezu alle Titel.

Für mich klingt das irgendwie so, als würde man für schlichtere Spiele plädieren, dabei sollten doch gerade Spieler immer dafür sein, die interessantesten Titel zu bekommen, die kreative Designer erstellen können. Schlechte/einfache/belanglose/oberflächliche Spiele wird es auch so immer automatisch mehr als genug geben - auch wenn diese aus verschiedenen Gründen immer noch manche Spieler ansprechen würden.

Aber mein Fazit wäre sowieso eher sowas wie: Alternative Enden/Entscheidungsmöglichkeiten für den Spieler haben viel häufiger dafür gesorgt das ein Spiel besser wird, als das es dadurch schlechter geworden wäre. Ist das nicht das Wichtigste? Deshalb stehe ich dem generell eher positiv gegenüber.

Oynox Slider 14 Komm-Experte - 2108 - 9. Juli 2011 - 20:50 #

Toller Artikel!! Spricht auch mir aus der Seele. So oft auch der Wiederspielswert bei Fable 2 angesprochen wurde.. nie habe ich es gemacht, weil ich nach dem ersten Durchspielen wirklich alles kannte.
Selbst eines meiner favorisierten Spiele hab ich nicht mehrmals durchgespielt. Oblivion. Ich habe ein dutzend Mal angefangen um mir meinen perfekten Charakter zu erstellen und hab das Spiel so gründlich durchgespielt wie möglich. Und jetzt im Nachhinein merke ich, ich hab doch nicht den perfekten Charakter. Hab mir vorgenommen das zu wiederholen, aber bisher ohne Erfolg.

Bei Fallout 3 bin ich nicht wirklich vorangekommen, weil ich von vornherein auf dieses "Tausend Wege" fixiert war und ich keinen falschen Wählen wollte...

Bei mir liegt es aber denke ich daran, dass ich ein Spiel möglichst beim ersten Anlauf 100%, oder so perfekt wie möglich Spielen will... so habe ich GTA4 100% geschafft, bei Oblivion den HQ, alle Häuser etc gekauft und beinahe alle magischen Waffen gefunden. Bei Fable alle Häuser gekauft, alle Legendären Waffen angehortet...
Und damit kenne ich leider das Spiel für mich zu gut. Habe viel Zeit hineingesteckt und mich damit auseinandergesetzt.. und dann habe ich wirklich nicht nochmal den Nerv, alles von vorne zu machen.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6667 - 9. Juli 2011 - 21:00 #

Das Problem bei mir ist eher das, dass mich Spiele kaum noch ein zweites mal packen, eben weil die Unterschiede marginal sind. Nice guy oder bad boy in Mass Effect oder Dragon Age? Scheiß egal, am Ende geht eh alles gut aus. Könnte ich mich z.B. der Dunklen Brut anschließen, sähe es anders aus. Oder WoW-Cataclysm: Egal ob Nachtelf-Jäger oder Untoter-Hexer, am Ende töte ich den Oberdämon im Auftrag von einer handvoll neutraler Fraktionen. Na toll. Eigentlich würde ich lieber der Legion beitreten als Hexer, aber das geht ja nicht, weil das Spiel nur eine Linie (alles für alle für Items) fährt. Langweilig, da noch zu twinken. Ausnahmen sind Titel wie Civ 5, da kann man aber je nach Volk oder Spielstil völlig anders agieren. Aktuell zocke ich ja die Griechen, setze auf den Hellenischen Bund und gehe mit viel Kulturbonus durch die Stadtstaaten auf das Kulturziel hin. Beim nächsten mal dann vielleicht mit Deutschen auf Militär und Eroberung. Das macht dann auch Spaß beim xten mal.

Alternativ kann ein Spiel auch einfach wie bei MI gute Charaktere bieten. Einem Guybrush helfe ich beim zehnten mal noch gerne, genau wie einem Link in OoT.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 9. Juli 2011 - 21:11 #

Für mich sind die verschiedenen Handlungsoptionen vor allem Ausdruck dafür, dass ich die Handlung (im Idealfall) so spielen kann, wie ich es möchte, ich sie also auf meine Vorlieben anpassen kann. Wobei da bei mir tatsächlich auch immer das "Mh, wieder eine Zwischensequenz verpasst"-Gefühl aufkommt.
Zum 'Wiederspielen' regt mich das nicht im Besonderen an, dazu sind eben dann doch zu viele Bereiche gleich. Gute Spiele werden sicher irgendwann nochmal gespielt, gerade bei Rollenspielen aber erst, wenn die Erinnerung an das erste Mal wirklich arg verblasst ist. Und da tun sich Drakensang und The Witcher nichts, obwohl ersteres nahezu absolut linear ist.

Im Zweifel müsste ich mir andernfalls sowieso aufschreiben, an welchen Stellen ich welche Entscheidung getroffen habe, weil ich das sonst vergesse und am Ende dann wieder das gleiche Ende sehe.

Raug 08 Versteher - 208 - 9. Juli 2011 - 22:10 #

Ich kann dir an sich nur zustimmen, ich habe zum Beispiel Dragon Age nur ein mal gespielt, mit "nur" einem Anfang. Aber das hat sehr viel zur Atmosphäre beigesteurt und ich mich stärker mit dem Charakter identifizieren können.

Der Unterschied in "Gut - Böse" find ich dagegen recht dumm, aus zig Gründen. Niemand ist nur gut oder böse, und vor allem hab ich in solchen Spielen immer wieder das Gefühl, dass manchmal die "böse" Entscheidung eigentlich die bessere ist, während die "gute" nur einem oberflächlichem Gesetz folgt (Mass Effekt!). Wenn das Moralsystem dann noch als Spielmechanik (Levels oder so) eingesetzt wird, trifft man immer wieder Entscheidungen die man eigentlich gar nicht treffen möchte um "besser" zu werden.

Ulrich Beck (unregistriert) 9. Juli 2011 - 21:10 #

Man kann vielleicht darüber diskutieren, ob die teils fadenscheinigen Begründungen für einen hohen "Wiederspielwert" gerechtfertigt sind, aber darüber, dass sich per se lohnen kann die allermeisten Spiele nochmal durchzuspielen, braucht man doch nicht zu reden, geschweige denn eine Kolumne schreiben!? Ein Blick auf andere Medien hätte hier schon sämtliche Zweifel im Keim erstickt: warum sieht man sich Filme mehrmals an? Warum hört man eine CD nicht nur einmal? Warum liest man sich ein gutes Buch nochmal durch? Die Antworten darauf sind genauso naheliegend wie selbstverständlich und darüber hinaus nahezu 1:1 auf Spiele übertragbar.

Insofern würde ich die abschließende Frage danach, ob der Autor einfach ein Opfer des schnelllebigen Zeitgeistes ist, eindeutig bejahen. Andernfalls würde er sich so eine unsinnige Frage gar nicht stellen.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 9. Juli 2011 - 21:12 #

Du hast ihn nicht verstanden. Es geht nicht um die Frage, ob Wiederspielen allgemein gut ist, sondern darum, ob eben dazu der "Wiederspielwert" etwas beiträgt.
Seine Antwort: Nein. Meine Antwort: Nein. Wie ist deine? ;)

Politician 12 Trollwächter - 1108 - 9. Juli 2011 - 21:47 #

Ich sehe das etwas anders. Für mich sind unterschiedliche Handlungsstränge in einem RPG immens wichtig um mir vorzugaukeln ich könnte wirklich Einfluss auf das Spiel nehmen. Das Spiel muss mir möglichst effektiv zeigen, dass ich vieles machen kann und meine Entscheidungen respektiert werden.
Wenn ich eine offensichtliche Entscheidung nicht treffen darf stört mich das und zwar bereits beim ersten Durchgang.
Konsequenzen und spielerische Freiheit bringen auch Spielern etwas die nicht beabsichtigen ein Spiel mehrfach zu spielen. Bei spielen geht es um Illussion und die kann nunmal nicht erzeugt werden wenn es keine alternativen Handlungsstränge gibt.
Mir persönlich gibt es in heutigen Spiele sogar viel zu wenig Content, der sich dem Spieler nicht beim ersten Spielen erschließt.
Wenn ich an die Zufallsereignisse denke, die Fallout 2 abgespult hat und zwar nur bei bestimmten Charakterwerten bin ich immer noch begeistert, selbst wenn ich ihren genauen Umfang nur aus Lösungen kenne. Das Spiel hat mir jederzeit zu verstehen gegeben, dass Dinge passieren können die ich nicht erwarte.

Meiner Meinung nach sind sowieso Zufallsereignisse das Spielelement was wirklich zum mehrmaligen Durchspielen anregt. Je weniger Zufall im Spiel ist, desto langweiliger wird für mich ein zweiter Durchgang selbst wenn die Story an einigen Stellen abweicht. Gut gemachte Zufallselemente sind aber schwer zu programmieren. Es erfordert viele Spielelemente, die in einem Durchgang unter Umständen nicht sichtbar werden. Ehrlich gesagt habe ich lieber ein Spiel welches 8 Stunden dauert, mir Freiheiten lässt und mich bei einem Durchgang eben nicht alles sehen lässt.
Die Stunden die ich dann in der Spielwelt verbringe geben mir jedoch mehr als wenn der Content mir wie an einer Perlenschnur aufgereit präsentiert wird, wie es heute Standart ist. Selbst bei aktuellen Spielen wie z.B. Mass Effect merke ich an allen Ecken und Ende, dass der Spieler bis auf wenige Entscheidungen alles im ersten Durchgang präsentiert bekommen soll. Es stört mich wenn meine Handlungsoptionen zu stark beschränkt sind.
Und ich merke immer wieder wenn Spiele gute Zufallselemente verwenden oder eine verzeigte Handlung bietet, die gekonnt versteckt, dass ich nur wenige Optionen habe, dass ich diese Spiele auch im ersten Durchgang lieber Spiele als Achterbahnfahrten.

Insofern geht es weniger darum ob ein Spiel zu einem zweiten Durchgang anregt. Vielmehr interessieren mich meine Optionen in der Spielwelt.

Ich würde lieber auf Vollvertonung und Topgrafik verzichten und dafür mehr Handlungsfreiheit haben. Gerade in RPGs finde ich es daher essentiell dass das Spiel sich beim zweiten Durchgang nicht genauso spielt wie beim ersten. Deshalb werden meiner Meinung nach Spiele zu wenig abgewertet, die sich beim zweiten Durchgang nicht anders Spielen wie bei ersten. Und je kürzen das Spiel, desto ärgerlicher ist dieser Fakt. Ob es nun immer die großen Entscheidungen sein müssen, die die ganze Spielwelt beeinflussen weiß ich nicht. Es gibt so viele Möglichekeiten einen zweiten Durchgang abweichend zu gestalten, dass ich mich eher frage warum diese so selten genutzt werden. Aber da kommt wohl leider der Kostenfaktor ins Spiel....Schade drum!

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 9. Juli 2011 - 22:10 #

"Ich würde lieber auf Vollvertonung und Topgrafik verzichten und dafür mehr Handlungsfreiheit haben."

Gerade das Vertonen von allem hat ja spontane Ideen und Kreativität in Spielen abgewürgt wie wenig anderes. Damit die Aufnahmen klappen müssen die Texte früh fertig sein und nachdem man alles mit den Sprechern aufgenommen hat, ist sowieso Schluss. Bei Baldur's Gate konnte man ja immer den Spielernamen überall dynamisch in jeden Text einfügen, da er sowieso nur gelesen werden konnte.
Im Monkey Island 2 Audio-Kommentar (hehe) sagt Ron Gilbert das sogar, dass sie das eine Rätsel (die Tür auf Phatt Island, wo nur die Hand zu sehen ist) ganz am Schluss spontan gemacht haben, und es bis zu dem Moment wo es fertig sein musste, dort nur einen Platzhalter gab. Heute würde das nicht mehr funktionieren, weil der Text ja Monate vorher im Tonstudio hätte vorliegen müssen. Tim Schafer scherzt dann noch, dass er auch heute noch spontan sein kann, nur halt Monate vorher/rechtzeitig. :D

vicbrother (unregistriert) 10. Juli 2011 - 15:59 #

Zum Thema Handlungsfreiheit habe ich im Thread schon eine Verbindung von Strategiespielen und RPGs vorgeschlagen, aber ich möchte mich noch zu den Entscheidungsfreiheiten in RPGs äußern:

Die Entscheidungsfreiheit beruht in der Regel darauf, eine Nebenquest durchzuführen und dafür belohnt zu werden (Exp, Rüstung, Gold) oder die Nebenquest eben nicht durchzuführen (keine Exp, ggf. einen sofortigen Kampf mit dem Questanbieter). Die Auswirkungen auf das Spiel bleiben meist nur sehr begrenzt (z.B. Spenden an arme Leute etc) und belohnen mich als Spieler oft nicht. In den Hauptquests verläuft der Pfad bis zum Endkampf nur etwas anders - die Quests bleiben aber - bis auf wenige Spiele - unverändert. Weshalb sollte man da ein Spiel erneut spielen?

Ulrich Beck (unregistriert) 9. Juli 2011 - 22:00 #

Ich glaube, ich hab ihn schon ganz richtig verstanden. Er wirft die Frage auf, ob Wiederspielen Sinn macht und von welchen Faktoren das abhängt, was aber aus dem genannten Grund eine grundsätzlich absurde Fragestellung ist. Zugleich mag es auch darum gehen, ob die Angabe eines Wiederspielwertes Sinn macht. Auch das lässt sich einfach beantworten: diese Angabe dient dazu zu veranschaulichen, wie groß die Anreize zum erneuten Spielen sind. Er ist also ein Indikator dafür, in welchem Maße es sich (nach Meinung des Testers) lohnt, das Spiel erneut durchzuspielen. Genauso wie z.B. die Wertungszahl ein Symbol dafür ist, in welchem Maße es sich überhaupt lohnt, sich mit dem Spiel zu beschäftigen, gibt ein hoher (oder eben niedriger) Wiederspielwert an, ob die erneute Beschäftigung lohnenswert ist. Daher sollte man den Wiederspielwert nicht nur nicht abschaffen, sonder im Gegenteil noch ausdifferenzieren und im Wertungskasten ggf. in einer eigenen Kategorie aufschlüsseln.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 9. Juli 2011 - 23:27 #

Nein, es geht nicht um das Wiederspielen an sich, sondern darum, ob die Dinge, die typischerweise als Beleg für Auszeichnung wie "hoher Wiederspielwert" herhalten, auch tatsächlich so gut bzw. wichtig sind, wie sie oft präsentiert werden.
Ob uns diese Dinge eben tatsächlich besonders dazu animieren, das Spiel nochmal zu spielen oder nicht. Also genau um die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, den Wiederspielwert als solchen anzugeben - von einer genaueren Aufschlüsselung, wie du sie gerade vorschlägst, ganz zu schweigen. Und wenn ich mir hier die Beiträge so durchsehe, wage ich zu behaupten, dass dieser "Wiederspielwert" eine Journalisten-gemachte Größe ist, die den üblichen Spieler gar nicht groß interessiert.

PS: Beachte den "Antwort"-Knopf unter den Kommentaren :)

Ulrich Beck (unregistriert) 10. Juli 2011 - 1:43 #

Der Text befasst sich ganz klar mit dem Sinn des Wiederspielwertes an sich und gibt darauf eine eindeutige Antwort, die in dem Satz " Ziel erfüllt, abgehakt, nächstes Spiel." konzentriert ist. Es geht um den Wiederspielwert als Prinzip. Und weil sich der Autor dagegen ausspricht, versucht er Beispiele (z.B. 16 Enden etc.) anzuführen um seinen Standpunkt zu untermauern.
Der Sinn der Angabe dieses Wertes ist, wie geschrieben, ganz klar gegeben. Das Ganze ist genauso eine Bewertungskategorie, wie Grafik, Gameplay usw. Außerdem hat der Wert schon immer existiert, er ist keine Erfindung, nur wird heute einfach völlig zu Recht mehr Wert auf Wiederspielwert gelegt, weil dadurch allgemein der Wert des Spieles steigt.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 10. Juli 2011 - 2:37 #

Nein, "an sich" ganz bestimmt nicht. Wie schon oben gesagt. Hier mal auf den Text bezogen:

"Selbstverständlich gibt es auch Spiele anderer Genres, die aus anderen Gründen über einen tatsächlich oder vermeintlich hohen Wiederspielwert verfügen. [...] Doch davon rede ich hier gar nicht [...]. Mit Wiederspielwert meine ich in diesem Fall vielmehr den unterschiedlichen Verlauf einer Geschichte."

Es geht also wie gesagt nur darum, ob eine unterschiedlich verlaufende Geschichte ein guter Grund dafür ist, Journalisten jubeln zu lassen "Dieses Spiel hat einen hohen Wiederspielwert!", oder ob das nur eine Journalisten-gemachte Größe ist, die den üblichen Spieler gar nicht groß interessiert.

Und nein, ich glaube nicht, dass der Wiederspielwert allgemein wie Grafik oder Sound angegeben werden könnte. Denn er ist hochgradig subjektiv - um einiges subjektiver sogar noch als Dinge wie Handlung oder Atmosphäre. Hier kommt es wirklich auf die ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Spiel selbst an, ob man selbst das Spiel nochmal spielen würde oder nicht. Unabhängig von allen absolut oder objektiv erfassbaren Fakten.

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2119 - 10. Juli 2011 - 8:40 #

Dann sollte man es vieleicht nicht Wiederspielwert sondern individualisierbarer Plot nennen. DANN interessiert es viele Spieler. Einige Kommentare haben ja auch genau dieses Aspekt herausgestellt. Sie wollen verschiedene Lösungswege, Entscheidungen und angepasste Enden, weil damit ausgedrückt wird, dass sie Entscheidungen fällen können und das diese Entscheidungen einen Einfluss haben.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 12. Juli 2011 - 17:23 #

Jop, das ist ja genau das, was ich auch weiter oben geschrieben habe :)

vicbrother (unregistriert) 12. Juli 2011 - 19:03 #

Genau meine Intention: Ein Spiel welches sich dynamisch nach dem globalen Spielverlauf verändert und die Entscheidungen dem Spieler überlässt - auch wenn er so ggf. nicht mehr gewinnen kann (wie bei Strategiespielen).

Ulrich Beck (unregistriert) 10. Juli 2011 - 9:43 #

Ich dagegen bin viel eher der Meinung, dass der Wiederspielwert (WSW) deutlich objektiver ist, als andere Punkte. Wie schön man ein Spiel findet ist beispielsweise ebenso von dem persönlichen Empfinden abhängig wie die Meinung über die Schönheit eines anderen Menschen. Der WSW dagegen gibt ganz klar an, welche unterschiedlichen Möglichkeiten das Spiel einem bietet. Insbesondere auf die Entwicklung des Handlungsverlaufes ist das ja regelrecht messbar, indem man die Szenen/Dialoge/Zwischensequenzen etc. zusammenrechnet, also sämtlichen Inhalt eines Spieles, den man verpasst, wenn man es auf die ein oder andere Weise durchspielt. Indem man dann auf das Wiederspielen verzichtet, entgeht einem schlicht und ergreifend ein Teil des Spieleinhaltes und möglicherweise so gar Aspekte der Story. Einen besseren Grund, ein Spiel nochmal zu beginnen, kann es kaum geben. Das verhält sich ja ähnlich wie mit einem Film, den ich nicht sofort begriffen habe.

Daher gilt meines Erachtens für die hier angebotene Definiton das WSW dasselbe, wie für den WSW an sich: es ist nüchtern betrachtet nicht nur grundsätzlich sinnvoll, ein Spiel durchzuspielen; es ist auch sinnvoll, durch die Höhe des WSW anzugeben, ob und wie sehr es sich lohnt.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 12. Juli 2011 - 17:28 #

"Der WSW dagegen gibt ganz klar an, welche unterschiedlichen Möglichkeiten das Spiel einem bietet."
Und genau da setzt die Kolumne an und erklärt, warum es aus Bernds, aus meiner und wenn ich mir die Kommentare durchsehe auch aus der Sicht vieler anderer unsinnig ist, den WSW anhand der Entscheidungsmöglichkeiten anzugeben. Beides hat unserer bescheidenen Meinung nach nämlich bestenfalls wenig miteinander zu tun.
Dass ich Entscheidungsmöglichkeiten messen kann, bezweifelt hingegen niemand.

Wie schon weiter oben geschrieben: Im Zweifel müsste ich dann aufschreiben, wann ich welche Entscheidung getroffen habe, damit ich beim zweiten Durchgang dann auch tatsächlich die Dinge sehe, die ich verpasst habe. Das ist für mich unsinnig. Lieber mache ich es so wie bei Büchern und Filmen: So lange warten, bis man die Einzelheiten nicht mehr weiß und es dann nochmal spielen. Auch auf die Gefahr hin, dass man dann wieder exakt das gleiche erlebt, wie beim ersten Mal - weil das eben meine Entscheidungen waren und immer noch sind.

Neon 10 Kommunikator - 388 - 9. Juli 2011 - 22:09 #

Die Kolumne kann ich im Großen und Ganzen unterschreiben, allerdings dienen verzweigenden Handlungen wie schon mehrfach erwähnt ja nicht nur dem Wiederspielwert, sondern geben dem Spieler auch beim erstmaligen Durchspielen die Möglichkeit, die Geschichte nach seinen Wünschen zu beeinflussen. Trotzdem ist dieses Feature ist mMn etwas überbewertet.

Schlimm find ich eigentlich auch die andauernde Kritik an linearen Spielen. Ich finde es ist legitim, wenn Spiele ihr ganzes Pulver in einer eine kurzen, lineare Story verschießen. So bekomme ich als Spieler wenigstens zu sehen, wohin die Entwicklungsgelder geflossen sind. Bei einer langen, verzweigenden Handlung bleiben mir vieleicht weite Teile eines Spiels verschlossen, es sei denn ich spiele das Spiel dreimal durch, obwohl es jeweils zu 80% identisch ist.

Zudem erlaubt eine bessere Charakterdarstellung des Spielercharakters, wenn nicht jeder Dialog so geschrieben sein muss, dass er auf einen bösen und einen gute Sheppard passt. Uncharted 2 ist ein gutes Beispiel für die Vorzüge, die ein lineares Spiel haben kann.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 9. Juli 2011 - 22:24 #

Dieses "Feature" erscheint aber nur als überbewertet, wenn es halbherzig/enttäuschend umgesetzt wurde. Macht man es richtig, kann es den Unterschied zwischen einem riesigen Hit und einem durchschnittlichen Spiel ohne eigene Akzente ausmachen.

Davon abgesehen ist doch die Masse der Spiele völlig linear. Leute die genau darauf stehen, kommen also sowieso schon immer auf ihre Kosten. Einfach entsprechend auswählen (oder stört es das man noch die Wahl hat? :P). Wieso man deshalb die wenigen Spiele, die immer noch mehr bieten wollen, irgendwie in ein schlechtes Licht rücken muss, macht für mich keinen Sinn.

Irgendwie zeigt diese Diskussion für mich, dass es Spieler vielleicht sehr viel mehr selbst zu verantworten haben, dass viele Spiele immer anspruchsloser werden, als mir bisher bewusst war.

Neon 10 Kommunikator - 388 - 9. Juli 2011 - 23:44 #

Warum rücke ich hier Spiele in ein schlechtes Licht, wenn ich sage, dass ihr Wiederspielwert überbewertet wird? Und was hat es mit Anspruch zu tun, wenn ich fünfmal in einem Spiel entscheiden kann, ob ich als Samariter oder als Arschloch spiele?

Wenn hier etwas in ein schlechtes Licht bgerückt wird, dann sind das lineare Spiele, obwohl die unbestreitbar auch ihre Vorteile haben.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 11. Juli 2011 - 22:16 #

Ich mag es einfach nicht, wenn so der Eindruck entsteht, als könne man einfach bestimmte Elemente aus Spielen streichen/gar nicht erst einbauen, ohne sie dadurch erst auf die ein oder andere Weise zu verschlechtern - auch wenn das jetzt nicht von jedem Spieler direkt negativ wahrgenommen wird. Es ist dir vielleicht nicht so wichtig ob Spiele gewisse Entscheidungen bieten und DAS will ich auch gar nicht kritisieren, dass ist ja schließlich nur dein legitimer Geschmack, jedoch geht es mir so, dass ich diese Komplexität vermissen würde. Und ja, es ist immer noch eine höhere Komplexität, als wenn es gar nicht enthalten wäre - auch wenn man vielleicht wieder mal nur grob getrennt zwischen gut/böse wählen darf.

Mein Plädoyer zugunsten von Spielen mit (hoffentlich) vielschichtigen Gameplay-Elementen ist außerdem kein Angriff auf lineare Spiele - anders als die Kritik am Vorhandensein von z.B. Entscheidungen ist deren Lob nämlich keine mögliche Ausrede für deren Abschaffung. Das völlig lineare Shooter, oder gar Adventures (dann wegen ihrer Story) extrem gut sein können (was, anders als viele Entscheidungen, natürlich DER Grund für ein Replay ist), ist klar.

Anonymous (unregistriert) 9. Juli 2011 - 22:13 #

Für mich kommt es auf's Spiel drauf an ob ich es wiederholt spiele.
Dabei reizen mich open-world Spiele wie The Elder Scrolls und Fallout stärker als z.B. solche die vom Spielablauf linearer sind. Zum Beispiel war ich nie besonders begeistert davon Mass Effect mehrmals durchzuspielen, weil sich die Handlung und der Ablauf der Story nicht groß verändern und ich auch nicht das Gefühl habe mit einem neuen Durchgang eine andere persönliche Geschichte zu erfahren - das ist bei den Bethesda Rollenspielen und den Osidian Ableger New Vegas aber möglich, bzw. ich bilde es mir ein (soll heißen ich spinne mir meinen eigenen Geschichte dazu). Weiterhin hatte Master of Orion 2 und Jagged Alliance 2 größte Wiederspielwerte, aber das lag wohl am Genre und der grandiosen Umsetzung.

Anaka 13 Koop-Gamer - 1340 - 9. Juli 2011 - 22:44 #

Der Artikel spricht mir nicht aus der Seele, auch wenn ich mit meiner Meinung ziemlich alleine bin, wenn ich meine Vorschreiber so anschaue.
Ich meine, der Wiederspielwert ist wichtig und grade bei Rollenspielen. Man soll ja nicht mit Guides und geplant versuchen, die Enden von einem Spiel "abzufragen", es soll die Konsequenz meiner Entscheidungen wiedergeben. Da ich Dark Fantasy nicht ausstehen kann, ich will schöne Elben und ehrenhafte Menschen gegen das Böse, finde ich es doch gut, wenn man im Witcher so viele Möglichkeiten hat, mit seinen Entscheidungen zu leben.
Auch ist der Wiederspielwert für mich eher zeitlich unabhängig, da können Monate oder Jahre dazwischen liegen.
Und hier bin ich nicht so sicher, ob sich der liebe Author als Profi-Spieler und Spiele Journalist sich noch in einen Normalen Spieler versetzten kann. Wer ein fast unendliches Arsenal an Spieler zur Verfügung hat und für seinen Lebensunterhalt spielen muss wird glaube ich früher oder später froh sein, ein Spiel nicht noch einmal zu spielen.
Auch wenn ich beim zweiten Mal durchspielen die gleichen Entscheidungen Treffe wie beim ersten Mal, ist es meine Freiheit es so zu tun. Ich muss nicht zwangläufig Gut spielen, wenn ich Böse war und umgekehrt. Nur das ich freude am spielen habe ist für mich Wichtig und das ist der Wiederspielwert.

Anonymous (unregistriert) 9. Juli 2011 - 22:45 #

Wenn ich Spiele mehrfach gespielt habe, dann eigentlich
nur Spiele mit identischem Spielverlauf.
Ähnlich wie man das auch bei seinen Lieblingsfilmen tut.

Bevor ich ein abgehaktes Spiel noch einmal Spiele, um
neue Zweige zu erspielen, spiele ich lieber ein ganz
neues Spiel.

Hinzu kommt, dass Spiele oft einen schlechten Job machen,
diese alternativen Zweige anzubieten.
Nur sehr wenige Spiele spiele ich mehr als ein Mal und
wenn mir für 20% neue Inhalte die alten 80% eigentlich
nur im Weg sind, dann können mir die 20% gestohlen bleiben.

Name 9. Juli 2011 - 22:52 #

Halbgare Storyalternativen kurz vor Ende interessieren mich kaum und animieren mich selten bis gar nicht zum Nochmalspielen. Das oder die alternative(n) Ende(n) sehen möchte ich natürlich schon, aber da tut's dann meist auch YouTube. Wenn das Spiel dagegen echte Entscheidungsfreiheit, verschiedene Spielmöglichkeiten und mehr als nur lineare Schlauchlevels bietet (Deus Ex, Crysis, Gothic ff., Assassins Creed ff., Just Cause 2, The Saboteur, GTA 4,...), dann bleibt so ein Titel deutlich länger auf meiner Platte als andere. Der absolute Hammer in Sachen Wiederspielbarkeit sind jedoch Mods der Spielergemeinde selbst, daher sollte der Hersteller IMHO bei Interesse an einer langen Lebensdauer seines Werkes ein gutes SDK anbieten und die Moddingszene massiv unterstützen.

Ach ja, und bevor Herr Yerli sich jetzt wieder auf die Schulter klopft: Schlauchlevels und billige Konsolenports braucht kein Schwein. Außerdem findet Modding auf der Konsole mangels Möglichkeit grundsätzlich nicht statt. Und wenn man in erster Linie für die Konsole entwickelt (weil sie ja ach so tolle Vermarktungsmöglichkeiten bietet), dann nützt leider auch das beste SDK wenig...

Cyberworm 10 Kommunikator - 430 - 9. Juli 2011 - 22:56 #

Ich habe mir angewöhnt ein Spiel erst mal einmal durchzuspielen. Irgendwann kommt dann ein Nostalgiefaktor und ich spiele das Spiel dann nochmal durch. Aber das ist vollkommen unabhängig vom Wiederspielwert.

Birdman 09 Triple-Talent - 299 - 11. September 2011 - 0:10 #

Sehe ich genau wie du. Ein Spiel braucht keine verschiedenen Enden, wenn es so gut ist, dass ich es alle paar Jahre nochmal erleben möchte.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 9. Juli 2011 - 23:00 #

Wenn ich zurück an The Witcher 2 denke, finde ich es gut, dass es verschiedene Wege gibt das Spiel zu beenden. Andererseits habe ich nur einen bestimmten gewählt, und da ich mich beim Spielen eines RPGs gerne einmal wirklich in eine Rolle hineinversetze, fände ich es komisch die Geschichte noch einmal mit anderem Ausgang zu erleben. Letztendlich ist und bleibt anscheinend der Spielspaß das ausschlaggebende Kriterium fürs widerholte Durchspielen.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 10. Juli 2011 - 7:46 #

"Letztendlich ist und bleibt anscheinend der Spielspaß das ausschlaggebende Kriterium fürs widerholte Durchspielen."

Finde ich ein sehr schönes Fazit, damit hätte ich schließen sollen ;)

Anonymous (unregistriert) 13. Juli 2011 - 19:41 #

Ausgerechnet The Witcher 2 ist da imho ein absolutes Negativbeispiel, der Spieler wird praktisch GEZWUNGEN das Spiel zwei mal zu spielen um überhaupt die komplette Story zu erfahren da das komplette 2. Kapitel (ca. 60% der Spielzeit) abhängig von einer einzigen Entscheidung am Ende des ersten Akts in völlig anderen Gebieten und aus einer völlig anderen Perspektive erzählt wird.

Im Endeffekt fühle ich mich da als Spieler schlichtweg betrogen, denn mir werden nicht nur einfach Dialoge oder Cutszenes vor enthalten sondern effektiv 1/3 des kompletten Spiels. Dabei habe ich jetzt auch nicht den Nerv, das komplette Spiel noch einmal zu spielen, immerhin stecken da gute 30 Stunden Spielzeit drinnen und die Zeiten in denen ich das an einem langen Wochenende in einem Stück durch spiele sind definitiv vorbei.

Dabei zeigen Spiele wie Dragon Age oder Mass Effect sehr gut, wie man die alternativen Entscheidungen effektiv nutzen kann um das Spiel zu verbessern - nicht um einen künstlichen Wiederspielwert zu erzwingen, sondern um dem Spieler die Möglichkeit zur Interaktion mit verschiedenen Charakteren zu geben was sich in einem deutlich persönlicherem Spielerlebnis äußert.

Avrii (unregistriert) 9. Juli 2011 - 23:09 #

Das trifft btw auch auf Open-World o. gute Schlauchlevel Spiele zu. Nur ein Bruchteil der Spieler guckt sich bei n Open-World Spiel wirklich alles an. Beim Schlauchlevel Prinzip sieht der Spieler das was er sehen muss und noch ein paar Verstecke.

Bin auch eher der Typ der sein Ziel erreicht und dann nicht nochmal spielt. GTA4 hab ich zwei Mal durchgezockt, aber nicht wegen Story oder so - einfach weil es wirklich entertainen konnte.

vicbrother (unregistriert) 10. Juli 2011 - 11:03 #

Über das Spielen von "Gut" und das oft nicht gleichberechtigte "Böse" hatten wir in RPGs ja bereits diskutiert.

Was ich mir wünschen würde ist ein Autosave mit Autobenamung vor wichtigen Dialogen und Entscheidungen - damit kann man als Spieler viele Entscheidungen nochmal überlegen und neu spielen. Er würde damit einen Lerneffekt haben.

Woran RPGs m.E. allgemein leiden ist am linearen Ablauf einer Story. Wenn man sich den Klassiker "Herr der Ringe" ansieht mit seinen Stationen Erkennung des Rings - Gemeinschaftsbildung - Bündniserneuerung - Kampf und Vernichtung des Bösen, so erkennt man den grundlegenden Ablauf eines Strategiespiels. Es wäre daher m.E. ein Durchbruch, wenn sich aus einem Strategiespiel eine RPG-Story entwickeln könnte und somit die echte Entscheidungsfreiheit entsteht.

Das dies ginge zeigt "Mount&Blade", welches allerdings zuwenig Story hat. Viele RPG-Aufgaben wie Verteidigen eines Ortes, Beschützen einer Karawane, ein Killerauftrag, eine Sabotageaktion, der Aufbau einer Armee oder Ausrüstung von Einheiten sind leicht in Strategiespielen zu implementieren, wenn sie nicht eh das A und O sind. Strategiespiele erlauben allerdings auch auch das Scheitern durch die eigene Handlung - z.B. weil der Entwicklungsvorsprung zum Gegner zu groß geworden ist.

RPGs müssten daher in einer absehbaren Zeit beendbar sein (8-16h wären ein WE, was ich daher als gute und machbare Zeit empfinde) um die Frusttoleranz der Spieler nicht zu überdehnen. In einem solchen Spiel wäre der Widerspelbarkeitswert wirklich hoch und für den Spieler auch befriedigend.

Punkbanana 13 Koop-Gamer - 1327 - 10. Juli 2011 - 0:27 #

Naja einige Spiele hab ich mehrmals durchgespielt obwohl sie nur ein Ende und einen linearen verlauf hatten. Bsp sind der Pate und Mafia 1&2 ich fand einfach story cool und bin ein Mafia fan. Außerdem hab ich viel Geld ausgeben für die Games wieso sollte ich dann nicht auch was dafür haben. Aber dere Spiele wie beispielsweise Resident Evil hab ich nur einmal bis jetzt gespielt weil die dann auch nicht für kurz was dazwischen sind sondern wo ich mich wirklich ne stunde reinhänge.

Deswegen muss jetzt ein Spiel nicht umbedingt mit anderen Enden, verläufen oder Erfolgen reizen damit ich es mehrmals spiele.

Corzzo 09 Triple-Talent - 334 - 10. Juli 2011 - 1:01 #

Jo Gears of War 2 dank Koop und genialen Spieldesign undso 7mal durchgezockz mind. ohne Witz XD

Imhotep (unregistriert) 10. Juli 2011 - 2:06 #

Bei mir ist es so, dass mich das Spiel irgendwie richtig packen muss. Zelda - Ocarina of Time hat mich damals (und tut es auch Heute noch) richtig fasziniert. The Witcher 2 kann noch so viele Enden haben, aber faszinierend ist es (für mich) nicht. Die unterschiedlichen Enden oder Missionen etc. sind für mich persönlich vollkommen irrelevant, solang mich das Spiel nicht "einsaugt".

Ich vergleiche das gerne mit Büchern (auf meine Person bezogen): Fasziniert mich ein Buch/eine Buchreihe, dann lese ich sie auch gerne 4-5 mal (Herr der Ringe, Re:Wind usw.), andererseits gibt es auch Bücher die ich gerne gelesen habe, aber ein zweites mal? ... Muss nicht sein :) <- Und Bücher haben definitiv KEINE unterschiedlichen Enden ;)

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 10. Juli 2011 - 2:39 #

Sag das nicht..
Es gibt da doch diese Bücher mit "Wenn mhmh, dann lese weiter auf Seite x. Wenn hmhm, dann lese weiter auf Seite y" :O

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11744 - 10. Juli 2011 - 2:48 #

Wahnsinn! So viele lange Kommentare zu einem Thema!
Ich will nur kurz erwähnen, dass "Wiederspielwert" durch Achievements nochmals verschlimmbessert wird.

Jak81 16 Übertalent - 5149 - 10. Juli 2011 - 7:48 #

Dem kann man nur zustimmen... :/

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11222 - 10. Juli 2011 - 7:56 #

Toller Artikel, sehe ich ganz genauso. Ich hätte aber noch eine Anmerkung zum Gut-Böse Thema:
Meiner Meinng nach gibt es kein Spiel, in dem man böse darf. Selbst im Urvater aller Bösenspiele, Dungeon Keeper bau ich meine Dungeon hübsch aus und kümmere mich um meine "Monster", damit möglichst viele und mächtige in meinem Dungeon einziehen.
In der Regel würden die Spiele mit anderen Texturen auch alle als "gute" Spiele funktionieren. Black & White geht sogar so weit und ändert im Wesentlichen nur die Texturen, je nach Verhalten. InFamous wurde ja schon imArtikel beschrieben. Und selbst der Overlord befreit Gefangene und hilft anderen Völkern, da schlottern mir aber die Knie, vor so viel Grausamkeit.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 56480 - 10. Juli 2011 - 8:28 #

Wenn mir ein Spiel gut gefällt, spiele ich es auch mehrfach. Unabhängig ob es alternative Handlung gibt oder nicht. Diverse Filme oder CD’s sehe und höre ich ja auch mehrfach und da besteht meine alternative Handlung höchstens im Überspringen von Kapiteln oder Titeln. :)
Mir fällt spontan nur ein Spiel ein, was drei völlig unterschiedliche Handlungsstränge hatte und das war "Indiana Jones and the Fate of Atlantis". Der Anfang und das Ende waren zwar gleich aber es gab drei völlig unterschiedliche Mittelteile. Komplett mit Orten, Dialogen und Cutscenes, die man nur sah, wenn man den entsprechenden Mittelteil gespielt hat. Hoher Wiederspielwert.

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9874 - 10. Juli 2011 - 11:04 #

Sehr interessanter Artikel!

Ich stimme dir teilweise zu. Am Wiederspielwert, wie du ihn defnierst, schätze ich, dass ich die Geschichte eines Spiels so lenken kann, wie ich es möchte. Ich finde es klasse, dass es in Spielen wie Mass Effect 2 Schlüsselpunkte gibt, an denen ich allein entscheide, wie die Story verläuft.

Dass sich daaus zwangsläufig ergibt, dass es x verschiedene Enden gibt, ist deshalb ja erst mal nicht schlecht. Allerdings finde ich es kritisch, den Wiederspielwert als wichtiges Kriterium in eine Wertung einfließen zu lassen: Nur wenn man ein Spiel mehrfach durchspielen kann, ist das Spiel gut -- gerade anders herum wird ein Schuh daraus: Wenn ein Spiel gut ist, spielt man es auch mehrfach!

Ich persönlich spiele Games nicht ein zweites oder drittes Mal, nur um zu sehen, wie es ist, wenn man sich anders verhält und welche Auswirkungen das hat. Ich spiele dann lieber was frisches.

Eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse in der Spielweise finde ich allerdings gut. Zwar werde ich - wie du - immer die Gut-Variante wählen, aber ich bin mir sicher, dass andere genauso selbstverständlich den bösen Weg einschlagen. So gibt's für jeden etwas.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11250 - 10. Juli 2011 - 11:52 #

"Was bringen mir Dialoge, die ich nie höre, Cutscenes, die ich nie sehe, Levels, die ich nie erlebe?"

Oder Spiele, die ich nie spiele? Jeder Spieler setzt sich mit dem verfügbaren Spieleangebot anders auseinander. Abhängig von Zeit, Interesse und Budget wird ein Spiel mehr oder weniger intensiv gespielt und davon abhängig früher oder später ein anderer Titel gewählt. Dazu muss man sich nur mal verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Spielertypen vorstellen, etwa dem Schüler, der genug Zeit aber wenig Geld hat versus einem Familienvater im Berufsleben, mit weniger Zeit aber größerem Budget. Erstgenannter wird aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich stärker von einem hohen Wiederspielwert profitieren.

Vaedian (unregistriert) 10. Juli 2011 - 11:39 #

Ich bin jemand der Spiele "mit hohem Widerspielwert" wenigstens zwei Mal, meist noch öfter durchspielt. Also nimms mir nicht übel wenn ich sage: "Hoffentlich hört kein Mensch auf dich!"

Baldur's Gate 2 hab ich sicher 20x durchgespielt, inkl. Add-on, und ich entdecke immer noch neue Sachen.

Es ist allerdings durchaus wahrscheinlich, dass lineare und damit einfachere (nicht im Sinne von leicht) Spiele bei dem Großteil der Kunden besser ankommen. Ansonsten würde sich ja auch der Axel-Springer-Verlag mit seiner BILD-Zeitung keiner so großen Beliebtheit erfreuen.

Witcher 2 ist natürlich ein Paradebeispiel dafür, wie man es übertreiben kann, und dadurch das Spiel selbst auf der Strecke bleibt.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 10. Juli 2011 - 12:37 #

Hmm... Spiele die mich so sehr fesseln, dass ich nach den ersten 20-30 Stunden noch weiterspielen muss, aber kein Material vorhanden ist. Diese Spiele kommen für mehrfaches Durchspielen in Frage :)

Anonymous (unregistriert) 10. Juli 2011 - 12:43 #

Man muss Entscheidungsfreiheit und Wiederspielwert unterscheiden, obwohl ersteres sicherlich entscheidend für das zweite sein kann. Aber auch beim ersten Durchspielen ist Entscheidungsfreiheit wichtig für die Glaubwürdigkeit und Identifikation mit dem Protagonisten und damit ein wichtiger Teil der Atmosphäre.

Ich denke, dass der Wiederspielwert bei Spielen vergleichbar ist, wie mit Filmen. Man muss wohl schon ganz schön Fan sein, um Filme mehrfach hintereinander anzuschauen. Aber mit etwas Abstand, kann man gute Filme gerne mehrfach gucken. Und genauso ist es auch mit Spielen. Und wenn das Spiel dann etwas (mehr oder weniger) anders abläuft, als beim ersten Mal, umso besser. Zumal man im gehobenen Alter/Erfahrung auch mitbekommt, dass der Spruch "Früher war alles besser" nicht von ungefähr kommt. Statt den blöden neuen Filmen, gucke ich mir lieber mal wieder einen guten Alten an. Das gleiche funktioniert bei den Spielen, wenn sie nicht allzu alt sind und die optische Darstellung die Atmosphäre zerhaut.

Ich kann mich nicht wirklich daran erinnern, dass ich jemals ein Spiel zweimal gespielt habe. Ich hatte mal Mass Effect 1 kurzzeitig als bösen Charakter neu angefangen, aber schnell die Lust verloren. Vor Mass Effect 3 könnte ich mir aber vorstellen, ME1+2 noch mal neu durchzuspielen. Als wenn man sich vor einem neuen Filmteil nach mal die Vorgänger anschaut. Ich kann mir gerade auch vorstellen, noch mal Ghost Recon Advanced Warfare zu spielen, weil ich mich kaum noch an das Spiel erinnern kann, aber es damals wirklich gut fand. Mit dem ganzen Hinschmeißen, Schlittern, Levelloading im Truppentransporter ... und heute gibt es einfach nichts Alternatives. Da hole ich doch lieber die alten Sachen raus.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 10. Juli 2011 - 16:37 #

Trotz der Tatsache, dass ich mich für viele Entscheidungsmöglichkeiten, alternativen Wegen und Enden begeistern kann, merke ich dann nach dem ersten durchspielen, dass ich erstmal vom ganzen Spiel genug habe. Gelegentlich schaue ich mir dann Videos an, um die Auswirkungen anderer Entscheidungen nachvollziehen zu können. Bisher ist es mir auch nicht passiert, dass ich mich in einem Spiel "falsch" entschieden habe - am Ende läuft es nämlich darauf hinaus, dass ich nach bestem Gewissen versuche zu urteilen und Entscheidungen zutreffen. Und die Resultate entsprachen überwiegend meinen Erwartungen.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23637 - 10. Juli 2011 - 17:22 #

Ich hab mehr Spaß daran ein geniales Spiel ohne Entscheidungsmöglichkeiten erneut durchzuspielen, als ein gutes Spiel wegen ein paar Unterschieden noch mal zu spielen.

Dragonborn (playd. 92) (unregistriert) 10. Juli 2011 - 18:09 #

Ich kann von mir behaupten, Spiele mehrmals durchzuspielen. Teilweise sogar so häufig, dass anderen davon schwindelig werden würde (ME2 - 6mal). Und interessanterweise wie bei dir Bernd, auch Crysis 1 und jetzt auch Crysis 2. Das macht für mich auch deshalb vollkommen Sinn, weil man es mit den anderen beiden Hauptmedien, Filmen und Büchern, genauso hält. Und ja, in der Tat liegt das vor allem daran, wie gut etwas, dass ich erlebt habe, war. Will ich trotzdem mehrere Story-Entscheidungsmöglichkeiten und unterschiedliche Spielweisen haben. Tja, unabhängig vom Wiederspielwert, ja! Und zwar auf jeden Fall in dem Genre, das sich Rollenspiel nennen darf (ich sehe das wirklich als Privileg). Es ist ganz einfach die Plicht eines Rollenspiels, dem Spieler Entscheidungsmöglichkeiten zu geben, eben so dass man eine Rolle verkörpern kann und die Geschichte selbst bestimmt (was natürlich immer extrem eingeschränkt ist, versteht sich). Das Spielen erhält somit eine ganz neue Dimension, nähmlich dass ICH wirklich ein Teil der Geschichte und quasi ein Teil dieser Welt bin. Das muss ein Rollenspiel immer leisten und erlaubt nebenbei auch einen tollen Extra-Grad der persönlichen Beteiligungen mit allen im Spiel passierenden Dingen. Dazu geht es auch um das Überwinden der Passivität, was ich als Grundziel vom Spielen ansehen würde.
Klar, duch die Anforderungen, die diese Entscheidungsmöglichkeiten an die Entwicklung des Spiels stellen wird, wird es quasi zur Königsklasse aller Spiele. Und gerade beim Witcher könnte man sagen, dass sich sie Entwicklung vielleicht noch stärker auf den Dritten Akt als Ganzes anstatt 16 Enden hätte konzentrieren sollen.

Fazit: Rollenspiele haben ihren eigenen Wert und den Widerspielwert damit zu verbinden ist etwas zu schnell geschossen (hab mich glaub ich bei meinen 6 ME2 Durchspielern (?) kaum anders entschieden). Rollenspiele dagegen sollen und werden erhalten bleiben, wenn sich nur genug Menschen für diese Erlebnisse begeistern. That´s all, your honor. ;-)

xPhil (unregistriert) 10. Juli 2011 - 18:27 #

Viele meiner Spiele habe ich mehr als einmal durchgespielt. Mass Effect 1&2, Rome, Splinter Cell 1-3, um mal einige zu nennen. Allerdings liegt zwischen Erstem und Zweiten durchspielen immer eine mehr oder weniger lange Pause.

Katze (unregistriert) 10. Juli 2011 - 22:51 #

Entscheidungsfreiheit ja, Wiederspielwert eher weniger. Wiederspielwert sehe ich nicht darin verwirklicht, dass ich das Spiel im Anschluss gleich wieder mit anderer Gesinnung anfange, sondern dass ich vielleicht eines Tages andere Wege kennenlerne. Verschiedene Wege, Möglichkeiten ermöglichen auch größere Individualisierung und Anpassung an die jeweilige Spielweise zu einem gegebenen Zeitpunkt. Das Spielgefühl wird einfach freier. Ich glaube kaum, dass sich dabei Entwicklungszeit sparen ließe. Womöglich würde man die Dialoge und das Gameplay ständig an die Restrigiertheit anpassen müssen. Natürlich nervt es, wenn die Entwickler einem den Scheideweg unattraktiv machen (beispielsweise bestimmte Begleiter zu einer Mission mitzunehmen in ME für den Dialog ganz am Ende usw.), indem man sich wieder durch hunderte Gegner kämpfen müsste. Das machen wohl nur einige Supernerds wirklich, die sich wochenlang mit nur einem Spiel beschäftigen und gleich alles sehen wollen.

Katze (unregistriert) 10. Juli 2011 - 22:55 #

Entscheidungsfreiheit ja, Wiederspielwert eher weniger. Wiederspielwert sehe ich nicht darin verwirklicht, dass ich das Spiel im Anschluss gleich wieder mit anderer Gesinnung anfange, sondern dass ich vielleicht eines Tages andere Wege kennenlerne. Verschiedene Wege, Möglichkeiten ermöglichen auch größere Individualisierung und Anpassung an die jeweilige Spielweise zu einem gegebenen Zeitpunkt. Das Spielgefühl wird einfach freier. Abstufungen in den Dialogoptionen sind natürlich erwünscht, und lassen sich auch gar nicht im Vorhinein ganz voraussehen, à la ich werde nur "gute" Optionen nehmen, oder neutrale, oder fiese. Vielleicht bin ich ja sauer und hab echt Lust, auf die grobe Tour, oder ich will mich nicht unbedingt auf eine Seite schlagen und die andere ausschließen, sodass ich eher neutral bevorzuge. Oder es gibt einfach verschiedene Konsequenzen (was natürlich das bevorzugte Modell ist), deren Auslegung aber individuell vorbehalten ist. Ich glaube kaum, dass sich dabei Entwicklungszeit sparen ließe. Womöglich würde man die Dialoge und das Gameplay ständig an die Restrigiertheit anpassen müssen. Natürlich nervt es, wenn die Entwickler einem den Scheideweg unattraktiv machen (beispielsweise bestimmte Begleiter zu einer Mission mitzunehmen in ME für den Dialog ganz am Ende usw.), indem man sich wieder durch hunderte Gegner kämpfen müsste. Das machen wohl nur einige Supernerds wirklich, die sich wochenlang mit nur einem Spiel beschäftigen und gleich alles sehen wollen.

Yvo0 10 Kommunikator - 460 - 10. Juli 2011 - 23:20 #

Je nachdem wie groß die Unterschiede beim zweiten Durchspielen sind, spiele ich das ein oder andere Spiel nochmal ganz oder halb durch. Wenn am Ende mehrere Auswahlmöglichkeiten zu entscheiden sind, wird einfach der letzte Speicherstand vor der Auswahl geladen ;) So kann man alle Enddialoge/-szenen mitbekommen ohne "zu viel" kostabre Zeit investieren zu müssen. Zu den am Meisten doppelt oder dreifach gespielten Spielen gehört wohl ganz klar Mass Effect.
Übrigens ein sehr schöner Artikel!

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 10. Juli 2011 - 23:55 #

Mein Hauptmotivator zum wiederholten Durchspielen eines Spiels liegt noch nichtmal in der Anzahl (oder Verfügbarkeit) von alternativen Enden - das Ding muß einfach Spaß machen. Was nützt ein Spiel mit 264 Enden, wenn schon EIN Durchgang total nervt? Außerdem finde ich es cool, wenn schon im Spielverlauf offensichtlich ist, daß sich beim erneuten Durchspielen was Grundliegendes ändern wird.

Ein tolles Beispiel für ein wirklich zum mehrfach spielen motivierendes Game ist das relativ obskure Breath Of Fire: Dragon Quarter. Die Story ist schon beim ersten Durchmarsch ziemlich grandios erzählt. Aber im Verlauf der Handlung kommt man immer wieder an Türen vorbei, die sich nur mit einem gewissen Anteil an Drachenblut in den Adern öffnen lassen - man beginnt mit einem 256tel Drachenblut in den Adern, und mit jedem Durchgang erhöht sich das, bis man irgendwann beim offiziellen Dragon Quarter (1/4el Drache) angekommen ist. Hinter diesen Türen warten erweitere Storysequenzen oder auch nur mal bessere Items, aber das findet man eben nur heraus, wenn man den nötigen "Rang" hat. Da tut es natürlich nicht weh, daß das Spiel a) recht übersichtlich gestaltet ist und durch das taktische Kampfsystem auch noch einen Heidenspaß macht.

Aber wenn ich mir überlege, ein Dragon Age Origins nochmal durchkauen zu müssen, nur um dank ein paar anders gesetzter Romanzen und Sympathien ein anderes Ende rauszuholen... Nee, ich glaube nicht.
Dafür ist das Spiel dann doch zu linear. Ein Oblivion hingegen habe ich gut und gerne fünfmal durchgespielt, jedesmal mit anderer Klassen- und Gildenzugehörigkeit. Klar, auch hier kommt man immer mal wieder an die gleichen Quests (ich wünschte, ich könnte den Start-Dungeon skippen!), aber grade tei TES-Spielen gibt's so viele Wege zum Ziel. Das reizt mich viel mehr als eine simple andere Endsequenz.

Dann doch lieber den mittlerweile elften oder zwölften Durchmarsch durch Castlevania - Symphony Of The Night. Ich kenne zwar mittlerweile jeden Raum wie meine Hosentasche, aber die Mischung aus RPG, Jump'n'Run und diese unglaubliche Atmosphäre sind einfach unkaputtbar.

Meine letzten Mehrfachdurchspieler waren übrigens Bayonetta und Vanquish. Normalerweise juckt es mich nicht, Actionspiele oder Shooter auf höheren Schwierigkeitsgraden zu spielen, aber sowohl Bayonetta als auch Vanquish hatten irgendwas, was mich nicht losgelassen hat. Bei Bayonetta bin ich im "Infinite Climax"-Modus auf etwa der Hälfte, bei Vanquish auf Hard, nachdem ich in beiden Spielen sowohl den Easy- als auch den Normalmodus durchgepflügt habe.

The Eidolon (unregistriert) 11. Juli 2011 - 0:57 #

Komischerweise sind die Spiele welche ich am häufigsten mehrfach durchgespielt habe reichlich lineare ältere Programme. Uneingeschränkt führen der gute alte Dungeon Master auf Amiga, sowie sämtliche Lucas Arts Adventures. Letztere habe ich damals einmal im Jahr hervor gekramt und mich jedes mal köstlich amüsiert, obwohl ich den Lösungsweg jeweil auswendig kannte.
Spiele die diese Gesinnungsdinge in den Vordergrund setzten oder mit verschiedenen Enden kommen konnte ich irgendwie nie wirklich alternativ beenden. Bestes Beispiel war mein kläglicher Versuch Baldurs Gate 2 ein zweites mal als Bösewicht anzugehen. Ich konnte die Charaktere aus dem letzten Durchlauf einfach nicht "böse" behandeln. Brachte das irgendwie nicht übers Herz.

Henke 15 Kenner - 3636 - 11. Juli 2011 - 1:21 #

Ich persönlich glaube an die Mär vom Wiederspielwert! Einige wenige Titel haben es geschafft, mich in punkto Story, Handhabung und einer Auswhl verschiedener Enden mehrmals vor den PC zu locken.

Neben unterschätzten Perlen wie dem (in meinen Augen) grandiosen Alpha Protocol sind es gerade Spiele wie Fallout3 bzw. New Vegas, deren aktive Community die tollsten Mods entwirft, das Balancing komplett überarbeitet und so ein (noch) besseres Spielerlebnis bietet.

Auch Dragon Age: Origins hat mich bisher 6 Durchläufe gekostet, vielen Dank auch hier an die eifrigen Modder und Toolanbieter, die jeden einzelnen Durchlauf einzigartig machten.

Ich denke, Achievements allein motivieren nicht unbedingt jeden Spieler (siehe Tauben in GTA IV), sind jedoch eine nette Dreingabe seitens der Entwickler.

Interessanter ist da in meinen Augen schon die Verwendung von Speicherständen aus den Vorgängern (siehe Mass Effect). Für mich ein definitiver Grund, ein Spiel mehrmals zu spielen, denn die Spielewelt reagiert auf meine Entscheidungen (wenn auch erst im Nachfolger) und ich gestalte aktiv die Zukunft meines Charakters und muß mit den Auswirkungen (virtuell) leben...

Tassadar 17 Shapeshifter - 7758 - 11. Juli 2011 - 2:56 #

Also wirklich zustimmen kann ich der Meinung von Herrn Wener hier nicht.

Zum einen bringen, wie ja jetzt auch schon ein paar Mal hier geäußert, Entscheidungsmöglichkeiten innerhalb des Spieles, die "echte" Auswirkungen in der Spielwelt und der Story haben, auch denjenigen einen Spielspaßgewinn, die kein zweites Mal spielen wollen. Nämlich eben dadurch, dass sie als Spieler dort echte Entscheidungsmöglichkeiten haben, was bei komplett linearem Spielverlauf nun einmal nicht möglich ist. Ist das dann noch gepaart mit Entscheidungen eher im grauen statt schlichtem schwarz-weißen Bereich (so wie z.B. bei The Witcher) sollte dort auch jeder interessante Entscheidungen finden und sich nicht für reines Abschlachten entscheiden müssen, nur um eine zweite Version sehen zu können.

Was mir auch fehlt, ist der Punkt des Wiederspielens nach einer gewissen Zeit. Hier wird jetzt so getan, als wäre der Wiederspielwert nur relevant direkt nach dem ersten Durchspielen, was natürlich mitnichten so der Fall ist. Gerade Spiele, die bei einem zweiten Durchspielen und anderen Entscheidungen des Spielers einen anderen Verlauf nehmen, auch wenn sie natürlich nicht ein komplett anderes Spiel werden, sind dann prädestiniert dafür, sie nach ein paar Monaten noch einmal in Angriff zu nehmen, wenn man noch grob weiß, worum es ging, aber nicht mehr dadurch gestört wird, dass ja doch ein nicht unerheblicher Teil des Spieles gleich ist. Da hat man dabei dann eben die Möglichkeiten etwas anders zu spielen als beim ersten Mal.

Elysion 14 Komm-Experte - 1907 - 11. Juli 2011 - 10:36 #

Gerade bei deinem letzten Punkt stimme ich dir voll und ganz zu. So habe ich z.b. Spiele wie X-com Apokalypse, Gothic 1-3, C&C usw. - schon so oft gespielt das deren Wiederspielwert bei 1000% liegen müsste. Natürlich hat man nicht unbedingt Lust direkt nach dem durchspielen nochmal anzufangen, ist doch auch klar. Aber nach 6 Monaten oder ein bis zwei Jahren hat man doch so ein Spiel immernoch (man schmeisst es ja net weg) und dann schaut man es sich an und sagt: "Hey das hast du doch damals gespielt, jetzt spielste mal den bösen, mal gucken was passiert".
Früher hieß sowas mal "Spiele für eine einsame Insel" ;)

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9408 - 11. Juli 2011 - 7:40 #

Die Sache mit den 16 Enden bei Witcher oder den Handlungssträngen bei anderen Spielen sehe ich so, dass es dem Spieler einfach ein an ihn angepasstes Spielerlebniss bieten soll. Es ist wohl garnicht gedacht dass jemand ALLE Möglichkeiten durchspielt.
Das Gefühl, dass der Charakter einem Ähnlich ist und die Auswirkungen des "eigenen" Handels dann zu sehen verbindet den Spieler mit dem Charakter und in der Hoffnung sein alter Ego im nächsten Teil wieder zu sehen und ein ähnlich nahes Erlebnis zu haben, soll den Spieler wohl eher Motivieren den Nachfolger zu kaufen, denn es nochmal zu spielen. Wenns gekauft ist kann den Entwicklern ja herzlich egal sein ob man es noch mal spielt.

Gigi d'Angostura 10 Kommunikator - 542 - 11. Juli 2011 - 10:44 #

Bei mir gab es nur ein einziges Spiel, dass ich auf Grund der unterschiedlichen Möglichkeiten zwei mal durchgespielt habe: Knights of the old Republik. Einmal als guter Jedi, einmal auf der dunklen Seite der Macht. Da fand ich auch interessant, wie sich der eigene Avatar geändert hat. Aber auch bei diesem Spiel fand ich eigentlich die "guten" Entscheidungen besser. Die Bösen waren immer viel einfacher, einfach töten und fertig. Bei den guten war die Geschichte viel länger und es gab letztendlich auf viel mehr Erfahrung dafür...

PatrickF27 10 Kommunikator - 432 - 11. Juli 2011 - 11:03 #

Sehe das eigentlich ganz genau so wie im Artikel beschrieben. Es gibt aber eine Ausnahme in den letzten Jahren, bei der ich tatsächlich zum "Wiederholungstäter" geworden bin und die heißt Nier. Wobei hier ein zweites Durchspielen ja eh ab ca. der Mitte des Spiels losgeht und dieser zweite Lauf ja auch eine komplett andere Sichtweise der Story bietet und damit fast schon Pflichtprogramm ist. Aber auch ein drittes und viertes Mal habe ich Nier beendet, weil mich die Storyfacetten dann schon sehr gereizt haben und mir in diesem Fall die Endsequenzen sehr wichtig waren (nebenbei gab's auch eine Menge Gamerscore dafür).

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 11. Juli 2011 - 11:13 #

Oh NIER...das war eines der besten Spiele die ich je gespielt habe. Und ich danke GG erneut für den Test, ohne diesen wäre ich nicht darauf aufmerksam geworden.

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 11. Juli 2011 - 11:10 #

Spiele die ich immer wieder spiele haben nichts mit Auswahlmöglichkeiten oder alternativen Enden zu tun. Für mich ist ein Spiel mit Wiederspielwert ein Spiel an das ich positive Erinnerungen habe und etwas damit verbinde.
Ein Final Fantasy X spiele ich immer wieder gerne weil seine stur lineare Story mich immer wieder fesselt und ich eine lebendige Welt entdecken kann.
Ein Zelda spiele ich immer wieder weil ich meine Kindheit manchmal eher in Hyrule verbracht habe :D
Ein Heavy Rain spiele ich mit Freunden zusammen wie einen guten Film anzusehen.
Ein Counterstrike, Age of Empires und Warcraft 3 sind bis heute noch die besten Spiele auf LANs.

Ich glaube es sind die Spiele die wir gerne wieder spielen an die wir uns gerne erinnern und auch wieder erinnern möchten. Wie ein gutes Buch das man gut in Erinnerung hat aber nicht mehr ganz genau alles weiß, so ist auch ein Spiel für mich dann perfekt wenn ich es nie vergesse und trotzdem immer wieder von neuem in seinen Bann gezogen werde.

Für die, die nicht gerne viel lesen:

Wiederspielwert =/ Ein Spiel hat viele Enden und freie Story +Karma Symstem (gut/böse)

Wiederspielwert = Ein Spiel weckt bei mir gute Erinnerungen und ich will diese noch einmal auffrischen.

pauly19 14 Komm-Experte - 2503 - 15. Juli 2011 - 22:53 #

Kann mich deinem Kommentar nur anschließen. Zwar gab es immer ein paar Spiele wo man vielleicht das zweite Ende noch sehen wollte und es deshalb gespielt hat (Blade Runner) , aber gerade ältere Spiele wie Zelda, Shenmue, Monkey Island u.a. regen einen immer wieder zum "Schwelgen in Spielerinnerungen" an. Ähnlich wie mit Büchern (Faust) oder Filmen (wie oft man sich Klassiker wie die Goonies, back to the future etc. nochmals angeschaut hat).

sheep 13 Koop-Gamer - 1588 - 11. Juli 2011 - 12:30 #

Ich spiele nur ganz ganz selten Spiele mehrmals durch, da viele Spiele Stellen haben die sich zu schnell abnützen/ermüden und ich die nicht erneut erleben muss.
Spiele die erneut wiedergespielt werden wollen, müssen mich in den Bann ziehen; das Genre spielt dabei keine Rolle: ich habe Dirt 1 zig mal wegen Pikes Peak Hillclimb durchgespielt gefolgt von Freelancer und Gta3

Makariel 19 Megatalent - P - 13604 - 11. Juli 2011 - 15:51 #

Guter Artikel. Ich selbst spiele selten was mehrfach. Ein kurzer Blick auf eine Liste von Spielen die ich öfter als 1 mal beendet hab:

X-Com
Master of Orion 2
Vanquish
Crysis (der erste Teil, Crysis 2 werd ich sicher kein zweites mal anfangen)
Demon's Souls
Civilization 2
Transport Tycoon

Keines dieser Spiele hab ich wegen der Story mehrfach gespielt oder weils eine Nebenquest gegeben hätte die noch fehlt. All diese Spiele haben gemeinsam das man vom Gameplay her kaum alles beim ersten durchspielen erleben kann.

Bei z.B. Demon's Souls lernt man während des ersten mals das Spiel kennen und fängt dann an sich zu überlegen wie man die Bosse beim nächsten mal besser/schneller/effektiver klein kriegt. Bei Civ2/MOO2 sind die Strategien völlig anders je nach dem ob man vorhat die Welt/Galaxis zu unterwerfen oder einen friedlichen Sieg zu erringen.

Ich liebe Mass Effect 1&2, aber ich hab mich nicht dazu überwunden es ein zweites mal durchzuspielen, da der Großteil des Spiels wie in dem Artikel erwähnt im Prinzip gleich ist, egal ob man Renegade oder Paragon spielt. Ich sehe mir auch Filme sehr selten ein zweites mal an und Bücher lese ich auch kein zweites mal.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 11. Juli 2011 - 22:59 #

Achja, weils hier eigentlich nicht fehlen sollte: Jemand HAT die 16 Enden erspielt. :D

http://www.en.thewitcher.com/community/entry/66/index.html

Fohlensammy 16 Übertalent - 4167 - 12. Juli 2011 - 6:14 #

Sehr schöner Artikel, finde mich an vielen Stellen wieder.
Ich habe auch nur enorm selten ein Spiel ein zweites Mal durchgespielt. Schon zwei oder drei Mal habe ich mich an einem zweiten Durchgang von Mass Effect versucht, bevor ich mit Teil 2 anfange, doch vergeblich.
Es ist zwar irgendwie reizvoll, aber mir fehlen dann doch sowohl Lust als auch Zeit für mehrere Durchgänge. Der Reiz geht einfach verloren, wenn man dabei etliche Stellen zum wiederholten Mal sieht.

FPS-Player (unregistriert) 12. Juli 2011 - 8:42 #

Ein "Wiederspielwert" hat nichts (oder nur am Rande) mit alternativen Enden zu tun, mMn. Bspw. habe ich "Arkham Asylum" auch mind. 4 mal durchgezock, einfach weil ich den Flair des Spieles liebe. Es fesselt mich durch seine Inszenierung. Gleiches gilt für Dead Space oder andere Games, die einfach "das gewisse Etwas" haben.

Ich glaube, ich habe fast alle Spiele, die in meinem Besitz sind, schn mehr als einmal gezockt - das mag aber auch daran liegen, das ich mir eben nur die Spiele aussuche, die mich wirklich interessieren und von denen ich weiß, das sie einfach gut sind.

Major_Panno 15 Kenner - 2965 - 12. Juli 2011 - 10:16 #

Mir fällt da spontan ein Beispiel ein, das schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat: Blade Runner. Dieses Spiel habe ich mindestens 5 mal durchgespielt. Ich weiß nun aber heute nicht mehr, ob es am Spiel selbst lag, oder daran, dass ich damals kaum Alternativen hatte. Allerdings hatte das Spiel zig verschiedene Enden und hatte man gewisse Entscheidungen getroffen, so konnte man im Rest des Spiels nur noch die eine Seite der Medaille beleuchten. Da ich Fan des Films und des Buches war, musste ich daher einfach alle Enden kennen.
Allerdings hatte ich zu der Zeit noch kein Internet und es gab auch noch kein youtube.
Aktuelles Beispiel ist Heavy Rain. Das habe ich zwar auch nur einmal durchgespielt, jedoch bietet das Spiel eine Art Kapitelfunktion wie bei einem Film. So habe ich einzelne Kapitel nochmal durchgespielt, um zu sehen, was passiert, wenn ich mich anders verhalte. Das fand ich sehr gut gelöst. Die anderen Enden hab ich mir dann aber auch auf youtube angeschaut.
Ich denke, ein Hauptgrund für geringen Wiederspielwert ist einfach die Flut an Spielen, die es heute gibt. Entweder liegt nach Durchspielen eines Spiels schon wieder das nächste Spiel bereit, manchmal sogar der direkte Nachfolger, oder ich habe schlicht und einfach mal Lust auf was anderes außer Zocken. Außerdem habe ich heute einfach viel weniger Zeit fürs Spielen als früher zu Schulzeiten.
Ich stimme daher der Meinung von Bernd voll und ganz zu.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6602 - 12. Juli 2011 - 11:48 #

Also mir ist es auch ziemlich egal, ob man zwischen gut oder Böse entscheiden muss, wähle auch meistens gut. Ich finde aber, man muss bei Spielen generell stark unterscheiden zwischen:

A: Storygetriebene Spiele, welche eine Geschichte erzählen und die man dann auch irgendwann "durch" hat. (z.B. Uncharted, inFamous, GTA4)

B: Spielmechanikbasierende, bei denen es auf das Gameplay ankommt und die auch ohne Story funktionieren würden (Tetris, Schach, viele Strategiespiele, Minecraft, X3)

C: Spiele die beides vereinen und durch einen sehr guten Multiplayerpart (B) erreichen: Diablo, Starcraft, Battlefield Bad Company.

Alle Arten haben ihre Berechtigung. (A) Titel sind für mich wie ein interaktiver Film, nur intensiver. Dabei ist entscheidend, dass die Story fesselnd ist und sie gute Grafik haben. Viele Entscheidungsmöglichkeiten sind eher unwichtig. (B) Spiele sollten eher viel Spieltiefe mitbringen. Sie sind es, die ich auch mehrmals spielen würde, sowie (C) Spiele.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12833 - 12. Juli 2011 - 16:30 #

Ein gutes Spiel ist wie ein guter Film, da beschwert man sich auch nicht, dass es da kein Wiedersehensfaktor gibt. Ich habe ein FreeSpace2 bestimmt an die 40x durchgespielt, dabei hat das Spiel nicht einmal einen Missionsbaum wie z.B. ein Wing Commander. Ich habe also 40x immer die selben Missionen gespielt und immer EXAKT das selbe. Hat es der Faszination einen Abbruch getan? Die Spielmechanik und die Stimmung blieb genial gleich. Ich verstehe nur bedingt wieso ein Wiederspielwert immer mit irgendwelchen Archievements, unterschiedlichen Enden oder ähnliches begründet wird. Oben habe ich z.B. ein Wing Commander erwähnt, der erste Teil hatte damals einen sehr komplexen Missionsbaum mit teils vollständig anderen Missionen. In den Nachfolgern hat man sich diese Sachen einfach gespart weil die alternativen Missionen so gut wie nie gespielt wurden, weil die Story eh gleich blieb. In der Folgezeit kamen als Alternativmissionen nur Missionen die identisch waren zu den regulären, nur halt mehr Gegner beinhalteten. Ein wirklicher Wiederspielwert gibt es aus der Spielmechanik her in meinen Augen nicht, sondern wird ganz automatisch durch die Stimmung und Inszenierung des Spiels erzeugt. Denn wie ein Film erzählen die meisten Spiele eine feste Geschichte. Und einen guten Film oder eine gute Serie schaut man ja auch öfter.
Und wenn man da wirklich was grundlegend anders erleben will braucht man eine neue Story. Genau dafür gab und gibt es AddOns und Nachfolger. Ein Colony Wars 1&2 hatte auf der PSOne auch jeweils so 6-7 verschiedene Enden. Zum Glück wurden die allerdings allesamt freigeschaltet sofern man einmal das reguläre Ende erreicht hatte (auch wenn Colony Wars ja etwas anders ist, da der zweite Teil ein alternatives Ende von Colony Wars 1 als Ausgangspunkt nimmt und nicht das was in CW1 das Hauptende ist) Den Nerv die ganzen Missionsbäume nochmal zu spielen hatte ich ehrlich gesagt auch nicht.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 91302 - 12. Juli 2011 - 17:06 #

Toller Artikel! Wichtiges Thema, brannte mir auch schon länger auf den Nägeln. Richtig, ein sogenannter "Wiederspielwert" ist OK, mag sogar ein Kaufgrund sein, darf aber eigentlich nicht direkt in eine Bewertung fliessen, die ein gutes Abschneiden trüben würde. Ich würde es eher als ein Bonus auffasen. Das gleiche Problem hatte ich vor einigen Jahren mit dem Multiplayer Feature in Tests. Das ist ja meiner Meinung nach ebenso ein Bonus. Manch Tester aka. Schlauberger zog Punkte ab, weil dieses Feature nicht vorhanden war, obgleich das Spiel nun überhaupt nicht darauf ausgelegt war, bzw. gar keinen Sinn ergeben hätte.
In vielen Fällen ist der Wiederspielwert teuer erkauft und wird wirklich eher selten von Usern genutzt. Da steckte oft viel Arbeit drin, Inhalte, Szenen, Features und Techniken, dir man nie zu Gesicht bekommt. Manchmal kann man ja froh sein, wenn man ein Spiel überhaupt einmal zu Ende spielt...

elvis_untot 10 Kommunikator - 388 - 12. Juli 2011 - 20:40 #

Ich sehe es von der anderen Seite, will ich ein Spiel, in der es nur die eine Lösung gibt? In der alles andere FALSCH ist?
Will ich bei einem Rollenspiel wirklich, dass ich nur einen geradlinigen Schlauch ablaufen kann, bei dem meine Entscheidungen bei der Wahl der Waffe endet (und oft sogar schon davor!)

Wenn ich keine Entscheidungsgewalt habe über den Ablauf, ich nur RICHTIG und FALSCH (Spielende) habe immer und immer wieder, dann habe ich eine Interaktive Geschichte. Nicht unbedingt etwas schlechtes, aber nicht mein Fall.

Ext3h (unregistriert) 13. Juli 2011 - 19:51 #

Nein, aber du willst ein Spiel, in dem du zumindest die komplette STORY in einem Durchlauf kennen lernen willst. Negativbeispiele wie The Witcher 2 z.B. enthalten dir ca. 1/3 der kompletten Spielwelt vor, auf Basis einer einzige Entscheidung!

Das steht keinesfalls im Widerspruch, zu einem Spiel, wo es zu jeder Quest mehrere Lösungswege gibt, wobei es für jeden Spieler einen Lösungsweg gibt, der seiner Spielweiße entspricht. Soll der Spieler das Spiel ruhig als sadistischer Bastard durchspielen und seine Freunde verraten und ausnutzen wann immer er kann, aber an der Hintergrundgeschichte sollte so etwas auf gar keinen Fall etwas ändern.

Gothic 3 hat da auch diesen Fehler gemacht, die Auswirkungen der einzelnen Entscheidungen waren viel zu weitgreifend während die einzelnen Quests wiederum ausschließlich immer genau einen einzige Lösungsweg kannten was eine echte Charaketerentfaltung effektiv verhindert hat.

Kopa 12 Trollwächter - 837 - 13. Juli 2011 - 10:49 #

Echten Wiederspielwert haben für mich Spiele wie Shift 2 oder Dirt 3.
Warum ? Ganz einfach, in diesen Spielen kann ich durch Training und Routine wirklich Vorteile erlangen und mehr Spaß als ohne diese Erfahrung genießen. Mir macht es einfach unglaublich viel Freude in einem Rennspiel an Rundendzeiten zu feilen oder gegen Freunde wieder und wieder anzutreten um herauszufinden wer nun besser mit einem Wagen umgehen kann.

GeNiUs 10 Kommunikator - 432 - 13. Juli 2011 - 13:48 #

Ich spiele seit fast 30 Jahren Computer- und Videospiele. Sprich, ich habe wirklich sehr viele Spiele gespielt. Ich könnte mich jetzt aber nicht an einen einzigen Titel erinnern, den ich ein zweites Mal in Angriff genommen hätte. Das liegt zum einen daran, das ich sowieso kaum Zeit habe, die Masse an erscheinenden Games "abzuarbeiten"...schließlich hat man ja auch noch eine Family und einen Beruf. Und selbst wenn ich die Zeit dazu hätte...warum sollte ich es tun? Ich habe doch mehr oder weniger dann alles gesehen. Ein Film wird beim zweiten mal anschauen auch nicht spannender. Sicher, es gibt Spiele, wo sich der Spielverlauf teilweise drastisch verändert...die sind aber doch eher die Ausnahme. Außerdem habe ich ja dann die Geschehnisse im Kopf, die dann irgendwann zum Abspann geführt haben...die sollen dann auch so verankert bleiben.
Ist aber nur meine persönliche Meinung. Jedem das seine.

Fedune 05 Spieler - 30 - 14. Juli 2011 - 8:19 #

Bei neuen Spielen, ist nach einem Durchgang bei mir meißtens auch schluß. Jedoch grabe ich oft und gerne alte Spiele wieder aus und dann freue ich mich über die möglichkeit, es diesmal anders angehen zu können. Aber letzten endes bin ich auch eher für eine einzige, dafür jedoch sehr gut und umfangreich ausgearbeitete Story.
Vollkommen wiedersprechen muß ich in sachen Gut/Böse. Ich spiele eigentlich immer den bösen Part! Und diese Wahlmöglichkeit möchte ich nicht missen, den ein Antiheld, der unfreiwillig in seine Heldenrolle fällt, finde ich deutlich interessanter als den typischen 0/8/15 Helden inklusive Arschkriecherbevölkerung. Man muß, m.M. nach, als Böser deutlich mehr verantwortung für seine Handlungen tragen als der Strahlemann, man muß sich mehr beweisen und ist stärker auf sich allein gestellt. Leider wird der böse Aspekt in den meißten Spielen viel zu simpel umgesetzt, darum bin ich dagegen die möglichkeit Gut/Böse aus Spielen zu entfernen, sondern im gegenteil sie deutlich stärker auszubauen.

Soul (unregistriert) 15. Juli 2011 - 3:42 #

Bei einem Rollenspiel ist der Wiederspielwert ja ein Muss. Sehr genial war da vor allem Gothic 1. Jedes Mal sich für ein anderes Lager zu entscheiden und damit das Spiel aus einer anderen Perspektive zu sehen, das war einfach saugeil.

Was ich dagegen voll doof finde: Wenn man sich im ersten Durchgang quasi bei allen Fraktionen oder Gilden anschließen kann und es keinerlei Auswirkungen hat. Negativbeispiel ist da Oblivion: Man kann da einfach für alle Gilden usw. Quests machen. Sowas finde ich für ein Rollenspiel katastrophal. Wenn ich mich z.B. da entschließe für eine Gilde oder Fraktion zu arbeiten, dann will ich, dass die anderen Böse auf mich sind und mich eventuell angreifen und so. Das gehört zu einem Rollenspiel einfach dazu. Wenn ich mich dagegen jedem anschließen kann und es von anderen keine Reaktion gibt, das ist für mich ganz schlechtes Spieldesign.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29543 - 15. Juli 2011 - 22:44 #

Wobei ich (aus Zeitmangel wohl) gerade Rollenspiele nur maximal einmal spiele. Bei Actiontiteln und anderer kurzweiliger Software wäre mir ein hoher Wiederspielwert schon lieber.

Sher Community-Event-Team - 3635 - 15. Juli 2011 - 18:09 #

Die bisher einzigen Spiele die ich innerhalb kurzer Zeit mehrmals durchgespielt hab waren Gothic 2 und DA:Origins. Alles andere hab ich nach dem ersten Durchspielen erstmal ins Regal gestellt und später wieder mal gespielt.
Ich persönlich finde es schon richtig das besonders Rollenspiele entscheidungsgebundene Entwicklungen des weiteren Geschehens haben - einfach weil das ungemein zur Glaubwürdigkeit der Welt beträgt. Wenn ich mich für eine bestimmte Gruppierung entscheide, dann ist es doch logisch das die Gegenfraktion weniger gut auf meinen Charakter zu sprechen ist.
Allein verschiedene Geschichtsstränge animieren mich aber nicht zum direkten 2ten Durchspielen. Auch Spielmechanik und -atmosphäre müssen mich fesseln. Das haben sowohl Gothic als auch DragonAge hervorragend geschafft :)

Nihilus6 15 Kenner - 2916 - 16. Juli 2011 - 23:18 #

Ich denke ein grosser Fehler vieler Spieletester ist, sie verknüpfen den Wiederspielwert mit dem erneuten 'Durchspielen' eines Spiels.
Wenn sich dies so einfach verknüpfen lisse, hätten dann Sportspiele oder Simulationen einen 'Wiederspielwert'?

Meiner Meinung nach definiert sich der 'Wiederspielwert' eines Spiels nicht nur durch das erneute Durchspielen eines Spieles sondern generell auch um das erneute Weiterspielen, wobei dieser natürlich subjektiv verschieden ist.

Ich für meinen Teil kann es nicht verstehen, wie Spieletester den Wiederspielswert von New Vegas anpreisen, wo es bei mir nach kurzer Zeit in der Tonne lag und dass obwohl ich Fallout 3 geliebt habe.
Wiederspielswert ist einfach eine subjektive Einstellung zu einem Spiel und keine Verallgemeinerung des Preis/Leistungsverhältnisses.

Multiple Enden können zumindest mich nicht dazu motivieren ein Spiel erneut durchzuspielen, erst recht nicht im Zeitalter des Internets und Youtube!
Es sind eher solche Kleinigkeiten wie zB Bonusgegenstände(Bsp Resident Evil) oder generell die Welt noch einmal zu erkunden und alles zu erleben(Legend Of Zelad, Final Fantasy VIII/IX)

Ich denke nicht, dass man es für voll nehmen sollte, wenn ein Spieletester einen generellen Wiederspielswert angibt, weils denn meiner Meinung nach nicht gibt, lediglich ein individueller subjektiver Wiederspielwert existiert!

JanGret 10 Kommunikator - 477 - 18. Juli 2011 - 10:51 #

Meine Erfahrung ist folgende:

Viele Spiele werden nur wenige Stunden angespielt. Die allerwenigsten beschäftigen wirklich langfristig.

In meiner Steam-Liste sind die Spiele mit den längsten Spielzeiten kooperative Geschichten: League of Legends, Team Fortress 2 und Bad Company 2 sind da ziemlich weit vorne - WoW hätte wohl noch immer den Spitzenplatz.

Danach gibt es einige große Strategie- und Rollenspiele - Dragon Age, Terraria, Total War, Mount & Blade, AI War - die ich viele Stunden im Bereich von 10-40 Stunden gespielt habt. Spiele in die man Zeit steckt, um etwas erlebt zu haben. Abgeschlossen habe ich wohl fast keines dieser Spiele. Geschweige denn erneut gespielt.

Die Spiele danach sind schnelle kleine "Skillgames" - Geometry Wars, Torchlight - die ihre Motivation aus ihrem einfachen, klugen Konzepten ziehen, die mich immer wieder erneut motivieren. Immer mal wieder ne halbe Stunde.

Ein episches 100 Stunden Werk erneut gespielt - um ein anderes Ende zu sehen? Habe ich noch nie gemacht. Werde ich wohl niemals machen. Zumindest nicht alleine.

TheSushiFly 13 Koop-Gamer - P - 1773 - 19. Juli 2011 - 11:12 #

Also mehr als 2 verschiedene Spieldurchgänge finde ich auch völlig sinnlos, auch wenn sie 16 mögliche verschiedene Enden eingebaut haben :)

KritikloserAlleskonsument 13 Koop-Gamer - 1514 - 31. Juli 2011 - 11:08 #

Gibt es irgendwelche großen Umfragen dazu, wie oft Spiele durchgespielt werden?

Ultrabonz 14 Komm-Experte - 2316 - 13. August 2011 - 17:43 #

Ich bin ein absoluter Fan von nicht-linearen Geschichten. Es geht mir dabei gar nicht um den Wiederspielwert oder darum, alles zu sehen. Es geht einfach darum, verschiedene Möglichkeiten zu haben und die Freiheit zu besitzen, das Spiel nach seinen Vorstellungen zu "gestalten".

In New Vegas kriegte ich teilweise das Gefühl, dass wirklich absolut alles möglich ist und ich tun kann, was ich will. So wollte ich die Brotherhood zum Sieg führen, was dann leider später doch nicht möglich war.

In Gothic 2 konnte ich das verdammte Banditenlager nirgens finden und als ich später an anderer Stelle ein völlig anderes Quest erledigen wollte und dadurch so nebenbei den Auftrag bekam, einen Vermissten zu finden, landete ich völlig überraschend in genau dem Banditenlager, das ich zuvor gesucht hatte.

Solche Erlebnisse kann dir ein lineares Spiel einfach nicht bieten.

Das mit den 2 verschiedenen Gebieten in Witcher 2 finde ich allerdings etwas unglücklich. Ich hätte lieber nur 1 Gebiet gehabt, wo sich dafür die Auswirkungen meiner Entscheidungen zeigen. Beim Spielen kriege ich ja gar nicht mit, dass es noch ein anderes Gebiet gegeben hätte. Ich habs nur erfahren, weil ich darüber gelesen habe. So gesehen ist das einfach eine nette Überraschung für diejenigen, die es ein zweites Mal spielen und dabei einen anderen Weg wählen. Allerdings eine sehr nette.

RedAngel333 (unregistriert) 11. September 2011 - 20:32 #

Hm, also ich spiele derzeit Witcher 1 und war mit einigen Entscheidungen nicht ganz glücklich, daher werde ich wohl einen zweiten Durchgang machen. Natürlich nicht im Anschluss. Nach einiger Zeit mag ich spiele durchaus nochmal spielen um nochmal in die Welt einzutauchen und sie anders zu sehen. Am Besten aber wenn ich nicht mehr alles weiß und durchaus ein paar Überraschungen erleben kann.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 19. Oktober 2011 - 22:16 #

Was ich bisher in Sachen Wiederspielwert gemerkt hab:

Bei Spielen, die einen hohen Wiederspielwert mit mehreren Enden anpreisen, ist mir die spielerische Abwechslung nie groß genug. Bei Spielen die genug spielerische Abwechslung bieten hat man immer die selbe Geschichte.

Deus Ex: Human Revolution ist auch noch so eine Nummer: Ich würde es gerne nochmal spielen, aber es ändert sich am Spielverlauf nicht wirklich was. Im Gegenteil: Trotz der verschiedenen angepriesenen Augmentations spielt sich das Spiel immer gleich. Egal ob ich hoch springen kann oder nicht. Es ändert sich nix. Kein Vergleich zu Deus Ex 1.

Francis 14 Komm-Experte - 2576 - 5. Juni 2012 - 18:20 #

Unterm Strich schau ich mir alternative Enden auf Youtube an, nur bei ME hab ich jeden Teil auf gut und böse gespielt

R-X-D 06 Bewerter - 97 - 17. November 2012 - 14:58 #

Alternative Enden sind schön und gut, aber ECHTEN Wiederspielwert haben Spiele eigentlich nur, wenn es Sport- oder Simulations-Spiele sind... oder wenn man tatsächlich, wie damals in Fable komplett zwischen gut oder böse entscheiden konnte.

Grandmarg 14 Komm-Experte - 2001 - 15. Januar 2013 - 16:47 #

Also abgesehen von Lego-Spielen oder Uncharted 3, beende ich ein Spiel, schaue mir nochmals die nicht-erreichten-Erfolge an und gehe diese dann evtl. noch an, sofern diese nicht unmöglich sind.
Aber an für sich wechsle ich von dem einen zum anderen Game.

Allerdings verroten die beendeten Games bei mir nicht, da ich diese bei Aktionen, wie damals bei AC:3, auch gerne eintausche ;) Heißt 4 Spiele ohne Aufpreis gegen AC:3 :)

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