Benjamins Kinokritik zur Neuverfilmung von Es Meinung

King-Horror mit Überlänge

Benjamin Braun / 7. September 2017 - 15:24 — vor 6 Tagen aktualisiert
Von Horrorfreunden sehnlich erwartet startet am 28. September die Neuverfilmung von Stephen Kings gleichnamigem Roman offiziell in Deutschland. Benjamin hat den Film bereits gesehen und verrät euch, ob sich der Streifen lohnt.
Anfuehrung
Es gibt viele gute Verfilmungen von Stephen Kings Romanen und Kurzgeschichten – und ungefähr genauso viele schlechte. Die Verurteilten ist unter Filmfreunden wahrscheinlich die bekannteste und beliebteste Verfilmung eines King-Stoffs, wenngleich manch einer der Filmfreude womöglich gar nicht weiß, dass der Autor von Horror-Werken wie Carrie, Stark oder Friedhof der Kuscheltiere auch in diesem Fall die Vorlage geliefert hat. Für mich persönlich sticht trotz der Qualitäten viele anderer King-Verfilmungen eine aus dem Jahr 1990 besonders heraus. Das Besondere daran ist, dass es sich bei der Verfilmung von Es nicht um einen Kinofilm, sondern um eine zweiteilige TV-Miniserie handelt.

Aber obwohl ein guter Teil des Budgets dieser Es-Verfilmung in die namhaften Schauspieler geflossen ist (Richard „John Boy Walton“ Thomas, John Ritter und nicht zu vergessen Tim Curry als Clown Pennywise) greift der Zweiteiler die Vorlage so perfekt auf, wie das den meisten anderen King-Verfilmungen nicht gelingt. Dementsprechend gespannt war ich, ob dem argentinischen Regisseur Andrés Muschietti mit der Neuverfilmung für Warner und New Line Cinema ein ähnlich gutes oder womöglich gar noch besseres Ergebnis gelingen könnte. Nachdem ich den Film gestern Abend im Rahmen des Fantasy Filmfest in München gesehen habe (englische Originalfassung) bereue ich keine der 135 Minuten im für mein Gesäß leider nicht allzu bequemen Kinositz. Tatsächlich macht die Neuverfilmung vieles anders und manches sogar besser. Aber an den TV-Zweiteiler kommt der Kinofilm dennoch nicht heran. Und ich sage euch, natürlich unter Vermeidung grober Spoiler, weshalb.
 

Andrés Mus… was?

Bis vor ein paar Jahren wusste ich nicht, wer Andrés Muschietti eigentlich ist. Ich hatte zwar seinen Film Mama (eine Neuverfilmung seines eigenen, gleichnamigen Kurzfilms aus dem Jahr 2008) gesehen. Angeschaut habe ich ihn tatsächlich vor allem, da Game of Thrones-Star Nikolaj Coster-Waldau mitspielt – und Guillermo del Toro Muschietti als Produzent das Budget dafür zur Verfügung gestellt hatte. Spannend war er, schön mysteriös und technisch gut umgesetzt ebenfalls, der Horror mir persönlich bisweilen zu Jump-Scare-lastig.

Doch nun also ein Kinofilm zu Es, einer der besten King-Romane und noch dazu eben einer, zu dem es bereits eine starke TV-Adaption gab. Erzählt wird darin die Geschichte von den sieben Freunden und Außenseitern Bill Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Beverly Marsh, Stan Uris, Richie Tozier und Eddie Kaspbrak, die alle ihr Päckchen zu tragen haben. Ben ist stark übergewichtig und hat als Bücherwurm und Neuzugezogener in der Kleinstadt Derry ohnehin Schwierigkeiten, Anschluss zu finden. Beverlys alleinerziehender Vater ist streng und gewalttätig und Eddie muss gegenüber seiner überfürsorglichen Mutter, die ihn mit Medikamenten vollpumpt, um jeden Zentimeter Freiraum kämpfen. Als wäre das nicht schon schwierig genug, müssen sich die Kinder auch noch gegen den Schulraufbold Henry Bowers zur Wehr setzen. Lässt der gemeinsam mit seinen Kumpels zu Beginn „nur“ die Fäuste sprechen, greift er später auch bereitwillig zu drastischeren Maßnahmen.

In der Kleinstadt Derry selbst gibt es noch andere Probleme. In letzter Zeit verschwinden nämlich immer mehr Kinder spurlos, darunter auch Bills kleiner Bruder Georgie. Wer dahintersteckt, das erfährt der „Club der Verlierer“, wie sich die sieben Kinder selbst bezeichnen, schon bald am eigenen Leib. Denn ihnen allen begegnet ein namensloses Böses in Gestalt des Clowns Pennywise, der offenbar ganz genau weiß, vor was sich Bill, Richie oder Mike am meisten fürchten.
 

Vorne kurz und hinten lang

Anders als in Kings Roman-Vorlage oder auch in der TV-Verfilmung spielt dieser Teil der Handlung (im Buch besiegen die Kinder Pennywise respektive ihre Ängste, schwören einander jedoch, nach Derry zurückzukehren, falls der böse Clown zurückkehren sollte, was dann auch passiert) nicht in den 50ern. Stattdessen verlegt Muschietti die Handlung ins Jahr 1988/89 mit (fast) allen Konsequenzen. Dass Mikes Probleme auch viel damit zu tun haben, dass er schwarz ist, fällt im Rahmen dessen etwa mehr oder weniger unter den Tisch. Der Regisseur bindet das abgewandelte Setting in vielen Bereichen ein. Außenseiter Ben hört beispielsweise gerne die Musik der damals sehr populären Boygroup New Kids On The Block, Rabauke Henry Bowers trägt Vokuhila.

Auch sonst gibt es im Kleinen und Großen Veränderungen. Während die Kinder im ersten Handlungsteil eigentlich mit Silberkugeln Jagd auf Pennywise machen, benutzen sie in der neuen Verfilmung ein Bolzenschussgerät. Der Kameraschwenk über Bills Fahrrad, auf dem „Silver“ steht, hin zum Bolzenschussgerät von Mike soll da wohl eine Anspielung drauf sein. Wenngleich Muschietti das angepasste Handlungsjahr nutzt, gibt es doch abseits bestimmter Elemente doch auch vieles, das wie ein Mischmasch aus 80ern und 50ern wirkt. Denn Backsteinbauten, das kleine alte Kino der Stadt (in dem aktuell natürlich Nightmare on Elm Street 5 läuft) kann man nur begrenzt unter „in der Provinz ist die Zeit stehengeblieben“ verbuchen. Aber nicht nur deshalb ist uns schleierhaft, weshalb Muschietti sich für die Verlegung der Handlung in eine andere Zeit entschieden hat.
 

Expliziter, aber nur mäßig brutal

Horrorfilme müssen nicht unbedingt besonders explizit in der Gewaltdarstellung sein, um mir Angst zu machen oder mich nachts schlecht träumen zu lassen. Obwohl es in Kings Roman an vielen Stellen auch zu sehr expliziten Beschreibungen von Gewalt kommt, sparte der TV-Mehrteiler diese nahezu komplett aus. Das beginnt schon mit der Eröffnungsszene, in der Georgie das von Bill mit Wachs versiegelte Papierboot im Regenstrom auf der Straße fahren lässt und es in einem Kanal verschwinden sieht. Erstmals bekommen wir da Pennywise (fantastisch verkörpert vom manchmal etwas zu übertrieben sabbernden schwedischen Schauspieler Bill Skarsgård) zu sehen, der Georgie in Muschiettis Film tatsächlich den Arm abbeißt und wir den Oberarmknochen aus der klaffenden Wunde ragen sehen können.

Auch wenn Henry Bowers Ben Hanscom seinen Namen in den Bauch ritzen will, bleibt es hier nicht bloß bei der Androhung. Köpfe, die von rostigen Zaunpfählen durchstoßen wurden, gibt es ebenfalls. Muschiettis übertreibt es allerdings zu keiner Zeit mit dem Grad der Gewaltdarstellung und schafft es dennoch, für Spannung und Nervenkitzel zu sorgen. Ein bisschen so wie bei Mama handelt es sich oft um Jump Scares, die gekonnt von urplötzlich aufbrausenden Soundeffekten unterstützt werden. Davon gibt es viele in Es, aber keinen, der mich von meinem Kinosessel hätte aufspringen lassen. Das ging anderen der Kinobesucher dem Vernehmen nach anders – aber wollte der eine oder andere vielleicht auch nur seine Begleitung zum Händchenhalten ermuntern (Begleiter Christoph hat mir übrigens auch keinen Anlass dazu gegeben!). Dass es keine Jump-Scares mit Herzinfarkt-Potenzial im Film gibt, meine ich aber keineswegs negativ. Im Gegenteil. Die in Es zeigen ihre Wirkung, aber eben ohne dass ich ihnen der für mich persönlich eher negativ konnotierten Begriff Jump Scare geben müsste.

Was ich hingegen einmal mehr schade finde ist, dass Es in manchen Szenen, die auch ohne Computereffekte umsetzbar gewesen wären, diese dennoch einsetzt. Aber da müssen wir wohl bei großen Hollywood-Produktionen noch ein bisschen warten, dass auch dort ein Umdenken stattfindet. Die meisten CG-Effekte im Film sind allerdings gut gelungen, gerade jene, auf die man nicht so leicht hätte verzichten können, wenn Pennywise beispielsweise in einer durchgängigen Szene plötzlich wächst oder gänzlich seine äußere Erscheinungsform ändert.
 

Zu viel Humor schadet dem Horror

Es ist und bleibt ein ernsthafter Horrorfilm, in dem die Geschichte der gut ausgearbeiteten Charaktere im Mittelpunkt steht. Das funktioniert vor allem dank sämtlicher beteiligten Schauspieler, die ihre Rollen sehr gut verkörpern – nur Nicholas Hamilton, der Henry Bowers Jugendrolle spielt, schwächelt in einigen seiner Szenen. Aber neben dem Ernst der allgemeinen Situation der Kinder und den Begegnungen mit Pennywise gibt es auch eine andere Seite. Muschietti lockert das Geschehen nämlich zwischendrin immer wieder auf. Die New Kids On The Block hatten wir bereits erwähnt – und Sprücheklopfer Richie gibt natürlich auch immer wieder mal einen Grund zum Schmunzeln oder gar für einen herzhaften Lacher. Insgesamt hätte es aber besser gestanden, hätte Muschietti in dem Bereich weniger gemacht.

Die Horroratmosphäre leidet darunter nicht. Ich bin allerdings nicht der Ansicht, dass die Kurzweiligkeit des Films (die 135 Minuten fühlten sich auch trotz der Sitzprobleme eher wie 90 Minuten an) darunter gelitten hätte, wenn die eine oder andere witzige Szene oder der eine oder andere Spruch Richies ersatzlos weggefallen wäre.
 

Hoffen auf Teil 2

Ich gebe zu, aus mir spricht zum einem guten Teil die Enttäuschung darüber, dass Es nicht der absolute Knaller geworden ist, auf den ich gehofft hatte. Aber es ist Enttäuschung auf höchstem Niveau. Denn sowohl was die technische Umsetzung des Films als auch die Schauspielerleistung angeht, leistet sich Es kaum Blößen. Sogar der unnötige Wechsel der Handlungsjahre von 1958/59 nach 1988/89 funktioniert im Großen und Ganzen gut. Ich bin gerade in Bezug darauf gespannt, wie Muschietti das in Teil 2 lösen wird. Denn der spielt dann schließlich im Jahr 2016, mit Internet, Smartphones und all dem.

Wenn ich den Kinofilm mit der TV-Adaption von 1990 vergleiche, dann hat der aber ohnehin mit seiner Erzählstruktur einfach einen clevereren Weg gefunden – und so gut Bill Skarsgård mit seinen fiesen Grimassen und angsteinflößenden Augen gefällt, so kommt er an Tim Curry dennoch nicht heran. Und letztlich könnte ich für fast jede Rolle dasselbe sagen. Egal, ob ich nun den jungen Bill Denbrough (Jonathan Brandis in der TV-Version, Jaeden Lieberher im Kinofilm) oder die junge Beverly Marsh (Emily Perkins respektive Sophia Lillis) nehme. Da spielt ein Stückweit wohl auch nostalgische Verklärung mit. Aber wer sich an einer Kinoverfilmung von Es probiert, der muss damit rechnen, dass er sich nicht nur an Stephen Kings Romanvorlage, sondern eben auch an der (generell, aber besonders im Vergleich zu sonstigen TV-Produktion der damaligen Zeit) sehr guten TV-Adaption gemessen wird.

Das ändert allerdings nichts daran, dass Es ein guter Horrorfilm geworden ist, den sich gerade Fans des Romans oder der TV-Version nicht entgehen lassen sollten. Die allerdings sollten damit rechnen, dass auch sie auf sehr hohem Niveau enttäuscht werden könnten.

Euer Benjamin
Abfuehrung
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Benjamin Braun 7. September 2017 - 15:24 — vor 6 Tagen aktualisiert
Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 7. September 2017 - 15:25 #

Ein kleiner Blick über den Tellerrand: Viel Spaß beim Lesen!

rammmses 19 Megatalent - P - 13004 - 7. September 2017 - 15:37 #

Schöne, gut recherchierte Kritik, kann es gern öfter mal geben. Auf den Film bin ich aber nicht so richtig heiß. Werde ich nach blu ray Release mal ausleihen.

Harry67 16 Übertalent - P - 4161 - 8. September 2017 - 5:58 #

Da schließe ich mich mich an.

doom-o-matic 16 Übertalent - P - 4401 - 7. September 2017 - 15:41 #

Der Originalfilm hat mich damals als 10-jaehrigen so geflasht, dass ich heute noch Angst vor Clowns hab.

Jonas -ZG- 18 Doppel-Voter - P - 10826 - 7. September 2017 - 15:52 #

Der Originalfilm hat mich damals als 9-jaehrigen so geflasht, dass ich heute noch keine Horrorfilme, Spiele, was auch immer konsumieren kann. :-D

euph 23 Langzeituser - P - 44285 - 7. September 2017 - 15:58 #

Ich war damals einen Tick älter, hab mich schon gegruselt, hab aber weder Angst vor Clowns und spiele gerne Horror-Spiele.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - P - 6435 - 7. September 2017 - 22:08 #

Vielleicht ein Grund, wieso der Film erst ab 16 freigegeben worden ist.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21791 - 8. September 2017 - 4:48 #

*randomZirkusMukkeeinstreu...*

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 5709 - 8. September 2017 - 8:04 #

"What's a 10?" - "Clowns!"

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7626 - 8. September 2017 - 9:00 #

Das Buch hat dazu geführt, dass ich mit 13 (als ich es gelesen habe) wochenlang einen Bogen um Gullis gemacht habe und beim Duschen so weit wie möglich vom Abfluss weg stand. :)

zuendy 14 Komm-Experte - 2319 - 8. September 2017 - 21:22 #

Das Buch fand ich als 26 Jähriger noch schlimm...

xan 16 Übertalent - P - 4551 - 7. September 2017 - 15:42 #

Schöne Kritik. Gerne häufiger mal eine Meinung zu etwas, nicht zwangsläufig nur Filme.

falc410 14 Komm-Experte - 2519 - 7. September 2017 - 16:09 #

Ich muss das Buch mal noch einmal lesen (ist das dickste Buch welches ich besitze). Habe es als junger Teenager mal gelesen und ziemlich gegen Ende erinnern sie sich an die Kindheit zurück und wie sie den Clown damals besiegt haben. Sie sind als Kinder irgendwie in einem dunklen Tunnel und können nichts sehen und verlieren alle irgendwie den Mut bis dann das Mädchen die glorreiche Idee hat, einfach mal mit allen Jungs zu schlafen (Minderjährig, im dunkeln) um ihnen wieder Mut zu machen. Ich fand das damals schon etwas merkwürdig. Ist so ungefähr das einzige woran ich mich spontan erinnere. Die TV Filme habe auch mal gesehen, sind mir aber auch nicht Erinnerung geblieben. Vielleicht war ich damals auch einfach zu jung dafür. Der Bericht von Benjamin macht mich allerdings neugierig auf den neuen Film und nocheinmal das Buch zu lesen.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 248110 - 7. September 2017 - 16:16 #

Danke für die ausführliche Filmkritik. ;) Da ich den Zweiteiler von Es aus den 90ern sehr mochte, werde ich mir die Neuverfilmung mal auf Blu-Ray ausleihen. ;)

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 65909 - 7. September 2017 - 16:25 #

Jetzt auch Filmkritik bei GG? Super! Mehr davon! :)

MrFawlty 17 Shapeshifter - P - 7156 - 7. September 2017 - 16:40 #

Ich wusste gar nicht, dass es vom neuen auch 2 Teile geben wird. Der 2. soll erst Herbst 2019 in die Kinos kommen.
Da warte ich lieber bis es komplett verfügbar ist.

Olphas 24 Trolljäger - - 48504 - 7. September 2017 - 16:43 #

Ich hab das Buch mit 15 oder 16 gelesen ... das war schon ziemlich traumatisierend. :D Allerdings bin ich mit steigendem Alter eher immer weniger für Horror jeglicher Art zu begeistern. Ich vertrag das einfach nicht mehr so wie früher ;) Daher werde ich den Film vermutlich erstmal auslassen.

Aber gern gelesen hab ich den Bericht allemal :)

timeagent 16 Übertalent - P - 5259 - 7. September 2017 - 17:29 #

So einen spoilerfreien Filmbericht darf Benjamin gerne öfter bringen.

Den ersten Teil fand ich damals super gruselig. Da war ich wohl etwas zu jung für. Hab mich seitdem auch geweigert, den Film nochmal zu gucken.
Der Trailer vom Remake war mal nicht schlecht und ich werd ihn sicherlich gucken.

Falkenfreund87 11 Forenversteher - 717 - 7. September 2017 - 17:53 #

Ich habe shcon überlegt ob ich mir den alten Film nicht doch nochmal angucke, zur Traumabewältigung^^'

Tim Curry ist echt der Wahnsinn!

timeagent 16 Übertalent - P - 5259 - 7. September 2017 - 19:40 #

Das wäre natürlich ne Maßnahme ;)

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11553 - 7. September 2017 - 17:41 #

Danke für die Kritik. Ich werde mir den Film mal anschauen, auch wenn ich mit dem Buch nie warm geworden bin.

Despair 16 Übertalent - 4963 - 7. September 2017 - 17:43 #

Ich habe die TV-Version dieses Jahr seit langer Zeit mal wieder geschaut, und das Ergebnis war doch ziemlich ernüchternd. Schauspielerisch und tricktechnisch hatte ich den Film weitaus besser in verklärter Erinnerung. Trotzdem gibt's einige Szenen, die auch heute noch hervorragend funktionieren und atmosphärisch nach wie vor klasse sind. Und Tim Curry als Pennywise ist halt' ne Wucht.

Ich hätte zwar lieber 'ne Serie zu "Es" gesehen, aber die Rezension zum ersten Teil der Neuverfilmung lässt mich schonmal hoffen, dass hier etwas besseres abgeliefert wird als der nach den Trailern unsäglich anmutende Schinken zur Revolvermann-Saga.

Toxe 21 Motivator - P - 30839 - 7. September 2017 - 17:53 #

Niemals. :-)

Drapondur 26 Spiele-Kenner - - 72079 - 7. September 2017 - 18:42 #

Schöner Bericht! So etwas kann hier ruhig öfter mal erscheinen. :)

Mantarus 16 Übertalent - P - 5349 - 7. September 2017 - 20:04 #

Das wird nach Jahren wieder mal ein Film den ich mir im Kino ansehen werde. Danke für den Text auch wenn ich mir nur die ersten Absätze durchgelesen habe. :)

Trollschoppe 03 Kontributor - 11 - 7. September 2017 - 20:46 #

'Stand by me' und 'The Shawshank Redemption' sind für mich bisher die besten Stephen-King-Verfilmungen; gerade eben weil sie keine Horrorfilme sind, stattdessen das Lebensgefühl eines ganzen Lebens, welches hauptsächlich in den 30ern bzw. 50er Jahren in Amerika spielt perfekt - also glaubwürdig mit sympathischen und abstoßenden Charakteren - einfängt (Genre Americana). 'The Green Mile' tut dies ebenfalls, fällt aber etwas ab. 'Es' ist meiner verschwommenen Erinnerung nach der Horrorfilm, der diesen Lebensabschnitts-Biographien am nächsten kommt und sich auch viel Zeit nimmt abseits der Horrorpassagen die Charaktere zu entwickeln... Staudammbauen jaa, aber keine Blutegel an den Eiern, Wesley Crusher ;)

Deep4 10 Kommunikator - 399 - 8. September 2017 - 10:20 #

"Stand by me" habe ich damals im Kino gesehen, da war ich 12 Jahre alt (so wie die Kinder im Film). Ich fand den Film schon damals klasse weil er authentisch rüberkam, und die Charaktere der Jungs sehr sympathisch waren. Ich weiß noch das ich am Ende das eine oder andere Tränchen weggedrückt habe als die Off-Stimme von Gordon über den Tod von Chris berichtet hat. Da muss ein Film schon verdammt viel richtig machen. Ein toller Coming-of-age Film, auch nach über 30 Jahren noch!

TheRaffer 16 Übertalent - - 4208 - 7. September 2017 - 21:27 #

Danke für den Bericht. Ist eine gute Idee, sowas ab und zu mal einzustreuen.

Leider wird mich auch dieser Film nicht davon überzeugen, dass es sich bei ES wirklich um guten Stoff handelt. ;)

Arno Nühm 15 Kenner - - 2822 - 7. September 2017 - 21:44 #

Schöne Filmkritik. Gerne mehr von dieser Art Content :-)

Tommylein 14 Komm-Experte - P - 1982 - 7. September 2017 - 21:58 #

Gefällt mir sehr gut das ihr auch über Filme berichtet. Dürft Ihr gern öfter machen ;)

roxl 11 Forenversteher - P - 745 - 7. September 2017 - 23:49 #

Die 'originale' Fratze brachte eine ganze Generation um den Schlaf und kostete Ronald Mc Donald den Job. Wird schwierig dagegen anzugruseln.

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2640 - 7. September 2017 - 23:59 #

Also ich fand den Film mässig bis schlecht:
Den neuen Pennywise finde ich null beängstigend. Finde die Darstellung eher albern, vor allem bei der Szene mit dem Diaprojektor musste ich laut lachen ob des dummen Gesichtsausdrucks.
Am schlimmsten finde ich aber, und daran kranken die meisten neuen Horrorfilme, das der "Horror" fast nur über die Musik und Jumpscars kommt. Diese pseudobedrohlichen Soundteppiche die einen anschreien "JETZT wird es gruslig, los hab Angst" und dann die vorhersehbaren Jumpscares...gähn. Wo bleibt der Horror der sich langsam und subtil im Kopf entfaltet? Bei der Buchvorlage entwickelt sich der Horror schleichend und wird immer bedrohlicher, in der Neuverfilmung ist alles irgendwie mit dem Holzhammer gewollt.
Im GG-System würde ich ne 60 vergeben und hoffe das der neue Blade Runner besser wird.

Harry67 16 Übertalent - P - 4161 - 8. September 2017 - 5:55 #

Blade Runner wird immerhin keine Neuverfilmung - die wäre aus meiner Sicht sehr überflüssig, sondern ein Sequel. Das macht es schon spannend.

blobblond 19 Megatalent - 18447 - 8. September 2017 - 10:16 #

Eine 60, beim GG-Wertesystem von 0 bis 10?Oo
Ok!

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2640 - 8. September 2017 - 15:15 #

Da fehlt ein . :-)

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 24579 - 8. September 2017 - 1:53 #

Vielen Dank für die tolle Kritik! Wenn möglich, gerne öfter solche Artikel :)

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21883 - 9. September 2017 - 4:57 #

Kommt hier ja scheinbar sehr gut an, aber ich möchte trotzdem erwähnen, dass ich solche Berichte, besonders wenn an anderer Stelle darauf hingewiesen wird, das man z. B. Wertungskonferenzen nicht mehr in den Podcast-Feed aufnehmen kann, weil sich "die 5min hier und da läppern", hier für absolut unnötig und überflüssig halte.

Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 9. September 2017 - 11:54 #

Ach so, ich dachte bislang immer, dass die Redaktion intern festlegt, für was die zeitlichen Ressourcen aufgewendet werden und nicht irgendjemand anders...

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21883 - 9. September 2017 - 19:14 #

Und deswegen darf ich nicht erwähnen, dass mir diese Aufteilung nicht gefällt?

Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 9. September 2017 - 19:20 #

Doch, das darfst Du, aber ich darf auch darauf reagieren.

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21883 - 9. September 2017 - 19:32 #

Die Antwort klang halt sehr danach, als würde ich Ansprüche auf eure internen Planungen stellen und das ist absolut nicht der Fall, nur halt das ich persönlich die Prioritäten falsch gesetzt finde.

Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 9. September 2017 - 23:44 #

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir legen fest, in was wir unsere Zeitressourcen stecken. Dass Dir das vielleicht nicht gefällt mag sein, und niemand verbietet Dir, diese Haltung kundzutun, aber das ändert nichts daran, dass wir entscheiden und nicht irgendjemand, der die Prioritäten anders setzen würde. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 24579 - 9. September 2017 - 23:48 #

Wunderheiler hat auch nicht für sich beansprucht, darüber Entscheidungen fällen zu können / dürfen. Ich weiß nicht, wo Du das jetzt herausliest.

Harry67 16 Übertalent - P - 4161 - 9. September 2017 - 19:27 #

Ich hätte jetzt eher mit einer sachlichen Entgegnung gerechnet. Aber man kann natürlich auch ein Statusproblem draus machen.

Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 9. September 2017 - 23:50 #

Welche Art der "sachlichen Entgegnung" soll es denn Deiner Meinung nach geben? Ich denke, ich habe es in der letzten Antwort an Wunderheiler auf den Punkt gebracht (und in einem anderen Kommentar erläutert, weshalb ich diesen Artikel für interessant genug hielt, um was dazu zu machen): Wir ignorieren die Community und deren Wünsche gewiss nicht, das wäre auch schlichtweg dämlich. Aber die Entscheidung, was wir machen oder was vielleicht auch nicht liegt letztlich bei uns. Das war immer so und wird auch immer so sein.

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 65909 - 10. September 2017 - 7:35 #

Und das ist auch gut so! :)

Harry67 16 Übertalent - P - 4161 - 10. September 2017 - 8:55 #

Deine letzte Erläuterung war ja auch absolut in Ordnung. Die hast du übrigens zeitlich nach meinem Kommentar geschrieben.

Ich verstehe nicht warum du jetzt schon mehrfach versuchst, mit dieser Betonung auf "Wer entscheidet?" hier offene Türen einzurennen. Für mich und wohl die allermeisten hier ist das absolut kein Thema. Ungefähr so relevant, wie die Aussage "Ich atme".

Die Kritik von Wunderheiler bezog sich schlicht auf die von ihm subjektiv wahrgenommene Widersprüchlichkeit in der Kommunikation. Das ist valide, nicht im geringsten übergriffig und fragt eher nach einer Erläuterung - aber doch nicht nach der Statuskeule?

Edit: Du hast sie zeitgleich geschrieben, sehe ich gerade

Simonsen 16 Übertalent - 4163 - 9. September 2017 - 14:40 #

Wird wohl auch einfach ein Testballon sein.

Ich persönlich brauche das nicht, ich mag zwar die Zielgruppe von GG sein, aber nicht vom Filmreviews. Ich mag in meinem Leben höchstens eine Hand voll Filmkritiken und die dann auch eher versehentlich gelesen haben.

Und ja - auch wenn es nicht in Relation stehen mag, wäre mir eine Wertungskonfi mehr auch weit lieber.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 36856 - 9. September 2017 - 15:07 #

Auf mich macht das den Eindruck, dass Benjamin mit Christoph privat auf dem Filmfest war und den Film gesehen hat und dann halt spontan ne Kritik dazu geschrieben hat und nicht als ob jetzt Redaktionsressourcen verschwendet wurden, weil hier in Zukunft mehr und mehr Filmkritken kommen sollen.

Benjamin Braun Redakteur - P - 341286 - 9. September 2017 - 19:26 #

So ungefähr. Christoph und ich haben den Film im Rahmen des Fantasy Filmfest gesehen und die Entscheidung, etwas darüber als "Tellerrand"-Artikel zu schreiben, fiel recht spontan. Gemacht hätte ich es nicht, wenn ich nicht wüsste, dass der Film gerade bei den Leuten, die grob meinem Jahrgang entsprechen (was ja einen großen Teil der User von GG ausmacht), auf Interesse stößt.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1339 - 9. September 2017 - 9:27 #

Neben Nightmare on Elmstreet zuständig für das größte Trauma meiner Kindheit.. den guck ich garantiert nicht. ;)

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 65909 - 9. September 2017 - 11:23 #

Geh weg mit Freddy.....ich hab nach Nightmare 2 nächtelang kein Auge zugemacht...

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 24579 - 9. September 2017 - 23:44 #

So ging es mir damals mit den ersten beiden Alien-Filmen, die im Rahmen eines frühjugendlichen Geburtstages konsumiert wurden.

Despair 16 Übertalent - 4963 - 10. September 2017 - 10:04 #

Mich hat im zarten Alter von neun Jahren Carpenters "The Fog" fertiggemacht. Inzwischen kann ich den aber entspannt schauen. ;)

TheRaffer 16 Übertalent - - 4208 - 14. September 2017 - 21:13 #

Ohja, Alien hat mir da auch die eine oder andere schlaflose Nacht bereitet. :)

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