Witcher 3: Blood and Wine Interview

"Geralt kehrt nie wieder zurück"

Benjamin Braun / 10. Mai 2016 - 16:00
Das zweite Addon zu The Witcher 3 soll definitiv der letzte Teil der Reise von Geralt von Riva sein und CD Projekts epischem Rollenspiel die Krone aufsetzen. Wir haben mit den Machern unter anderem über das neue Gebiet, märchenhafte Quests, das Fehlen von Elf Iorweth und Geralts Kameo-Auftritt im SF-RPG Cyberpunk 2077 gesprochen.
Im Oktober 2007 feierte Monsterjäger Geralt von Riva sein Videospiel-Debüt in The Witcher auf PC. Es war aber nicht nur seine Premiere, sondern auch die des Entwicklerstudios CD Projekt Red. Nach der Fortsetzung The Witcher 2 - Assassins of Kings (Test: Note 8.5) und dessen späterer Umsetzung für Xbox 360 hat der in Warschau ansässige Entwickler im Mai 2015 bereits das dritte Kapitel des Abenteuers vom weißhaarigen Monsterjäger veröffentlicht. Schon früh hieß es, dass The Witcher 3 - Wild Hunt (Test: Note 9.0) den Abschluss einer Trilogie bilden wird. Doch ganz vorbei ist es noch nicht. Zwei Addons sollte es geben, von denen die erste, Hearts of Stone (Test: Note 9.0) bereits verfügbar ist.

Ab dem 31. Mai werden wir in Blood and Wine endgültig die letzten Quests mit Geralt lösen, Bosskämpfe bestreiten und ganz sicher auch der einen oder anderen Dame unsere Narben zeigen – am ganzen Körper! Wir haben bei unserem Besuch in Warschau (zur Hands-on-Preview geht's hier lang) den Questdesigner Philipp Weber und den deutschen Pressechef Fabian Döhla zu Blood and Wine befragt – und natürlich auch Cyberpunk 2077 thematisiert.

Witcher 3: Blood and Wine – Interview mit dem Questdesigner


GamersGlobal: Die in Hearts of Stone waren besonders kreativ und abwechslungsreich. Was erwartet uns in Blood and Wine, insbesondere in Bezug auf die Buchvorlage?

Jetzt hauen wir alles raus, was wir können
Philipp Weber: Also ich würde sagen es kommt nochmal deutlich mehr. Mit The Witcher 3 haben wir erfahren, was wir gut können, und haben auch den Umgang mit unseren Tools verbessert. Das heißt, wir können Sachen machen, die wir bei Witcher 3 noch nicht konnten. Bei Hearts of Stone haben wir das bereits genutzt. Bei Blood and Wine, das eine etwas längere Entwicklungszeit hatte als Hearts of Stone, haben wir dann gesagt: „Okay, es ist das letzte Adventure von Geralt, jetzt hauen wir quasi alles raus, was wir können.“ Wenn wir eine kreative oder verrückte Idee hatten, haben wir uns einfach vorgenommen, es zu machen. Es ist die letzte Chance, wir hauen quasi alles raus, was wir an Quests können.

GamersGlobal: Ist das neue Gebiet komplett in sich geschlossen oder gibt es auch gebietsübergreifende Quests?

Philipp Weber: Es gibt wenige, weil wir natürlich wollten, dass das neue Gebiet Touissant ist. Aber es gibt durchaus gebietsübergreifende Dinge. Du wirst Sachen sehen, die sich in Novigrad dann ändern oder vielleicht einen Charakter treffen, der aus Touissant stammt und im Laufe einer Quest Touissant verlassen hat. Wenn du Glück hast, kannst du ihn im Hafen von Novigrad treffen und mit ihm sprechen. Touissant ist ein eigenes, großes Gebiet. Aber es ist Teil der Witcher-Welt, und die Charaktere leben in dieser Welt. Das heißt, es kann durchaus passieren, dass jemand nach Novigrad geht.

Erhöhter Einfluss der Spieleraktionen auf die Welt


GamersGlobal: Man kann auch Blood and Wine im komplett von der Hauptquest unabhängigen Modus spielen. Tut man das nicht: Gibt es Quests, die Einfluss auf die Haupthandlung oder deren Ende nehmen?

Philipp Weber: Nicht direkt. Die Hauptstory bleibt dieselbe wie von The Witcher 3 - Wild Hunt, aber wir haben uns natürlich ein paar Sachen überlegt, da es das letzte Abenteuer von Geralt ist. Wenn jemand die Hauptstory bereits gespielt hat, und da gibt es ja die gewissen Ende oder Entscheidungen, die wir getroffen haben, dann passiert vielleicht was in Blood and Wine. Es hat also schon eine gewisse Verbindung zur Hauptstory.
 
GamersGlobal: Wie sieht es mit Auswirkungen unserer Aktionen auf die Spielwelt aus? Da gab es im Hauptspiel ja nicht viel, das sich nennenswert dadurch veränderte hätte..

CD-Projekt-Questdesigner Philipp Weber während unseres Interviews im Entwicklerstudio in Warschau.
Philipp Weber: Uns war bewusst, dass das einer der Kritikpunkte an Wild Hunt war. Die Mainquest wird die Welt und Touissant deutlich verändern. Ich will jetzt natürlich nichts vorwegnehmen, aber man sieht eine deutlich größere Veränderung als beispielsweise im Hauptspiel und die Open-World soll ein bisschen dynamischer sein. Wir haben ja diese Points of Interest, das heißt, wenn ich jetzt einen Banditenkampf austrage und alle umbringe, auch den Anführer, dann wird es deutlich weniger Banditen im Umkreis geben.

GamersGlobal: Bezug zu den zentralen Figuren der Haupthandlung gibt es schon mal. In der Stadt übergab uns eine Bote einen von Yennefer.

Philipp Weber: Hat er Trinkgeld gekriegt?

GamersGlobal: Ich habe es ihm angeboten, aber er wollte es nicht haben… Aber bei Yennefer muss ich natürlich an möglichen Liebschaften Geralts denken. Kriegt er die Herzogin?

Philipp Weber: Es wäre natürlich zu viel Spoiler, so etwas vorwegzunehmen, aber ich weiß nicht ob du die Witcher-Bücher gelesen hast.

GamersGlobal: Zumindest größtenteils.


Philipp Weber: Okay, da gibt es nämlich ein paar Hinweise darauf, was mit der Herzogin passiert, warum die Herzogin vielleicht mit Geralt oder vielleicht nicht mit Geralt etwas machen würde. Aber Geralt bleibt Geralt.

Wiedersehen mit bekannten NPCs

GamersGlobal: Treffen wir auch NPCs wieder, die bereits im Hauptspiel eine Rolle spielten?

Philipp Weber: Das gibt es an der einen oder anderen Stelle, aber jetzt nicht total häufig, weil natürlich einige 1000 Kilometer zwischen Touissant und Novigrad oder Skellige liegen. Es muss dann natürlich Sinn ergeben, wenn ein Charakter vom Hauptspiel dahin geht. Aber es gibt durchaus welche.

GamersGlobal: Das heißt, plötzlich könnte Rittersporn neben mir stehen und Lieder über meine Taten singen.

Philipp Weber: Möglicherweise.
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Der Hexer kann die Finger nicht von den Damen lassen. Wird er sich mit der Herzogin (zweite von rechts) einlassen?
Benjamin Braun Redakteur - 280826 - 10. Mai 2016 - 14:19 #

Viel Spaß beim Lesen!

Meilo 12 Trollwächter - 1185 - 10. Mai 2016 - 16:34 #

Schönes Interview. Zum Glück wurde fast nix gespoilert.

The HooD 12 Trollwächter - P - 938 - 10. Mai 2016 - 19:20 #

Man hätte Iorweth und Saskia niemals streichen dürfen. Absolute Fehlentscheidung!

Man hat Roche auch eine große Nebenquest in Teil 3 gegeben. Fast alle Entscheidungen die man ab Akt 2 in the witcher 2 geroffen hat (sofern man mit den Elfen geht) haben somit auf Teil 3 keine Auswirkungen.

*Kleiner spoiler:

Gerade die allerletzte Entscheidung, ob ich Triss oder Saskia helfe verkommt zum Witz in Teil 3. Sehr schade.

Spoiler ende*

Natürlich spielen die Scoiatel angesichts der nilfgardischen Invasion eine untergeordnete Rolle, aber gerade in Kriegszeiten wäre es interessant gewesen zu sehen wie sie sich verhalten. Und vorallem wie sich das neue Aedirn unter der Führung von Saskia im Krieg verhält. Dazu waren Iorweth und Saskia einfach zwei sehr interessante Charaktere.

Ich glaube eher ihnen ist die Zeit ausgegangen um das alles noch ins Spiel zu packen und nicht, dass ihnen zu den Scoiatel ncihts mehr eingefallen ist.

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 10. Mai 2016 - 22:29 #

Ja, fand ich auch blöd und auch nicht nachvollziehbar, da ansonsten ja wirklich *alle* wichtigen Charaktere aus Witcher 2 zumindest einen kleinen Auftritt hatten, sogar solche, die in Teil 2 sterben konnten.

Iorweth hätte mir im Umfang von Lethos Auftritt ja gereicht, sone kleine Nebenquest, während der er einem hätte erzählen können was in Aedirn los ist, wies Saskia geht und wies ihm so ergangen ist. Mehr hätte es gar nicht gebraucht.

Aber das man den Teil der Geschichte, für den sich, soweit ich weiss, auch der überwiegende Teil der Spieler entschieden hat, einfach so komplett unter den Tisch fallen lässt, ist für mich, wie gesagt, nicht nachvollziehbar.

The HooD 12 Trollwächter - P - 938 - 11. Mai 2016 - 0:07 #

Mit so einem Auftritt in Länge von Lethos wäre ich zwar auch nicht vollends zufrieden gewesen, aber wie du schon sagtest in dieser Form hätte zumindest Iorweth erzählen können was passiert ist. Ein Auftritt von beiden (also inklusive Saskia) wäre jedoch am besten gewesen. Schließlich ist Saskia eine verdammt wichtige Person geworden.

War nachm Durchspielen sehr enttäuscht, dass beide gefehlt haben und hatte sher auf einen DLC mit beiden gehofft. Daraus wird ja nun leider nichts mehr...

Iorweth rauszuschneiden, obwohl es eigentlich geplant war ihn auftreten zu lassen macht die Sache umso ärgerlicher.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6657 - 10. Mai 2016 - 21:08 #

Toll, ich freue mich schon sehr darauf :)

Fohlensammy 16 Übertalent - 4154 - 11. Mai 2016 - 10:47 #

Schönes Interview! :)

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