Funcoms nächster Streich:

Ragnar Tornquist über Secret World Interview

Ragnar Tornquist schuf das Adventure The Longest Journey. Sein neues Projekt The Secret World ist ein MMO und soll neue Wege im Bereich des Storytellings beschreiten. Eine Welt voller Geheimnisse und einer global vorangetriebenen Handlung. Kleine Einblicke in die die Post-Conan-Ära bei Funcom.
Jörg Langer 13. Mai 2009 - 23:06 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
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GamersGlobal: The Secret World ist ein MMO. Was glaubst du, qualifiziert gerade dich, ein MMO zu machen? MMOs waren bislang nicht Teil deines Repertoires, sondern Adventures.

Ragnar Tornquist: Nein, das waren sie bislang nicht, obwohl ich zuletzt an einem MMO gearbeitet habe, das allerdings eingestellt wurde: Midgard. Ich habe früher auch zu Anarchy Online beigetragen. Aber du hast recht, ich bin nicht der größte MMO-Spieler auf der Welt. Ich liebe MMOs, ich mag die Idee hinter MMOs. Aber sie sind sehr zeitintensiv und ich bin der Meinung, dass die großen MMOs von mir sehr hohe Zeitinvestitionen verlangen, die ich nicht mehr habe. Ich bin 38, ich habe ein Kind und eine Familie. Es ist sehr schwer, Zeit für so etwas zu finden. Darum spiele ich viel lieber Action-Adventures auf den Konsolen. Spiele, bei denen ich mich einfach hinsetzen und genießen kann.

Wir wollten viel mehr Leben in die MMOs bringen.
Was wir zu Beginn von Secret World festgelegt haben, und was mich daher in gewisser Weise für das Projekt qualifiziert, ist, dass wir viel mehr Leben in die MMOs bringen wollten. Wir wollten das Gefühl vermitteln, sich einfach nur hinsetzen, den Controller oder Maus und Tastatur nehmen und Spaß haben zu können. Du musst nicht erst mehrere tausend Stunden spielen, um an einen bestimmten Punkt zu gelangen. Du kannst mitmachen und bist von Anfang an Teil des Ganzen. Das ist das, was ich einbringe. Wir haben aber auch ein hochqualifiziertes Team. Diese Leute haben an Anarchy Online, Age of Conan und Everquest gearbeitet.

Das Böse zieht ein in der Welt und zahlreiche Menschen wappnen sich zum Kampf.


GamersGlobal: Das eingebaute Problem bei MMOs  ist doch, dass du immer Tausende von Spielern hast. Wie gibst du ihnen das Gefühl, einzigartig zu sein?

Ragnar Tornquist: Ich denke, das ist gerade eine der Herausforderungen. Dem Spieler klarzumachen, dass er nicht der Held ist. Er ist ein Held, alle sind Teil einer Armee von Helden. Das ist etwas, was wir auch vermitteln. Ja, du bist auserwählt, aber eben viele andere Leute genauso. Die Dunkelheit wird stärker und jemand muss eine Armee aufstellen und sie bekämpfen. Das ist die Geschichte, die wir erzählen wollen. Aber wenn es um die einzigartige Erfahrungen beim Durchwandern der Spielwelt geht: Ein Großteil der Handlung dreht sich nicht um die Frage, wo du in diese Welt passt. Es geht darum herauszufinden, was in der Welt geschieht! Es ist wie ein riesiges Puzzlespiel. Man findet kleine Bausteinchen, setzt sie zusammen und sieht, wie hier und dort ein Muster entsteht. Dann tauscht du dich mit anderen Leuten aus und versuchst gemeinsam mit ihnen, alle Teile zusammenzusetzen. Das ist die Handlung! Gleichzeitig wirst du mit Charakteren interagieren, du wirst Missionen erledigen und unmittelbar Storybelohnungen bekommen. Ich halte MMOs für einen großartigen neuen Raum zum Geschichtenerzählen, der bislang noch nicht in seiner Gänze erforscht wurde. Wir wagen zumindest einen Schritt in die richtige Richtung.

GamersGlobal: Wird die Handlung global oder vom Spieler vorangetrieben?

Ragnar Tornquist: Jeder Spieler muss das Geheimnis hinter dieser Welt erst mal für sich selbst ergründen. Aber wir werden nach dem Launch Dinge dafür entwickeln, die die Welt hoffentlich genauso vorantreiben. Wir werden Erweiterungen darauf aufbauen, wir werden mit Upgrades kommen, wir werden mit neuem Content kommen, der die Handlung auf globalem Wege vorantreiben wird.

Blümchenwiesen gehörten bislang nicht zum Repertoire der Präsentation von The Secret World, sondern Düsternis und Tristesse. Funcom wendet sich erneut an ein älteres Publikum.

Vincent 15 Kenner - 3129 - 15. Mai 2009 - 13:46 #

Vermutlich das einzige MMO, für das ich mich in nächster Zeit interessieren werde.

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 19. Mai 2009 - 23:26 #

Warum? Ist doch so gut wie gar nichts darüber bekannt ...

Vanguard 13 Koop-Gamer - 1264 - 20. Mai 2009 - 18:21 #

Geht mir ähnlich, einfach weil es so gar nicht wie das langweilige WoW und Co. zu werden verspricht.

Name 20. Mai 2009 - 6:38 #

hm... MMOs sind eher kompetitive spiele. daß spieler in mmos selten zusammenspielen liegt eher an den spielern als an den spielen. einfach einen gemeinsamen feind reinzukloppen und zu sagen: "keiner von euch ist was besonderes", wird imho keinen erfolgssüchtigen, der zB bei wow mit heftigster megarare-ausrüstung und mit dem vorzeigen sinnloser aber mühsam gesammelter items nur zur profilierung antritt vom hocker hauen. die in quests erzählte story wird meistens bei mmos 'weggeklickt' und auch pvp sollten sie sich schon früh gedanken machen, da das eines der hauptaugenmerke vieler spieler (nicht von mir) ist, was sie ja aber wohl nicht haben.
man wird sehen, was draus wird. bis das rauskommt, gibts wahrscheinlich wow kaum noch und die darauffolgende generation verabschiedet sich auch schon fast.
Das wird bei mmos sicher eh so wie bei der papstwahl. UO+Everquest regieren lange... dann kommen kurze regentschaften (anarchy&daoc) und danach wieder lange (wow) und danach muss es wieder wegwerfer geben.

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 20. Mai 2009 - 20:08 #

hmm denke eher das hier ( http://www.youtube.com/watch?v=y-y20gIDHlE)
wird die nächste generation von mmos. viel actionbetontere und skilllastigere kämpfe als jetzt und unreal 3 engine aufwärts als graphikengine aber abwarten wie sowas vom markt aufgenommen wird.

perry2 13 Koop-Gamer - P - 1450 - 23. Mai 2009 - 6:51 #

unterschaetzt mir den veroeffentlichungstermin nicht!
ALLE hersteller von onlinespielen haben mittlerweile angst vor Blizzard.
wozu solche angst fuehrt ,hat man sehr gut am beispiel von WotLK und WAR gesehen.
WAR musste auf teufel komm raus ,vor WotLK erscheinen ... das ergebniss hat man dann gesehen.
ein halbfertiges ,schlecht ausbalanciertes WAR erschien und bekam/bekommt die quittung.
ok , WAR war nicht ganz so katastrophal wie AoC ,aber trotzdem haette ihm noch mindestens ein halbes jahr entwicklung und testarbeit gut getan.
ich bin mir ziemlich sicher ,das nach der ,vor kurzem erfolgten ankuendigung von Blizzard, an einem neuen onlinespiel zu arbeiten ,wieder das grosse bibbern angefangen hat.
wann werden die veroeffentlichen ?
ueberschneidet sich der termin mit unserem ?
welche art onlinespiel entwickeln sie ?
wie sich dieser art von erfolgsdruck auswirkt ,werden wir in den naechsten jahren erleben ...

perry2

prax 10 Kommunikator - 465 - 25. Mai 2009 - 23:11 #

Ich will jetzt keinem das Game madig machen oder so, aber es ärgert mich schon das Funcom nun Geld in TSW pumpt anstatt sich auf die Baustelle mit dem Namen Age of Conan zu konzentrieren. Es hat sich zwar viel getan, aber meiner Meinung nach noch nicht genug. Obwohl ich es immernoch mit Begeisterung spiele.

Aufgrund meiner Erfahrung mit AoC und eben Funcom, bin ich wirklich vorsichtig was TSW betrifft.

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