"Rugby statt GTA 4"

Im Gespräch mit Prof. Christian Pfeiffer Interview

Prof. Dr. Christian Pfeiffer leitet das KFN, das regelmäßig mit computerspielekritischen Publikationen aufwartet. GamersGlobal diskutierte mit dem ehemaligen Justizminister Niedersachsens über GTA 4, WoW und den "militärisch-industriell-medialen Komplex".
Jörg Langer 12. Mai 2009 - 15:59 — vor 7 Jahren aktualisiert

GamersGlobal: Professor Pfeiffer, für die Spieler und die Spiele-Industrie sind Sie ein rotes Tuch.

Prof. Dr. Pfeiffer: Es ist unvermeidbar, dass wir die Interessen der Industrie tangieren, wenn wir etwa die Empfehlung abgeben, Bildschirme aus den Kinderzimmern zu werfen. Aber wir haben nicht speziell ein Feindschaftsverhältnis. Wir könnten uns vorstellen, dass die Industrie einmal Spiele produziert, über die wir ganz begeistert sind.

GamersGlobal
: Also Spiele, die frei von jeder Gewaltdarstellung sind.

Prof. Dr. Pfeiffer: "Gewaltfrei" würde ich nicht sagen, aber nicht mit solchen exzessiven Gewaltorgien, wie man sie bei Der Pate oder GTA 4 sieht. Wenn es Spiele gibt, die schlicht die Spiellust befriedigen, wie wir das früher mit Brettspielen getan haben, dann ist nichts dagegen einzuwenden.

Blut und Morde: Solche Szenen machen deutlich warum GTA4 keine Jugendfreigabe erhalten hat.

GamersGlobal: GTA 4 hat weltweit höchstes Lob von Medienseite bekommen, etwa von der New York Times. Nämlich als Meilenstein der interaktiven Unterhaltung, als bitterböse Gesellschaftssatire.

Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Prof. Dr. Pfeiffer: ... nein, das ist kein Meilenstein, das ist exzessive Gewalt und übersteigt vieles, was es bislang gab! Wir haben das Spiel komplett nachgespielt, es hätte indiziert werden müssen! Es wird zum Prestigeobjekt auf den Schulhöfen, weil die Journalisten es in einem wahren Medienhype gefeiert haben. Wenn ich bei meinen wöchentlichen Veranstaltungen, bei denen ich 500 Kinder erreiche, frage, wer aktuell GTA spielt, dann sind es bei den 14jährigen Jungen schon etwa ein Drittel! Der Jugendmedienschutz funktioniert überhaupt nicht, die Klassifizierung "ab 18" wirkt eher wie ein Ritterschlag.
 
GamersGlobal: Ich spiele GTA 4 mit großem Vergnügen. Besonders freut mich die satirische Abrechnung mit den Auswüchsen der US-Populärkultur. Ihnen ist das nicht aufgefallen?

Prof. Dr. Pfeiffer
: Ich sehe diese ironischen Elemente sehr wohl, aber GTA 4 trainiert viel zu sehr exzessive Gewalt. Und es hat Untertöne, die völlig inakzeptabel sind: Einmal wird ein Diamantenhändler getötet, der ist Jude und verhält sich genau so wie "Jud Süß". GTA 4 sollte konsequenter von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden. Und das geht heutzutage nur im Wege der Indizierung.

 

Ralph 11 Forenversteher - 642 - 15. Mai 2009 - 12:49 #

Na so hundertprozentig scheint der liebe Herr Dr. Pfeiffer auch nicht informiert zu sein. Gibt er doch in seiner ersten Antwort auf Seite 3 zu verstehen, er könne "nachvollziehen, dass die USK das erste Spiel – in Unkenntnis seiner Suchtwirkung – als "ab 12" eingestuft hat. Aber in der aktuellen Version werden Menschen getötet ..."
Ich kann mich an ein Quest erinnern (sollte man in Brill aktiv sein), wo man einen Zwerg - also im weitesten Sinnen ja auch "menschlich" - vergiften muss, indem man ihm einen Giftcocktail zu trinken gibt.
Wenn es ihm also nur darum ginge, dann hätte auch schon die Urversion ab 18 gehört.

Ich denke, es gibt einen - beileibe nicht immer positiven - Generationenwandel. Aber die Verantwortung dort einzuwirken, daß unsere Kinder nicht "böse" werden, liegt meines Erachtens in den Händen der Eltern, nicht in denen der Politik bzw. Gesetzgebung.

Und Computerspiele, ob nun mit Gewaltdarstellung oder nicht, als Sündenbock darzustellen ist von weit her geholt. Letzlich auch ein Politikum in der Zeit vor der Wahl.
Vielleicht sollte man sich mal fragen, ob es nicht auch was damit zu tun hat, daß viele (vielleicht alle?) Amokschützen in Schützenvereinen waren? Ehrlich gesagt denke ich sleber, daß das genausowenig zutrifft, wie die Theorie über die bösen "Killerspiele".

Fakt ist meiner Meinung nach, daß schon das ganze Umfeld dieser Leute nicht stimmen kann. Ich spiele selbst auch solche Spiele, viele meiner Freunde tun es, aber keiner von uns käme auch nur im entferntesten auf die Idee, das ganze in der Realität umzusetzen. Also sollte man wohl eher das (soziale) Umfeld unserer Kinder im Auge behalten, und wie schon gesagt, sind hier die Eltern gefragt.

darud 09 Triple-Talent - 272 - 15. Mai 2010 - 12:01 #

Selbst in Goldshire, das Anfangsgebiet bei Stormwind muss man Menschen töten. Da laufen jede menge Banditen & Co. rum. Ausserdem den Hogger Raid nicht vergessen!

DarkVamp 12 Trollwächter - 905 - 15. Mai 2009 - 13:23 #

Nun da ich mich (in erster Linie dank der Medien!) genug über das Thema "Killerspiele" aufregen "durfte" habe ich für mich beschlossen das Thema einfach "auszusitzen". Es handelt sich hier ganz klar um ein Generationenproblem und ich versuche schon nicht mehr darauf zu hoffen das sich etwa Politiker ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen.
In 10-15 Jahren wird der große Teil des deutschen Bundestages in seiner Kindheit selber DOOM und QUAKE gespielt haben und damit komplett anders umgehen können.

WARTEN WIR ES EINFACH AB !

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 16. Juni 2009 - 0:43 #

Wie wir momentan sehn strebt allerdings die "ältere Generation" an den "Killerspielen" in Deutschland den Saft abzudrehn.
Und da es noch ein paar Jährchen dauern wird bis der erste ehemalige esportler im Bundestag sitzt ist es momentan an uns Spielern dafür zu sorgen dass solche Bestrebungen nicht Widerstandslos durchkommen .

Es einfach aussitzen ist auf jeden fall die schlechteste Option.

darud 09 Triple-Talent - 272 - 15. Mai 2010 - 12:07 #

Und wenn ich mir die Junge Union oder die Jung Liberalen ansehe, glaube ich kaum, das es hier Besserung gibt. Die wirken in ihren Meinungen konservativer als meine Großeltern.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 15. Mai 2009 - 20:43 #

Interessantes Interview. Aber hab ich das nicht schonmal gelesen?
Auf Seite 2 ist n unschöner Zeilenumbruch, kriegt man das schöner hin?

GamersGlobal: Sie empfehlen Rugby statt GTA 4?

Prof. Pfeiffer:
Die Schulen bieten Jugendlichen nur Wissensvermittlung

Genau. Es ist auch gar nicht so, dass Männer, die diese

Christoph Hofmann Redakteur - 55125 - 16. Mai 2009 - 7:43 #

Danke für den Hinweis. Das Zitat war schuld - ist nun behoben.

estevan2 14 Komm-Experte - 2006 - 15. Mai 2009 - 23:24 #

Eins muss man dem Herren Dr. lassen. GTA wird tatsächlich von allen Kiddys gespielt und das finde ich nicht richtig. Also sollte unsere Gesellschaft darüber nachdenken wie wir an dieser Problematik etwas ändern können. Ich bin davaon überzeugt das auch eine Indizierung, gar ein hates Verbot hier nicht helfen kann.

Außerdem sehe ich es als Ewachsener in diesem Land langsam nicht mehr ein das mir alles zensiert wird. Ich will nicht bevormuttert werden von unserem Staat.

Meiner Meinung nach fehlt es in der Gesellschaft an dem Bewußtsein was für Kinder gut ist oder nicht. Es muss mehr Aufklärung an Schulen und bei den Eltern geben und auch harte Strafen bei Zuwiederhandlungen halte ich für sinnvoll. 13 Jährige durfen kein GTA spielen dürfen und die USK wie auch die FSK mussen eine Strikte Linie bilden. Auch süchtig machende Online Welten wie WOW sollten nur von Erwachsenen nutzba sein. Am besten nur von Leuten die auch die Internet Flatrate bezahlen können.

Ich selbst habe schon Omas getroffen die für Ihren Enkel 18'er Titel kauften. Die kleinen wickeln OMA um den Finger und der kleine bestätigt noch kurz das dieses Spiel doh nicht so schlimm sei.

Warum nicht mal eine USK/FSK Fernsehkampagne auf mehrern Sendern. Diese Kampagne stellt die neuen großen Logos dar, und weckt ein Bewußt sein dafür das der Inhalt nicht geeignet ist. Nur dann weiß auch Oma und Eltern das ein USK Logo kein Qualitätsmerkmal für dieses Produkt ist.

Creasy (unregistriert) 16. Mai 2009 - 13:05 #

Solche Kommentare wie "Besonders freut mich die satirische Abrechnung mit den Auswüchsen der US-Populärkultur. Ihnen ist das nicht aufgefallen?" find ich ja immer wieder köstlich.. wie sich Europäer so schön abgrenzen, obwohl sie genauso dazugehören... aber egal. Witzig ist es auf jeden Fall immer wieder.

malcolmY 09 Triple-Talent - 292 - 16. Mai 2009 - 13:42 #

"Ich vermute aber nicht, dass es in Deutschland irgendeine Verbindung der Computerspiele-Industrie zur Bundeswehr gibt."

Sehr gut Watson, ihre Beobachtungsgabe ist bemerkenswert.

Wenn wird ihm denn mal erklärt, daß diese US-Trainingszentren nichts, aber jetzt wirklich GAR nichts mit dem zu tun haben, was man als "Computerspiel" bezeichnet?

Desweiteren liefern die Medien ein Spiegelbild der Gesellschaft und nicht umgekehrt. Das war schon immer so. Diese grundlegende Erkenntnis ist bei Herrn Pfeiffer auch noch nicht angekommen. Natürlich sollten keine Kinder GTAIV spielen. Aber man sollte sich fragen, warum es solche Spiele gibt und warum sie so erfolgreich sind.

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 17. Mai 2009 - 22:51 #

Genial-geführtes Interview.

1337g4m3r 04 Talent - 16 - 19. Mai 2009 - 17:15 #

Der Mann is dumm.

Herms 10 Kommunikator - 456 - 22. Mai 2009 - 12:53 #

@1337g4m3r: Ein Herr Dr. Pfeiffer hat sicherlich das Potential streitbare Thesen aufzustellen; Aber dumm ist er mit Sicherheit nicht.

Ein gut geführtes Interview. Auch wenn es nicht jedem passen wird: Ich würde Herrn Dr. Pfeiffer in einigen Punkten sogar zustimmen. Zum Beispiel halte ich es nicht für verkehrt die Alterseinstufung von World of Warcraft hochzusetzen - allerdings auf 16 Jahre.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340341 - 16. Juni 2009 - 11:10 #

Ich will hier niemanden schockieren, aber ich sehe das ganz ähnlich wie du. WoW könnte für Zwölfjährige durchaus problematisch wirken. Ich weiß nicht, ob man in diesem Alter schon überblickt, was man sich in Sachen Chancenreduzierung antut, wenn man statt zu lernen lieber Raids mitmacht.

"Ab 16" wäre da sicher hilfreich, aber das sind halt keine Kriterien, nach denen Altersfreigaben bestimmt werden. Und die Inhalte/die Darstellung finde ich -- Pfeiffers Beispiele erscheinen mir in diesem Punkt als haltlos, und nur auf den verbalen Effekt hin ausgerichtet -- auch nach den Addons keinesfalls "ab 16".

Prof. Pfeiffer und andere Bedenkenträger sollten vielleicht mal "Wiki" schauen, das läuft um kurz nach 19 Uhr im Kinderkanal und gilt jetzt nicht unbedingt als jugend- oder kindergefährdend -- dennoch gibt es dort diverse Kampfszenen, nach denen die dummen bösen Standardgegner leblos am Boden liegen bleiben.

Name 22. Mai 2009 - 13:11 #

ja, schlimm schlimm:Halbtagsschulen statt ganztägiger staatlicher Verwahrung in Ganztagsschulen
wieso nur gibt es dann die Amokläufe ausgerechnet an Schulen? sollte man nicht schulen erst ab 18 freigeben, weil die ja offensichtlich eine derart schlimme auswikrung auf kinder u. jugendliche hat?

bah, diese staatsgläubigkeit...als wenn nicht gerade die nazis und sozen gezeigt hätten, dass diktaturen ganztätige einflussmöglichkeiten auf ihre kleinen untertanen wollen.
fördert die Familien! seht zu, dass in jeder Familie nachmittags ein Elternteil daheim sein kann statt arbeiten zu müssen, fördert Vereine statt ihnen zuschüsse zu streichen und ihnen mit ganztagsschulen und G8 das zeitliche Wasser abzugraben.
und ja: PC, gar mit Internet und Fernseher gehören nicht ins Kinderzimmer!

M@rlon 12 Trollwächter - 1067 - 23. Mai 2009 - 11:53 #

Ich finde es erstmal gut das sich der Herr Pfeiffer hier den Fragen gestellt hat. Das hätte ich ihm so gar nicht mal zugetraut.

OK viele seiner Standpunkte sind festgefahrene Dinge die mal wohl nicht mehr lösen kann, dafür hat er einfach ein gewissen Alter überschritten und ist nicht mehr in der Lage gewissen Fakten unbefangen zu beurteilen, aber wie weiter oben schon gepostet sind auch einige Dinge wahr, z.B. das es leider viele Kinder und Jugendliche gibt die an Titel kommen die nicht für ihr Alter geeignet sind. Und genau da müsseen wir ansetzen, bei der sensibilisierung der Eltern und Aufsichtspersonen, diese müssen wieder in die Pflichten genommen werden in denen in noch meine Eltern gesehen habe.

Jetzt möchte ich noch was hier zu den Beiträgen loswerden, und zwar warum sind alle Kommentare bei mir links ein kleines Stück abgeschnitten? Liegt das noch an meinem uuuuuuralten Explorer?

JohnnyJustice 12 Trollwächter - 1057 - 27. Mai 2009 - 15:24 #

Es gibt in Deutschland seit Jahrhunderten eine Institution, die sich der Kontrolle des Medienkonsums von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Es kann und darf nicht sein, dass alle Bürger zu leiden haben wenn diese Instituon ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann oder will. Diese Institution nennt sich Eltern.

Carstenrog 16 Übertalent - 4838 - 16. Juni 2009 - 0:37 #

Das selbe läßt sich auch auf Alkohol anwenden.

Es müssen immer andere Belastungsfaktoren hinzukommen, etwa innerfamiliäre Alkoholismus, Misserfolg in Schule oder soziale Außenseiterrolle.(Kleine Umstellung meinerseits)

auch hier funktioniert der Jugendschutz nicht. Ein Alkoholverbot ist aber nie im Gespräch. Weil Alkohol von der Gesellschaft als Genussmittel aktzeptiert wird. Aber wieviel sterben durch Alkoholismus? Oder durch Unfall, Mord und Todschlag wo Alkohol im Spiel ist? Die Probleme in GB sind auch überwiegend auf den Alkohol zurück zuführen. Mit den Fall der Sperrstunde begann doch das Problem erst richtig loszugehen.

Darauf erst eimal ein Glas Single Malt Wiskey. Prost!

LEiCHENBERG 13 Koop-Gamer - P - 1789 - 16. Juni 2009 - 1:58 #

Es ist naiv ernsthaft daran zu denken über Videospiele und Filme Gewalt aus den Köpfen der Menschen zu verbannen oder fest zu implementieren. Solche Reaktionen auf derartige Medien sind stark persönlichkeitsabhängig und nicht allgemein auf Menschen anwendbar. Daher empfinde ich die viel zu häufig rezitierten Statistiken als wenig repräsentativ.

Vor 30 Jahren war der gesellschaftliche Standard das abendliche Brettspiel mit der Familie - trotzdem wurden zu dieser Zeit Menschen geboren, die heute GTA4 und SAW produzieren. Keinen Hinweis jedoch gibt es weiterführend dafür, dass Konsumenten dieser Produkte konsequenter Weise weniger im Leben erreichen oder gar Amok laufen.

Wo ist also das Problem? Generell bei der Herstellung und Verbreitung von "Gewaltinhalten"? Bei dem Konsum dieser Produkte oder bei der Sensibilisierung der Menschen gegenüber den dargestelten Szenen?

Gewalt ist ein fester Bestandteil der menschlichen Natur. Nur, weil es vor xx Jahren kaum Möglichkeiten gab sie in häuslichen Umgebungen virtuell mit Hilfe der Videospiele zu thematisieren, müssen sie yy Jahre später nicht zwingend nur schlechte Auswirkungen aufzeigen. Wichtig ist eine objektive Betrachtungsweise und nicht das tunnelblickartige Suchen nach kritischen Inhalten um sie anzuprangern.

In einem gewissen Alter sind Menschen offenbar nicht mehr in der Lage derartige Verknüpfungen sinnvoll zu interpretieren, das bemerken wir in letzter Zeit ja immer häufiger. Hoffentlich hat die Diskussion bald ein Ende und wir immer noch unsere Spiele.

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 16. Juni 2009 - 5:53 #

Das Interview steht 1:1 auf Golem.de und sehr ähnlich auf IGM.
http://www.golem.de/0902/64991.html
http://igmonline.biz/2009/01/rugby-statt-gta-4/

Ist das son Universal-Interview was jeder verwenden kann, gibt das keine Probleme wenn jeder so tut als hätte er ihn interwiewt?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340341 - 16. Juni 2009 - 11:03 #

Hallo Wolsga, hier tut nicht jeder, als hätte er ihn interviewt, sondern das ist in allen Fällen mein Interview, an dem ich die Urheberrechte besitze. Das könntest du übrigens leicht selbst rausfinden, ich bin jeweils als Autor genannt. Frage geklärt?

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 16. Juni 2009 - 12:21 #

Sry wenn ich nicht alle Artikel darauf hin untersucht habe,
wie könnte es anders sein.

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 16. Juni 2009 - 8:55 #

Ich sehe das ebenfalls als Generationskonflikt an. Gewalt und Verblödung in interaktiver Unterhaltung wird (des öfteren zurecht) angeprangert und soll verboten werden. Vor allem im Fernsehen, das ganze Armeen staatliche bezahlter Sittenwächter und Kultur-Affen beschäftigt, ist das dann aber OK.
Neben dem Generationskonflikt kommt hier IMHO noch knallhartes Lobby-Interesse der etablierten Entertainment-Branche (vor allem TV) hinzu. Für mich ist viel wichtiger, dass endlich ernsthafte Bemühungen gemacht werden, Eltern wieder stärker in den Medien-Konsum ihrer Kinder einzubinden: Ruhigstell-TVs gehören nicht ins Kinder-Zimmer. Wenn ich mir die Kinderprogramme ansehe, die gegen Mittag gesendet werden, kriege ich das Kotzen. Das ist vollkommen kranker Psycho-Terror. In den Sendepausen dann Werbung, die so durchgeknallt wie ein LSD Trip ist.
TV- und Gaming-Konsum muss von den Eltern zeitlich reglementiert und kontrolliert werden. Für das beste halte ich gemeinsamen Konsum. Wer keine Zeit für sein Kind hat, soll sich keins anschaffen. Im Freundeskreis meiner 10-jährigen Tochter sind genug Kids, die alle einen eigenen Fernseher, MP3 Player, Handy und mindestens eine Handheld-Konsole haben, die sie vollkommen unkontrolliert nutzen.
Zusammen Gamen, zusammen TV-gucken, und mal ein Buch zusammen lesen. Wir haben gerade Mario Galaxy zusammen durchgespielt und ich hab nicht das Gefühl, das es irgendwem geschadet hat. 1 mal pro Woche dürfen meine Töchter zusammen mit meiner Frau eigene WOW-Charaktere spielen. Das Erlebte spielen sie dann mit Schleich-Plastik-Elfen nach...

Hhaller 04 Talent - 33 - 16. Juni 2009 - 9:52 #

Einige Argumente sehen doch sehr gekünstelt wiederholt aus, was natürlich an der vorgefertigten Meinung und Vorbereitung des Interviews liegen kann. (Ich schreibe voerst von Dr. Pfeiffer). Denn die Begründung samt "exzessiver Gewalt" musste ich an die 3 Mal nach jeder Fragestellung lesen müssen.

Hier steht fest, dass dieses Interview zwar einen Einblick in die momentane Gesinnung von Spielekritikern gibt, allerdings auch nichts neues unter dem Schutzvorhang hervorholt, worauf man eigentlich inständig hofft. Eine "Meinung" die objektiv zu sein scheint und die Sichtweise auch von Spielern verändern kann, doch hier scheint es nur wieder darauf abzuzielen die Meinung Unbeteiligter zu bilden.

Das Resultat: Viele Textzeilen sind schon geschrieben und gesagt worden, andere schon vom eigenen Denken vervollständigt, der Rest setzt sich aus der monotonen Kritik am Spielen von Gewaltdarstellenden Spielen zusammen die auch die entlegensten Ecken des Bürgerverstandes erreichen soll nur um auch ihn gegen eine Spieleindustrie seiner Wahl aufzuhetzen. (Was hier eine eigene subjektive Einschätzung meinerseits ist).

Beigemischt noch das sich ständig begleitende "Mann-zum-Spiel" Denken, was von vorneherein das betroffene andere Geschlecht ausschließt. Eine überblickende Sicht des Doktors ist wohl noch nicht entstanden oder wurde nicht von ihm geltend gemacht. (Interviewabhängig).

Ich kann hier nur Robin Williams zitieren: "Manly Men doing manly things" (manly ist schon so richtig *g*).

Ist es für die "Manneskraft" denn bildend und für das Leben und Wirken wichtig seine "Männlichkeit" in Sport auszuleben? Mit Verlaub, eine kurzsichtige und schwarz weiße Ansicht der Dinge. Was ist mit denen die nun nichts von Gewaltauslebungen in ihrem Leben halten? Oder gerne anderen Sport betreiben wollen?

Hier drängt man Schüler und werdende Erwachsene nur wieder einmal in eine Klischeerolle der man sich doch eigentlich zu entziehen versuchen sollte. Eine schwache und geistig kindhafte Einstellung eines "Doktors". Sich als einen "Erwachsenenen oder Leher" zu sehen der die "Spielkinder" genügsam macht ist doch zuende gedacht eine recht (leichte) faschistische Einstellung. (keine Angst, auch nur eine Einschätzung meinerseits und kein Breitseitenangriff)

Dazu dann noch die Zutat des Lateiner und Mathejünglings, fertig ist das Backrezept zum Vorurteil und Wert eines Jugendlichen, zu denen ich auch noch gehöre.

Gleichermaßen könnte ich auch einen Biertrinkerwettbewerb veranstalten, das hätte laut der doktorschen Philosophie doch eigentlich genau die gleiche Wirkung.
Na, aber hier geht es ja um die Schulaktivität und nicht um die Verrückung von Vorstellungen in anderes Licht.

Ich bin doch ein wenig aufgebracht, belasse es aber dabei, denn lesen wird man es schon können und genau das schmecken von Adrenalin lässt keinen nüchternen Gedanken mehr zu. Was beim Befragten wohl an manchen Stellen auch der Fall sein musste.

Die menschlichen Veranlagungen spielen eine große Rolle und sind nicht wegdenkbar, aber auch die des verstehen Wollens und hier wird diese "Veranlagung" nicht befriedigt. Die Fragen des Fragenden waren richtig, die Antworten leider in den meisten Fällen (nicht in allen, denn es kamen doch auch einige akzeptable Dinge zum Gespräch) etwas zu bindend und schwerelos.

Am Schlusse sind es die Jugendlichen, wir also, die sich aus eigener Kraft aus den "medialen militärischen Einflüssen" befreien müssen (je nach Betrachtung eigentlich ein richtiger Pfad). Dass Spiele beeinflussen (egal welcher Art) ist natürlich Fakt, darüber kam aber ja genug in den letzten Artikeln, siehe "Gebt mir Gefühle" und "Helfen Spiele töten". Aber genauso wie man für sich entscheidet was "Spiele" sind und was nicht wird es auch Abhängig vom jugendlichen Verstand sein zu unterscheiden wie er gelenkt wird.

Ich schließe ab, denn sonst würde man sich wieder mit dem Menschen beschäftigen müssen, mit dem Tier und den Genen, den Trieben und den Wiederholungen von seinen Wesensarten (Vorurteile, Gewalt, Herrschaft et cetera) . Hier geht es ja immer noch um ein Interview und einen Artikel ;)

Anonymous (unregistriert) 16. Juni 2009 - 10:26 #

"Weil das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, sinken "Junge Männer"-Delikte wie Mord und Totschlag, Autodiebstahl, Wohnungseinbruch. Zudem werden die verbleibenden Fällen viel öfter aufgeklärt, und das schreckt ab. Doch gleichzeitig nehmen die Körperverletzungen junger Menschen zu!"

Würde mich mal interressieren wie lange der Professor überlegen musste um diese Ausrede zu formulieren!

Auf jeden Fall ein gutes Interview, unser Jörg hat den sogenannten Spezialisten gehörig ins Schwitzen gebracht, weiter so! In diesem Interview merkt man dass der Professor für alle Probleme die Videospiele verantwortlich macht und dabei sehr oft extrem weltfremde Aussagen bringt!

Einen schönen Gruß noch an Jörg, hoffe du machst sowas noch öfter!

Anonymous (unregistriert) 16. Juni 2009 - 10:35 #

Man merkt an allen Ecken und Enden dass dieser "Experte" hier Videogames als das allgemeine Böse sehen WILL und etwas anderes erst gar nicht akzeptiert! Außerdem hat Jörg durch seine geschickten Überleitungen die Argumente des Doktors als vorher einstudierte Phrasen enttarnt!! Probs an den Herrn Langer!

Anonymous (unregistriert) 16. Juni 2009 - 10:44 #

In unseren Berufsschulen gibt es ja nichtmal Sportunterricht!!!! Die Argumente von Dr. Superschlau hinken hinten und vorne!!!!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340341 - 16. Juni 2009 - 11:15 #

Moment, genau darum geht es Pfeiffer ja. Wenn es an Berufsschulen keinen Sportunterricht gibt, unterstützt das seine Argumentation, dass es andere attraktive Angebote zur Freizeitgestaltung geben muss.

peo 07 Dual-Talent - 128 - 16. Juni 2009 - 12:45 #

Ich glaube es ist viel zu dem Thema gesagt worden. Deshalb auch eine anderes Beispiel von mir.

Interview: Ein ehrliches Interview mit einigen Spitzfindigkeiten.

Thema: Die Zeit wird das richten und auch die aktuelle Generation wird in der Politik sitzen und das wirklich mit anderen Augen sehen.

Aber im Grunde verhält sich das genau so wie, wenn man Kinder mal einen klapps auf den Hintern gibt. Sicherlich hat jeder mal eine bekommen und wem hat es geschadet? Den die wenigsten wurden zum Gewalttäter, nur weil sie mal von Papa eine geschmiert bekommen haben!? Genau so ist das mit den Spielen, nicht jeder der GTA spiel will mit einem Auto Leute überfahren und ein paar Gangster töten......aber die Vorstellung ist schon verlockend....ich glaub ich gehe jetzt GTA spielen bevor ich losziehe und Leute umbringe...;-)

Spass bei Seite! Es ist do so, wenn jeder Rugby spielen würde, wäre die Verletzungsquote bei Kindern und Jugendlichen so hoch das wir die Krankenversicherungsbeträge erhöhen müssten, um das alles wieder auszugleichen!

Okey jetzt wirklich Spass bei Seite!

Tolles Interview und ich glaube solche Debatten werden nie aufhören!

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 16. Juni 2009 - 13:03 #

Ziemlich ensilbige "Debatte", es sind sich wohl eh alle einig das es nichts geileres gibt als am PC zu töten.

Hhaller 04 Talent - 33 - 16. Juni 2009 - 17:05 #

Wie kommt man darauf?

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 16. Juni 2009 - 20:06 #

Tötest Du nicht gerne am PC?

Hhaller 04 Talent - 33 - 16. Juni 2009 - 22:06 #

Was soll die Frage bedeuten? Ich spiele schon seit langem nicht mehr am PC und wenn ich es getan habe dann nicht aus der Lust zum Töten. Wenn das eine absichtliche provokation sein soll, dann würde ich sie wenigstens kenntlicher machen, denn so wie es jetzt steht halte ich dich schlichtweg für Jemanden der nicht in der Lage ist das Ganze zu begreifen oder für jemanden der sich noch nicht ausreichend mit den Grundlegenden Fakten beschäftigt hat.

Aber ich Tippe auf die Provokation ;)

Pascal Lange 05 Spieler - 48 - 16. Juni 2009 - 13:22 #

Von Indizierungen halte ich nicht viel, da man in Deutschland Rechte hat. Unter anderem auch das Recht auf Freiheit. Und das Recht auf Freiheit impliziert eindeutig das Recht Dummheiten zu machen wenn man will. Wenn ich ein Erwachsener Staatsbürger bin kann es dem Staat egal sein ob ich mir blutrünstige Killerspiele reinziehe oder einen Sonstwas-Porno schaue oder meinen Kopf den ganzen Tag gegen die Wand haue. Die Rechte die wir haben beinhalten nunmal alle Freiheiten ungeachtet ihres sozialen oder gesellschaftlichen Wertes.

Aber(!) auch wenn ich selber WoW und ettliche andere Spiele Jahre lang gezockt habe und das Interview meiner Meinung nach arg knapp geraten ist, muss ich dem Herrn Pfeiffer(mit drei-Eff! ;)) in nahezu allen Punkten zu stimmen.
Ich hatte viel Spaß mit WoW oder GTA. Aber ich bin über 18 und meine Kinder sollen auch nicht ab 12 solche Spiele spielen. Dazu haben sie noch ihr ganzes Erwachsenenleben Zeit.

Wenn man selber 14-18 ist, ist es natürlich klar welchen Standpunkt man vertritt, und dass kann jeder, auch Herr Pfeiffer mit Sicherheit verstehen. Aber denkt an eure eigenen Kinder. Wäre euch nicht wenigstens ein bisschen mulmig wenn sie mit 14 schon stundenlang GTA4 spielen. (Und das ist absolut keine Ausnahmefall, eher der Regelfall bei Jungen). Sollen sie diese paar Jahre mit ein bisschen Sims3 oder Wii "verplempern" das ist kein Beinbruch. Wenn sie dann 18 sind können sie gerne Leute in Liberty City überfahren. Nahezu alle Staatliche Gewalt rechnet dem Menschen ab diesem Alter die Fähigkeit(und genauso wichtig: die Freiheit!) zu einen Unterschied zwischen Realität und Virtualität zu erkennen.

Anonymous (unregistriert) 16. Juni 2009 - 14:19 #

Mir kommts so vor als wolle der Herr alle Kinder und Jugendliche ab 4 am besten den ganzen Tag in irgendwelche Anstalten stecken, damit auch ja keiner ein wenig Freizeit hat wo er mal das machen kann was er will und nicht das, was irgendwelche Behörden ihm anbieten an "Sozialverträglichen Unterhaltungsmöglichkeiten".

Als ich noch Schüler war, wäre eine Ganztagsschule das Grauen schlechthin gewesen. Wer will denn schon den ganzen Tag in eine Schule gehen? Man wird noch früh genug den ganzen Tag gefordert, dann muss das nicht schon in der Schule sein, wo man immer unter Beobachtung steht.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2206 - 16. Juni 2009 - 16:27 #

Meiner Meinung nach ist das einfach ein Generationenkonflikt der einfach durch die Sterblichkeit des Menschen gelöst werden wird, wenn ihr wisst was ich meine ;)
Ein sehr lustiges Beispiel aus früherer Zeit hierzu, eine ganz ähnliche Sendung wie wir sie heute nach jedem Amoklauf im Fernsehen zu sehen bekommen, nur mit anderem Sündenbock:
http://www.youtube.com/watch?v=XnXc33z5D5I

Gadeiros 15 Kenner - 3093 - 16. Juni 2009 - 18:32 #

also..
in deutschland ists schlimm, daß kinder nicht in ganztagsschulen abgeschoben werden können.
in deutschland ists schlimm, daß kinder nicht in der schule rugby spielen.
und in england ists schlimm, weil die kinder in den ganztagsschulen und mit dem gewalttätigen rugby als nationalsport mit einer höheren kieferbruchquote als boxen einen geringeren jugendschutz bei den computerspielen haben...? ähm... sicher. also ist es egal, wo man hinkommt und welchen grundstand man vorfindet, es können NUR computerspiele sein!
findet das noch wer verbohrt und vorurteilsbehaftet?

wer infos über rugby will: http://www.stupidedia.org/stupi/Rugby

an alle, die meinen, der generationenkonflikt hier wird gelöst, wenn die ersten esportler durch den bundestag geistern:
1. die nachwuchspolitiker in den heutigen jugendabteilungen sind großteils keine zocker. das dauert also mehr als 10 jahre.
2. wenns kriminalisiert genug ist, dann wird ein einzelner da nichts ändern.
3. wenn "killerspiele" eeeeeeeeeendlich (vom volk sehnlichst erwartet) verboten sind, dann werden in dem bereich auch keine politiker mehr kommen.

Massimo 07 Dual-Talent - 138 - 16. Juni 2009 - 21:10 #

Schönes Interview.

Man merkt aber eindeutig dass der Herr sich leider nicht die richtige Perspektive verschaffen kann die nötig ist, um sich eine nüchterne Meinung bilden zu können.

Patrick 15 Kenner - 3955 - 17. Juni 2009 - 10:26 #

Diese Diskussion "Auszusitzen" oder zu ignorieren ist falsch. Gerade weil wir ein neues und ein weiteres Medium sind, sollten wir es besser machen als die anderen Medien.

Selbstkritik schadet nicht. Ich finde, dass ich eine Zeitlang zu viel und zu intensiv gezockt habe. Falls es mal zu Kindern kommt, wird es ein ausgewogenes Mittelmaß werden aus verschiedenen Freizeitaktivitäten. Sofern es nicht eine davon Professionalisieren möchte oder gar nicht machen will.
Wir als auch die älteren Generationen müssen einen gesunden Mittelweg finden. Darum sollte es schlussendlich in der Diskussion gehen. Die Detailfragen wie Alterseinstufung, sollten Eltern mit entsprechender Kompetenz bald selbst einschätzen können. Ich werde zu diesen gehören.

Insofern bin ich insgesamt von dem Interview überrascht. Aber mehr als den kleinen Finger würde ich ihm nicht geben.

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 18. Juni 2009 - 17:48 #

Vergleicht der Mann allen Ernstes GTA IV mit Jud Süß? Soll das ein Witz sein? Nazi Propaganda? Also nee! Dr Pfeiffer scheint sich immer noch nicht weitergebildet zu haben und auch nur eines der hier im Interview genannten Spiele angespielt zu haben. Aber wie kann man Menschen mit Shootern trainieren? Icj spiele auch sehr viele Shooter und ich hab keine Ahnung wie ich eine Waffe durchladen oder entsichern kann. Echt schlecht argumentiert Herr Pfeiffer 6 setzen!

GamingHorror Game Designer - 968 - 11. Juli 2009 - 2:02 #

"Diese Kampfbereitschaft der Jungen kann man dadurch auffangen, dass man ihnen in Ganztagsschulen nachmittags Rugby anbietet. Ein exzessiver Gewalt-Männersport, wunderbar in den Rollen und im Austobepotenzial!"

Herr Pfeiffer ist ein Patriarch, wie er im Buche steht. Gut, sollen doch die Jungs Rugby spielen, oder American Football - ist es damit getan? Nein. Dieselben kräftigen Jungs prügeln sich anschliessend im Hinterhof und/oder mockieren schwächere. Ich habe jetzt keine Statistik dafür, aber meine Lebenserfahrung zeigt doch genau das: wer sich als Mann stark fühlt, will das zeigen. Und zwar auch ausserhalb des Sportplatzes!

"in der aktuellen Version werden Menschen getötet, und dann kommt die Aufforderung, Ratten zu fangen, damit diese die Körper abnagen. Es gibt Folterszenen, es werden Splitterbomben eingesetzt. Kleine Schimpansenbabys müssen gefangen und mit Elektroschocks gequält werden, damit sie ihre Mütter herbeirufen, die man dann töten muss. World of WarCraft ist keine Märchenstunde mehr!"

Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Erinnert mich aber stark an Werner Glogauer, der tritt ähnlich hochritterlich auf und bläst zum Kampf auf die Medien. Als ich den das erste mal las, in den 90ern, da war Metallica mit den schrabbenden Gitarrenriffs und dem teuflisch schnellen Trommelgewirbel noch das größte Übel das er aus dem Ärmel zauberte. Heute gibt er solche Zoten von sich:

"Sowohl der Drogenhandel als „auch die Prostitution [werden] mit Hilfe des Handys begünstigt.“"
http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medienwissenschaft/medienkritik_medienwirkung/neue_protagonisten_der_medienkritik/medienkritik_walch

Der einzige Punkt bei dem ich Herrn Pfeiffer eine gewisse Zustimmung abverlangen kann ist wenn er darüber redet das 12-jährige einfach zuviel Zeit vor WoW verbringen. Das ist richtig, aber auch in erster Linie Aufgabe der Eltern sich die Medienkompetenz anzueignen und erzieherische Maßnahmen durchzuführen. Nicht mehr und nicht weniger.

GamingHorror Game Designer - 968 - 11. Juli 2009 - 2:19 #

Addendum: Märchenstunden sind auch nicht ohne wenn man als 4-jähriger von Max & Moritz oder dem Struwwelpeter hört und sieht, und: das WoW gebashe klingt mir doch zu stark nach dem was dereinst den Comics und später den Cartoons angeheftet wurde. Die locken heute keinen mehr hinterm Ofen vor, jedenfalls nicht als "versaut unsere Jugend" Argument.

Jammin 04 Talent - 32 - 25. März 2010 - 14:35 #

Der gute Herr Pfeiffer hat doch schon in einem MANIAC-Interview vor einiger Zeit geäußert, dass es ihm hauptsächlich um die Einführung von Ganztags-Schulen in Deutschland geht.

Das Argument mit den Computerspielen ist von ihm, nach eigener Aussage, nur Mittel zum Zweck.

Wer also die ganze Zeit in der Schule mit Aufsicht untergebracht wird, kann weniger schädliche Computerspiele spielen, da er einfach weniger Zeit dazu hat.

Manche seiner Thesen kann ich nachvollziehen, auch mich schrecken gewisse Exzesse ab. Indizierungen touchen mich in Zeiten des Internet und aufgrund meiner Volljährigkeit nicht.

Was mich an Pfeiffer massiv stört, ist die "hidden agenda" mit der Einführung von Ganztagsschulen, für die Computerspiele herhalten müssen. Man könnte das ja auch auf Comics, Mangas und Filme ausweiten.

KotzWürgSpuck ...

blackholebird 08 Versteher - 210 - 25. März 2010 - 17:36 #

was bitte ist an ganztagsschulen so schlimm? videospiele sind nunmal ein zeitfresser. eine ganztagsschule bedeutet ja nicht, das man von früh bis spät büffelt. man kann das auch durch kurse, gruppenarbeiten, sport, kunst usw. ausfüllen und damit aktivität kultivieren, statt passivität und eskapismus...

ich find das interview jedenfalls erstaunlich gut und lässt mich meine meinung über pfeiffer um 180grad drehen.

Anonymous (unregistriert) 22. Juni 2010 - 17:46 #

ich würde mal sagen, der prof. pfeiffer kennt die meisten spiele nur aus videos, testberichten, gesprächen und hat sie sicher noch nicht selber gespielt. und seine antworten, klingen an manchen stellen wirklich "einstudiert". an bestimmten stellen passen die gar nicht mal so gut
ich hab das gefühl, der will computerspiele im ganzen absetzen, weil er hört, dass da menschen getötet werden. dann denkt de sich: "hey, da werden menschen getötet! das kann doch niemals gut sein!"
guter herr pfeiffer, wären sie bitte mal so freundlich und definieren sie mal das wort "Killerspiel" !
ich persönlich würde die nämlich nicht als gewaltbereitschaftsförder bezeichnen, sondern als spiele, bei denen man pixel, die zu menschenähnliche animationen zusammengefügt sind, von der bildschirmoberfläche verschwinden lassen soll/muss. ist ja nur ein zeitvertreib, bei dem man sehen kann,was soldaten in kriegen alles durchleben müssen und was diese machen mussten, um zu überleben.

Tand 16 Übertalent - 4451 - 17. Januar 2011 - 3:10 #

Sehr interessantes Interview. Und Herr Pfeiffer stellt sich gar nicht so schlecht dar, wie sein Ruf - ganz im Gegenteil: Online-Spiele, die ja offensichtlich ein hohes Suchtpotential haben, sollen ruhig ab 18 oder ab 16 sein. Da diese Spiele beim spielen sowieso noch Geld kosten (Monatsgebühr) können zwölfjährige das auch gar nicht bezahlen. In dem Alter hat man keine Kreditkarte oder ähnliches.

Ich bin im Gegensatz zum Herrn Pfeiffer aber kein Freund von Indizierung! Da halte ich seine Alternativen wie Ganztagsschulen oder die Aufklärung der Eltern, was denn eigentlich ihre Kinder spielen, für wesentlich sinnvoller.

Und eines noch: das Pfeiffers Aussagen auch das Leben der erwachsenen Spieler schwer machen ist eher als Begleitschaden zu sehen. In erster Linie geht es ihm um Jugendliche und Jugendgewalt. Dummerweise sind Videospiele einfach deren Lieblingshobby und müssen auch untersucht werden.

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