Dead State - Ich hasse Texas!

Foren-Suche
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdient
WizKid (14 Komm-Experte, 2092 EXP)
Besitzt endlich eine WiiU
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 14 Stunden 5 Minuten Offline
Beigetreten: 1.4.2013

Dead State ist ein Zombie Rollenspiel. Es grinzte mich schon ewig bei Steam unter den Early Access Titeln an.
Da der Preis aber unverschämt teuer für ein EA Titel war und mich noch mein Spacestation DF-9 Trauma plagte, nahm ich erstmal Abstand von EA Titeln. Stören tat mich auch, daß man in der Beta nur eine Woche an Ingame Spieltagen spielen konnte.
Um so mehr freute ich mich, als ich plötzlich den Titel bei GOG in der Releaseliste fand und wie gewohnt deutlich günstiger als bei Steam.

Ich gehe hier auf Details ein um den ein oder anderen Rollenspiel Nerd zu erläutern, warum er Dead State für sein Leben braucht oder auch nicht. Macht euch also auf eine Textwüste gefasst.

Story
Zombiegeschichten sind sich leider oft sehr ähnlich und Dead State macht da keine Ausnahme. Nach einem Flugzeugabsturz wird man von Gesetzeshütern gerettet und wacht in einer Schule in Texas auf.
Es wird einem die Situation erklärt, daß es kaum Hoffnung auf Hilfe gibt und man folglich sich selbst helfen müsse. Unter anderem müsse der Zaun der Schule repariert werden um diese wandelnden Toten fernzuhalten. Also wird man zum Anführer auf Zeit befördert, ehe die Cops die einen das Leben gerettet hatten, zurück kommen.

Das Heldensystem
Es gibt vier Attribute (Stärke, Agilität, Vitalität und Wahrnehmung) welche sich auf die 8 Fertigkeiten auswirken.
Im Gegensatz zu Wasteland 2 finde ich die Anzahl der Fertigkeiten genau richtig und übersichtlich. Alle 3 oder 4 Fertigkeitsstufen hat man die Auswahl zwischen zwei Perks die stark an Fallout erinnern. Je höher die Fertigkeit ist, desto teurer werden die Punktekosten zur Steigerung.

Im Gegensatz zum Helden haben die Überlebenden bestimmte Marotten.
Anita Cass beispielsweise war eine LKW Fahrerin und kann sehr gut mit einem Schlaghammer umgehen, weil sie sich im Beruf schon öfters wehren mußte.
Geht man Anitas Wunsch nach und baut eine Steinmauer um die Schule, wird es bei ihr einen einmaligen Moralschub geben.

Moral
Moral ist das A und O einer Gemeinschaft.
Jeden Tag wird bei den Überlebenden die Moral berechnet und man kann bei jedem einzelnen Überlebenden sehen, wie es mit der Laune aussieht.
Ist die Moral im Keller, verweigern die Personen Aufgaben die man ihnen gibt, hauen ab oder stellen womöglich schlimmeres an.
In die Wertung fließt ein, ob man Wünsche erfüllt hat, die Leute sich sicher fühlen, man keine falschen Entscheidungen traf usw.
Jeder Charakter hat persönliche Vorlieben. Beispielsweise mag Cass Schokolade und wenn man ihr welches bringt, hat man zumindest ihren Tag gerettet. Stirbt dagegen ihre Tochte Renee sieht die Sache wieder ganz anders aus..

Management
Es gibt immer was zu tun. Der damalige Anführer Davis welcher im Rollstuhl sitzt, gibt einen immer wichtige Hinweise, was benötigt wird und folglich kriegt man das ein oder andere Ziel auf der Karte von Texas.

Auf einer Tafel in der Mensa verteilt man Aufgaben.
Man kann die Bewohner Sachen reparieren oder herstellen lassen die allerdings Resourcen und Fertigkeiten voraussetzen.
Weiterhin kann man ihnen Alltagsaufgaben übergeben um die Moral zu erhöhen.
Maximal 4 Personen kann man bestimmen, welche die Schule zum Erkunden verlassen sollen.

Aufgaben
Wird man am Anfang von Davis noch in die Hand genommen, wohin man gehen könnte, wird man später ähnlich wie bei Fallout auf gut Glück Texas erkunden.
Wenn es keine direkten Aufgaben gibt, muß man überlegen, was man am stärksten benötigt.
Jeder Tag der vergeht, verbrauchen die Überlebenden Benzin für Strom, Nahrung und Medikamente. Über gefundene Datenträger die man vorher hacken muss, dem Radiomoderator oder anderen Überlebenden kriegt man immer wieder Hinweise zu konkreten Orten.
Beim Erkunden kann es auch zu Zufallsbegegnungen kommen.

Zeit
Zeit ist das A und O bei Dead State. Immer wenn ein Tag vergeht, geschieht oftmals etwas in der Story. Neue Personen erscheinen in der Schule, Leute werden krank oder haben Sonderwünsche und früher oder später wird es mächtig Ärger mit anderen Überlebenden sogenannten Lootern geben, welche die Schule überfallen werden.
Letztendlich führt man einen Kampf gegen die Zeit da vermutlich an festbestimmten Zeitpunkten Angriffe kommen werden.
Wenn man bis dahin nur den Maschendrahtzaun zur Verteidigung besitzt, kann man sich die Folge bei The Walking Dead anschauen, als das Gefängnis angegriffen wird und erahnen wie es weitergehen wird.

Das Kampfsystem
Die Kämpfe sind rundenbasiert und erinnern mich an Wasteland 2 und Fallout. Jeder Kämpfer hat eine Initiative die bestimmt wann man dran ist und je nach Agilitätswert hat man mehr oder weniger Aktionspunkte parat.
Anhand von farbigen Feldern wird angezeigt, wie weit ein Held gehen kann und in welche Felder er schießen oder schlagen kann.
Einige Waffen können beispielsweise nicht diagonal schlagen.
Auch gibt es unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten mit Waffen die unterschiedliche Aktionspunkte kosten.
Hat der Held gewisse Perks, kann er unter anderem im Kampf seine Begleiter buffen oder kriegt auf bestimmte Attacken einen Bonus.

Stören tut mich bisher, daß im Kampf nicht angezeigt wird, wie weit die Gegner laufen können und man folglich schätzen muss, wie weit man sich von den Zombies entfernt aufstellt. Andererseits macht das die Kämpfe deutlich unberechenbarer und mittlerweile finde ich das System (sofern das Gewollt ist) gut.

Die Kämpfe werden mit der Zeit wirklich komplex und verlangen immer wieder neue Strategien. Während die Zombies sturr auf einen zulaufen und allein oftmals kein Problem sind, sieht es ab zwei Zombies schon ganz anders aus. Andere Überlebende sind regelrecht ein Problem.
Besitzt einer von den Gegnern eine Feuerwaffe wird er diese auch regelrecht einsetzen, bis ihm die Munition ausgeht.
Wird ein Held von einem Zombie überrannt und hat nur noch wenige Hitpoints, wird er infiziert und wenn er nicht mehr mit Medikamenten auf Grund von Mangel versorgt werden kann, findet die Verwandlung statt.

Auf jeder Map muss man folglich schlau vorgehen.
Stellt man sich schlau an, kann man Konfrontationen aus den Weg gehen.
Ab und zu findet man Hinweise was sich in einem Haus befinden könnte und wegen dem Fog of War sollte man nicht unbedingt ohne Vorsicht in der Gegend rumlaufen. Man fängt an Strategien beim Erkunden zu entwickeln, als hätte man jede Folge von The Walking Dead gesehen.
Ist eine Tür mal verschlossen kann man sie mit einem Dietrich öffnen oder die Tür einschlagen was jede Menge Lärm erzeugt und Zombies anzieht, welche wie eine Zufallsbegegnung aus dem Nichts erscheinen oder man zieht die Gegner an die sich generell an dem Ort befanden.

Die Zombies sind glücklicherweise George A. Romero Zombies. Sie sind langsam und in der Masse tötlich. Es gibt keine springende-, keine explodierende- und keine Riesenzombies. Richtige Zombies halt.

Irgendwann war ich abgestumpft und tötete zwei Hausbewohner da ich dachte, daß es auf Maps nur Looter und Zombies geben würde. Darauf gab es erstmal eine Moralpredigt und die Moral fiel rapide nach unten.
Später merkte ich, daß tatsächlich nicht alle Menschen Feinde sind und fand den ein oder anderen Überlebenden den ich überreden konnte, sich meiner Gang anzuschließen.
Je mehr Leute, desto mehr Aufgaben die man verteilen kann, desto höher der Verbrauch an Nahrungsmitteln..Ein Teufelskreis!

Später im Spiel fing ich deswegen an, bestimmte Orte wieder zu besuchen, weil ich damals noch Gegnern ausgewichen bin und mit mehr Kampfkraft einfach nur schauen wollte, ob es bei den Zombies was zum plündern geben würde. Man braucht einfach alles im Spiel und das macht es so interessant. Ich hab selten ein Rollenspiel gespielt, wo man seine Schritte bedenken muss.

Mein erster Held ist auf jeden Fall zum scheitern verurteilt. Ich hab mal wieder das Mädchen für alles erstellt und kann folglich alles aber nichts richtig. Da man anfangs nicht ahnt, was storytechnisch noch kommen wird, wird man ein Try and Error nicht verhindern können.

Letztendlich erinnert mich das Spiel auch stark an State of Decay was ähnlich aufgebaut ist. Inhaltlich nehmen sich die Spiele kaum was nur das SoD halt ein 3rd Person Actionspiel mit Rollenspiel und Sandbox Elementen ist.

Fazit
Ich liebe dieses Spiel. Es hat hier und da noch ein paar Designmacken und auch der ein oder andere Bug existiert noch. In der Summe sind aber alle Komponenten für ein richtig schönes Old School Erlebnis mit einer grandiosen Komplexität und einem hohen Suchtfaktor, vorhanden.
Sicherlich fühlt sich Dead State teilweise wie ein riesiges Rogue Game an, aber damit kann ich leben. Irgendwann werd ich den perfekten Helden zu Beginn erstellen und die richtige Taktik haben, welche Orte ich zuerst bereise und wie ich meine Schule aufbaue.

Update 1

Mittlerweile hab ich über ein Dutzend Leute in meiner Basis. Einige bringen kaum Nutzen und verbrauchen nur sinnlos Resourcen sind aber leider mit Jemanden verbunden den ich brauche.
Letztendlich muss man das Spiel so spielen wie es kommt und nicht künstlich immer wieder einen Savestand laden wenn mal jemand stirbt, ansonsten muss man zusehen, wie früher oder später die Lebensmittel und Medikamente ausgehen und dann wirds richtig ungemütlich.

Die moralischen Entscheidungen die ich beispielsweise dann treffen muss, geben mir ein noch größeres Schuldgefühl, als meine Entscheidung bei Wasteland 2 welchen Ort ich helfen wollte und welchem nicht, da ich einfach direkten Kontakt zu den Personen hab.

Ich hab das Gefühl, daß das ein oder andere Drama gar nicht vermeidbar ist und man früher oder später mal wirklich der Arsch sein muß wie Rick bei The Walking Dead.

Außer den Erkundungsgängen gibt es natürlich auch noch Alternativen um an Lebensmittel zu kommen. Beispielsweise kann man eine kleine Farm aufbauen oder man geht regelmäßig an bestimmten Orten angeln, sofern man das Know How und Equipment besitzt.

Da ich immer noch kein Vehikel habe, werden die Erkundungsmärsche immer länger was dazu führen kann, das ich irgendwann mal im dunkeln unterwegs sein könnte, was ich versuche zu vermeiden.

Was mich fasziniert ist die Tatsache, daß sie sehr sehr viele Szenen für die Begleiter vorbereitet haben.
Man hat regelrecht das Gefühl, daß man Teil einer Fernsehserie wird.
Bei einigen Neuen sagt mir mein Bauchgefühl, daß es besser wäre sie nicht in der Gemeinschaft aufzunehmen, aber die Neugier ist einfach zu stark was diese noch in der Gemeinschaft anstellen werden.
Allein wegen den coolen Dialogen und dem zynischen Humor kann ich auf gewisse Bewohner nicht verzichten.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertFROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertGG-Supporter: hat einmalig 10 Euro gespendetBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiGG-Spender: Hat eine Spende von 5 Euro an GG.de geschicktFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Fabes (14 Komm-Experte, 2418 EXP)
Body, lan!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 27 Wochen 14 Stunden Offline
Beigetreten: 23.9.2010
Inhalte: 5

Danke für den Beitrag und deine Eindrücke. Ich warte gespannt auf den GG-Test und bin gespannt, ob er mit deinen Eindrücken übereinstimmt. Dead State habe ich auch schon lange im Auge. Vielleicht ist gibts im Weihnachtssale ja ein paar Prozente.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur Dark Souls 3 Aktion mit einer Spende von 10 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.Loyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
jaws (15 Kenner, 2986 EXP)
Umbasa!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 5 Stunden 19 Minuten Offline
Beigetreten: 22.5.2009

Danke, WizKid. Guter Beitrag!

Ich habe Dead State auch bereits seit längerer Zeit auf meiner Wunschliste, aber habe ebenso das Spacestation DF-9 Trauma erlebt.
Kürzlich habe ich die vierte und den ersten Teil der fünften Staffel von Walking Dead geschaut und danach unglaublich Lust auf ein Zombiespiel bekommen, das das Seriengefühl aufgreift. Anscheinend ist das bei Dead State durchaus der Fall.

____________________________________

Here you can easily spot my signature by its brilliant aura! wink

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)