Quo vadis Gamesbranche?

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GG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendet
rasmonaut (06 Bewerter, 99 EXP)
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Dachte ich zu Beginn der Wirtschaftskrise lange, dass die Gamesbranche völlig außen vor sei, so sprechen die Fakten momentan eine andere Sprache. Der Umsatz von Ubisoft – einem der größten Publisher in der Branche – bricht im ersten Quartal 2009 um über 50% ein. Teile dieser Tatsache mögen der Firmenpolitik von Ubisoft geschuldet sein, dennoch ist dies ein klares Signal über die Auswirkungen der Krise auf die Branche.

Warum kam ich überhaupt zu der Auffassung, dass die Gamesbranche so unerschütterlich sei? Das lag vor allem am globalen Eindruck der aktuellen Entwicklung, weniger an konkreten Zahlen. So fand dieses Jahr wieder mal die E3 statt, die offensichtlich großartig ausfiel. Revolutionäre und mutige Entwicklungen sind in der Pipeline, z.B. OnLive oder Project Natal. Die Branche kommt in Bewegung. Spielerisch wird auch einiges aufgefahren. Es entstehen wahnsinnige Hypes um gute Spiele. Als Beispiel nehmen wir Call of Duty: Modern Warfare und den bald erscheinenden Nachfolger. Der erste Teil ist bis vor kurzem noch für etwa 40-50€ verkauft worden. Und mit dem Nachfolger will Publisher Activision in neue Preisbereiche vordringen. Das Spiel soll rund 10€ teurer werden als andere Neuerscheinungen.

Alle diese kleinen Zeichen und Aussagen aus der Branche à la “gespielt wird immer, besonders in schlechten Zeiten” brachten mich zu der Annahme und Hoffnung, die Gamesbranche könnte eine Sonderstellung einnehmen. Auch die GfK hat doch gestern noch einen anhaltend positiven Konsumtrend attestiert. Der sollte sich doch besonders in Unterhaltungsartikeln niederschlagen. Doch dem scheint keineswegs so zu sein. Was bedeutet das jetzt, welche Entwicklungen lassen sich daraus ableiten?

Diese Frage ist sicher schwer zu beantworten, ich versuche einfach mal Ideen zu formulieren. Zum einen wäre möglich, dass es zu einem knallharten Firmensterben in der Branche kommt. Entwicklerstudios geraten mehr und mehr unter Druck. Misserfolge wirken sich weitaus drastischer aus als ohnehin schon. Große Publisher werden nach und nach viele kleine Studios schlucken und eine massive Rotation von neuen Studios beginnt. Zudem könnte es einen großangelegten Kampf gegen Softwarepiraterie geben. In schlechten Zeiten werden sich Publisher fragen, warum sie eigentlich so lange nichts gegen den Diebstahl ihres geistigen Eigentums getan haben. Die Angst vor der Pleite dreht sich um in Wut auf die “Straftäter”. Eine solche Entwicklung zeigt sich bereits bei Ubisoft, siehe hier.

Auch vorstellbar wäre eine Veränderung der gesamten Distributionslandschaft. So wäre eine Entwicklung weg vom teuer zu produzierenden Medium DVD/Blu Ray, hin zur Online-Vermarktung denkbar. Dies würde niedrigere Preise möglich machen und damit progressiv gegen Piraterie vorgehen. Konzepte wie OnLive – ob sie nun tatsächlich realisierbar sind oder nicht – gehen in diese Richtung. Der Konsument braucht das Spiel nicht mehr kaufen und sich die teure Hülle und das Booklet ins Regal zu stellen, sondern er bezahlt lediglich für die Nutzung des Spiels. Und wenn er es nur drei Tage spielt, bezahlt er auch nur drei Tage.

Wie auch immer die Entwicklung sein wird. Ich denke nicht, dass ein Aufwärtstrend der Spielebranche gestoppt wird. Aufwärtstrend meint aber nicht ausschließlich Wachstum. Davon ist in der jetzigen Situation nicht auszugehen. Aufwärtstrend meint eher eine kontinuierliche Fortentwicklung von neuen Spielkonzepten, eine vermehrte Akzeptanz von Videospielen in der Öffentlichkeit und Politik, eine Organisation von spielenden Interessengruppen. All diese Entwicklungen beginnen aktuell und werden nicht aufzuhalten sein. In welche Richtung es dann tatsächlich geht, wie in 10 Jahren gespielt und gezahlt wird, das bleibt aber weiter offen…

Ich bin gespannt auf eure Ideen und Zukunftsvisionen!

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BFBeast666 (14 Komm-Experte, 2062 EXP)
Na, dann mach mal einen Rettungswurf!
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Ich hab's schon im News-Artikel zu Ubis neuem Kopierschutz angesprochen, aber paßt hier auch ganz gut hin:

Ubi hat starke Einbußen in der Handheld-Sparte kassiert. Aber mal ehrlich: Wer kiloweise Petz, Ponyhöfe und anderen Casual-Mist auf den Markt wirft, muß sich nicht wundern, wenn irgendwann alle Mädchen ihren Ponyhof haben und sich anderen Beschäftigungen (wie Jungs oder Komasaufen) zuwenden. Außerdem: Welche "großen" Spiele hat Ubi dieses Jahr rausgebracht? Spontan fällt mir da nur das Prince Of Persia-Remake ein, und auch das ist schon von 08.

Eine gewisse Gesundschrumpfung fände ich gar nicht mal so übel. Wenn man mal nachdenkt, gibt's doch eigentlich nur noch EA, ActiBlizzard, Ubi, Take2 und THQ, vielleicht noch Atari. Das sind alles unglaubliche Großkonzerne, die primär auf Nummer Sicher gehen und genau auf den Massenmarkt zu programmieren (mit gelegentlichen Ausreißern). Und auf der anderen Seite gibt's die ganzen "Indie"-Firmen, denen es ja so schlecht nicht zu gehen scheint. Die sind flexibler, machen kleinere Projekte, die schneller fertig sind (und erheblich weniger kosten), die aber mindestens genau so viel Spaß (oder mehr) machen wie die Spiele der "Großen".

Vielleicht erleben wir in Kürze das Sterben der Branchen-Dinosaurier. Wie gesagt, ich finde die Aussicht so fürchterlich nicht. Dadurch kommt wieder etwas Schwung in den Markt. Außerdem ist Wettbewerb sehr gut für's Geschäft. Und vielleicht sehen wir die Renaissance ausgestorbener Genres. Zum Beispiel Space Combat (Wing Commander? Starlancer?) oder westliche Rollenspiele mit RUNDENKAMPFSYSTEM (und nicht diesen Echtzeit-Pause-Dreck). Oder God Games...

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Armin Luley (19 Megatalent, 13655 EXP)
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Gibt schon noch ein paar Firmen mehr. Sega, Capcom, Konami, Namco Bandai, Square Enix, Sony, Microsoft, Nintendo, Warner Bros, JoWood, Koch Media, Southpeak, die kleinen Publisher mal nicht mitgerechnet.

Ubisoft hat beispielsweise noch Hawx, Call of Juarez und Anno 1404 dieses Jahr veröffentlicht. Baphomets Fluch Director's Cut ist zwar kein Großprodukt, aber zumindest ein hochwertiges Adventure für Wii und DS. In der Entwicklung sind Assassin's Creed 2 (kommt dieses Jahr), Might & Magic - Clash of Heroes (DS), Ruse, Splinter Cell Conviction, ein weiteres Ghost Recon und Beyond Good & Evil 2.

Rundenkampf ist im Breitenmarkt mit Sicherheit vorerst tot. Die letzten Großproduktionen waren nicht sonderlich innovativ, zumeist stark buggeplagt und haben sich einfach nicht verkauft (Tempel des Elementaren Bösen, Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor). Billige Titel wie God: Lands of Infinity (mit Pornodarstellerin als Werbeträger) haben das Bild von der Rundenstrategie sicherlich auch nicht verbessert. Dazu musst Du wohl oder übel auf Indiprodukte ausweichen. Spiderweb Games wäre eine Anlaufstelle, afaik auch die Iron Tower Studios.

Der Markt wird sich so schnell nicht ändern. Vielleicht bremst er sich ab, aber großartige Revolutionen sind nicht zu erwarten.

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Dennis Ziesecke (Freier Redakteur, 29749 EXP)
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Psst, du hast Heroes of Might and Magic vergessen, sehr klassische Rundenstrategie sogar und nicht unerfolgreich.

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Ich bezog mich wie Beast auf Rollenspiele.

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