Kleiner Overclocking-guide

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Satyrias83 (11 Forenversteher, 809 EXP)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 17 Stunden Offline
Beigetreten: 15.7.2009

hey Leute,

habe sowas hier noch nicht gesehen und dachte mir ich schreib mal einen kleinen Übertakter-Guide für Ivy Bridge. Viel Spaß beim ausprobieren.

Satyrias kleiner Overclocking Guide

am Beispiel von Ivy-Bridge i5k und i7k Prozessoren

Vorbereitung:

- Turbo Modus der CPU deaktivieren
- Energiesparfuntionen (Eist, C1State, c6 etc.) können in der Regel aktiviert bleiben
- CPU Spread Spectrum deaktivieren
- TDP Limit deaktivieren
- LLC (Load Line Calibration) auf eine hohe Einstellung einstellen (erhöht Temp der Spannungswandler!). Verhindert Spannungsabfälle bzw. mildert diese ab.
- Alle nötigen Spannungen im Bios/Uefi manuell auf den Standard-Wert einstellen

Vcore (VCC, VID)1,13V(standard) 1,45V(max empfohlen) Prozessorspannung

VCCPLL (CPUPLL) 1,8V (standard) 1,8-1,5V (max empfohlen)
Zur Temperatursenkung verringern

VCCIO (QPI, VTT)1,050V(standard)1,15V (max empfohlen)
Ca. 0,5V unter DDR Voltage

VCCSA (IMC, System Agent) 0,925V (standard)1,1V (empfohlen)
0,005 unter VTT

DDR Voltage (VDIMM, DRAM Voltage)1,65V (max empfohlen) Standardspannung je anch RAM unterschiedlich.
Arbeitsspeicher-Spannung

Folgende Programme sollten vorhanden sein:

- Prime 95
Wird als Stresstestprogramm benutzt. Hauptsächlich zum testen der Stabilität beim übertakten von RAM und BCLK.

- Intel Burn Test
Ebenfalls ein Stresstestprogramm. Wird zum testen der Stabilität beim übertakten des Prozessors genutzt.

- CPU-Z
Validiert die aktuelle Einstellung und bietet eine Menge Informationen.

- Core Temp
Zeigt die aktuelle Temperatur aller Kerne der CPU an. Die gesetzte MAX Temperatur sollte während des Prime-95 Stresstests nicht überschritten werden.

- Memtest86+
Testprogramm zur Stabilität des Arbeitsspeichers

Grundlagen:

Taktung:

Die Taktung des Prozessors und des Arbeitsspeichers ergibt sich aus dem Standardtakt (BCLK) und dem Multiplikator. Dabei multipliziert sich der BCLK mit dem Multi, was die Taktung ergibt.

Beispiel:

BCLK 100Mhz x Multiplikator 46 = 4600 Mhz Cpu-Takt
BCLK 100Mhz x RAM-Multiplikator 24 = 2400 Mhz RAM-Takt

Man sieht also es kann entweder der BCLK oder der Multiplikator erhöht werden um einen höheren Endtakt zu erreichen. Der BCLK ist jedoch nicht nur für RAM und CPU zuständig, sondern betrifft auch andere Komponenten wie z.B. die integrierte Grafikeinheit oder den PCI-Express-Takt. Daher ist es nicht zu empfehlen diesen zu erhöhen, weil andere Geräte dann evtl. ihren Dienst versagen. Also wird der BCLK bei 100 belassen oder nur geringfügig etwa bis 107 Mhz erhöht um noch bessere OC Ergebnisse zu erzielen oder den Takt ein wenig anzupassen.

Deshalb ist für gute Übertaktungsergebnisse ein Prozessor mit k-Suffix zu empfehlen, wie etwa der i5-3570k, weil diese Prozessoren über einen frei einstellbaren Multiplikator verfügen.

Bei den Prozessoren ohne „k“ kann der Multiplikator nur geringfügig erhöht werden meist bis auf den Turbo-Multiplikator. Dies kann dann mit einem geringfügig erhöhten BCLK genutzt werden um diese Prozessoren zu übertakten, was jedoch nicht so flexibel und nach oben hin begrenzt ist, wenn man die Möglichkeiten mit einem „k“-Prozessor vergleicht.

Übertaktung des Prozessors

Stabilitätstest 1

Bevor mit dem Übertakten begonnen wird, sollte das Standard-System auf Stabilität getestet werden. Dazu stellen wir den Intel Burn Test auf „standard“ und „times to run“ auf „5“. Dbaei sollte Core Temp aktiv sein, damit die Temperaturen im Auge behalten werden können.
Geht der Test fehlerfrei durch, kann mit der Übertaktung begonnen werden.

Übertaktung

Nach dem kurzen Stabilitätstest kann mit der Übertaktung begonnen werden. Dazu wird jeweils der Multiplikator um eine Stufe angehoben und erneut der oben beschriebene kurze Stabilitätstest gemacht. Bei Erfolg wird sich wieder der Erhöhung des Multiplikators zugewandt. Sollte der Intel Burn Test Fehler melden, der PC nicht mehr hochfahren oder abstürzen, muss die Vcore erhöht werden. Ich würde die Vcore dabei jeweils um 0,1 Volt erhöhen und es erneut probieren, bis der Test wieder durchläuft. Dabei immer die Temperatur im Auge behalten. Sie sollte nicht deutlich über 80 Grad steigen, wenn der PC täglich und ständig für z.B. Spiele genutzt werden soll.
Diese Prozedur wird solange wiederholt, bis man an eine der folgenden Grenzen stößt:

1. die Spannung (Vcore) müsste auf über 1,45V angehoben werden.
2. die Temperatur steigt deutlich über 80 Grad Celsius (Kühlung verbessern hilft)
3. eine Spannungserhöhung bringt keine Verbesserung mehr

Wenn man an eine der Grenzen stößt, sollte man die letzte stabile Konfiguration wieder einstellen und diese ausführlich mit Intel Bun Test testen. Dazu stellt man den Test auf mindetsens „high“ und die times to run auf mindestens „10“. Hier wieder die Temperatur im Auge behalten. Sollte sie wiederum zu hoch sein, sollte man die Übertaktung wieder etwas herunterschrauben, bis man in einen Bereich kommt, wo die Temperatur in Ordnung ist. Bedenkt dabei, dass kein Spiel oder Programm im Alltag die Temperatur so hochtreiben wird, wie der Intel Burn Test, daher sind 80 Grad Celsius hier nicht im schädlichen Bereich, weil dies im Alltag nie dauerhaft erreicht wird.

Sind die Einstellungen erreicht, bei denen der Prozessor stabil läuft kann durch senken der VCC PLL versucht werden die Temperatur weiter zu senken. Wie gehabt das ganze immer kurz testen und das Endresultat stärker testen. Die VCC PLL sollte dabei nicht unter 1,5V gesenkt werden. Sollte die Temperatur deutlich sinken, kann auch versucht werden mit diesem Ergebnis direkt wieder einen Multiplikator höher zu stellen. Dabei wieder auf Stabilität testen bis man das beste Ergebnis gefunden hat.

Das abschließende Ergebnis sollte nochmals deutlich getestet werden. Am besten mit Prime 95 im small fft test für mind. 8 Stunden. Sollten Fehler auftreten muss nochmals Hand angelegt werden.

Übertaktung des Arbeitsspeichers

Grundlagen

Der Arbeitsspeicher kann auf zwei verschiedenen Wegen übertaktet werden. Entweder man erhöht den Speichertakt durch BCLK mal Multiplikator oder man verschärft die Timings. Hierzu sei zu sagen, dass ein erhöhter Takt bei Ivy Bridge mehr bringt als scharfe Timings.

Die Timings werden meist folgendermaßen angezeigt: 7-8-7-24 (Beispiel)

In der selben Reihenfolge sind die Namen im Uefi/Bios dafür folgende:

Tcl (Cas Latency) – Trcd (Ras to Cas) – Trp (Row Precharge Time) – Tras (Row active time)

Je niedriger die Zahlen sind, desto schneller ist der Arbeitsspeicher.

Eine gute Basis sind demzufolge RAM Module, die von vornherein niedrige Timings haben. Je niedriger die Standardspannung ist, desto besser, das gibt später mehr Spielraum.

Erhöhung des Speichertaktes

Zu Beginn sollte der Speicher erst einmal auf seine Standardspannung und -timings eingestellt werden.

Dann kann durch Erhöhung des Multiplikators der Ramtakt erhöht werden. Nach Erhöhung jeweils eine Runde Memtest86+ laufen lassen um zu schauen ob das ganze funktioniert. Sollte es zu Problemen kommen muss die Spannung erhöht werden (DDR Voltage) dabei ist es wichtig, die VTT mit anzuheben, sollte sie mehr als 0,5V unter der DDR Voltage liegen. Sie noch näher heranzubringen kann sich auch positiv auf die Stabilität auswirken, man sollte jedoch den maximalen VTT von 1,15 Volt nicht überschreiten. Die VCCSA sollte dabei immer 0,005V unter der VTT liegen.

Das Prozedere wird wiederholt bis:

1. Eine Maximalspannung erreicht wird.
2. Eine Spannungserhöhung keine Verbesserung bringt.

Was auch noch getan werden kann wenn eine der oberen beiden Fälle eintritt, ist die Timings zu entschärfen. Dabei werden die ersten drei Timings tcl, trcd und trp um 1 erhöht und tras um 3. Das sollte wieder Spielraum geben. Dies kann dann wiederum so lange wiederholt werden, bis eine der oberen beiden Fälle eintritt.

Die letzte stabile Einstellung kann als Grundlage zum schärfen der Timings verwendet werden und sollte davor nochmals ordentlich auf Stabilität getestet werden.

Schärfen der Timings

Der höchst-mögliche Ramtakt ist gefunden oder aufgrund der wenigen Multiplikatoren ist der Abstand zu groß um die nächste Stufe zu erreichen? Dann sollte mit dem schärfen der Timings begonnen werden.

Dazu stellt man zunächst den mittleren timer (trcd) eine stufe herunter und testet anschließend mit einer runde memtest86+. Sollte das ganze erfolgreich sein. Stellt man den ersten und dritten timer ebenfalls eine Stufe herunter und testet nochmals. Bei Erfolg geht’s wieder von vorne los. Sollte noch Spielraum in der DDR Voltage bestehen kann diese auch hier noch angehoben werden falls Fehler auftreten. Hat man die niedrigstens stabilen timings erreicht, stellt man die Tras herunter, sie sollte ungefähr der Summe der drei ersten Timings entsprechen, ein guter Wert um anzufangen. Wenn dieser Wert stabil ist, ist alles in Ordnung und man hat das Maximum aus seinem RAM herausgeholt.

Zum Abschluss sollte das ganze System noch ausführlich mit Prime 95 im Blendtest mind. 6 Stunden getestet werden, je länger desto besser. Sollten dabei keine Fehler auftreten, ist alles perfekt. Sollten Fehler auftreten, muss wieder ein bischen softer eingestellt werden.

Azzi (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Sieht ganz nett aus der Guide, allerdings solltest du mehr Absätze und fette Überschriften verwenden um dem Ganzen Struktur zu geben.

Für Anfänger empfehle ich erstmal nicht an der Spannung rumzuschrauben, meist hat die CPU und der RAM eh noch etwas Spielraum ohne das man die Spannung erhöhen müsste. Auch immer nach seinem CPU-Modell googlen, gibt viele Foren wo Leute schreiben wie die Übertaktbarkeit des Modells durchschnittlich ist und mit welchen Maßnahmen man bestimmte Takte erreicht. Das ist auf jeden Fall immer schonmal ein guter Richtwert.

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