Computerspiele und Gewalt

Foren-Suche
(Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Mich interessiert die Meinung der Spieler zu folgenden Fragen:

1. Könnten Computerspiele (wie zB GTA likes) Kinder gegen Gewalt und Mobbing auf dem Schulhof desensibilieren und so die Ausgrenzung und Demütigung einzelner Individuen unterbewusst befördern?

1a. Wenn ja, wie können Eltern damit umgehen?

2. Wird die Diskussion nicht auch von Seiten der Spieler zu stark polemisiert?

Die Frage ist nicht ob diese Spiele in Kinderhände gehören!
Die Frage ist nicht ob Spiele an etwas Schuld sind!
Es geht hier auch nicht um Kritik an Lobbyarbeit, Politik, Personen und Verbänden die sich unsachlich über Spiele äußern.

Anlass:
http://www.southington.org/filestorage/305/Video_Games_Return_Program.pdf
http://www.gamersglobal.de/news/62930/spielevernichtung-in-connecticut

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdient
DerStudti (11 Forenversteher, 772 EXP)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Woche 1 Tag Offline
Beigetreten: 6.9.2011

Die Fragestellung ist zu allgemein, um einen Erkenntnisgewinn zu produzieren. Natürlich "könnten" Spiele auf manche Kinder desensibilisierend wirken. Genauso "könnte" die Lektüre des Polizeiberichts in der Zeitung oder Ähnliches auf manche Individuen wirken. Es "könnte" aber auch im jeweiligen Fall nicht so sein. Das weiß leider niemand, weil uns allen die Kenntnis der individuellen Psyche von Millionen Heranwachsenden weltweit fehlt.

Wir können nur drauf achten, ob wir selbst oder Menschen aus unserer Umgebung - vor allem unser eigener Nachwuchs - solche Tendenzen zeigen, und dann darauf hinarbeiten, dass diese den Betroffenen bewusst werden. Und idealerweise sorgt man dafür, dass mit der Thematik ambivalent (und eben nicht polemisierend) umgegangen wird. Man kann nicht verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit Gewalt in den Medien in Kontakt kommen, zumal auch unsere reale Welt alles andere als friedlich ist. Aber man kann das Gespräch suchen, Alternativen anbieten und (bei eigenen Kindern) regulierend eingreifen.

Azzi (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

1. Das weiss wohl keiner hier. Gibt schon ein paar Studien und die kommen auch gerne zu unterschiedlichen Ergebnissen. Soziologen und Psychologen forschen da heute noch dran, ist ein spannendes Forschungsgebiet bleibt abzuwarten was da noch kommt.

Meine persönliche und keinesfalls wissenschaftlich wasserdichte Meinung ist, dass es durchaus Auswirkungen aufs Gehirn möglich sind. Unser Gehirn ist nichts feststehendes es treten ständig neue Verknüpfungen und Anpassungen in verschiedenen Bereichen auf. Halte es deswegen nicht für ausgeschlossen, das Videospiele Einfluss aufs Gehirn haben.
Da die Hirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen gerade auf dem Höhepunkt ist, sind diese bestimmt besonders anfällig für solche Effekte.

Natürlich ist das alles viel zu komplex um negative Auswirkungen alleine auf Medienkonsum zu reduzieren, aber ich halte es auch genauso für gefährlich wenn hier jede Auswirkung gerne schon per se ausgeschlossen wird.

J.C. (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970
DerStudti schrieb:

Die Fragestellung ist zu allgemein, um einen Erkenntnisgewinn zu produzieren. Natürlich "könnten" Spiele auf manche Kinder desensibilisierend wirken.

Azzi schrieb:

1. Das weiss wohl keiner hier. Gibt schon ein paar Studien und die kommen auch gerne zu unterschiedlichen Ergebnissen. Soziologen und Psychologen forschen da heute noch dran, ist ein spannendes Forschungsgebiet bleibt abzuwarten was da noch kommt.

Klar. Meine Frage bezog sich auch eher auf persönliche Meinungen, also was ihr darüber denkt und welche Konsequenzen ihr daraus zieht. Die Frage auf wissenschaftlicher Ebene zu klären wird unter Umständen noch sehr lange dauern.

DerStudti schrieb:

Wir können nur drauf achten, ob wir selbst oder Menschen aus unserer Umgebung - vor allem unser eigener Nachwuchs - solche Tendenzen zeigen, und dann darauf hinarbeiten, dass dies den Betroffenen bewusst werden. Und idealerweise sorgt man dafür, dass mit der Thematik ambivalent (und eben nicht polemisierend) umgegangen wird. Man kann nicht verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit Gewalt in den Medien in Kontakt kommen, zumal auch unsere reale Welt alles andere als friedlich ist. Aber man kann das Gespräch suchen, Alternativen anbieten und (bei eigenen Kindern) regulierend eingreifen.

Eben. Es ist kaum zu vermeiden, dass Kinder heute mit zT extremer Gewaltdarstellung konfrontiert werden. Extremfälle wie echte Schlägervideos auf youtube sind ein Sache. Da kann man sicherlich mit Kindern reden und erklären was falsche daran ist (wenn sie es nicht sowieso verstehen). Aber dann gibt es die ganzen Medien "für Erwachsene" die in Augen von Kindern eben durch die Einordnung "ok für Erwachsene" besonders legitimiert werden. Jedenfalls habe ich als Kind nie verstanden warum etwas nur für Erwachsene sein soll wenn ich das Gefühl habe intellektuell zu verstehen was passiert. Was ich als Kind aber evtl. nicht besitze ist kritische Distanz. Und (angenommen ich kann den Konsum nicht verhindern) wie will ich sie einem Kind vermitteln?

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Bronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenTop-News-Veteran: Hat mindestens 50 Top-News geschriebenGG-Spender: Hat eine Spende von 5 Euro an GG.de geschickt
Green Yoshi (20 Gold-Gamer, 24789 EXP)
Test
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 5 Stunden 18 Minuten Offline
Beigetreten: 6.1.2010
Inhalte: 263
J.C. schrieb:

Mich interessiert die Meinung der Spieler zu folgenden Fragen:
1. Könnten Computerspiele (wie zB GTA likes) Kinder gegen Gewalt und Mobbing auf dem Schulhof desensibilieren und so die Ausgrenzung und Demütigung einzelner Individuen unterbewusst befördern?
1a. Wenn ja, wie können Eltern damit umgehen?
2. Wird die Diskussion nicht auch von Seiten der Spieler zu stark polemisiert?
Die Frage ist nicht ob diese Spiele in Kinderhände gehören!
Die Frage ist nicht ob Spiele an etwas Schuld sind!
Es geht hier auch nicht um Kritik an Lobbyarbeit, Politik, Personen und Verbänden die sich unsachlich über Spiele äußern.
Anlass:
http://www.southington.org/filestorage/305/Video_Games_Return_Program.pdf
http://www.gamersglobal.de/news/62930/spielevernichtung-in-connecticut

1. Mobbing gab es auch schon früher, ich schätze das hat weniger mit Spielen zu tun, sondern eher mit der Konsumgesellschaft, in der nur der was wert ist, der etwas hat. Seien es jetzt die neuesten Klamotten, Smartphones oder Computerspiele. Da müsste von den Schulen einfach mehr gegen getan werden, z.B. in Form von Projektwochen. Eltern bekommen es wohl nur mit wenn ihr Kind gemobbt wird und nicht andersrum. Aber auch dann helfen nur Gespräche. Die Eltern sollten untereinander respektvoll umgehen und Streiterien nicht mit Gewalt lösen. Dass sich das Kind das Verhalten seiner Eltern zum Vorbild nimmt ist deutlich wahrscheinlicher als dass es sich an virtuellen Computerhelden orientiert.

2. Wenn jemand Spiele einsammeln will, um sie danach zu vernichten, braucht er sich über die polemischen Kommentare nicht zu wundern. Die prominentesten Kritiker von Spielen sind dafür bekannt die Tatsachen zu verdrehen und den Eltern Angst zu machen, statt sie aufzuklären. Mag sein, dass es auch sachlich argumentierende Kritiker gibt, aber die sind für die ÖR einfach nicht so spannend wie ein Spitzer oder Pfeiffer. Daher sind sie höchstens in wissenschaftlichen Kreisen, aber nicht in der Öffentlichkeit bekannt.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
FrauPommesgabel (12 Trollwächter, 1005 EXP)
Ist lustig, mag Schokolade und macht Let's Plays :)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 32 Wochen Offline
Beigetreten: 11.11.2012
Inhalte: 7

Also ich denke mal, das es schon einen Einfluss haben kann, allerdings in wie weit genau, das hängt auch immer von dem Hintergrund (damit meine ich das Soziale Umfeld, Erziehung, Schule, etc) ab, den man selber hat. Es gibt Menschen, die bewusst zwischen Real und nicht Real unterscheiden können, aber ebenso welche die das nicht können. Manche Kinder/Jugndliche nehmen gar nicht wahr, was für eine Reaktion sie mit rüpelhaften Verhalten hervorrufen. Sowas kann natürlich auch immer an einer psychischen, nennen wir es mal Erkrankung, liegen. Aber ich denke wenn die Elter einem Kindo schon früh erklären, was richtig und was falsch ist (sofern die Eltern fähig sind das zu unterscheiden), dann kann man diese vermeintlich auf Computerspielen beruhenden Reaktionen abmildern oder vermeiden. Außerdem sieht man Gewalt heutzutage ja nicht nur in Games, sonder auch in Film, Fernsehen und auch in Printmedien.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertFROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns an Weihnachten 2010 mit einer Spende von 10 Euro unterstützt.Bronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenGG-Spender: Hat eine Spende von 5 Euro an GG.de geschicktFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ganesh (16 Übertalent, 5024 EXP)
"First things first,but not necessarily in that order." - Doctor Who (4)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 9 Stunden 49 Minuten Offline
Beigetreten: 30.11.2009
Inhalte: 18

1. Weiß keiner. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob wir mit der Frage, ob und wenn ja wie weit ein Medium wirklich für bestimmte Verhaltensänderungen auslöst, wirklich weiter kommen. Meiner Meinung nach wird die Diskussion von beiden Seiten zu psychologisch geführt, zu sehr auf die Frage kausaler Abhängigkeiten reduziert. Es erscheint mir vielversprechender, stattdessen die Symbole und den Umgang mit denen anzuschauen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass Militär-Shooter die Akzeptanz des Militärs und bestimmter Vorstellungen vom Alltag von Soldaten verstärken, als dass man ihnen nachweisen kann, für individuelle Gewaltakte verantwortlich zu sein.

1a. Genau da muss dann auch der Umgang mit dem Medium einsetzen. Detaillierte Rezeption und ein Sprechen darüber, welche Bilder da vermittelt werden und was an denen problematisch ist. Ich wage jedoch stark zu bezweifeln, ob das etwas ist, was Eltern alleine leisten können. Eher würde ich vermuten, dass die Schulen gefragt sind. Und vorher die Wissenschaften, die die unterschiedlichen medien- und kulturwissenschaftlichen Methoden auf die entsprechenden Medien anwenden müssen und sich dann überlegen müssen, wie man die Ergebnisse in Schulen vermitteln kann.

2. Ja. Ein bisschen mehr Gelassenheit würde Spielern gut stehen. Und es würde "uns" gut tun, solche Fragen nicht als Infragestellung individueller und kollektiver Identitäten zu verstehen. Spielen ist ein Hobby, keine Identitätsfrage. Wenn man Kommentare hier und woanders liest, hat man häufig den Eindruck, als ginge es bei solchen Fragen immer direkt ums Ganze, als wären Spiele eine so andere Beschäftigung gegenüber dem, was ältere Generationen gemacht haben. Das kann nicht gut für die Debatte sein und verstellt in schöner Regelmäßigkeit auch Möglichkeiten, problematische Aspekte des Hobbies neben der Gewalt (Sexismus!) ernsthaft zu diskutieren.

____________________________________

Dieser User unterstützt GG seit fünf Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertFROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenDieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.Vielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtVeteran-Poster: Seine Forumsposts brachten ihm 2000 EXPDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschrieben
Makariel (19 Megatalent, 14079 EXP)
https://youtu.be/QhMo4WlBmGM
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 7 Stunden 10 Minuten Offline
Beigetreten: 18.3.2010
Inhalte: 23
J.C. schrieb:

Mich interessiert die Meinung der Spieler zu folgenden Fragen:
1. Könnten Computerspiele (wie zB GTA likes) Kinder gegen Gewalt und Mobbing auf dem Schulhof desensibilieren und so die Ausgrenzung und Demütigung einzelner Individuen unterbewusst befördern?
1a. Wenn ja, wie können Eltern damit umgehen?
2. Wird die Diskussion nicht auch von Seiten der Spieler zu stark polemisiert?

1. möglich, aber nicht allzu wahrscheinlich IMO.
1a. es würd schon mal helfen wenn Eltern die Pegi/USK ratings auf Packungen lesen und verstehen würden. Hier gibt es noch jede menge Missverständnisse. Hab mal mit unbedarften Eltern geredet, die dachten das Pegi-Rating würde angeben wie "schwierig" das Spiel ist.
2. ja.

FrauPommesgabel schrieb:

Manche Kinder/Jugndliche nehmen gar nicht wahr, was für eine Reaktion sie mit rüpelhaften Verhalten hervorrufen.

Jupp, solche Leute nennt man Kinder wink

Wie man sich in unserer Gesellschaft zu benehmen hat ist genausowenig angeboren wie Auto fahren. Kinder müssen natürlich erst lernen das rüpelhaftes Verhalten Schaden verursacht. Manche lernen schneller, manche langsamer. In manchen Familien wird auf den "richtigen Umgang" von klein an viel Wert gelegt, in anderen weniger.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)