Spielehobby in der Wirtschaftskrise

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MachineryJoe (16 Übertalent, 4299 EXP)
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Ich habe einmal gelesen, dass die Unterhaltungsindustrie gerade in Krisen besonders gute Umsätze macht. Viele Menschen haben mehr Zeit (Kurzarbeit, Arbeitslose) und andere Menschen fliehen gerne in eine Parallelwelt, um dem Pessimismus der Gegenwart zu entfliehen. Leider konnte ich auf die Schnelle keine Umsatzstatistiken finden, um das zu belegen.

Was haltet ihr davon? Wird dieses Hobby locker die Krise überstehen oder sogar daran wachsen?

Ich befürchte da Folgendes: Die Unterhaltungsbranche könnte in der Tat in einer kleinen Krise wachsen. Aber sollte es zu einer Systemkrise mit einem totalen Finanzkollaps kommen, wenn die Mehrheit der Steuerzahler die Zinsen des Systems nicht mehr tragen kann, dann könnte es umschlagen und Menschen interessieren sich für Demonstrationen, aktiven Widerstand oder müssen mit allen Tricks einer starken Inflation ausweichen, auf dem Schwarzmarkt mit alternativen Zahlungsmittel handeln und haben einfach keine Zeit mehr für die Unterhaltung.

Ich weiß nicht genau, wohin es geht, aber allein schon der gerade durchgewunkene ESM bereitet mir erhebliche Sorgen. Hier muss Deutschland mit 290 Milliarden Euro Gewehr bei Fuß stehen. Das ist ein Drittel der Steuereinnahmen, 2.300 Euro für jeden Deutschen, ca. 5.000 Euro für jeden Steuerzahler. Solche Summen müssen über Jahrzehnte über eine erhöhte Mehrwertsteuer abgeführt werden, die vermutlich nach der nächsten Wahl kommt und damit alle Preise schlagartig anhebt, was natürlich Inflation erzeugt, genauso wie die Gelddruckmentalitäten der EZB und Geschäftsbanken, beflügelt durch geringe Zinsen. Da gerade viele Spiele auch Importprodukte sind, wird der schwächer werdende Euro diese Preise langfristig erhöhen.

Muss ich mir Sorgen um unser Hobby machen? Muss ich mir Sorgen als Grafiker und 3d-Modellierer machen, dass in Zukunft meine Kunden ausgehen? Habt ihr genauere Zahlen und Fakten zu dem Thema? Wäre es interessant, dazu gemeinsam einen Beitrag zu schreiben, sollten wir genug Material finden?

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Maulwurfn (Community-Moderator, 13879 EXP)
Cardiac Cats strike again!
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Du musst dir nicht mehr oder weniger Sorgen um dein Hobby machen, als andere um ihre Hobbys. Aus jeder Wirtschaftskrise gehen gewisse Branchen als Verlierer und andere als Gewinner heraus. Einen totalen Finanzkollaps sehe ich nicht am Horizont. Schwarzmarkt usw, tut mir leid aber mir scheint du neigst da zur Übertreibung.
Sollte es so kommen wie du befürchtest, machst du dir keine Sorgen um dein Hobby, sondern um deine Existenz, da spielen Hobbys keine Rolle mehr.

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MachineryJoe (16 Übertalent, 4299 EXP)
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Ja, da ich auch von der Branche lebe, geht es stückweise auch um meine Existenz.

Ich hoffe, Du hast Recht und einige Sorgen sind übertrieben. Aber es kann einen schon nachdenklich stimmen, wenn man Hunderttausende in den Südländern auf den Straßen sieht. Und wenn man sich die Daten anschaut, bei denen Schulden und die Guthaben Weniger exponentiell steigen. Aus solch einer Situation hat in der Vergangenheit immer nur ein Neustart geholfen, eine Währungsunion, bei der sowohl Schulden als auch viele Guthaben vernichtet wurden.

Aber wenn das friedlich und geordnet vonstatten geht, wird es vielleicht wirklich nicht so dramatisch für die Mehrheit. Lassen wir uns überraschen.

Azzi (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Glaub ich net. Wenn wirklich viele Leute arbeitslos oder in Kurzarbeit wären, hätten sie weniger Geld für Luxusgüter wie Medien und damit würde dort der Umsatz zurückgehn.

Mit dem ESM brauch man sich weniger Gedanken machen, Deutschland verleiht quasi Geld das wir hier an Schulden zum Nulltarif aufnehmen können (wir zahlen aktuell kaum Zinsen für neue Schulden). Dazu kommt das es quasi eine Investition in den hoffentlich stabilen Euro und Euroraum ist, von dem wir als Exportnation sehr stark profitieren.

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Azzi schrieb:

Mit dem ESM brauch man sich weniger Gedanken machen,...

Ich habe mich ein wenig damit beschäftigt, da es mich auch interessiert. Ich habe ja mal Volkswirtschaft studiert. Aber der ESM kann wirklich ein großes Risiko werden. Sicher könnte es sein, dass man einfach nur Geld verleiht und es mit Zinsen zurück bekommt. Aber eine Krise, die u.a. durch diese hohe Verschuldung ausgelöst ist, kann man schlecht durch neue Schulden lösen. Deutschland macht also Schulden, um die Schulden der anderen zu zahlen. Das klingt schon einmal pervers. Aber es besteht ja auch die Gefahr, dass wir das Geld nicht zurück bekommen. Diese Gefahr soll noch erhöht werden, indem der ESM das Geld hebelt und Privatinvestoren mit ins Boot holt. Die werden angelockt, indem ihnen versprochen wird, dass sie kein Ausfallrisiko haben, weil das der Steuerzahler übernimmt. Sie haben also eine sichere Rendite.

Das Gleiche passiert im Augenblick, weil die EZB verspricht, unbegrenzt Staatsanleihen am Sekundärmarkt zu kaufen. Wenn sie das tatsächlich machen, ist es ein Freibrief für jeden Spekulant, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, weil sie ja unbegrenzt sicher sind. Das führt dazu, dass Staaten weiter unbegrenzt Schulden machen können, weil der Markt sie nicht auf natürliche Weise stoppt. Damit wird der Grund für die Krise, das Schuldenmachen, beschleunigt und zerstört das System langfristig noch schneller, weil die natürlichen Marktbremsen ausgehebelt werden.

Zitat:

Dazu kommt das es quasi eine Investition in den hoffentlich stabilen Euro und Euroraum ist, von dem wir als Exportnation sehr stark profitieren.

Hier bin ich ebenso kritisch. Mal abgesehen davon, dass der Euro für viele Länder die falsche Währung ist, weil er für einige zu weich und für andere zu hart ist, ist es ökonomisch gesehen falsch, dass wir als Exportnation davon profitieren. Es gibt sicher wenige Aktionäre von Exportfirmen, die davon profitieren. Aber Deutschland als Ganzes hat in der Zeit mehr Schulden gemacht, keine Löhne erhöht und Vermögen ungerechter verteilt, Renten gekürzt und andere Sozialmaßnahmen abgebaut. Das macht aber auch ökonomisch Sinn, warum das passiert ist: Wir verkaufen zwar viel, aber im Euroraum z.B. bekommen wir für den Außenbilanzüberschuss kein Geld, kein Gold, keine Währungsreserven, Grundstücken usw, sondern Target2-Salden. Das sind Forderungen der Bundesbank gegenüber den anderen Notenbanken (über die EZB). Die amerikanischen Staaten und ihre Notenbanken müssen das regelmäßig ausgleichen und wenn sie das nicht mehr können, gehen sie Pleite und werden nicht gerettet (No-Bailout-Prinzip). Das Gesetzt gibt es auch in Europa, aber wurde mehrfach gebrochen und ignoriert.
Wir bleiben also auf diesen Target-Forderungen sitzen und die fleißigen Arbeiter mit ihrem Lohnverzicht und Überstunden haben gar nichts davon. Das heißt, dass wir einen Teil der Güter verschenkt haben.

Volkswirte gehen davon aus, dass eine ausgeglichene Handelsbilanz schlussendlich besser für den Wohlstand ist, als ein hoher Überschuss.

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