Überwachungskultur

Foren-Suche
(Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Hallo GG.

Da Ukewa vor einiger Zeit im iPhone/SpyPhone Thread empfohlen hat, ich möchte mich doch anmelden um im Forum schreiben zu können wenn mich das Thema interessiert, strecke ich mal meinen Zeh ins kalte Wasser und mache einen Beitrag auf, um zu sehen was ihr von der mittlerweile verstärkten Datensammelwut haltet, vielleicht kommen wir ja zu einer vereinten Feldtheorie oder wenigstens zu guten Tips:

Sony's Verlust von mehr als 100 millionen Nutzerprofilen, Apple's heimliches Tracking aller iOs4.0-Kunden, Google's und Microsoft's ähnliche Versuche; die steigende Akzeptanz der sozialen Netzwerke und damit einhergehend ein Umdenken, was privat und was öffentlich ist, all dies scheinen kaum verbundene Einzelfälle zu sein.

Allerdings zahlen Datenaggregatoren hohe Summen dafür, diese einzelnen Datenpakete zu einem großen Ganzen zusammen zu führen. Die meisten Daten sammeln sich umsonst und von selbst, Google-Analytics schaut zu wie oft wer welche Seite ansieht (auf manchen Seiten sind 60 oder mehr Scripte aktiv), Facebook lockt mit Belohnungen und sozialem Status, GMail scannt standardmässig die Wörter der Emails, Einwohnermeldeamts-Daten werden gekauft, Online-Videospiele nutzen Abrechnungsinformationen um ungefragt ein Sozialnetzwerk aufzubauen usw. usw. Bald gehen uns die IP-Adressen aus und IPv6 wird eingeführt, wodurch jeder eine eindeutig zuordbare IP-Adresse bekommt. China hat das vor kurzem schon eingeführt.

Diese einzelnen Punkte sind sicherlich für sich genommen schon komplex genug, am heutigen Tag beginnt in Deutschland zusätzlich aber noch der Zensus 2011, 10% aller Bürger müssen private Daten von sich preisgeben, bei Weigerung drohen Strafen von 300-5000€. Der Zensus dient der Volkszählung, startet aber bereits mit einer kleinen Unstimmigkeit. Wie ergeben sich diese 10%? Wenn das eigentliche Ziel die Zählung der Bevölkerung ist, warum diese teils sehr privaten Fragen? Die Zählung soll Anonym ablaufen, und doch beginnt die Umfrage mit der Sammlung der Personalien. Hausbesitzer erhalten einen zusätzlichen Fragebogen, in dem sie weitere Informationen angeben müssen. Ist es aber nicht eine unnötige und unnötig detaillierte Informationserhebung, wenn man Beispiele wie "Wieviele Badezimmer haben sie" betrachtet?

Unnötig wird diese Datenerhebung aber sicher nicht sein, denn die 80.000 angestellten Beamten die nun durchs Land ziehen und uns befragen kosten allein ein Heidengeld. Sinnhaft? Vielleicht. Teilweise bestimmt, aber nicht auch überzogen eindringlich? Mich erinnert das ganze ein wenig an den Krieg gegen den Terror, Nacktbildkamera's an den Flughäfen, jetzt auch an Bus- und Bahnstationen in den USA. Zuerst wurde versprochen diese Bilder könnten nicht gespeichert werden, dann tauchten 30.000 Bilder plötzlich doch irgendwo auf. Mittlerweile liest man in den kritischen Kommentaren zu sozialen Netzwerken "das war doch von Anfang an klar, hätte doch jeder wissen müssen das die Nutzer das Produkt sind", bei Sony heisst es "ist doch nicht so schlimm, hätte jedem passieren können", und bei Apple "ach das macht doch jeder, das hättest du auch vorher wissen müssen das Apple (oder Google, oder Microsoft) dich zusätzlich zur Telefonfirma trackt, auch wenn du das Tracking ausgeschaltet hast".

Diese Dinge empfand ich nicht als Selbstverständlichkeit, vielleicht können wir hier zusammen tragen was heutzutage in der Informationskultur 2011 zu erwarten ist, was vertretbar ist und was nicht?

Dieser User unterstützt GG seit sechs Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!FROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.GG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur Surge Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2016 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Silber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns zur Dark Souls 3 Aktion mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2014 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.GG-Supporter: hat einmalig 10 Euro gespendet
Age (19 Megatalent, 13997 EXP)
Wenn du laberst wie ne rechte Hohlbirne, biste wohl ne rechte Hohlbirne.
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 20 Minuten 21 Sekunden Offline
Beigetreten: 5.3.2010
Inhalte: 197

Interessanter Beitrag, allerdings weiß ich wie er ausgeht. Ein paar wenige werden dir Recht geben und dir noch mehr Beispiele nennen. Ein paar mehr werden sagen, dass sie sich dem bewusst sind, es nicht toll aber auch nicht sooo schlimm finden. Die meisten werden gar keine Meinung haben und vereinzelt wirst du als paranoid wahrgenommen werden. rolleyes Gegen den Weiterverkauf der Meldedaten kannst du dich übrigens kostenlos wehren: http://www.optoutday.de - für den Hinweis werde ich übrigens sicher wieder als Piratenpropagandist diffamiert. smilie

____________________________________

Been there. Done that.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

ich fände es schade wenn der Beitrag so unproduktiv enden würde, sollte sich das Thema als zu weitläufig oder uninteresant erweisen, können wir das sicher eingrenzen oder auf ein "wie stellt ihr euch die Situation in 5 Jahren vor?" konkretisieren.

Den Hinweis zum Optoutday fand ich übrigens sehr gut als er vor einiger Zeit hier in einer Artikeldiskussion gebracht wurde. Beim Bürgeramt war man sogar außerordentlich zuvorkommend und hilfsbereit, danke noch einmal für den Tip.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Sehr schön geschrieben, könnte glatt ein kleiner "echter" Artikel sein!

Allerdings stimmt das mit den IPv6 Adressen nicht ganz. Auf Mobilgeräten ist das übringens ganz normal, diese haben fast immer eine feste IP, sind also im Internet eindeutig trackbar. Bei manchen lässt sich das ändern, aber das ist -glaube ich- die Ausnahme. (Stichwort "Privacy Extensions")

Ja, es wäre möglich, jedem Gerät -und somit auch jedem Nutzer- eine eigene und dauerhafte IP-Adresse zuzuweisen. Aber es muss nicht und hängt ausschließlich vom Provider ab. Es wurden schon öfter Forderungen laut, daß sich die Provider dazu verpflichten sollen, bei jedem Einloggen oder immer nach 24h dem Nutzer eine andere IP (-v6)zuzuweisen. Es ist also durchaus möglich, daß insofern alles beim Alten bleibt.
Was aber stimmt: Wenn der Nutzer die Privacy Extensions nicht einschaltet, läßt er sich im Internet leicht wiedererkennen, da ein Teil der IPv6 aus der Hardware (MAC) generiert wird, statt per Zufall. Soweit ich weiß, sind die PE bei Win 7 automatisch aktiviert, bei iOS (oder wars Linux?) nicht..

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Danke für das Lob.. Allerdings ist das Thema vielleicht doch sehr weit gefächert und deshalb wenig zugänglich, sollte ich die Kategorien vielleicht etwas aufschlüsseln?

IPv6 ist sicher nicht die einzige Möglichkeit festzustellen wer hinter dem Rechner sitzt, aber dafür gibt es ja noch zahlreiche andere Werkzeuge (Cookies, Virtual Fingerprints, Flash Cookies, Webbeacons, Ipt Trusted Computing, IP Geo Zuordnung durch Web-IP Kartierung, Web/Foren-scraping), darunter viele die Sicherheitsagenturen untereinander teilen (Deep Packet Inspection, Echelon, Narus, Regierungsspyware wie Cipav).

Aber darum soll es hier ja auch nicht unbedingt gehen, sonst könnten wir dutzende von Methoden aufzählen und diskutieren, und müssten dazu noch hunderte Sicherheitsrisiken mit bedenken. Wichtiger sind mir eher die Dinge, die wir freiwillig herausgegeben (soziale Netzwerke, Payback, Angaben bei Spielecommunities, PSN, Battlenet, Steam, Sonykreditkarten), oder zu denen wir gezwungen werden und gegen die wir kaum etwas tun können (Elena, Zensus, VDS, eGk, ePA, Fluggastdatenspeicherung, SWIFT).

Mobilgeräte sind da ein guter Anfang. Ich wüsste zum Beispiel keine Methode, ein Handy, Smartphone oder Tablett zu benutzen, ohne getrackt zu werden. Smartphones und Tabletts senden ohnehin immer SIM- und Geräte-ID bei jeder Aktion mit, nichtmal Prepaid-Handies helfen da, weil auch die per Personalausweis registriert sind.

Dieser User unterstützt GG seit sechs Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!FROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.GG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur Surge Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2016 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Silber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns zur Dark Souls 3 Aktion mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2014 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.GG-Supporter: hat einmalig 10 Euro gespendet
Age (19 Megatalent, 13997 EXP)
Wenn du laberst wie ne rechte Hohlbirne, biste wohl ne rechte Hohlbirne.
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 20 Minuten 21 Sekunden Offline
Beigetreten: 5.3.2010
Inhalte: 197

Ja es ist immer eine persönliche Abwägung, wieviel einem die eigene Privatsphäre lieb ist. Zudem muss man zwischen staatlicher Überwachung und der Überwachung durch die Privatwirtschaft unterscheiden, auch wenn sich das teilweise überschneidet. Dein Beispiel der Smartphones ist ein Gutes. Auf der einen Seite sammeln Apple, Google oder Appsanbieter fleißig Kontakt- und Positionsdaten, Surfgewohnheiten usw. auf der anderen Seite speicherte der Staat bis vor kurzem (und ich bin mir sicher auch ziemlich bald wieder) mit Hilfe der Telekommunikationsanbieter deine Aufenthaltsorte und Verbindungsdaten.

Allerdings ist ein Handy bzw. Smartphone in einer Informationsgetrieben Welt unverzichtbar geworden. Ich selber verzichte so gut wie es geht auf alles was nicht nötig ist: Paybackcards, Soziale Netzwerke, Steam - ich versuche in der Privatwirtschaft so wenig Datenspuren zu hinterlassen wir möglich. Dabei mache ich mir allerdings auch keine Illusionen, dass über meine Kreditkarte, Internetbestellungen, Freunde in sozialen Netzwerken und meine Androidnutzung schon ein unerträgliches Maß an Daten über mich im Umlauf sind.

Noch etwas gewichtiger sind dann alle Sachen die durch den Staat veranlasst werden, du hast da schon ziemlich viel erfasst und es ist gruselig. Gegen vieles kann man sich nicht wehren. Wenig fliegen und wenn dann nicht in die USA, ist eine der wenigen Möglichkeiten, bei staatlicher Überwachung aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Resignieren wie viele andere, werde ich deshalb aber nicht, all diese Punkte sind auch ein Grund, warum ich mich vor Jahren dazu entschieden habe Pirat zu werden. Wer den Kopf in den Sand steckt, wird irgendwann böse überrascht werden, wenn er ihn wieder aus dem Boden holt, da bin ich mir sicher.

____________________________________

Been there. Done that.

Azzi (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Der Zensus war dringend nötig. Wir haben in Deutschland seit über 25 Jahren keine verlässlichen Daten mehr zur Bevölkerungszahl, Migration etc.

Diese Daten werden aber vielfältig benötigt und sind eigentlich unerlässlich. Und jeder der sich die Fragen mal durchgelesen hat wird einsehn das da nix unmögliches von einem verlangt wird, jedes Facebook Profil enthält wahrscheinlich persönlichere Daten als der Zensus. Vor allem weil die Zugriffs- und Datenschutzvorschriften auf den Zensus sehr sehr streng sind, selbst als Forscher kann man da kaum drankommen.

-----
Zum Rest: Klar sind solche Vorkommnisse wie bei Sony und Apple sehr ärgerlich und sollten nicht vorkommen, aber beim Grossteil der Fälle stammen die Daten die man im Internet zu Personen findet nicht durch solche Skandale, sondern durch freiwillig und sorglos hergegebene persönliche Daten.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Was mir am Zensus negativ auffält ist die Beteuerung, Anonymität würde gesichert, im Vorfeld werden aber von Meldebehörden und Arbeitsämtern extrem personalisierte Daten elektronisch übermittelt und an zentraler Stelle zusammen gefasst:

Meldeamt
1. Ordnungsnummer im Melderegister,
2. Familienname, frühere Namen und Vornamen,
3. Straße, Straßenschlüssel, Hausnummer und Anschriftenzusätze,
4. Wohnort, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel,
5. Tag der Geburt,
6. Standesamt und Nummer des Geburtseintrags,
7. Geburtsort einschließlich erläuternder Zugehörigkeitsbezeichnungen,
8. bei im Ausland Geborenen: Geburtsstaat,
9. Geschlecht,
10. Staatsangehörigkeiten,
11. Familienstand,
12. Wohnungsstatus (alleinige Wohnung, Haupt- oder Nebenwohnung),
13. Anschrift und Wohnungsstatus in der Gemeinde, aus der die Person zugezogen ist,
14. Anschrift der zuletzt bewohnten Wohnung in der Gemeinde,
15. Tag des Beziehens der Wohnung,
16. Tag des Zuzugs in die Gemeinde,
17. Herkunftsstaat bei Zuzug aus dem Ausland,
18. Tag der Anmeldung bei der Meldebehörde,
19. Tag des Wohnungsstatuswechsels,
20. Familienname, frühere Namen, Vornamen, Tag der Geburt und Ordnungsnummer des Ehe-
gatten oder des eingetragenen Lebenspartners oder der eingetragenen Lebenspartnerin,
21. Familienname, frühere Namen, Vornamen, Tag der Geburt und Ordnungsnummer der min-
derjährigen Kinder sowie Familienname, Vornamen, Tag der Geburt, Schlüssel und Ord-
nungsnummer der gesetzlichen Vertreter,
22. Tag der letzten Eheschließung oder Begründung der letzten eingetragenen Lebenspartner-
schaft,
23. Tag der Auflösung der letzten Ehe oder letzten eingetragenen Lebenspartnerschaft,
24. Anschrift des Wohnungsgebers,
25. Information über freiwillige Anmeldung im Melderegister,
26. Übermittlungssperre nebst Grund der Übermittlungssperre,
27. rechtliche Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft.

Amt für Arbeit
a) Wohnort, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel,
b) Straße, Hausnummer und Anschriftenzusätze,
c) Familienname und Vornamen,
d) Geschlecht,
e) Tag der Geburt.

1. für sozialversicherungspflichtige/ geringfügig entlohnte zusätzlich
a) Arbeitsort (amtlicher Gemeindeschlüssel),
b) Wirtschaftszweig,
c) Betriebsnummer der Arbeitsstätte,
d) Ausbildung,
e) ausgeübter Beruf,
f) Status der Beschäftigten (beschäftigt oder geringfügig beschäftigt

2) für Arbeitslose und Suchende zusätzlich
a) Status (arbeitslos, nicht arbeitslos aber Arbeit suchend, nicht zu aktivieren),
b) höchster erreichter Schulabschluss,
c) letzte abgeschlossene Berufsausbildung,

vom Finanzamt
a) Wohnort, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel,
b) Straße, Hausnummer und Anschriftenzusätze,
c) Familienname und Vornamen,
d) Tag der Geburt,
e) Geschlecht,
f) Umfang des Dienst- oder Dienstordnungsverhältnisses,
g) Berichts- oder Dienststellennummer.

dazu
a) amtlicher Gemeindeschlüssel des Arbeitsorts,
b) die für Datenübermittlungen an die Bundesagentur für Arbeit vergebene Betriebsnummer
oder den Wirtschaftszweig der Betriebsstätte,
c) staatlicher Aufgabenbereich, kommunaler Aufgabenbereich oder Produktnummer der
kommunalen Haushaltssystematik,
d) Name oder Bezeichnung der Erhebungseinheit,

Haushaltsbefragung:
1. Familienname, frühere Namen, Vornamen und Anschrift der Auskunftspflichtigen,
2. Telekommunikationsnummern der Auskunftspflichtigen oder einer anderen Person, die für
Rückfragen zur Verfügung steht,
3. Namen und Vornamen von bis zu zwei Wohnungsnutzern je Wohnung,
4. soweit bekannt: Zahl der Bewohner je Wohnung,
5. Straße, Hausnummer und Anschriftenzusätze der Wohnung.

1.für Gebäude:
a) Gemeinde, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel,
b) Art des Gebäudes,
c) Eigentumsverhältnisse,
d) Gebäudetyp,
e) Baujahr,
f) Heizungsart,
g) Zahl der Wohnungen,
2. für Wohnungen:
a) Art der Nutzung,
b) Eigentumsverhältnisse,
c) Wohnung nicht meldepflichtiger Personen, soweit bekannt,
d) Fläche der Wohnung,
e) WC,
f) Badewanne oder Dusche,
g) Zahl der Räume.
Quelle: Zensusvorbereitungsgesetz 2011 (BGBl. I S.2808)
https://www.zensus2011.de/fileadmin/material/pdf/gesetze/Zensusvorbereitungsgesetz.pdf

Hinzu kommen die Fragen der Stichprobenumfragen und noch viel mehr. Alles Daten die das perfekte Grundgerüst für jede personalisierte Anfrage und jede Überwachungskartei abgeben würde, und zudem genau das, wofür Werbefirmen ihr letztes Hemd und ihre Großmutter hergeben würden.

Ich frage mich einfach, sind die bisher elektronisch gesendeten Daten wirklich sicher, kann man ausschliessen das niemand im statistischen Bundesamt ein wenig Geld nebenbei verdienen will und Datensätze verschwinden? Sogar die US-Geheimdienst- und Botschaftsdateien waren nicht sicher und sind bei Wikileaks gelandet. Für einige Zeit liegen auf der Rechner des Bundesamts extrem wertvolle Daten rum, wie sind die gesichert? Ich hoffe doch besser als die von Sony. Facebook legt auch für nicht Nutzer Profile an, und die oder jede ähnliche Firma würde sich möglicherweise sehr dafür interessieren.

Was uns Schützt ist unser Vertrauen in die IT-Kompetenz unserer Regierung, eine maximale zwei (?) jährige Ordnungshaft und eine Geldstrafe. Die Daten werden maximal vier Jahre gespeichert. Wäre ich Chef einer Firma wie sie bei Facebook und Co. Profile zusammen gekratzt hat (Rapleaf, Loatme), ich hätte ganz schnell ein Spesenkonto mit 5mrd € zusammen gestellt und würde sehen, wo in Europa ich günstig einkaufen kann. Unsere Politiker haben es vorgemacht, mit den Steuersünder-Datei-käufen.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreichtSilber-Cutter: Hat Stufe 10 der Cutter-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Cutter: Hat Stufe 5 der Cutter-Klasse erreichtBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreicht
Bernd Wener (19 Megatalent, 13733 EXP)
@BBCrayC
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 7 Stunden 5 Minuten Offline
Beigetreten: 20.11.2009
Inhalte: 383
Age schrieb:

Interessanter Beitrag, allerdings weiß ich wie er ausgeht. Ein paar wenige werden dir Recht geben und dir noch mehr Beispiele nennen. Ein paar mehr werden sagen, dass sie sich dem bewusst sind, es nicht toll aber auch nicht sooo schlimm finden. Die meisten werden gar keine Meinung haben und vereinzelt wirst du als paranoid wahrgenommen werden. Gegen den Weiterverkauf der Meldedaten kannst du dich übrigens kostenlos wehren: http://www.optoutday.de - für den Hinweis werde ich übrigens sicher wieder als Piratenpropagandist diffamiert.

Ihr seid doch paranoid und überhaupt, Age, du bist ein alter Piratenpropagandist wink

Spaß beiseite:
Seid ihr euch so sicher, dass große Firmen einen Masterplan hegen, um die Privatssphäre abzuschaffen bzw. "unsexy" erscheinen zu lassen? Und dass jeder der 500 Mio. Facebook-User sich nicht bewusst ist, was eine Registrierung dort bedeutet?

In meiner Wahrnehmung ist das eher so, dass es einfach viele Menschen gibt (zu denen ich mich auch zähle, daher vielleicht auch meine evtl. verzerrte Wahrnehmung), für die der Nutzen überwiegt. Ich spreche jetzt nicht speziell von Facebook, das nutze ich auch nur aus musikalischen Gründen, sehr wenig privat, aber beispielsweise eben ortsbasierte Dienste eines Smartphones. Findet diese Verschiebung also nicht daher statt, da viele Menschen eben kein Problem haben, gewisse Daten rauszugeben? Vermutlich regt sich gegen den Zensus auch deshalb weniger Widerstand als bei den letzten Volkszählungen.

Jeder warnt immer vor der Herausgabe seiner Daten, aber bislang hab ich nicht ein nachvollziehbares Argument gelesen, was wirklich dagegen spricht. Weil meine Freundin sieht, wenn ich im Strip Club war? Hmm, dann sollte ich mir wohl eher Gedanken über meine Beziehung, nicht über meine Ortsdaten machen. Gut, die Nummer bei Sony ist da schon kritischer. Da mach ich mir aber ehrlich gesagt auch nur Gedanken über die Kreditkarte, nicht aber wegen meiner Adresse. Username und PW ist ebenfalls heikel, doch wenigstens hat es mir mal die Augen geöffnet und ich habe rigoros überall endlich mal halbwegs sichere (eben entsprechend kryptisch und lang genug) und vor allem restlos für jede Seite individuelle Passwörter vergeben. Ja, leider, dazu hat erst mal was passieren müssen, bisher war ich dazu zu bequem.

Anders sehe ich das bei Speicherung der Daten auf Regierungsseite. Dem stehe ich wesentlich kritischer gegenüber, vereinfacht diese doch im Extremfall eine Bekämpfung systemkritischer Stimmen ungemein. Die Daten beim Zensus spielen da in meinen Augen aber nicht mit rein. IPv6 an sich ist, wie Ukewa schon geschrieben hat, erst mal nicht kritisch, es sei denn, es wird eben falsch umgesetzt werden.

Nennt mich naiv, aber ich meine das jetzt alles auch nicht als Kritik. Im Gegenteil, ich suche ernsthaft nach Argumenten, um diese Angst verstehen zu können und im schlimmsten Fall auch meine eigene Meinung vielleicht noch mal zu überdenken.

EDIT: Sehe gerade, dass Wordsmyth fast zeitgleich gepostet hat, gleich mal lesen...

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Du hast schon recht wenn dir der Nutzen mehr bedeutet als die Nachteile, das geht mir einigen Fällen auch so. Ich könnte meine Daten besser schützen wenn ich meine IP und Systemidentifikation immer hinterm Tor Netzwerk verstecke, aber auf Dauer wird es zu langsam, unbequem und unpraktisch. Der Zeitverlust ist einfach zu groß.

Ich gehe auch nicht davon aus dass der Großteil der FB-Nutzer zu unaufgeklärt ist, viele würden aber dennoch vorsichtiger mit den Daten umgehen wenn sie wüssten, was zusätzlich gespeichert wird (beispielsweise über den Like-It Button, etwas nachlesen kann man hier:
http://www.gamersglobal.de/news/35192/gabe-newell-die-zukunft-von-valves-einzelspieler-titeln#comment-287930 bis 22:38).

Ein Grund warum sich dort weniger aufgeregt wird ist der, das seit Jahren eine extreme Politik gefahren wird um die Menschen zu desensibilisieren. Firmen profitieren vom gläsernen Kunden, Regierungen profitieren vom gläsernen Bürger, Versicherungen würden vom gläsernen Patienten profitieren. Deshalb, und weil es enorm lukrativ ist, haben wir seit Jahren immer wieder Datenpannen. Irgendwann hat man soviele davon, das einfach keine Kraft mehr übrig ist sich zu wehren. Nimm Facebook als Beispiel.

http://mattmckeon.com/facebook-privacy/#

Über Jahre wurden Schritt um Schritt immer wieder Einschnittte gemacht, Rechte entfernt. Jedes Mal gab es einen riesen Aufschrei. Die Empörung war groß, aber Facebook bietet einen Wert auf den viele nicht verzichten wollen. Und so wurden sie nach und nach dazu erzogen, ihre Erwartung von dem, was öffentlich und was privat ist, zu ändern. Das einige dies akzeptieren ändert aber nichts an der Tatsache, das eine enorme Anzahl Menschen dies nunmal nicht akzeptiert.

Natürlich muss die Herausgabe von privaten Daten keine schlimmen Konsequenzen haben. Es kann aber. In den USA wurden Arbeiter wegen Äußerungen auf Facebook und Lehrer wegen Urlaubsfotos mit Rotweingläsern in der Hand entlassen. Versicherungen durchsuchen dort die Profile um Neueinstufungen vornehmen zu können. Mädchen erhalten dort Vorstrafen, weil sie freizügige Fotos von sich auf ihren eigenen Handys gespeichert haben.

In Europa gab es wegen Facebookmobbing genügend Selbstmorde, und mehr als ein Unternehmen hat Bewerber wegen Facebookbookprofilen ausgeschlossen, von den gefälschten Accounts um jemandes Ansehen zu untergraben wollen wir garnicht mal reden. Solche Daten sind nicht unbedingt tragisch, wären aber vielleicht nicht vorteilhaft wenn dein Chef von deinem StripClub Besuch erfährt. Oder von deinen polistischen Ansichten, sexueller Orientierung etc, die man freiwillig bei FB angeben kann, die aber zusätzlich extrapoliert werden (Bsp: http://technolog.msnbc.msn.com/_news/2010/10/21/5329835-study-facebook-ads-could-out-gay-men)

Fotos von Facebook oder Twitter wurden für Werbe- und Wahlkampfkampagnen verwendet, mit Zustimmung direkt in den AGBs (was hier in Deutschland wohl verboten wäre). Wie fändest du es, dein Gesicht auf einem Werbeplakat einer dir verhassten Partei wieder zu finden, mit der Unterschrift "Ich wähle xyz"?. Die Erlaubnis dazu hättest du gegeben, denn in den AGBs und EULAs dieser "sozialen" Netzwerke (Facebook, Battlenet und co) räumst du ein weltweites, uneingeschränktes, unbezahltes Veröffentlichungsrecht ein (Daten dürfen gespeichert, verändert und benutzt werden). In den Staaten gab es einen Fall, in dem zwei Mädchen auf einem christlichen Treffen ein Foto gemacht haben, der Lehrer hat es auf Twitter (oder Flickr) gepostet, und einige Zeit später tauchte es in Australien/Neuseeland als Werbeplakat für eine Telefonfirma auf, mit so einem Spruch wie "wir sind stolz auf unsere Jungfräulichkeit" (passte scheinbar zur Werbestrategie der Firma).

Das sind mehr oder weniger beunruhigende Dinge mit denen man Leben kann (die Netzwerke sind schliesslich nicht obligatorisch), die einem aber zu denken geben können. Es geht aber auch schlimmer (wie du oben selbst schon geschrieben hast). Nehmen wir an du lebst in einem Staat wo es mit den Bürgerrechten nicht ganz so weit her ist. Zu den Nachrichten in Ägypten, Syrien, Lybien haben wir häufig gehört das die sozialen Netzwerke von Regierungsstellen genutzt wurden, um Dissidenten zu identifizieren und zu inhaftieren, und gefälschte Twitteraufrufe um diese Verhaftungen in die Wege zu leiten (Protestmärsche organisiert die den Anschein hatten, echt zu sein, aber von den Regierungsstellen als Falle vorbereitet wurden). Ein Schritt weiter denken und du hast Bedingungen wie in China und Nordkorea, wo systemfeindliche Personen (z.b. Menschenrechtler) oder Gruppen (Falun Gong) verschwinden.

http://www.guardian.co.uk/world/2011/may/01/fears-china-human-rights-lawyer
https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Persecution_of_Falun_Gong

Das du deiner Freundin mögliche StripClub-Besuche vorenthalten willst ist doch nichts was bedenklich wäre, die dürfte das sicher noch am ehesten wissen. Aber das Internet vergisst nichts, was einmal gespeichert ist wird nicht mehr gelöscht, nimm die Bilder bei Facebook die teilweise drei Jahre nach Löschanfrage per Link noch verfügbar sind. Das Problem besteht nicht darin, das du Informationen teilst, sondern eher darin, das du nunmal die Kontrolle über die Daten verlierst, wenn du sie einmal freigibst. An Firmen die diese Informationen verwenden um Geld zu verdienen, und die gesetzlich verpflichtet sind, mit den jeweiligen Staaten zusammen zu arbeiten (Patriot Act, gesetzlich vorgeschriebene Hintertüren in Software, die vor kurzem von Assange erwähnten direkten Interfaces für die Regierung). Deshalb sollte man darauf achten die Kontrolle zu bewahren, und nicht immer wieder, Stich um Stich eine weitere Möglichkeit aufzugeben, selbst bestimmen zu können.

Mir ist klar das genügend Leute über solche Überlegungen direkt mit dem Tinfoilhat kommen würden, kann ich verstehen denn die Zusammenhänge sind nunmal weder besonders klar oder bewiesen. Tatsache ist aber, Facebook vertritt die "One Identity Politik weil sie ins Geschäft der Identity-Provider" einsteigen wollen (und mehr mit besseren Profilen verdienen). Obama setzt auf die Nationale Internet ID weil er keine zentrale Identifizierung durchbekommt, und so gut wie jede Firma profitiert, wenn sie alle Daten in einem Profil vereinigen können weil dann die Auswertung durch Dataming, Social/Influence Graph Auswertung aussagekräftiger wird und Werbefirmen mehr für solche Datensätze bezahlen, weil die Einnahmen direkt mit der Genauigkeit korrelieren..

viel geschrieben, falls du zu einer Aussage mehr Belege willst, sag Bescheid.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreichtSilber-Cutter: Hat Stufe 10 der Cutter-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Cutter: Hat Stufe 5 der Cutter-Klasse erreichtBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreicht
Bernd Wener (19 Megatalent, 13733 EXP)
@BBCrayC
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 7 Stunden 5 Minuten Offline
Beigetreten: 20.11.2009
Inhalte: 383

Die von dir genannten Beispiele mit den Werbeplakaten sehe ich jetzt nicht direkt als Datenschutz-relevant, sondern eher im Rahmen des Schutzes des Persönlichkeitsrechts. Wie das international so aussieht, weiß ich nicht, da ich kein Jurist bin. Ich bin mir aber zu 100% sicher, dass eine Partei in Deutschland böse auf die Finger bekommt, wenn sie einfach mal ein Foto von mir auf einem Plakat verwurstet. Insofern ist das für mich kein übermäßig realitätsnahes Beispiel. Eben wie jenes mit dem Stripclub und der Freundin, das ich mal in einem Kommentar (nicht von dir) lesen durfte.

Aber ich frage mich immer noch, in welcher mich bedrohenden Form eine Firma von meiner Adresse oder meinen übers Netz ohnehin nur relativ unscharf eingrenzbaren Vorlieben profitiert. Ich bekomme dann eben beispielsweise andere Werbung zu Gesicht. Ich will das jetzt nicht verharmlosen, aber ich sehe da eben keine Problematik. Was hat Amazon davon, wenn sie wissen, was ich einkaufe? Sie schlagen mir teilweise sinnvolle, teilweise völlig sinnfreie Dinge vor, die mir gefallen könnten. Darüber hinaus kann ich mir nichts vorstellen.

Was Regierungen betrifft, sieht es zugegebenermaßen anders aus. Aber auch hier ist in meinen Augen nicht zwangsweise der richtige Weg, alles dicht zu machen. Das mag gegen Symptome helfen, aber nicht gegen die Ursache. Ein unterdrückendes Regime bekämpfe ich nicht dadurch, meine Vorlieben und Gedanken zu verstecken. Natürlich ist das ein Problem in Staaten, die ein weniger robustes Rechtssystem bieten (nicht, dass unseres lückenlos genannt werden sollte). In unserer eigenen kleinen Bananenrepublik ist das zum Glück wohl eher nicht möglich. Und daran gilt es zu arbeiten, nämlich dass das weiterhin so bleibt.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11
Wordsmyth schrieb:

Danke für das Lob.. Allerdings ist das Thema vielleicht doch sehr weit gefächert und deshalb wenig zugänglich, sollte ich die Kategorien vielleicht etwas aufschlüsseln?

Lass es doch einfach mal eine Weile Laufen, wir sehen dann schon, was draus wird smilie
Bis jetzt sind es -mit- die längsten u ausführlichsten Beiträge der meisten Threads!

Edit:
Aber lass mich dir einen Tipp geben: Deine Beiträge etwas kürzen, heb dir den Stoff etwa auf. Manche lesen ungerne so lange Texte am Stück.
Persönlich finde ich deinen Einsatz aber super!

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Bernd, die Antwort auf deine Frage lässt sich auf einen Punkt reduzieren: Vertrauen.

Hat diese Firma mein Vertrauen verdient, oder nicht? Ermöglicht sie mir, diese Entscheidung fundiert zu treffen indem sie mich über alle Intentionen, Konsequenzen und möglichen Nachteile aufklärt? Ist Vetrauen jetzt und in der Zukunft gerechtfertigt? Kann sie gewährleisten, dass mir in Zukunft kein Schaden entsteht? Schränkt sie meine Rechte unverhältnismässig ein, oder sind diese Einschränkungen in Abwägung mit den erwarteten Vorteilen gerechtfertigt?

Die Firmen denen wir heute unsere Daten, Profile und kleinen Geheimnisse anvertrauen sind (oder bleiben) nicht nur auf eine Funktion (z.b. Werbung) beschränkt, sondern haben weitere Interessen. Apple ist nicht nur eine Firma die Computer herstellt, sondern (heimlich) Daten über die Nutzung, das Verhalten, die Bewegung all ihrer Nutzer sammelt. Wieso? Facebook ist eine Firma die es Menschen erlaubt, sich auszutauschen, die gleichzeitig aber Profile von Menschen anlegt, die sich nicht anmelden wollen. Wieso? All diese Firmen möchten soviel von uns wissen wie möglich. Wieso wird der Wunsch der nicht-Teilnahme nicht akzeptiert? Wieso wird sich gegen No-Tracking-Funktionalität so gesträubt? Wegen Profit. Machterhaltung. Kontrolle.

Die von Firmen gesammelten Informationen bleiben nicht ewig unscharf. Je länger sie scheinbar unwichtige Kleinigkeiten sammeln, desto genauer wird das Bild, und sie hören weder irgendwann auf zu sammeln, noch gehen die Daten verloren wenn die Firma unter geht. Die Daten wechseln nur den Besitzer.

Diese Firmen sind keine netten, freundlichen Onkel die nur unser bestes wollen. Und wenn sie es sind, sind sie es morgen vielleicht nicht mehr. Sie wollen Geld und Macht. Je mehr Rechte wir ihnen freiwillig abtreten, desto weniger haben wir am Ende. Rechte die wir heute als selbstverständlich ansehen sind es morgen vielleicht nicht mehr. Damit will ich beim besten Willen nicht sagen das alle neuen Technologien schlecht sind (im Gegenteil), aber viele der momentan populären Dienste werden von Firmen und Personen bereitgestellt, über deren Integrität man sich vielleicht noch einmal Gedanken machen sollte.

Dieser User unterstützt GG seit sechs Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!FROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.GG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur Surge Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2016 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Silber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns zur Dark Souls 3 Aktion mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2014 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.GG-Supporter: hat einmalig 10 Euro gespendet
Age (19 Megatalent, 13997 EXP)
Wenn du laberst wie ne rechte Hohlbirne, biste wohl ne rechte Hohlbirne.
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 20 Minuten 21 Sekunden Offline
Beigetreten: 5.3.2010
Inhalte: 197
Bernd Wener schrieb:

Aber ich frage mich immer noch, in welcher mich bedrohenden Form eine Firma von meiner Adresse oder meinen übers Netz ohnehin nur relativ unscharf eingrenzbaren Vorlieben profitiert. Ich bekomme dann eben beispielsweise andere Werbung zu Gesicht. Ich will das jetzt nicht verharmlosen, aber ich sehe da eben keine Problematik. Was hat Amazon davon, wenn sie wissen, was ich einkaufe? Sie schlagen mir teilweise sinnvolle, teilweise völlig sinnfreie Dinge vor, die mir gefallen könnten. Darüber hinaus kann ich mir nichts vorstellen.

Problematisch werden kann so etwas z.B. wenn dein Kaufverhalten Rückschlüsse auf deinen Lebensstil zulassen, die Daten an Versicherungen oder Unternehmen verkauft werden und du deswegen keine Versicherungsschutz bekommst oder horrende Gebühren zahlst oder du deswegen keinen Job bekommst.

____________________________________

Been there. Done that.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Zum politischen Aspekt..
Die obigen "Nachteile" passieren doch nicht in einer Bananenrepublik, sondern z.B. in den Vereinigten Staaten. Mit denen wir Datenaustauschabkommen haben. Die meisten Daten die wir in den neuen Medien veröffentlichen, landen sowieso auf deren Servern, und dort ist die Grenze zwischen Wirtschaft und Politik nunmal sehr fließend (u.a. dank des extremen Lobbyismus einer sehr kleinen, extrem reichen Gruppe von Personen und Konzernen). Politische, religiöse und wirtschaftliche Motive sind oft stark verflochten, und dieser obersten Elite kann man nicht unbedingt zuschreiben, besonders philantropisch veranlagt zu sein.

Die USA waren vor 2001 ein Land etwa wie wir heute (nicht wirklich, aber teilweise was bürgerliche Freiheiten betrifft). Wenige Jahre später befürwortet die Regierung (und die lobbyierenden Konzerne) durch den Heimatschutz u.a. folgendes (http://www.gamersglobal.de/news/35174/amerikanischer-heimatschutz-wettert-gegen-firefox-addon#comment-288469). Alles was es gebraucht hat um übermässige, Überwachung, mehr Inhaftierungen (in profitorientieren Gefängnissen) als in China, Verlust von Bürgerrechten, staatliche Übergriffe an Flughäfen und öffentlichen Plätzen, zu ermöglichen, war "ein" Terroranschlag in dem 3000 Leute starben. Und beherzte, jahrzehnte anhaltende Versuche der Elite. Was braucht es um auch bei uns Genitalinspektionen und Backscatter-Scanner an den Flughäfen durchzusetzen oder zentrale, umfassende Dossiers über jeden Bürger anzulegen? Sind wir in Deutschland oder Europa vor einer ähnlichen Entwicklung wirklich so sicher?

Verstärkte Informelle Freizügigkeit wird sicher nicht aus Gutmütigkeit von Konzernen gefördert, sondern aus Eigeninteresse. In Deutschland sind wir bei weitem nicht so schlecht dran und können unsere eigene Mentalität hoffentlich noch einige Jahre bewahren, aber wie die internationalen Bemühungen zeigen, findet eine globale Entwicklung statt, der auch wir uns nicht ewig entziehen können. Diesen Monat gibt es in Frankreich ein Treffen um über die Zukunft des Internet (Net Neutrality) in Europa zu bestimmen. Auch hier geht es um Profit und Kontrolle. Dürfen Firmen das Internet zensieren, personalisierte Informationen sammeln/auf/gegen uns anwenden und Sanktionen bestimmen (langsameres Internet für einige, unterschiedlich angepasste Inhalte)? Die Türkei verschärft zur Zeit ihre Zensurbemühungen, China hat vor einigen Tagen eine neue Zensurbehörde hinzugefügt, Indien ebenso. Südkorea hat den Internetpass bereits, die USA arbeiten auf eine nationale Online-ID hin, ähnliches finden wir in der Spielekultur wieder.

Die langfristigen möglichen Nachteile sind der gläserne Bürger, personalisierte ("unsichtbare") Zensur* und Manipulation in Medien auf die wir uns immer mehr allein verlassen, die konkreten Nachteile sind Mobbing, Stalking und Cyberterror, Diskriminierung, und wie Age schon sagt, schlechtere Jobchancen, heimliche Ablehnung von Arbeitgebern und Versicherungen.

Edit:
*Bsp für unsichtbare Zensur (filter Bubbles):
http://www.youtube.com/watch?v=B8ofWFx525s&feature=channel_video_title

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreichtSilber-Cutter: Hat Stufe 10 der Cutter-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Cutter: Hat Stufe 5 der Cutter-Klasse erreichtBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreicht
Bernd Wener (19 Megatalent, 13733 EXP)
@BBCrayC
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 7 Stunden 5 Minuten Offline
Beigetreten: 20.11.2009
Inhalte: 383

@Wordsmyth:
Sorry, viele Dinge, die du hier aufzählst (Nacktscanner, Zensur, Manipulation in den Medien, Netzneutralität) zählen für mich nicht zum Thema Datenschutz. Du zeichnest ein großes Gesamtbild einer hässlichen Zukunft. Aber generelle Schwarzmalerei bringt in meinen Augen die Diskussion um die Daten nicht weiter. Natürlich will eine Firma Geld und Macht. So ist unser kapitalistisches System nun mal aufgebaut. Doch trotz allem fehlt mir das Gefühl der Bedrohung. Was belastet es mich, wenn Google Geld verdient.

Hier möchte ich auf Age's Einwurf umschwenken:
Das ist tatsächlich ein Problem, da gebe ich dir Recht. Wobei das über Gleichberechtigungsgesetze durchaus gelöst werden kann. Evtl. ist es sogar nicht mal so klug. Vielleicht ist es durchaus sinnvoll, dass jemand, der zB eine Extremsportart betreibt, auch einen höheren Anteil Krankenversicherung zahlt. Ähnlich wie einer, der ein leistungsstärkeres Auto fährt, i.d.R. höhere KFZ-Versicherung berappt. Und das AGG, oder wie dieses Arbeitsgleichstellungs-Gedöhns heißt, verhindert (natürlich oftmals nur in der Theorie, zugegeben), dass du einen Job nicht bekommst. Ich bin interessanterweise gestern zufällig über diesen Beitrag gestolpert und musste feststellen, dass er ziemlich gut widerspiegelt, wie ich die Sache auch sehe. Quintessenz:

Zitat:

Der technische Fortschritt lässt sich mit Regulierung und neuen Datenschutzgesetzen bremsen, aber nicht aufhalten. Es ist Zeit, dass wir uns dieser Erkenntnis stellen.

Ich denke, es steckt viel Wahrheit in dieser Aussage.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Extremsportarten höher besteuern ist ein interessanter Gedanke, aber wo hört es auf? Jemand der immer seine Position preisgibt sollte eine höhere Hausratversicherung bei Einbruch zahlen müssen? Raucher und Fettleibige eine höhere Krankenversicherung? Jemand der viel reist eine höhere Unfallversicherung? Das Problem ist, das du beführwortest freiwillg gemachte Angaben gegen jemanden zu benutzen, aber nicht die Grenze aufzeigst. Außerdem, sollen diese Daten nun privat sein, oder öffentlich, weil Fortschritt sich ja nicht aufhalten lässt?

Zur düsteren Zukunftsvision, sag doch mal ganz konkret: wo ist übermässige Überwachung für dich noch akzeptabel, und wo geht sie zu weit? Wodurch würdest du dich bedroht fühlen? Was würdest du sagen, wenn profitorientierte Firmen Jahre lang die Schlüssel für Facebook gehabt hätten und alles, was du dort gepostet hast, hätten lesen, sammeln, automatisiert speichern und korrelieren können?

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenMissionar: 3 Neu-User für GamersGlobal.de anwerbenBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladenDatenbank-Geselle: Hat 100 Steckbriefe angelegtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenRedigier-Veteran: Verdiente 1000 EXP durch Edits fremder News/ArtikelStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhalten
Wunderheiler (20 Gold-Gamer, 21094 EXP)
Switch :)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Stunde 39 Minuten Offline
Beigetreten: 13.12.2009
Inhalte: 446
Wordsmyth schrieb:

wenn profitorientierte Firmen Jahre lang die Schlüssel für Facebook gehabt hätten und alles, was du dort gepostet hast, hätten lesen, sammeln, automatisiert speichern und korrelieren können?

Bezüglich des "hätten" vielleicht ganz interessant:
http://www.n-tv.de/technik/Daten-GAU-bei-Facebook-article3304076.html

Ich finde den Thread übrigens sehr informativ, danke an Wordsmyth smilie

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Ja, darauf bezog ich mich (bzw. auf die Symantec News da drin), danke für den Link.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Ich denke die Sachen werden oft zu abgekapselt betrachtet. Nicht alleine Apple, MS, die Regierung uvm. bzw deren Methoden(Tracking, Nacktscanner....) sind das Problem, sondern alle zusammengenommen. Denn erst in Kombination sind diese Daten wirklich "gefährlich" oder "nützlich"...je nach dem, auf welcher Seite man steht.

Eines der Probleme ist ja, daß die Menschen freiwillig und gerne ihre tlw. intimsten Dinge preisgeben und sich auch noch darüber freuen. Kontrolle über die eigenen Angaben war vor Facebook u Konsorten. Da fällt mir gerade was interessantes ein!

Leute die Verschwörungstheorien ablehnend gegenüberstehen, sollte jetzt aufhören zu lesen:
Das "Witzige" an der Sache ist, daß ich vor über einem Jahrzehnt in einem -damals ebenso schon jahrzente alten- Buch las, daß das Ziel (der Verschwörer) sei, alle Menschen zu kontrollieren. Das würde man aber nicht durch Zwang am besten erreichen (nur im Notfall), sondern man wolle, daß die Menschen selbstständig und gerne dazu bereit sind, ihre Daten rauszurücken. Der Chip unter der Haut war gestern, er ist gar nicht mehr nötig. Kann man als Spinnerei abtun. Aber wenn man sich mal die Mühe macht und genau drüber nachdenkt, läuft es so ziemlich darauf hinaus, und zwar egal ob Verschwörung oder nicht. Nehmen wir 2 Beispiele von unzähligen:
1. Terrorismus
Was kann man denn mit der Angst davor recht einfach erreichen?
Überwachung! (Stichworte: Flughäfen, Einreise in die USA, Kameraüberwachung überall etc)
2. Soziale Netze und Bequemlichkeit
-Gerne- ist man plötzlich bereit, seine intimsten Daten jedem preiszugeben. (Stichworte: Geotracking, Hobbies, Freunde, Vorlieben...etc.)

Wie gesagt, geschrieben (oder gewarnt) wurde sowas schon vor vielen vielen Jahrzehnten..aber heute ist es die Realität.

Um den Kreis zu schließen:
Wenn man also all die Daten zusammenführt, dann hat man ein extrem genaues Bild einer Person. Genauer noch, als die besten Freunde über einen bescheid wissen. Wann man wo war und ist, was man isst, was man im TV schaut, was man kauft, wo man surft, welche Beiträge man in Foren schreibt, wen man kennt, wie man denkt, politische Einstellung .......etc etc pp.
Wer das nicht als gefährlich/bedrückend/einengend empfindet, dem kann man nicht mehr helfen.

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Die sanfte Überwachung hat garnicht mal soviel mit Verschwörung zu tun, sondern ist einfach nur logisch. Hat mich spontan an einen einen Artikel über das Medienmonopol in den USA erinnert:

Zitat:

"Long before the Soviet Union broke up, a group of Russian writers touring the United States were astonished to find, after reading the newspapers and watching television, that almost all the opinions on all the vital issues were the same. “In our country,” said one of them, “to get that result we have a dictatorship. We imprison people. We tear out their fingernails. Here you have none of that. How do you do it? What’s the secret?”

https://totallyfreepress.wordpress.com/2011/03/14/public-enemy-number-one-the-american-press/

Allerdings hat Bernd die politische Betrachtungsweise ja erstmal zurück gestellt und sich auf das persönliche Gefühl der Bedrohung konzentriert. Das näher zu betrachten dürfte meiner Meinung nach tatsächlich aufschlussreich sein..

An Vertrauen mangelt es ja trotz dem Abtritt der Persönlichkeitsrechte in den AGBs nicht, ebenso wenig wenn Firmen unsere Daten nicht sicher aufbewahren können (Sony), oder mit Drittfirmen zusammen arbeiten die unsere Daten mutwillig vermarkten (Facebook). Auch dann nicht wenn unsere Position heimlich verfolgt wird, und unser Einspruch durch Opt-Out nicht akzeptiert wird wie bei Apple.

Warum fehlt vielen das Gefühl der konkreten Bedrohung, obwohl sie teilweise die Idee des Gläsernen Menschen akzeptieren?

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11
Wordsmyth schrieb:

Warum fehlt vielen das Gefühl der konkreten Bedrohung, obwohl sie teilweise die Idee des Gläsernen Menschen akzeptieren?

GENAU DAS ist die Frage! Da kann man sehr viel drüber sagen oder auch spekulieren. Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus einigen Dingen, davon aber wiederum auch vieles künstlich herbeigeführt. Denn es gehört nicht nur die Überwachung dazu, sondern auch die Akzeptanz derselben.
Ein paar Gründe kann ich mal schnell anreissen:
- Zum einen wäre da "Brot und Spiele", ganz berühmt, braucht man wohl nicht sonderlich beschreiben (Ablenkung/Einlullen durch Alltagsbeschäftigungen, Alkohol/Spaß/Oberflächlichkeit usw)
- Zum anderen gezielte Fehlinformation oder auslassen von Informationen.
- Ausnutzen der Bequemlichkeit und anderen grundlegenden Menschlichen Schwächen (wer will schon ohne Handy? usw usf)
...um vieles erweiterbar.

Das alles führt dann zu so einer Scheissegaleinstellung, zu Aussagen wie "Sollen sie mich halt beobachten ist mir egal, ich tu nix illegales". Exakt so eine Einstellung ist aber der Strick, an dem wir aufgehängt werden.
Man will sich nicht die Mühe machen, sich zu informieren und was noch viel viel mehr wiegt: Sich zu ändern! Das ist einer der stärksten Gründe. Vor allem, wenn die Änderung einen Bequemlichkeitsverlust mit sich bringen würde.

Damit haben wir aber noch nicht einmal die Spitze angekratzt...

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Ich denke damit hast du schon mal einen guten Anfang gemacht. Brot und Spiele würde ich besonders hervorheben. Facebook und Co bieten zweifellos verlockende Funktionen, die es aber nur im Austausch gegen eigene Freiheiten gibt. Und wer sich nicht einschränken lassen will, muss Verzichten. Willst du kein SpyPhone, dann hast du kein iPhone..

Aber auch dann fühlen wir uns ja oft wirklich wenig bedroht. Warum?

Vielleicht scheinen die Daten nicht aussagekräftig und die Menge zu klein. Eine Ortsabfrage in sieben Sekunden geht an Apple, mehr Informationen als unsere Telefonanbieter über uns sammeln.. Hier als Visualisierung für Geotracking einmal die Bewegung von Malte Spitz über sechs Monate (hat die Daten vom Telefonanbieter eingeklagt). Die Daten gehen an Apple, nicht nur an T-Mobile oder sonstige Telefonanbieter, trotzdem zweifele ich ob das schon für genügend Bedrohungsgefühl ausreicht.
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-02/vorratsdaten-malte-spitz

Niemand bemerkt wirklich welches Ausmass an Daten über jeden von uns gesammelt werden, selbst diese 35.000 Positionsbestimmungen in 6 Monaten scheinen vielen nicht sonderlich erschreckend, oder? Jede einzelne davon unbedeutend, im ganzen genommen aber nicht mehr so harmlos.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Wahrscheinlich ergibt sich kein konkretes Gefühl der Bedrohung, weil eine Firma eigentlich kein wirtschaftliches Interesse daran haben sollte, uns persönlich zu schaden. Wo ist schliesslich der Profit dabei?

Der Profit entsteht aber, wenn man alle Informationen die es über jemanden gibt zusammen kratzt ("Web scraping") und in einen Topf wirft. Ein Beispiel für Web Scraping hätten wir hier im Fall eines privaten, medizinischen Forums (PatientsLikeMe). Patienten mit Problemen suchen dort Hilfe und emotionale Unterstützung. Dort werden Erfahrungen mit AIDS, Lähmung, Organtransplantationen, post-traumatic stress disorder und Selbstverstümmelung besprochen. Web Scraping Firmen dringen regelmässig in sogar abgesicherte Foren ein, um einzusammeln was geht. Ist illegal, der Profit ist aber größer als die Strafe.

'Scrapers' Dig Deep for Data on Web
- http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703358504575544381288117888.html
Diesen Beitrag sollte man sich wirklich einmal durchlesen, denn er enthüllt wie weit Datensammler aus Profitgier wirklich gehen, und ich denke, es würde etwas bringen auf diesen Link genauer einzugehen.

Allerdings fehlt immer noch die Bedrohung.
Kommt aber noch:

Scraping Firmen sammeln alles im Netz, einschliesslich Banktransaktionen, Guthaben, Kreditkartentransaktionen, Arbeitsverhältnisse. Frei verfügbare Informationen sind begehrt, aber es geht auch anders. Wie in Bernd's Link zu lesen war, alles was geht wird wahrscheinlich auch gemacht. Gespeichert und häufig öffnetlich zugänglich sind u.a. Paybackinformationen, Amazon-Einkaufslisten, Reise-Verläufe, tägliche Positionsänderungen, öffentliche Positionsdaten (auch in Fotos), Äußerungen, Vorlieben, religiöse, politische Ansichten, Musik- und Mediengeschmack, Pandora-Nutzungsaufzeichnungen, sexuelle Vorlieben und Interessen, medizinische, psychologische Probleme, Foreneinträge, Fotos, Tweets, Nutzungsprotokolle (in Onlinespielen als Achievementlisten verkleidet), IP-Web-History (dank Like-It) und Social Networkingnutzung. Zur Facebooknutzung gab es vor einiger Zeit einen großen Skandal um Drittanbieterapps, aber der heutige FB-Skandal ist ja um Welten größer. Facebookeinträge, Freundeslisten, Freundesstruktur, Einfluss innerhalb der Freundesstruktur,
Like-Its, Persönlichkeit. Community-Interne Daten werden auch gespeichert und könnten genutzt werden: Mausklicks auf Facebook, Verweildauer auf Profilen, Interesse an bestimmten Werbebannern, alles was sich über Analytic-Tools einfach sammeln lässt. Und die leicht zuzuordnenden Informationen die sich beim Surfen per Smartphone ergeben (dank der immer gesendeten SIM und Gerätenummer, bei Apple heisst du UDID) nicht zu vergessen.

Neu zusammen gestellt, neu formatiert, mit komplexen Werkzeugen analysiert lassen sich Gewohnheiten, Verhaltensmuster, tägliche Aktivitäten rekonstruieren und zukünftiges Verhalten vorraus sagen. Das sind zuviele Daten um sie selbst zu lesen. Muss man aber nicht, denn im Data Mining dienen diese Informationen, um Personen zu kategorisieren. Nachzulesen und bestätigt in vielen guten Data-Mining Büchern.

Die Firmen die unsere Informationen zusammenführen nennt man Datenaggregatoren / "Data aggregator"
Sie verkaufen ihre Datensätze an alle möglichen Firmen und Regierungsbehörden, darunter Kreditgeber, Arbeitgeber, Versicherungsfirmen und andere. RapLeaf ist ein sehr bekannter Aggregator.
- https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Data_aggregator)

Zitat:

# Rapleaf knows your real names and email addresses.
# It can build rich profiles by tapping voter-registration files, shopping histories, social-networking activities and more. In effect, it can built the ultimate dossier on you.
# Rapleaf sells pretty elaborate data that includes household income, age, political leaning, and even more granular details such as your interest in get-rich-quick schemes.

http://gigaom.com/2010/10/24/what-rapleaf-knows-about-you/

Diese Profile können benutzt werden um Angestellten-Hintergrund-Checks vorzunehmen, um Entscheidungen über Versichungsleistungen, -kosten und den Strafvollzug zu treffen, zumindest in den Staaten. Und wie im Zitat schon genannt, um schlicht und einfach Hintergrundinformationen über Einzelpersonen zu verkaufen. Dabei können die aggregierten Profile durchaus fehlerhafte Informationen enthalten.

Verkauft nun also eine Firma Profile oder Teile davon an den erst besten der einige Dollar zahlt, ich würde mir Gedanken machen. Besonders wenn es, wie in den obigen Beispiel, wirklich umfangreiche Profile sind, die über einen langen Zeitraum angelegt wurden.

Womit zumindest ich mich in Sicherheit wiege ist die Hoffnung, das eine eindeutige Zuordnung mit Namen hoffentlich nicht ganz so einfach ist und jeder Anbieter mehr davon hat, wenn nur er selbst die Daten hat. Rapleaf verknüpft seine Daten scheinbar gerne mit der Facebook-ID (also der Nummer), so umgehen sie teilweise das Problem, eigentlich keine Namen in den zu verkaufenden Profilen haben zu dürfen. All die großen Firmen auf eine Ein-Login-ein-Passwort-für-Alle-Seiten. Solange sich das nicht durchsetzt bleiben die Teilinfos hoffentlich etwas länger in den einzelnen Portalen.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
troglodyt (12 Trollwächter, 900 EXP)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 30 Wochen 5 Tagen Offline
Beigetreten: 13.3.2011
Inhalte: 1

Wem es bei der Firmendatensammelei nicht gruselt, dem sei gesagt, daß der Staat Zugriff auf diese Daten hat. Sei es nach richterlichem Beschluss oder auch mal einfach so. Und damit kann man prima Rasterfahndungen machen. Muss man ja auch. Diel Welt ist voller Terroristen und organisierter Verbrecher. Und wer dann in seiner Facebook oder PSN Freundesliste (die man ja alle super gut kennt) jemanden hat, der beispielsweise mal mit Drogen gehandelt hat oder bekennender Marxist ist oder sonst wie auffällig ist, könnte dann eines Morgens vielleicht doch Besuch von der Polizei bekommen. Und die nehmen dann mal gepflegt alles was nach Rechner aussieht einfach mit.

Ich erinnerre mich da einen Kommilitonen in den 90ern, der eine Mailbox betrieben hat. Da konnte man sich z.B. Skripte runterladen. Aber es waren auch ein paar Doom-Maps drauf. In Bayern hat das für eine Hausdurchsuchung gereicht. Und wenn man einem Studenten den Rechner mit seinen ganzen Arbeiten weg nimmt ist der Schaden immens.

P.S. Grad Fernsehnachrichten gesehen zum aktuellen Facebook-Skandal. Gruselig, wie wenig Ahnung die Medien von dem Thema haben. Das ganze hat nichts mit Accountpasswörtern zu tun.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertFROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns an Weihnachten 2010 mit einer Spende von 10 Euro unterstützt.Bronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenGG-Spender: Hat eine Spende von 5 Euro an GG.de geschicktFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ganesh (16 Übertalent, 5017 EXP)
"First things first,but not necessarily in that order." - Doctor Who (4)
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 6 Stunden 12 Minuten Offline
Beigetreten: 30.11.2009
Inhalte: 18

Witzigerweise stehen diese ganzen 'Überwachungsphänomene' im Kontrast zu den eigentlichen Freiheitsgewinnen, die die meisten Bürger in westlichen Demokratien in den letzten 20-30 Jahren erlebt haben. Du darfst jetzt schwul sein und heiraten, aber gleichzeitig weiß es alle Welt oder will es zumindest wissen. Die Handlungsfreiheit steigt, aber die Geheimhaltungsfreiheit sinkt.

Wenn man bedenkt, dass die Handlungsfreiheit oftmals eine (notwendige) Illusion ist (so erfolgt die Karriereplanung zwar meist freiwillig, die einzelnen Handlungen sind jedoch gemäß dem Ziel zwingend), dann ist auch möglicherweise klar, wofür diese Kontrollmechanismen ("Kontrolle" ist IMO der bessere Begriff statt "Überwachung") nützlich sind: sie könnten zur gesellschaftlichen Einengung und Selbstkontrolle gewonnener Freiheiten dienen. Um bei dem Karrierebeispiel zu bleiben: Das Selbstbewusstsein und die individuellen Handlungen verändert sich, wenn letztere öffentlich sind. Wenn das Großbesäufnis schlecht für die Karriere ist, weil es im Netz zu finden ist, lässt man es halt eben bleiben.

SO viel dazu am frühen Morgen... wink

____________________________________

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreichtSilber-Cutter: Hat Stufe 10 der Cutter-Klasse erreichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Cutter: Hat Stufe 5 der Cutter-Klasse erreichtBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreicht
Bernd Wener (19 Megatalent, 13733 EXP)
@BBCrayC
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 7 Stunden 5 Minuten Offline
Beigetreten: 20.11.2009
Inhalte: 383

Eiei, gestern nicht dazu gekommen, hier reinzuschauen, ist ja einiges passiert.

Was die Facebook-Sache betrifft, kann ich nur sagen: Ich persönlich veröffentliche nur das, womit ich keine Probleme habe, wenn es ein Außenstehender liest. Das hindert natürlich niemanden meiner Freunde daran, vielleicht ein peinliches Party-Foto zu veröffentlichen und mich darauf zu markieren. Dazu bin ich aber vermutlich ohnehin schon zu alt, bzw. hat Facebook in meinem Freundeskreis eine doch recht geringe Bedeutung. Klar, ich sollte nicht von mir auf andere schließen, ich fühle mich aber eben auch nicht für andere verantwortlich, weshalb ich auch nur von meinem eigenen "Bedrohungsgefühl" ausgehe. Aufklärung und die vielzitierte Medienkompetenz sind eine wichtige Geschichte, daran muss gearbeitet werden.

Was Wordsmyth über Scraping erzählt: Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, ist aber in meinen Augen ein gutes Argument im "Kampf" für nicht-feste IPv6-Adressen.

Generell heißt mehr Daten zu haben, nicht zwangsweise ein besseres Bild eines Menschen zu bekommen. Wer sich mal mit Mustererkennung beschäftigt hat, kennt die Problematik. Hast du nämlich zu viele Daten, wird die Stichprobe extrem unscharf und nicht etwa genauer. Du beziehst dann nämlich zu viele Ausreißer (Beispielsweise Bestellungen für Freunde, Recherchen für Freunde, etc.) mit ein, was das Gesamtbild schwammig macht. Das hindert natürlich niemanden daran, sich dennoch darauf zu verlassen. Das wiederum ist das Gefährliche dran in meinen Augen, weniger die Datenmenge an sich. Das berühmte Beispiel der höheren Versicherung, wenn du in einem sogenannten sozialen Brennpunkt lebst. Daher bin ich aber eben der Meinung, dass nicht gegen die Datensammelei, sondern eben die unsachgemäßge Verwendung der Daten vorgegangen werden sollte. Vermutlich ist das eine Utopie, aber dennoch empfinde ich diesen Kampf als den sinnvolleren und hoffe, dass wir als Gesellschaft das auch irgendwann in den Griff bekommen (und das ist eine für mich ungewohnt optimistische Aussage wink

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Zum vorgebrachten Freiheitsgewinn.. Darauf würde ich mich nicht so verlassen. Schon möglich das alle Welt weiss oder wissen will(!) ob du Schwul bist, ob dir dieses Outing aber in Wirklichkeit nicht mehr Nachteile einbringt, ist eine andere Frage. In diesem Fall muss man die Integrität derjenigen kennen, die etwas über mich wissen wollen. Facebook's Zuckerberg ist sicher kein moralisches Beispiel wenn man seine Aussagen betrachtet ("dumb fucks"), die heute aufgedeckte heimliche Schmierkampagne ist ebenso wenig vertrauenerweckend. Sony's BMG Rootkit Skandal, Blizzard's fast Real-ID Zwang sind weitere Beispiele, im Endeffekt kennt man den Käufer der Daten aber nicht. Zur Zeit wird über eine 400% Erhöhung der Malware auf Smartphones und verstärkte Attacken auf Facebook berichtet. Von ehrenhaften Leuten?

Außerdem werden Daten gesammelt, auch wenn man das nicht will oder überhaupt weiss. Also gerade entgegen der eigenen Selbstkontrolle. Opt-Outs werden konsequent ignoriert oder garnicht angeboten. Selbstregulierung der Datensammler wurde seit Jahren von den Regierungen gefordert, gekommen ist nichts. Deshalb wettern diese nun gegen den (immer noch nur unzulänglichen) Versuch der no-Tracking-Browser. Wer ein Dossier über mich anlegt, obwohl ich dagegen Einspruch erhebe, erweckt mein Misstrauen.

Wie mir scheint, reichen die Punkte aber immer noch nicht um ein ausreichendes Bedrohungsgefühl zu wecken. Gegen Diskriminierung kann man nicht vorgehen wenn sie heimlich erfolgt. Selbstregulation und hinreichende Kontrolle gegen die Ausnutzung dieser Daten sehe ich nicht kommen.

Zitat:

Mr. Sullivan said Mr. Simeonov expressed concern that the change would prompt advertisers to "go underground" to conduct even more surreptitious forms of tracking. Mr. Sullivan said that Mr. Simeonov's comments "supported what we were already thinking."

- Many scrapers and data brokers argue that if information is available online, it is fair game, no matter how personal.

- "This data is out there, If we don't bring it to the consumer's attention, someone else will."

- "We take an incomprehensible amount of information and make it intelligent"

- "If we don't think they're going to use it for illegal purposes—they often don't tell us what they're going to use it for—generally, we'll err on the side of doing it,"

- The new unit, Nielsen BuzzMetrics, quickly became a leader in the field of social-media monitoring. It collects data from 130 million blogs, 8,000 message boards, Twitter and social networks.

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704584804575645074178700984.html
- http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703358504575544381288117888.html

Und die Unschärfe der Daten: Die halte ich für eine Illusion, denn egal wie groß dein Datensatz ist, wird das Gesamtbild unscharf kann man Teilbereiche ausgrenzen, schliesslich werden die Daten auf verschiedenen, teils abgegrenzten Communities erhoben. Datenunschärfe wird ebenfalls sehr gut in Data-Mining Büchern behandelt (die zeigen auch die Vorteile des ganzen auf). Einfach mal eins lesen, dann siehst du, das diese Daten oft beänstigend genau sind, und voraussagen können was du willst oder tun wirst, und diese Vorraussagen deshalb ungenauer gemacht werden um beispielsweise den Käufer nicht zu verunsichern.

Die unsachgemäße Benutzung kannst du nicht kontrollieren. Anhand dieser Daten werden Urteile über Personen gebildet, auch wenn die gesammelten Daten falsch sind. Die betroffenen erfahren in den seltesten Fällen, woher diese unbegründeten Vorurteile kommen, es sei denn es handelt sich um offensichtliche Agression wie beim Mobbing, Stalking und Psychoterror. Solchen Leuten werden dazu immer neue Mittel in die Hand gedrückt, oft freiwillig von denjenigen, die sich irgendwie nicht bedroht fühlen. Ist das selbst verschuldet kann ich noch sagen "selber schuld", wird mir aber die Wahl und die Möglichkeit zur Selbstbestimmung genommen, ist das nicht mehr ok. Und gerade hier fehlt es an Aufklärung, was gesammelt ist, wie groß und beängstigend diese Profile sein können.

Facebook, augmented Reality auf Smartphones, eigene künstliche Intelligenz die mir beim Einkaufen Tipps gibt, dynamischer Positionsaustausch mit Freunden hätte ich alles auch gern, aber nicht für den Preis totaler Transparenz.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
bananenboot256 (13 Koop-Gamer, 1241 EXP)
21st century digital boy
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 4 Jahren 7 Wochen Offline
Beigetreten: 29.6.2009
Inhalte: 1

Ich glaube das Thema ist vielen einfach zu lästig und haben (wie Age im 2. Beitrag auch schreibt) sich dazu einfach keine Meinung gebildet und wollen das auch gar nicht.

Ich kann beide Seiten ganz gut verstehen. Ich persönlich nutze zB Facebook, die Daten die ich von mir da angebe kann ruhig jeder haben, da ich weder meinen richtigen Namen noch andere persönliche Details angebe. Facebook sehe ich als nettes Mittel um sehr schnell mit Freunden zu kommunizieren, die ich für längere Zeit nicht sehe, oder die gar nicht in D leben. Und klar, das ginge auch über Email, IM oder sontwas, aber die Hürde ist manchen meiner weniger technikaffinen Freunde echt zu hoch. Die öffnen ihr Emailprogramm alle 3 Wochen, sind zu Faul sich nen IM zu installieren, gucken aber alle paar Tage mal eben in Facebook rein. Wie Bernd schrieb: "der Nutzen überwiegt", zumindest manchmal.

Auch ortsbezogene Dienste auf dem iPhone finde ich teilweise richtig nützlich. Erst letztens in einer mir nicht so bekannten Stadt gewesen und wollte an Punkt X. Ich, Nachts in mitten einer Straße wo ich die Straßennamen auch nicht so einfach erkennen konnte einfach die Bahnapp ausgepackt, angegeben von meinem jetzigen Standort zu X zu wollen und der zeigt mir brav auf einer Karte die nächste Haltestelle, wo ich umsteigen muss und wie lang der Spaß dauert.

Andererseits läufts mir manchmal doch kalt den Rücken runter, wenn ich mir überlege was diverse Unternehmen an Profilen über die Nutzer und speziell jetzt mich angelegt haben, was die so alles von mir wissen und was sie damit anstellen.

Die Transparenz stört mich teilweise schon arg. Aber dann schreibt mir ein alter Bekannter auf Facebook eine Nachricht, von dem ich seit Jahren nicht gehört hab, dessen Emailadresse oder gar echte Adresse ich nie im Leben hätte auffinden können und freue mich darüber, dass er mich über Freunde von Freunden gefunden hat.

Ich denke, beide Seiten machen es sich manchmal zu einfach die einen als paranoid, und die anderen als Lemminge abzustempeln. Das ganze ist imho schwieriger zu differenzieren.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Recht hast du, wie gesagt fände ich diese Dienste durchaus enorm nützlich und attraktiv, und das ich darauf wegen unzureichender Sicherheit und Regulierung, und unvertrauenswürdigen Betreibern die ein Opt-Out nicht akzeptieren verzichten muss, ärgert mich schon.

Ich glaube du hast vor kurzem diese Location App vorgestellt, die war schon ein beeindruckend und eigentlich ein Fall für die Wunschliste. Dann wiederum muss ich rational mit einbeziehen, dass das Netz nichts vergisst, und das hinter diesen Diensten graue Eminenzen stehen, mit denen ich nicht an einem Tisch sitzen wollte.

Du fühlst dich sicher weil du deinen wahren Namen nicht angibst. Würde ich auch, wenn gerade diese Firmen nicht enorme Unsummen ausgeben würden, um eben diese Personalisierung zu erzwingen.
- Zum einen durch die Ein-Passwort Strategie. Facebook versucht Nutzer dazu zu bringen, auch auf anderen Seiten dieselbe Identität zu benutzen, das erleichtert die Zusammenführung und den Abgleich mit Nutzungshistorien: Sagen wir du besuchst Routinemässig ein halbes dutzend Seiten. Auf einer dieser Seiten weist du dich mit deinem echten Namen aus, und Facebook ist Partner. Facebook ist Partner von Microsoft, MS ist Partner mit Rim etc etc. Da müsstest du schon einen großen Überblick haben wer mit wem Daten tauscht. Apple hat seinen eigenen abgeschlossenen Garten, Google auch, aber alle teilen Daten durch diese grauen Eminenzen, zu denen u.a. Rapleaf gehört.
- Oder Informationen die du nur für Kreditabwicklung hinterlegt hast werden quasi öffentlich, wie bei Blizzard.
- Oder du bist vorsichtig, benutzt aber auch dein Smartphone zum Facebbook-Check. Dein Smartphone identifiziert dich durch SIM und UDID, und dein Web-Nutzungsmuster wird mit deinem Namen in Verbindung gebracht (außer natürlich du konntest dein Handy irgendwie ohne Personausweis registrieren). Jedesmal wenn du nun anonym im Web surfst und deine Cookies dieses Web-Nutzungsmuster aufweisen, ist es dank weiterer Informationen die dein Rechner immer sendet nicht mehr schwer, zu wissen dass du es bist.
- Oder deine Freunde identifizieren dich. Durch Fototagging. Oder ein Freund gibt Facebook die Erlaubnis auf sein Email-Konto und sein Telefon-Speicher zuzugreifen, findet deine Telefonnummer und weist sie deinem FB-Account zu. Eine Überprüfung der Telefonnummer liefert den echten Namen. Eine Überprüfung deiner Adresse anhand der Meldedaten würde ebenfalls Aufschluss über deinen Namen liefern, anhand deiner IP-Adresse. Man nimmt immer noch an die IP Adresse ist bis auf ca 60 Km ungenau, dieser Bericht reduziert die Ungenauigkeit auf 690 Meter:
"Internet probe can track you down to within 690 metres":
http://www.newscientist.com/article/dn20336-internet-probe-can-track-you-down-to-within-690-metres.html

Anonym bist du also möglicherweise schon lange nicht mehr. Bleibt zu hoffen, dass die "grauen Herren" freundlich sind. Wer sind u.a. diese Typen die unsere Daten wollen? Die bösen Konzerne, die obere Elite?

Werbefirmen bezahlen einen Großteil der Scraping und Datamining Ausgaben. Werbefirmen die Dinge bewerben und verkaufen wollen. Firmen die ihr geistiges Eigentum grimmig beschützen, die Jugendliche für das anhören einer Mp3 Datei mit 10.000€ Strafen belegen, im Gegensatz aber nichts für unser eigenes geistige Eigentum, unsere Persönlichkeitsrechte und unsere Profile zahlen wollen. "Hiermit treten sie ihre Persönlichkeitsrechte unentgeltlich an uns ab" heisst es in deren AGBs.

Ein Beispiel für die Leute die unsere Profile wollen ist die Music And Film Industry Association of America™ (MAFIAA), zuletzt gelesen im Kampf gegen Copyrightverstöße bei Firefox-Addons.
http://www.gamersglobal.de/news/35174/amerikanischer-heimatschutz-wettert-gegen-firefox-addon
Die Mafiaa nimmt gerne us- und europaweite Zensur in Kauf, wenn sie ihre Urheberrechtsklagen gegen jeden von uns bösen Raubkopierern durchsetzen kann:
http://torrentfreak.com/the-pirate-bay-the-battle-of-internets-is-about-to-begin-110509/
Zensur unter dem Vorwand von Copyrightklagen. Schon gesehen im Fall Geohot gegen Sony in Bezug auf die Firmware ("du besitzt zwar das Gerät, darfst damit aber nur machen was wir dir erlauben"). Das diese Mafiaa sich zu kaum etwas zu schade ist sieht man hier: "Music industry spokesman loves child porn":
http://boingboing.net/2010/04/28/music-industry-spoke.html

Dabei geht es um das Verbot von Inhalten, weil der Industrie dadurch Verluste entstehen. An sich legitim, allerdings nicht mit der hier genannten Panikmache gegen Raubkopierer und Kinderpronographen. Das ganze zieht noch viel weitere (Regierungs)Kreise, die USA beispielsweise versuchen durch extreme Lobbyarbeit für sie günstige Copyright-Gesetze weltweit durchzusetzen, teilweise sehr erfolgreich.
- http://tvnz.co.nz/technology-news/us-lobbied-nz-over-copyright-laws-wikileaks-cables-4149178
- http://www.techdirt.com/articles/20101203/15151112122/no-surprise-wikleaks-leak-shows-us-entertainment-industry-wrote-spains-new-copyright-law.shtml

Beispiel für den Profit den die USA aus den für sie günstigen Copyright gesetzen zieht ist der Fall Monsanto. Das ist DIE Gentechnikfirma in den USA, die weltweit Saatgut verkauft, hofft das die Samen durch den Wind auf fremde Felder geweht werden, und dann die unschuldigen Bauern auf extreme Summen wegen Copyright-Verstößen verklagt.
"Wikileaks: GMO conspiracy reaches highest levels of US Government":
- http://crisisboom.com/2011/02/26/wikileaks-gmo-conspiracy/
- https://temporaryartist.wordpress.com/2011/02/25/monsanto/
- http://www.reddit.com/r/politics/comments/gz0z0/monsanto_is_going_to_start_policing_monsantodo_we/

Um aber auf die Kernaussage zurück zu kommen: Können wir denjenigen trauen die unsere Profile wollen? Warum kein Opt-Out? Warum wird uns die Wahl genommen?

_______________________________________________________
* Edit und Zusatz:
Es wurden "mehr" Beispiele für sog. "graue Eminenzen" erbeten - also für einflussreiche, global agierende Datensammler, die weitgehend von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, ihre gesammelten Profile profitorientiert vermarkten. In den nachfolgenden Kommentaren tauchen zwar bereits etliche Namen (darunter Rapleaf, Loatme) und Beispiele auf, allerdings präsentierte sich gestern ein besonders interessantes Beispiel im Zusammenhang mit dem Sony-PSN-Datenleck: Die Affinion Gruppe. Diese arbeitet sowohl als Versicherung gegen Identitätsdiebstahl, ist aber auch durch ihren Marketingarm Mitglied einer "Direct marketing association" [1] (DMA), welche sich global in der "International Federation of Direct Marketing Associations" organisiert.

DMA's lobbyieren verstärkt gegen Datenschutzgesetze und Gesetze welche das massenhafte sammeln von Email-Adressen verbieten. Gleichzeitig treten sie als Berater auf, um die Ausbeutung der privaten Profile innerhalb der jeweiligen Datenschutzgesetze dennoch zu ermöglichen, und um zu gewährleisten, dass ihre Mitglieder ausreichend Nutzervertrauen aufbauen.

Über die Jahre war die Affinion Group in diverse Betrugsfälle und an einem der größten Finanzskandale der 90er Jahre verwickelt. Mittlerweile bietet sie unter 50+ verschiedenen Firmennamen ihre Dienste an, wobei allerdings jedes einzelne dieser Unternehmen auf die gesammelten, zentralisierten aggregierten Daten zugreift. Die Zugehörigkeit und die Richtung des Datenflusses ist bei all diesen Subunternehmen alles andere als offensichtlich. In Zusammenarbeit mit Sony Corp bezüglich des Datenverlusts (des PSN-Netzwerks von 77 mio Nutzerdaten und 24.6 mio Nutzerdaten des SOE) gewann Sony u.a. diesen Partner zum "Schutz" der Nutzer gegen Identitätsdiebstahl (neben Debix in den USA) als temporären Versicherer und Treuhänder für besorgte Nutzer. Neben der gewährleisteten Extrasicherheit durch die Aufspürung von Datenhandel u.a. in dubiosen Foren, sollte man sich allerdings auch des Interessenkonflikts dieser Gruppe bewusst sein.

Versicherer auf der einen Seite, Marketingfirma auf der anderen. Die Affinion Gruppe hat mehr als 5200 Partner, darunter in Industrien wie Versicherung, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, der Reisebranche, Telekommunikationsdiensten und online service Providern. Namhafte Kunden sind JPMorgan Chase, Bank of America, Royal Bank of Scotland, Société Générale, Sears, PNC, Macy's, CompUSA, Staples um nur einige zu nennen. Besonders in der Versicherungsbranche und im Finanzsektor können personalisierte Daten durch Scoring/Einstufung der Kunden für große Profitsteigerungen sorgen, was durchaus seine Berechtigung hat. Kontrovers wird es dann, wenn diese Firmen das in sie gesetze Vertrauen verlieren, sich auf Kosten der Kunden bereichern und sich dann jeglicher Rechenschaft enziehen, aufgezeigt an der systematischen Korruption in Finanz- und Versicherungskreisen die zur Bankenkriese 2008 geführt hat [4].

[1] - https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Direct_Marketing_Association
[2] - https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Affinion_Loyalty_Group
[3] - http://www.gamersglobal.de/news/35466/sony-versicherung-gegen-identitaetsdiebstahl-auch-in-europa
[4] - http://www.rollingstone.com/politics/news/the-people-vs-goldman-sachs-20110511

_______________________________________________________
* sehr später Zusatz:

"How 60 Minutes Blew the Story: Wall Street’s Secret Spy Center, Run for the 1% by NYPD" [000], [000]. In Zusammenarbeit mit dem NYPD betreiben Wallstreets größte Firmen, unter anderem dieselben die in 50 Staaten wegen Hypethekenbetrug in der Kritik stehen, Goldman Sachs, Citigroup, JP Morgan Chase, etc., ein "Antiterrorzentrum" welches ausgedehnte Überwachung und Identifizierung der Bewohner NY Cities durch computerunterstütze Auswertung möglich macht. Im Artikel genanntes Bsp für ein Suchkrition: Jemand der ein rotes Hemd auf dem Broadway trägt, Ergebnis sekundenschnell geliefert.

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
bananenboot256 (13 Koop-Gamer, 1241 EXP)
21st century digital boy
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 4 Jahren 7 Wochen Offline
Beigetreten: 29.6.2009
Inhalte: 1

Ja, das stimmt natürlich auch. Dem Datensammler an sich bin ich bestimmt nicht Anonym. Das war mehr auf die Datenschutzfälle in Richtung Personalchef etc. pp. gemünzt.

Facebookconnect wende ich allerdings nie an, weil ich meinen Facebookacc wirklich nur für FB nutze.

Naja, deine Links schau ich mir mal an wenn ich Zeit hab smilie

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Zwei Dinge möchte ich mal deutlich sagen.
Erstens geht es hier nicht um den Einzelnen, wie dieser mit seinen Daten umgeht und ob er es ok findet, daß seine trivialen Angaben bei Facebook jeder lesen darf. Es geht auch nicht um Facebook und das iPhone im Einzelnen.
Und zweitens sollte sich jeder im Klaren sein, daß die Überwachung nicht irgendwann kommt, sondern, daß sie schon lange da ist. Sie wird nur noch verfeinert. Wie weiter oben schon erwähnt, sind es nicht die einzelnen Sachen, die den Kohl fett machen, sondern die Zusammenführung der Daten.

Und zu den ganzen Daten die wir freiwillig rausrücken, kommen ja noch die unzähligen, die sowieso gesammelt werden, ohne unser zutun.
Alleine die Tatsache, daß wir sowas hier schreiben, kann schon einen Beobachter aufmerksam machen *paranoid nach links und rechts guck*

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Jetzt nicht falsch verstehen.. Wir sind ja erst am Anfang der Entwicklung. Nicht alle Datensammelfirmen sind korrupt, nicht jede Firma nutzt dein Profil um dir daraus einen Strick zu drehen. Viele Firmen nutzen diese Daten nur dazu, wozu sie gedacht sind: Mehr und besser ihre Waren zu verkaufen, einen besseren Service anzubieten. Auch dein Chef muss da lange nicht drauf zugreifen.

Aber: Es gibt aber jene, die das tun, und die kümmern sich herzlich wenig um Nachteile, die uns dadurch entstehen. Diese Leute sind durch Rücksichtslosigkeit reich und mächtig geworden, teilweise so sehr, das der normale Bürger für sie nur noch eine Ressource ist. Das sie die Macht haben, zu tun und zu lassen was sie wollen, zeigt sich an extrem vielen Beispielen in Corporate America:
- Die US-Regierung hätte sich vor kurzem fast Insolvenz anmelden müssen, ein kleiner Einschnitt der "Verteidigungsausgaben" hätte dieses Problem gelöst, das hätte aber Verluste der "Verteidungs"industrie bedeutet.
- immer weitere Sozialleistungen und Rechte werden beschnitten, aber die Konzerne mit dem größten Profit zahlen keine nennenswerten Steuern.
- 2% der reichsten Leute bekommen Steuerkürzungen, statt dessen gibt es enorme Lobbyarbeit um höhere Steuern für Unterschicht und Mittelstand durchzusetzen
- Banken bekommen nach der selbst verschuldeten Bankenkriese ihren mit Steuergeldern bezahlten (milliardenschweren) Bailout und zahlen sich mittlerweile höhere Boni aus als vor 2008. Kein einziger Bänker ging dafür ins Gefängnis
- in Teilen des Landes wird das "Finfancial Martial Law" (Finanzielles Kriegsrecht) ausgerufen: Gesetzlich gewählte Vertreter dürfen abgesetzt und von Konzernvertretern ersetzt werden, wenn finanzielle Probleme auftreten - und das bei Problemen die kurz nach Amtsantritt durch horrende Ausgaben selbst geschaffen wurden. (bsp. Wisconsin).
- Körperscanner wurden durchgesetzt weil der Chef der TSA selbst Lobbyist der Firma ist, die diese Geräte herstellt. Die Geräte verletzen die Privatssphäre, ohne einen Mehrwert an Sicherheit zu bieten. Es werden nicht mehr Terroristen gefangen oder mehr Waffen gefunden. Dafür fliegen im selben Flugzeug Frachtkontainer mit, die überhaupt nicht überprüft werden. Schlimmer noch ist, das Passagiere seit einem Jahrzehnt von genau denjenigen in Milliardenhöhe bestohlen wurden, die sie eigentlich beschützen sollten:
http://weeklyintercept.blogspot.com/2011/05/to-serve-to-protect-andto-steal.html
- Sony erhält in ihrem Kampf gegen Copyright-Verletzungen die Erlaubnis, die privaten Daten von millionen Internetnutzern einzusehen, dabei waren die Daten nicht für die Klärung des Falles relevant, sondern nur dazu, Sony den Erfolg zu sichern indem sie die Jurisdiktion in ein für sie günstiges Gebiet verlagern konnten. Und um zusätzlich Geld zu sparen.

Wie gesagt, ich gehe davon aus das die meisten Datensammler gute Menschen sind, Konzerne genauso wie Privatpersonen. Aber es gibt jene, die ihren Wohlstand durch das Leid anderer gemacht haben, und diese Arbeiten durch Lobbyarbeit und Zuckerbrot und Peitsche darauf hin, sich auf unsere Kosten zu bereichern. Egal wie. Und dazu ist es nunmal praktisch, seine Ressourcen zu dressieren wenn sie Jung sind.
- Wo Generation Facebook so gut wie garnicht über die Konsequenzen aufgeklärt wird, wird sie in Zukunft weniger kritisch und dafür freizügiger sein.
- Wo ziviler Gehorsam in frühen Jahren gefördert wird, wird sich später auch nicht mehr beschwert, wenn an Flughäfen oder Bahnhöfen Genitalien befummelt werden, Nacktfotos gemacht und verbreitet werden.
Das ist keine Zukunftsvision wie oben behauptet, sondern eine Entwicklung die bereits heute Realität ist. Und das nicht nur in den USA, sondern weltweit, beispielsweise auch im U.K.:
http://www.prisonplanet.com/exposed-naked-body-scanner-images-of-film-star-printed-circulated.html

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
bananenboot256 (13 Koop-Gamer, 1241 EXP)
21st century digital boy
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 4 Jahren 7 Wochen Offline
Beigetreten: 29.6.2009
Inhalte: 1

Ich denke auch nicht, dass man sich bei diesem Thema exklusiv um Datenschutz drehen kann. Das ist natürlich ein Problem des Systems, wie man es schön "links" ausdrücken würde lol

Darüber zu diskutieren ist halt sehr schwierig, weil es entweder in so richtig trockene und weit gefächerte Theorie geht, oder man über Einzelfälle spricht (beides auch hier im Thread).

Und, ich bin mal so ehrlich, bin ich dann einer der eh glaubt, dass sich an diesen Systemfehlern wie Lobbyismus, Korruption, unlauteren Geschäftsmethoden und dem ganzen anderen Müll rein gar nichts ändern wird. Nenn mich pessimistisch oder resignierend oder einfach desinteressiert und dumm, aber allein die Diskussion darüber erscheint mir schon wie der Kampf gegen Windräder (um die Atomdebatte und die Energiekonzerne noch mit ins Boot zu nehmen wink ).

Man sieht doch wie teilweise relevante, politische Themen, die Protestgruppen aufbringen von den großen Parteien entweder als Lightversion (es wird drüber gesprochen, ändern wird sich nichts, Bürger denkt das Problem ist aus der Welt und wählt wieder CDU/SPD usw.) aufgesogen werden (man schlage nur mal nach wie oft die "Volks"parteien über Datenschutz oder den gläsernen Bürger geredet haben bevor die Piraten mal das Maul aufgerissen haben) oder was aus der einstigen Protestlern der Grünen geworden ist.

Ich schließe mit einem Zitat von Dirk Felsenheimer: "Die Welt ist schlecht." wink

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11
kokojambo schrieb:

Und, ich bin mal so ehrlich, bin ich dann einer der eh glaubt, dass sich an diesen Systemfehlern wie Lobbyismus, Korruption, unlauteren Geschäftsmethoden und dem ganzen anderen Müll rein gar nichts ändern wird.

..da bin ich eher der Meinung, daß das alles mit mathematischer Genauigkeit zusammenbrechen wird.

____________________________________

-

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
bananenboot256 (13 Koop-Gamer, 1241 EXP)
21st century digital boy
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 4 Jahren 7 Wochen Offline
Beigetreten: 29.6.2009
Inhalte: 1

Werden wir das denn noch miterleben? Und wer sagt, dass nach dem Zusammenbruch nicht alles von vorn anfängt?

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11
kokojambo schrieb:

Werden wir das denn noch miterleben? Und wer sagt, dass nach dem Zusammenbruch nicht alles von vorn anfängt?

Recht wahrscheinlich ja! Kommt auch darauf an, wie alt Du bist wink Genaue Zeitangaben sind unmöglich, da die Sache zu viel Eigendynamik hat.
Daß es danach nicht wieder von vorne anfängt, hat niemand behauptet. Dies halte ich aber wiederum aus völlig anderen Gründen für nicht sehr wahrscheinlich..nagel mich aber bitte nicht daran fest.

____________________________________

-

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung
bananenboot256 (13 Koop-Gamer, 1241 EXP)
21st century digital boy
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 4 Jahren 7 Wochen Offline
Beigetreten: 29.6.2009
Inhalte: 1
Ukewa schrieb:

nagel mich aber bitte nicht daran fest.

Keine Angst, werd ich nicht wink

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Die Entwicklung ist langfristig zwar vielleicht nicht aufzuhalten, wir haben aber die Wahl ob sich gleichzeitig Regulationsmechanismen mitentwickeln, oder nicht. Das tun sie nicht, wenn wir aus Bequemlichkeit auf unsere Rechte verzichten.

Die Bedrohung ist bestimmt nicht neu. Nur gibt sie sich den Anschein. Sanfte Kontrolle. Am Anfang. Dagegen musste sich noch jede Generation vor uns wehren, nur hat die Jetzige das Problem, dass die Mittel des Protests gleichzeitig die der Kontrolle sind. (Facebook als Protest gegen die verknöcherten, übervorsichtigen Alten z.b.). Wenn die jüngere Gen wirklich cleverer ist, dann zeigt sie das durch informiertheit, nicht dadurch, sich in Fatalismus zu ergeben. Wer das tut hat meiner Meinung nach seinen verplüschten Käfig verdient.

Ich sags mal so: Wer clever ist beugt sich nicht vorn über, sondern fragt "wieso!?". Dafür muss man nicht gegen Windmühlen kämpfen, man darf nur nicht jede Einschränkung durch AGB's oder jeden Datenverlust mit einem Schulterzucken abzutun. Manchmal heisst das aber auch Verzichten, und mit seinem Geld zu wählen. Und hellhörig zu werden, wenn wir Rechte aufgeben sollen oder es "zu unserem besten ist", wenn unsere Informationsfreiheit eingeschränkt wird.

Sicher, es sieht aus als könnte der einzelne wenig machen, man sollte aber bedenken das viele Tröpfchen einen See machen. Und diese Tröpfchen sollten ihren Freunden sagen, wie sie sich besser schützen können. Für mündige, fundierte Entscheidungen. Das kann doch nicht zu lästig oder unbequem sein?

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Also so sanft finde ich es teilweise nicht @Wordsmyth
Man betrachte mal die ganzen Zwänge, denen wir uns unterwerfen müssen, ob wir es wollen oder nicht. Anrufe werden immer getrackt, Emails werden automatisch getrackt/gecheckt (dazu sind die Provide verpflichtet), bei Flugreisen in manches Land wird man getrackt(in die USA bspw incl. aller persönlichen Daten mit Speicherdauer von 70 Jahren), Einwohnermeldeamt, Zwangsversicherungen für Arbeitnehmer, Arztbesuche (Unterlagenaufbewahrung bis über den Tod hinaus), die allseits vorhandenen Kameras - teilweise mit Gesichtserkennung (S-Bahn, Bahnhöfe, Flughäfen, Hauptstraßen, Autobahnbrücken - natürlich mit Nummernschilderkennung/tracking), und dann wäre da noch die neue Generation von Autos, welche irgendwann in näherer Zukunft alle eine GPS-Ortung verpasst bekommen. Und das war noch nicht alles, -UND auch nur Dinge, von denen wir wissen!
Aber ich verstehe was Du sagen wolltest smilie

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Da stimme ich dir hundert prozentig zu, die Überwachung nimmt schon enorme Ausmaße an, und wird mit der Zeit noch viel stärker, wobei ich mich jetzt teilweise schon etwas unwohl fühle:

Ich war gestern in einer bekanteren Buchhandlung (T..) und habe insgesamt 29 Kameras im Laden gezählt. Diese großen und schön offensichtlichen dunklen Halbkugelkameras. Soviele und so offensichtlich das es schon nervt. Nun dürfen die im eigenen Geschäft ja machen was sie wollen, was mich aber überascht hat - auf der anderen Straßenseite gibt es eine zweite Filiale von derselben Firma (auch T..), und da war keine einzige Kamera zu sehen - auf drei Etagen. Scheinbar geht es also mittlerweile auch unnauffälliger.

Aber zurück zum "sanften". Ich schrieb ja sanfte #Kontrolle, nicht sanfte #Überwachung. Die Überwachung ist so wie du es schreibst, aber von der Kontrolle merken wir bisher noch wenig. Ändert sich aber vielleicht, wenn ein konkretes finanzielles Interesse entsteht.

Solange Kontrolle nicht offensichtlich ausgeübt wird, können wir uns alle doch schön in Sicherheit wiegen. Diese reichen Säcke wie Goldmann-Sachs, Koch-Brothers oder Rupert Murdoch (Medienmogul der für Nachrichten die Handy's von Prominenten für hat hacken lassen) haben doch kein Interesse an uns (kann man sich einreden). Solange ein Beispiel für konkret ausgeübten Druck fehlt, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Motivationen zu hinterfragen.

Weil Facebook wegen weiterem Vertrauensverlust zur Zeit so schön in den Nachrichten ist, noch ein kleiner Exkurs zu deren Intention:
Gründer und Investoren von FB waren Zuckerberg ("people just gave me their data. dump fucks."), Peter Thiel (Milliardär mit einem Faible für Unsterblichkeit, "show me a good loser, and i show you a loser"), und Jim Breyer von Accel Partners - Mitglied der National Venture Capital Association (NVCA). Ebenfalls Mitglied der NVCA ist "Greylock Venture Capital", dessen CEO (Howard Cox) hat einen enormen Anteil an Startkapital zu Facebook beigesteuert. Cox arbeitet aber gleichzeitig auch für In-Q-Tel, der Venture-Capital Gesellschaft der CIA. Außerdem mit In-Q-Tel verbunden ist die Firma Nielsen BuzzMetrics, der weiter oben genannten, erfolgreichen Scraping/Data-Aggregation Firma. Die Verbindung geht über Intelliseek auf In-Q-Tel zurück. Zusätzlich zur Kooperation mit US-Regierungsbehörden (unterster Link) kann die CIA also praktisch von Innen als Anteilseigner von FB, und von außen durch (Nielsen's) Scraping ihre Dossier's verbessern. Finde ich etwas komisch, das ein fremdes Land "soviel" über unsere Bürger weiß, früher hätte man "Spionage" gerufen, aber wir sind ja Bündnispartner.

- http://www.techradar.com/news/internet/why-you-should-commit-facebook-suicide-525663
- http://www.guardian.co.uk/technology/2008/jan/14/facebook
- obige Scraping links in Kommentar #27
- https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Criticism_of_Facebook#Cooperation_with_Government_Search_Requests

Ich denke viele wussten das schon, finde aber, es ist Mal ein anschaulicheres, weniger trockenes Beispiel für solche Zusammenhänge. Seit Facebook mit Microsoft's Bing aber von außen durchsuchbar geworden ist, und Facebook nun so offen ist das selbst Erzfeind Google ziemlich einfach (ohne Einbrüche) an die Freundeslisten kommt, stellt sich ja eher die Frage was man dort überhaupt preisgibt, womit diese Daten verbunden werden, und ob man die Daten da überhaupt gelöscht bekommt (AGB sagt: Nein).

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Da brauchst Du gar nicht in die USA schauen. Unsere Politiker sitzen doch auch im Vorstand von Firmen.Diese welche setzen dann natürlich in der Politik (auch) die Interessen der jeweiligen Firmen durch. Und auch hier ist es mal wieder nur ein kleines Beispiel, stellvertretend für das ganze Geschwür, was unsere Wirtschaft und Politik (und somit auch unser gesamtes privates Leben) durchsetzt.
Alle hacken gerne auf Facebook (u.Ä.) rum, klar, es ist einfach ein zu offensichtliches Beispiel. FB macht aber auch nicht so einen großen Hehl aus der Sache, wenn man wirklich will, findet man die meisten "Maßnahmen" in den Datenschutzerklärungen und AGBs. Mich stören viel eher die schleichenden, halb oder ganz verborgenen - oder auch völlig unbekannten u oft illegalen- Systeme.

Was verstehst Du denn unter "Kontrolle"? Also daß wir noch recht sanft kontrolliert werden, kaum merkbar?
Und was könnte draus werden, daß man es als nicht mehr sanft bezeichnen kann?

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Na unter Kontrolle würde ich die Ausübung von starkem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Druck verstehen. Oder soviel Druck, das mir durch Verzicht ein wirtschaftlicher oder sozialer Schaden entsteht.

Nehmen wir die Auswertung von Freundeslisten als Beispiel. Zusammen mit Unmengen zusätzlicher Daten lässt sich der "Soziale-Graph" errechnen, und so der Einfluss jeder Person auf seine Umgebung, und die Beziehungen der Personen untereinander aufdecken. Wer ist mit Wem verbunden, wer ist in der Mitte des Spinnennetzes, wer zieht die Fäden. Wer steht am Rande? Das kann für viele coole Zwecke benutzt werden, z.b. um die Ausbreitung von Krankheiten früher vorherzusagen, um die Effektivität von Impfungen zu erhöhen und kosten zu senken (wenn z.b. nur die "einflussreichen" Personen = Überträger geimpft werden), um den Fluß von Informationen vorherzusagen, und ist z.b. wichtig um kriminelle Organisationen aufzudecken. Mit den richtigen Sicherungen könnte das zum Wohle aller verwendet werden. Nur muss man sich für die Sicherungen auch einsetzen.
http://www.youtube.com/watch?v=L-dPxGLesE4&playnext=1&list=PL6E79B3CE995BBEEE

- Es kann aber auch benutzt werden um politische Dissidenten aufzuspüren. Oder andere notorische Unruhestifter, Nörgler, Systemfeinde, oder gezielt Menschen mit [unerwünschter Eigenschaft] zu isolieren und zu "behandeln". Ungebründete Ausreise-Verbote, No-Fly Lists, invasive Behandlung an Flughäfen, unbemerkte, personalisierte Versorgung mit Informationen, ein bischen das Leben schwer machen.

- Da wo für politsche Wahlkampfkampagnen unmengen an Geld ausgegeben werden, könnten gezielt deine einflussreichen Freunde angesprochen werden. Um politische Meinungen zu ändern. Um zu testen wie wir auf eine A/B Wahlmöglichkeit reagieren und die Kentnisse auszunutzen, um schliesslich zu bekommen was man möchte. Oder die ungefestigten unter Druck zu setzen. Oder mit Anreizen zu übereden. Natürlich nur wenn man von bösen, autoritären Absichten ausgeht.

- Das Versicherungsbeispiel hatten wir ja schon. Deine Versicherung überlegt, ob sie dich versichern soll. Im besten Fall bringst du denen 30€ im Monat (ausgedachter Wert), baust du aber einen Unfall mit Todesfolge, kostet das die Firma gut mal 1.2mio € (Wert aus dem Buch: Was bin ich Wert). Vielleicht stehst du am Rand des sozialen Graphen, vielleicht verschlechtert das deine Einstufung. Vielleicht weist dich dein Profil als risikofreudig und unachtsam aus.
Oder anders. Dein möglicher Arbeitgeber möchte gerne wissen, ob du wahrscheinlich häufig Krank wirst. Die Daten müssen nicht genau stimmen, aber er will ja niemanden der mehr Krank feiert als arbeitet. Oder er bietet dir einen geringeren Lohn, obwohl du dieselbe Qualifikation hast wie der Nächstbeste.

- Wirtschaftlich gesehen können Firmen so viel Geld sparen. Weniger Geld ausgeben, indem man diejenigen ohne Einfluss außen vor lässt oder weniger stark favorisiert. Angebote nur für die guten Schafe, die schwarzen Schafe schauen in die Röhre. Einfaches Beispiel im Supermarkt. Wieso viel Geld für Sonderangebote ausgeben, wenn bestimmte Leute nur wegen diesen Angeboten ins Haus kommen und nichts anderes kaufen? Diese Leute verursachen einen Verlust. Stell dir Leute vor, die alle Coupons sammeln, in den Laden gehen und die Geschenke abgreifen, ohne einen Cent im Laden zu lassen. Dem Firmenchef wäre es doch lieber, die bleiben ganz draußen. Dann doch lieber nur diejenigen belohnen, bei denen das Geld eh locker sitzt. Oder diejenigen, die nicht groß aufmucken.

Firmen haben finanzielle Interessen, und da wo sie Geld sparen können, werden die das auch tun. Wenn unsere Profile schön öffentlich sind, kann eine Auswahl leicht vorher geschehen, ohne das man sich gegen diese lästigen Anti-Diskriminierungsgesetze verantworten muss. Was mögliche Hass-Gruppen mit einer Liste von ausgewählten, personalisierten Personengruppen anstellen könnten, will ich mir lieber nicht ausdenken.

Dieser User unterstützt GG seit fünf Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtMissionar: 3 Neu-User für GamersGlobal.de anwerbenBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenRedigier-Veteran: Verdiente 1000 EXP durch Edits fremder News/ArtikelStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdient
Larnak (21 Motivator, 25990 EXP)
..,-
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 8 Stunden 9 Minuten Offline
Beigetreten: 26.7.2009
Inhalte: 58

Ich fasse die Problematik immer gern kurz zusammen, weil ich (man verzeihe mir das) irgendwann keine Lust mehr hatte, die Argumente und vor allem die Beispiele der negativen Auswirkungen großer Datensammelei zum hundertsten Mal irgendwo niederzuschreiben smilie

Wissen ist Macht - darüber ist man sich wohl einig, nicht ohne Grund ist dieses Sprichwort ein Sprichwort. Deshalb gilt aber auch: Wer Wissen über dich hat, hat Macht über dich.
Je mehr jemand über eine Person weiß, desto mehr Möglichkeiten hat er, diese Person zu kontrollieren, zu überwachen, auszunutzen, zu manipulieren oder unter Druck zu setzen - das gilt grundsätzlich, unabhängig davon, ob und wie die betreffend mächtigen diese Optionen nutzen. (Einige Beispiele dazu gab es ja bereits)

Die Antwort auf die ganze Diskussion für mich persönlich ist daher einfach: Keines von den Dingen ist wünschenswert, also versuche ich soweit es geht, meine Daten und Informationen über mich bei mir zu behalten, solange es mein Leben nicht zu sehr einschränkt. Letzteres hat allerdings zur Folge, dass ich meine Grenzen Stück für Stück ausweiten muss, um dem alltäglichen Umgang der Menschen miteinander gerecht zu werden. Denn auch wenn ich mir der Gefahr bewusst bin, habe ich kein Interesse, mein Leben im Jetzt zu einem Trauerspiel zu machen, weil es irgendwann in der Zukunft zu einem werden könnte, wenn ich es jetzt nicht selbst tue smilie Facebook und Co nutze ich trotzdem nicht, "Google Analytics" wird geblockt und meine Email in Foren grundsätzlich versteckt - ein paar Beispiele dessen, was jeder leicht und ohne große Nachteile machen kann.
Von daher: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Guter Ratschlag, aber wie Bernd ja schon gesagt hat (danke übrigens für die Gegenargumentation), kann man sich nicht ewig vor den neuen Technologien verschliessen. Tust du ja auch nicht (willst ja aus deinem Leben kein Trauerspiel machen). Facebook benutzt du nicht, für unsere Kinder ist es (stellvertretent für das Umdenken zu mehr Öffentlichkeit) aber möglicherweise nötig, wenn sie sozial nicht ausgegrenzt werden sollen. Was machen wir dann?

Knut G. hat zur Zeit einen ziemlich guten Beitrag über die Zukunftsicherheit unserer Kinder. Ich stimme ihm in den meisten Punkten zu, auch damit dass ein Kind irgendwann einen Rechner oder Tablet in die Hand gedrückt bekommt, der C64 hat uns auch nicht verhunzt:
http://www.gamersglobal.de/meinung/zukunftssichere-kinder

Allerdings frage ich mich, was mit fortschreitender Transparenz gesellschaftlich akzeptabel sein wird.. Wer Facebook oder andere geschlossene Gärten benutzt, kann Analytics-Tools nicht deaktivieren - wer das versucht kann den Dienst nicht nutzen. Was dann? Sich ausgrenzen lassen?

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Eine recht interessante Betrachtung über Unschärfe bei automatisierter Data-Mining Auswertung riesiger Datenmengen beschreibt der heute veröffentlichte Newyorker.com Artikel "The Secret Sharer" (2).

Darin wird die enorme Menge der gesammelten Daten durch die NSA (auch in 1), deren Auswertung durch "ThinThread" Algorhytmus und NarusInsight Project (3) erläutert und die spätere Weiterentwicklung zum "Trailblazer Project" beschrieben (welche verfassungswiedrig die Anonymisierung von US-Bürgern aufhob). Interessant ist auch der letzte Abschnitt bezüglich der Gewährung von Immunität an Telekomunternehmen.

Ist sehr ausführlich und der politische Teil diskutabel, aber ich finde er relativiert die Überwachungskultur-Diskussion ein wenig. Mich würde jedenfalls eure Meinung bezüglich Datenquelle, Datenmenge, Implikation und Glaubwürdigkeit interessieren.. Außerdem möchte ich auf den Zusatz in Kommentar 14 hinweisen (*), Verdeutlichung von personalisierter, unbemerkter Zensur durch ein YoutubeVideo, angeregt durch einen Kommentar in einem anderen Thread. Kommentar 29 erhielt auch einen Zusatz *.

1 - http://www.readwriteweb.com/archives/every_day_the_nsa_gathers_4x_the_amount_of_info_in.php
2 - http://www.newyorker.com/reporting/2011/05/23/110523fa_fact_mayer?currentPage=all
3 - https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/NarusInsight

.
.
.
.

Edit:
Wow - Das Weisse Haus startet die "internationale Cyberspace-Strategie" - Wohlstand, Sicherheit und Offenheit in einer vernetzten Welt [1]:

Die USA wollen u.a. internationale "Normen" im Internet durchsetzen, mehr Sicherheit durch bilaterale Abkommen und im besonderen einen Sicherheitsstandard, der auch Homeland Security Beratern genügt, wobei sie bzgl Cybersecurity besonderen Wert auf Abmahnung und Abschreckung legen (Dissuasion, Deterrence). Pläne für den freien Fluss von Informationen haben sie auch. Staaten sollen den Informationszugang ihrer Bürger nicht einschränken, "Terroristen" sollen aber die Möglichkeiten genommen werden, das Internet für ihre bösartigen Zwecke nutzen zu können (ein Schelm wer böses denkt, man erinnere sich an die Terrorwatchlist/False Positives [9]). Zustätzlich legen sie besonderen Wert auf den Schutz geistigen Eigentums, Multi-Stakeholder (treuhänderischen Verwalter) und deren Erlöse sollen dazu besonderes gefördert werden.

Die Beschreibung der Multi-Stakeholder weist u.a. einige Ähnlichkeiten in Formulierungen auf, die ebenso in der National-Digital-Internet-ID verwendet wurden [2].

Bei all dem soll natürlich die Privatssphäre komplett gewahrt bleiben.

Kritik?
- Die Einstellung der US-Amerikaner bezüglich der Erwartungen an Privatssphäre (a person has no reasonable expectation of privacy in his movements from one place to another) [3]
- die schon lange ausgeuferte Überwachung der Bürger ohne richterliche Befugnis
- die überzogene Legislatur bezüglich Streaming (welche bes. peer-2-peer Übertragungen zum Kapitalverbrechen erklärt) [4]
- die Kriminalisierung von legitimen Whistleblowern welche eigentlich zur Erhaltung interner Rechenschaft in Regierung und Wirtschaft notwendig sind, diese Leaks aber ebenfalls zum Kapitalverbrechen erklären wollen [5]
- die Net Censorship Bill und Protect IP Bill (COICA), welche Copyrightholdern immer mehr Rechte zu lasten der Nutzer einräumen und diesen Rechteinhabern einräumt, Webseiten von Suchmaschinen blockieren zu lassen[6]
- die internationale Lobbyarbeit zur Einführung des three-strikes Laws welche ISPs nach drei Überschreitungen verpflichtet, den Übertretenden den Internetzugang zu verweigeln (bereits in New Zealand, Frankreich, mglw bald in Belgien, Niederlanden und Spanien) [7]
- Three Strikes Law in Frankreich führt zu Datenleck [7b]*
- der Ausdehnung der Privilegien durch Communications Assistance to Law Enforcement Act (CALEA), Patriot Act, und damit weitere Hintertüren für Regierungsbehörden [8]
- die Privatssphärekatastrophen der TSA [10]

Wahrscheinliche wirtschaftliche Folgen: Mehr Urheberrechts- und Unterlassungsklagen, weniger Verluste durch Raubkopien, mehr Kontrolle von Medieninhalten, mehr Sicherheitstheater auch in Europa. Und als ob das ganze noch nicht genug wäre, wurde dem National Defense Authorization Act (NDAA) ein Zusatz (Amendment) angehängt, das es den USA weltweit und auch innerhalb der USA gestatten würde, Militär gegen Terroristen einzusetzen.

Positiv: mehr Sicherheit für alle, internationale Web-Standards, Ankurbelung der Wirtschaft (USA kann ab heute keine neuen Kredite mehr aufnehmen [11]) und Unterstützung von Entwicklungsländern. Wie es sich entwickeln wird bleibt abzuwarten, es ergibt sich allerdings ein wenig das Gefühl von wildem Aktionismus.

[1] http://www.whitehouse.gov/blog/2011/05/16/launching-us-international-strategy-cyberspace
[2] http://www.wired.com/threatlevel/2011/04/obama-online-security/
[3] http://www.wired.com/threatlevel/2011/04/scotus-gps-monitoring/
[3] http://www.wired.com/threatlevel/2011/05/gps/
[3] http://news.cnet.com/8301-31921_3-20032518-281.html
[4] http://arstechnica.com/tech-policy/news/2011/05/new-bill-upgrades-unauthorized-internet-streaming-to-a-felony.ars
[5] http://www.truthdig.com/eartotheground/print/tainted_meat_states_are_trying_to_cover_up_agribusiness_abuses_20110428/
[6] http://www.wired.com/epicenter/2011/05/revised-net-censorship-bill/
[7] http://tvnz.co.nz/technology-news/us-lobbied-nz-over-copyright-laws-wikileaks-cables-4149178
[7] http://news.cnet.com/8301-31001_3-10381365-261.html
[7] http://www.unwatched.org/EDRigram_9.5_Four_Strikes_Gesetz_in_Belgien
[7] http://www.billboard.biz/bbbiz/industry/digital-and-mobile/netherlands-pursuing-stronger-copyright-1005127412.story?imw=Y
[7] https://www.eff.org/deeplinks/2010/12/not-so-gentle-persuasion-us-bullies-spain-proposed
[7b] * http://www.wired.com/threatlevel/2011/05/tmg/
[8] https://www.eff.org/deeplinks/2011/04/CIPAV_Post
[9] https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Terror_watchlist#Controversy
[10] http://www.examiner.com/homeland-security-in-los-angeles/department-of-homeland-security-sued-for-storing-full-body-scanner-images
[11] http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-05/usa-schuldengrenze-obama
[12] http://www.aclu.org/blog/national-security/house-gets-ready-vote-new-worldwide-war

Erscheint erscheint euch die internationale Cyberspacestrategie eher Vorteilhaft oder Nachteilhaft?

[edit: * 7b eingefügt]

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

Es wird immer bizarrer..

- zuerst die Abschaltung der Piratenserver kurz vor der Wahl mit unglaubhafter Begründung. Diskussion der Auswirkungen auf die Wahlergebnisse? Irgendwo? dann

- der e-G8 Gipfel in Frankreich [¹], mit 100.000$ als Vorraussetzung um im elitären Kreis über die Zukunft des Internets bestimmen zu können. Rupert Murdoch als Vorbild für ein zivileres Internet? [2]

- Anonymous Aufruf, die Chamber of Commerce Webseite wegen dem Protect IP Law anzugreifen [3]. Seltsam daran war, das gerade auf Reddit aufgerufen wurde, möglicherweise ein Sockpuppettrick für drastischere Internetregulationen. Schön das bei Reddit die Leser genügend Verstand haben.

- Dann der heimliche Versuch, die auslaufenden Teile des Patriot Acts ohne Diskussion verlängern zu lassen [4]. Senator Rand Paul scheinbar der einzige der auch nur den Versuch macht, dies zu verhindern. Als Reaktion auf seinen 7h Protest wurde die Patriot Act Extension mit einem Commerce-Act-Eintrag verbunden auf das nicht abgestimmt werden kann. Unglaublich wie das demokratische System ad absurdum geführt wird.

- Heute erklärt Senator Ron Wyden, der Patriot Act hätte sogar noch weitere Auswirkungen als die bisher angenommenen [5], denn die Befugnisse würden allein von der Interpretation der Formulierung abhängen. Besonders in Verbindung mit der "business-records provision" würde dieser viel drastischere, verfügnisfreie Überwachung erlauben.

Für eine Woche schon einiges, hinzu kommen heute aber noch Informationen über einen Entwurf eines Datenaustauschabkommens zwischen USA und EU [6], der 'sensitive personal data' "– such as ethnic origin, political opinions, and details of health or sex life" einschliesst und Informationen über Kreditkartennutzung, Telefonnummern und Adressen 15 Jahre lang speicherbar machen soll. Auszuhändigen an die TSA.

England willigt bereitwillig dem European PNR Plan ein, Deutschland (Jan Philip Albrecht von den Grünen) hällt das für unzumutbar. Die USA brauchen Informationen über unsere sexuelle Orientierung und ethnische Herkunft, um sich vor Terroranschlägen zu schützen? Wirklich? Wenn das die ersten zögerlichen Verhandlungen zum Datenaustausch sind, graut es mir schon vor den nachfolgenden Forderungen der internationalen Cyberspacestrategie.. Das die geforderten Profile mit social-Media Informationen ergänzt werden scheint mittlerweile allgemein akzeptiert, schliesslich sind es "frei verfügbare" Informationen.

[1] - http://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/G8-Internet-Sarkozy
[1] - http://english.aljazeera.net/news/europe/2011/05/201152692413757852.html
[2] - http://www.bloomberg.com/news/2011-04-13/news-corp-s-myspace-sued-for-giving-away-data-on-members-without-consent.html
[2] - http://www.squattable.com/news/032011/rupert-murdochs-right-wing-news-empire-just-took-huge-blow-courts-big-news-coming
[2] - http://www.abc.net.au/news/stories/2011/04/10/3187081.htm
[3] - http://www.reddit.com/r/politics/comments/hi3wu/the_submission_encouraging_users_to_ddos_the_us/
[3] - http://www.youtube.com/watch?v=opb3mfKuFQM
[4] - http://dailypaul.com/165765/for-the-past-seven-hours-senator-paul-has-been-holding-the-senate-floor
[4] - http://www.reddit.com/r/politics/comments/hjrf5/give_it_up_for_rand_paul_and_his_7_hour/
[5] - http://www.wired.com/dangerroom/2011/05/secret-patriot-act
[6] - http://www.guardian.co.uk/world/2011/may/25/us-to-store-passenger-data
[6] - http://www.reddit.com/r/politics/comments/hk9b1/tsa_pat_downs_not_enough_now_tsa_wants_to_store/

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

http://www.dailypaul.com/81299/corporatocracy-and-how-america-is-used-to-build-a-global-empire

Update:
Da hier scheinbar doch noch einige nachlesen, auch ohne sich aktiv zu melden, füge ich für interessierte noch einige Links hinzu:

18.05.2011 - Internationale Cyberspace Strategie der USA [s.o.]
07.06.2011 - Arte: "Vom Digitalangriff zum Cyberkrieg [0]
10.06.2011 - EU einigt sich auf härtere Sanktionen gegen Cybercrime [1]
15.06.2011 - Bundesregierung beschließt Cyber-Sicherheitsstrategie [2]
15.06.2011 - EU ministers seek to ban creation of 'hacking tools' [2]
17.06.2011 - NSA geht Allianz mit ISPs ein [3]
17.06.2011 - Senatoren unberührt von möglichen massiven Konsequenzen welche die Kriminalisierung der Einbettung von Youtube Videos zur Folge haben wird [4]
17.06.2011 - GB legt riesige zentrale Internet-Polizeidatenbank an, jeder vierte Brite wird aufgeführt, darunter nicht nur Täter sondern auch Opfer. [5]
18.06.2011 - Bilderberg Gruppe diskutiert Social Networking und Sicherheit unter Öffentlichkeitsausschluss [6]

[0] - http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Der-Siegeszug-der-Hacker-/3914790.html
[1] - http://www.reuters.com/article/2011/06/10/us-eu-internet-crime-idUSTRE7594P520110610
[2] - http://www.heise.de/security/meldung/Bundesregierung-beschliesst-Cyber-Sicherheitsstrategie-1195666.html
[2] - http://www.networkworld.com/news/2011/061511-eu-ministers-seek-to-ban.html
[3] - http://www.washingtonpost.com/national/major-internet-service-providers-cooperating-with-nsa-on-monitoring-traffic/2011/06/07/AG2dukXH_story.html
[4] - http://www.techdirt.com/articles/20110616/16480114722/senators-unconcerned-about-massive-unintended-consequences-criminalizing-people-embedding-youtube-videos.shtml
[5] - http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/crime/8580657/Quarter-of-UK-population-will-be-on-new-police-database.html
[6] - http://www.guardian.co.uk/world/2011/jun/16/bilderberg-2011-tipping-point
[6] - http://www.zerohedge.com/article/full-list-2011-bilderberg-conference-attendees

Hintergründe/weiterführendes:
13.06.2011 - NSA has been illegally monitoring all AT&T Internet data since 2002 [7]
13.06.2011 - The checkpoint of the future [8]
16.06.2011 - US domestic agencies are purchasing X-ray vans that can see through walls and clothing, and unmanned flying drones capable of aerial surveillance. These surveillance programs must not be kept secret. [9]
17.06.2011 - You're Going to Need a Warrant For That, Officer [10]
10.06.2011 - Daniel Ellsberg, other whistleblowers want Obama’s ‘transparency award’ rescinded [11]

[7] - http://beta.news.yahoo.com/blogs/cutline/daniel-ellsberg-other-whistleblowers-want-obama-transparency-award-174113732.html
[8] - http://www.cnn.com/2011/TRAVEL/06/07/checkpoint.of.the.future/index.html
[8] - http://www.economist.com/blogs/gulliver/2011/06/aviation-security?fsrc=scn/tw/te/bl/thecheckpointofthefuture
[9] - http://www.aclu.org/blog/national-security-technology-and-liberty/surveillance-programs-must-not-be-kept-secret
[10] - http://www.aclu.org/blog/technology-and-liberty/youre-going-need-warrant-officer
[11] - http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/homefront/interviews/klein.html
[11] - http://www.newyorker.com/reporting/2011/05/23/110523fa_fact_mayer?currentPage=all

Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenFleißposter: Hat 200 EXP mit Forumsposts verdientKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt
Ukewa (15 Kenner, 3689 EXP)
McSpain was right!
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 1 Jahr 23 Wochen Offline
Beigetreten: 12.3.2010
Inhalte: 11

Hiermit melde ich mich mal wieder und sage: Mann bist Du fleisig smilie
Ich schaue hier regelmäßig rein!

____________________________________

-

Wordsmyth (Neuling, 0 EXP)
Beigetreten: 1.1.1970

oh oh.. wie schon im Eingangspost vermutet, haben es einige "Hacker" nun doch auf die Zensus2011 Daten abgesehen und waren mglw erfolgreich. In GB..

Has UK gov lost the census to Lulzsec?
http://www.theregister.co.uk/2011/06/21/uk_census_lost/

Pastebin Post:

Zitat:

Greetings Internets,

We have blissfully obtained records of every single citizen who gave their records to the security-illiterate UK government for the 2011 census We're keeping them under lock and key though... so don't worry about your privacy (...until we finish re-formatting them for release)

quelle: http://pastebin.com/K1nerhk0

Pressemitteilung des "Office of National Statistics":

Zitat:

We are aware of the suggestion that census data has been accessed. We are working with our security advisers and contractors to establish whether there is any substance to this.

quelle: http://thenextweb.com/industry/2011/06/21/lulzsec-supposedly-claims-its-biggest-coup-yet-the-entire-uk-2011-census/

LulzSec Twitter Antwort:

Zitat:

Just saw the pastebin of the UK census hack. That wasn't us - don't believe fake LulzSec releases unless we put out a tweet first. Anyone in the world can copy and paste The Lulz Boat ASCII art and general lighthearted theme. Smarten up, check the feed first. But hey, if someone out there hacked the UK government in the name of #AntiSec, well done sirs!

quelle: https://twitter.com/LulzSec?_escaped_fragment_=/LulzSec#!/LulzSec

Erinnern wir uns an die Schwierigkeiten zurück die Sony hatte, seine Nutzer zu authentifizieren als private Daten veröffentlicht wurden. Mit diesen Unmengen an Informationen (25 Millionen) würde der Staat nach und nach die Fähigkeit verlieren, integere Identitätsüberprüfungen zu gewärleisten. Ergo: -> ein neues, nationales, mandatorisches Identity-System. Bleibt nur zu hoffen das der Anonymisierungspflicht rechtzeitig nachgekommen wurde. Oder das die Meldungs falsch ist - schliesslich könnte jeder eine Nachricht auf Pastebin hinterlassen.

Dieser User unterstützt GG seit fünf Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 10 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 10 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2011 mit einer Spende von 11 Euro unterstützt.GG-Supporter: hat einmalig 10 Euro gespendetBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladen
Benjamin Urban (18 Doppel-Voter, 9405 EXP)
Doppelte XP oder 500 GGG? ... mhhhhhh
User ist offline. Zuletzt gesehen vor 15 Stunden 38 Minuten Offline
Beigetreten: 10.7.2010
Inhalte: 237

Man merkt schon an der Artikulation, dass es nicht der gleiche Schreiber ist, wie bei den LulzSec Mitteilungen. Und wenn jemand sowas schon unter fremdem Namen postet, dann ist die Wahrscheinlich, dass es wahr ist wohl eher gering.
Womit ich jetzt aber keinesfalls sagen möchte, dass ich mir nicht vorstellen könnte, dass es wahr ist.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)