Star Wars: ToR - Wird das was?

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(Neuling, 0 EXP)
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Eine Freundin formulierte es vor einigen Tagen treffend, als wir uns den Trailer zum kommenden Bioware/EA MMO The Old Republic ansahen. Was sie sagte war in etwa:

"I want it, NAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAO! D:"

Aber WAS genau will sie da eigentlich? Ich war und bin ja selbst auch schon einige Zeit im SWTOR-Fieber. Doch was genau mich an dem Spiel reizt, kann ich gar nicht sagen, denn ich weiß nichts darüber. Und genau das bereitet mir Sorgen.

Bioware ist für seine Perlen im RPG Sektor bekannt und auch für ihr erstes MMO sind eine mitreißende Story, vertonte Questtexte etc. angekündigt. Doch wie sich das ganze nach erreichen des Levelcaps verhält ist bis dato völlig unklar und wird auch nicht weiter erläutert.

Fakt ist: Es gibt je 4 Klassen, nen haufen Planeten, Talentbäume, so ein merkwürdiges Wut System, PvP und... achja, Story. Wieso reiten alle auf dem einzigen Argument rum. Überall hört man "Ja, aber es hat Story. Und zwar richtige Story. Nicht so lapidar wie ein Age of Conan oder WoW. RICHTIGE Story." Entschuldigt, aber zahlt einer von euch jeden Monat eine Rechnung an Thalia, dafür dass er Bücher im Regal stehen hat, die er theoretisch lesen könnte?

Als langjähriger WoW Spieler ist mir eines aufgefallen. Der Großteil der Klientel interessiert sich einen feuchten Kericht für Story. Wer einmal nach Feierabend den Handelschannel auf einem herkömmlichen WoW-Server verfolgt hat, wird feststellen, dass der Hauptteil der Spieler sich nicht einmal vernünftig artikulieren kann, geschweige denn irgend eine Form der Interpunktion für angebracht hält. Der Hauptteil derer, die erst mit dem 2. Addon, Wrath of the Lich King, angefangen haben, weiß nicht einmal mehr, wer oder was ein Sargeras ist, was es mit dem Maelstrom auf sich hat oder wer Van Cleef ist. Ich stelle sogar die Behauptung auf, dass 85% der Spieler nicht wissen, wer Rhonin ist und was er "geleistet" hat.

Dies sage ich nicht, um die WoW Community zu - wie es neudeutsch so schön heißt - dizzen, sondern um festzuhalten über welches Publikum wir hier reden. Die Mehrheit der Spieler interessiert nur eins und das ist:

1) Schnell Max. Level erreichen.
2) Möglichst wenig Questtexte lesen. Am besten Kompass zu dem Punkt, an dem die Quest erledigt wird.
3) Viele lila Items. (Hallo GearScore)

Und diese Kundschaft will man jetzt also in ein von Story geprägtes MMO locken? Habe ich da irgendetwas nicht mitbekommen?

Ich sehe es schon bildlich vor mir. Die Städte und Raumhäfen sind voll von gelangweilten max. Level Jedirittern, die alle Channel vollspammen, dass in WoW ja alles so viel besser war.

Vielleicht irre ich mich ja auch. Vielleicht sind WoWler ja gar nicht die Zielgruppe. Vielleicht möchte man den kaufbereiten KOTOR-Spieler an ein neues Genre heranführen und ihn mit "altbekanntem" locken. Ihr wisst, so wie einen dressierten Hund, dem man vorgaukelt, wenns *Klick* macht, gibts ein Leckerli. Doch das wiederrum bringt mich zu der Frage, für was bezahle ich dann jeden Monat? Für die tolle Story, die auch in ein normales-einmal-bezahl-KOTOR gepasst hätte? Dafür, dass ich nun in einer Art Co-Op spielen darf? Für ein, im Moment noch, halbgares PvP System?

Irgendwie geht in meinen Augen die Rechnung in beide Richtungen nicht auf und das so hochgelobte und von vielen - so auch von mir - erhoffte SWTOR entpuppt sich langsam aber sicher, als ernüchternder Versuch eines eigentlich brillianten Entwicklers, in einem Genre, das aus Treibsand zu bestehen scheint und einem die Items aus der Tasche leiert, mit ihren altbewährten Methoden Fuß zu fassen.

Oder wie seht ihr das?

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Tyrm (08 Versteher, 151 EXP)
der Nick ist irgendwie nicht so gut...
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Ich sehe das ähnlich. Die Kombination MMO und Story kann zwar sehr viel Spaß machen, aber darunter leidet scheinbar notwendigerweise die Story. Wenn man nicht mehr mit einer kleinen Heldengruppe in der Masse verschwindet, sondern auf einmal die ganze Galaxie mit Heldengebaren ihre kleinen Fehden ausfechtet, kann man das nicht mehr genauso ernstnehmen. Ich finde, das sieht man auch in den hervorragend inszenierten Trailern. Jeder Trailer zeigt ein Highlight an kämpferischer Fertigkeit und Dramatik, aber als Motivationen und Hintergründe werden nur die einfachsten Stereotypen gegeben. Es ist nichts als leeres Spektakel. Ein Singleplayerspiel könnte viel glaubwürdiger und tiefer wirken.

Andererseits muss man sagen, dass Bioware inzwischen ihr Rollenspielsystem derart routiniert haben müssen, dass notwendig der nächster Schritt sein muss, die ganzen "generischen" Geschichten, Konflikte, Verrate und moralische Scheidewege in eine Galaxie zu packen, in der man sich zudem jederzeit mit anderen Spielern treffen kann (und immer tiefer in die Suchtspirale versinkt und immer mehr Bezahlmodelle ausnutzt). Vielleicht gibt es nichts Neues mehr zu zeigen im Rollenspiel-Land, und wer doch noch auf die schmalzigen Großproduktionen steht, dem stehen Mass Effect und Dragon Age zur Verfügung.

Falls einem das nicht genügt, liegt die Antwort wohl "irgendwo da draußen", d.h. andere Entwickler, die der Macht von EA/Bioware Paroli bieten, und den alten Systemen ihre eigenen Konzepte entgegenhalten wollen. (Ich fand es schon mal amüsant anzuhören, wie die Entwickler im ersten Tagebuch zu The Witcher 2 beispielsweise die Begleiter in direktem Kontrast zu Dragon Age sahen.)

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