Kunstvolle Survival-Action

I am Alive Preview

Ubisofts Survival-Spiel I am Alive wurde schon so oft verschoben, dass zumindest im Ansatz Parallelen zum Duke aufkamen. Am 7. März erscheint das Spiel aber tatsächlich. Wir haben uns mit Hauptfigur Adam Collins vorab auf die Suche nach seiner Familie begeben und dabei die von einem schweren Erdbeben heimgesuchte Großstadt erkundet.
Benjamin Braun 12. Februar 2012 - 14:42 — vor 4 Jahren aktualisiert
Postapokalyptische Zustände kennen wir bereits aus zahlreichen anderen Spielen. In Fallout betraten wir eine atomar verseuchte Welt nach einem großen Krieg, in Rage hatte ein Komet den Planeten in die Urzeit zurückkatapultiert und in Resistance richtete die Verbreitung eines uralten Alien-Virus die Menschheit zu Grunde. In I am Alive, einem Survival-Spiel mit ausgeprägten Kletter-Einlagen, wurden Teile der Welt durch eine Umweltkatastrophe zerstört. Ein gewaltiges Erdbeben legte ganze Städte an der Ostküste der Vereinigten Staaten in Schutt und Asche – und auch mehr als ein Jahr nach den Ereignissen ist eine Rückkehr zu einem normalen Alltag ausgeschlossen. Immer wieder gibt es Nachbeben, fordern Sandstürme neue Todesopfer. In manchen Gebieten ist der giftige Staub so dicht, dass er innerhalb weniger Minuten die Atemwege komplett verschließt. In den Straßen kämpfen die Menschen ums Überleben. Dieses Chaos kannte Adam Collins bislang nur vom Hörensagen, denn gerade, als das Unglück geschah, hielt er sich im Westen der USA auf. Gleich darauf macht er sich auf den Weg zurück, denn an der Ostküste warten seine Freundin Julie und seine Tochter Mary.

Dokumentierte Odyssee Die schweren Umweltkatastrophen haben vieles verändert, und wer das Wagnis eingehen will, in die zerstörten Landstriche zurückzukehren, muss einen mühsamen Marsch zu Fuß antreten. Fast ein Jahr dauert Adams Odyssee quer durch die USA bereits, als das Spiel beginnt. Ein Bild der Verwüstung erstreckt sich vor unseren Augen. Von vielen der prächtigen Wolkenkratzer stehen nur noch die Metallgerippe, die ihnen einst Stabilität verliehen. Brücken sind eingestürzt, überall auf den Straßen stehen verlassene Autos und Lieferwagen. Adam ist nicht der einzige, der jemanden vermisst. Am Straßenrand haben Menschen Bilder ihrer Freunde und Verwandten aufgehängt, nach denen sie schon lange suchen. Hoffnung ist das letzte, an das sich die Zurückgebliebenen noch klammern.

Alles in der Umgebung ist von einem weißen Schleier bedeckt. Doch es ist Mai und das weiße Puder kein Schnee, sondern eine dicke Staubschicht. Wir fühlen uns wie in einem Schwarz-Weiß-Film, denn der durch Erdbeben und Sandstürme aufgewirbelte Dreck hat die Farben aus der Umwelt verbannt. Doch nicht ganz: Hier und da blitzt auch mal ein Klecks rote Farbe auf. Wer durch diese Tristesse marschiert, der ist nach kurzer Zeit erschöpft, zumal sauberes Wasser ein hohes Gut geworden ist. Viel Gepäck hat Adam nicht dabei. Fast alles, was auf seiner langen Reise hinderlich wäre, hat er zurückgelassen – außer seiner Videokamera, mit der er seine Suche dokumentiert. Vielleicht nur, damit später irgendjemand erfährt, was er bereit war, für seine Familie zu tun. Schnitt in die Meta-Ebene: Eine Frau – vielleicht ist es Julie – verfolgt seine Aufnahmen. Hat Adam überlebt? Konnte er Julie und Mary in Sicherheit bringen? Was hat er in den womöglich letzten Tagen seines Lebens durchgemacht?

Ein Menschenleben zählt nicht viel
Viele der Zurückgebliebenen kennen keine Gnade, wenn es ums Überleben geht. Hilft Adam der Frau oder zieht er weiter?
Während Adam versucht, zu seinem alten Appartment zu gelangen, begegnet er immer wieder Überlebenden. Nur die Wenigsten von ihnen sind ihm freundlich gesinnt. In den Wartungsschächten einer Brücke trifft Adam einen besonders aggressiven Bewohner, der seine kläglichen Besitztümer wie einen Schatz bewacht. Er brüllt uns gleich an und verlangt, dass wir umgehend weitergehen. Eine Waffe trägt Adam zwar bei sich, Munition dafür aber hat er nicht. Wenn wir versuchen, den Kerl mit gezogener Kanone einzuschüchtern, greift dieser selbst zur Pistole und erschießt uns ohne zu zögern. An dieser Stelle sollten wir den Drohgebärden des Unbekannten also unbedingt Folge leisten. Andere Charaktere sind mit Messern oder gar einer Machete bewaffnet, sie lassen sich aber manchmal auch mit einer gezogenen Waffe täuschen und gehen auf Distanz. Abdrücken sollten wir aber keinesfalls, denn das würde unsere List enttarnen und gleichzeitig die Aggression unseres Gegenübers steigern.

Was gegen einzelne Personen noch relativ simpel wirkt, erlangt bei späteren Begegnungen eine wesentlich höhere Bedeutung. So treffen wir später auf eine Vierergruppe. Zwei davon sind mit einer Machete ausgestattet, zwei mit einer Pistole. Adam selbst hat zu diesem Zeitpunkt ebenfalls beides im Inventar, allerdings nur eine einzige Patrone im Magazin. Die Kerle schubsen uns lediglich herum und lassen uns nicht passieren, so lange wir uns nicht zur Wehr setzen. Wir können sie nicht mit Lebensmitteln bestechen oder einfach an ihnen vorbei rennen. Wir müssen sie also besiegen. Da ein einziger Treffer oder Machetenhieb ausreichen, um uns über den Jordan zu schicken, müssen wir  schnell sein und überlegen, in welcher Reihenfolge wir vorgehen. Warum nicht so: Als erstes schnappen wir uns also einen der Gegner mit Pistole, dem wir per „Quick Kill“ mit der Machete die Kehle aufschlitzen. Von ihm erhalten wir automatisch ein weiteres Projektil für unsere Waffe, die wir auch umgehend ziehen und damit den zweiten Pistolenschützen per Kopfschuss töten. Es bleiben zwei Gegner mit Machete übrig – und eine Patrone. Wir sprinten nach vorn, um die fallengelassene Waffe unseres zweiten Opfers einzusammeln. Tun wir das nicht, sammelt einer unserer Widersacher sie auf und streckt uns damit nieder. Sobald die Waffe keine Gefahr mehr darstellt, schießen wir Feind Nummer drei über den Haufen. Beim letzten sparen wir uns aber die Munition und liefern uns stattdessen ein Duell mit der Machete. Dabei rasseln die Klingen aneinander und es startet ein Quick-Time-Event, den wir nicht verlieren können.

Gutmensch in der SackgasseBegegnungen dieser Art gibt es häufiger, ein zweites Beispiel: Um drei Gegner, die alle eine Stichwaffe haben, zu besiegen, zwingt uns die Munitionsknappheit zu folgendem Vorgehen: Wir erschießen den Anführer, weil er sich von unserer Waffe nicht beeindrucken lässt. Daraufhin kuschen die beiden anderen Gegner, wenn wir den Lauf auf sie richten – obwohl wir keine Munition mehr haben. Das ist durchaus spannend gemacht, läuft aber sch
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on bald auf bloßes Trial and error hinaus. Entscheiden wir uns falsch, sterben wir und müssen beim letzten Speicherpunkt neu beginnen. Aber nur dann, wenn wir noch eine (von anfangs drei) "Wiederholungen" übrig haben. Ansonsten geht es zurück an den Anfang des Kapitels!

Bei einigen Begegnungen dürft ihr auch eure Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen. Auf einer Parkbank, irgendwo in der Stadt, entdeckt ihr beispielsweise ein Ehepaar. Die wortkarge Frau wäre vielleicht noch in der Lage, aus dem Gebiet zu fliehen, sie will ihren sichtlich geschwächten Mann aber nicht zurücklassen. Ein kurz zuvor eingesammeltes Erste-Hilfe-Paket eröffnet euch die Gelegenheit, den beiden zu helfen. Das müsst ihr nicht. Helft ihr aber, lockert ihr gleichzeitig die Zunge der Frau. Sie erzählt euch dann ein wenig von ihrer Geschichte und was sie über die Ereignisse weiß. Während ihr an dieser Unterredung quasi nicht vorbeilaufen könnt, sind andere friedlich gesinnte Überlebende oft nur zu entdecken, wenn ihr die Karte bis in den letzten Winkel erkundet. Immer wieder lauft ihr dabei in Sackgassen, die dann entsprechend auf eurer Karte markiert werden.
Nicht immer ist Adam wirklich in Not, wenn er zur Waffe greift. Passt das zu einem liebenden Familienvater?
nova 19 Megatalent - P - 14037 - 12. Februar 2012 - 15:00 #

Schöner Artikel. Das Spiel kommt auf jeden Fall in die "Im Auge behalten"-Liste für meine PS3-Spielesammlung. :D

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 12. Februar 2012 - 15:41 #

Du redest häufig davon, dass Du Gegner entweder "erschießen", oder sonst andere Lösungswege finden musst. Sag mal, was passiert denn, wenn Du so nem Gegner nur ins Bein schießt? Lässt er Dich dann nicht auch durch?

Anonymous (unregistriert) 13. Februar 2012 - 0:04 #

Ja so ein Pfeil im Knie hat schon so mach einen großen Krieger ausser Gefecht setzen können.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 15. Februar 2012 - 15:26 #

Und zu einem Teilluxus Leben als Wache geführt...

Gamer Against Kloppmist (unregistriert) 12. Februar 2012 - 18:10 #

so ein mordspiel sollte boykottiert werden. perverse realität braucht man nicht noch im spiel

Anonymous (unregistriert) 13. Februar 2012 - 0:06 #

Boykottiert?
Verboten sollte so ein Schund werden!
Das ist ein Verbrechen an der Menschheit!
Wer sowas spielt würde auch Robbenbabys töten!

nova 19 Megatalent - P - 14037 - 13. Februar 2012 - 7:51 #

Verboten? Solche Spiele gehören verbrannt!!1

ads (unregistriert) 13. Februar 2012 - 14:56 #

Robbebabys sind böse und gehören alle gekeult!

Trotzdem nicht ganz mein Ding das Spiel, aber ich werds mal auf dem Radar behalten...

Anonymous (unregistriert) 12. Februar 2012 - 19:12 #

Klingt spannend. Wobei ich mir mehr Rollen- als Actionspiel gewünscht hätte. Ich hatte vor Jahren schon die Idee zu einem Survival-RPG mit gleichem Setting (im Zuge der Serie Jericho o.ä.). Ich warte auf den kompletten Test und die PC-Version.

BobaHotFett 11 Forenversteher - 717 - 15. Februar 2012 - 11:15 #

dachte das kommt auch fürn pc? was stimmt nun?

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 15. Februar 2012 - 15:25 #

Hört sich gut an. Erinnert mich bissl an die Tryffids. Wenigstens mal keine Zombies ^^

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