Besser als PES? Besser als 09?

FIFA 10 Preview

Fußball ist unser Leben, König Fußball regiert die Welt: GamersGlobal tritt im edlen Münchner Dorint-Sofitel-Hotel die ersten Bälle in FIFA 10, analysiert die vielen kleinen Neuerungen und puzzelt aus den Einzelteilen ein Gesamtkonstrukt zusammen, das vielleicht den Namen Fußball-Revolution verdient.
Tim Gross 14. Juli 2009 - 12:45 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Und hier geht's zum Konkurrenten, PES 10

Chaos im Torraum, die Bayern-Defensive patzt, Diego setzt zum Flugkopfball an, und was macht Rensing? Er wirft sich mit voller Gewalt gegen Diego, der kleine Brasilianer fällt. Der Schiri pfeift, plädiert auf Schwalbe, Freistoß für Bayern. Klare Fehlentscheidung! Die Bayern führen den Freistoß schnell aus, dreschen ihn mit voller Wucht und Präzision an die Außen, Lahm dribbelt zwei, drei Werder-Spieler aus. Flanke, Tor, die Bayern gewinnen. Unverdient, aber was soll’s. Ja, genau so muss sich echter Fußball anfühlen. Schnell, unberechenbar, emotional. Zudem zeigt dieses Beispiel wunderschön die kleinen, feinen, aber doch irgendwie massiven Neuerungen von FIFA 10. Torwarte gehen bis zum Äußersten und schmeißen sich schon mal in einen Spieler. Freistöße können nun direkt und schnell ausgeführt werden, was Sinn macht, denn im richtigen Fußball legt sich auch keiner den Ball vor und wartet, bis die gegnerische Defensive sich schön verteilt hat. Schnell muss es gehen. Und dann wäre da noch die 360-Grad-Steuerung, die wir im Folgenden vorstellen.


Fußball mit Wow-Effekt

Das Kurzpassspiel wurde deutlich verbessert: Wir halten den Ball ganz nah am Fuß, spielen genaue Pässe.
Der sogenannte Wow-Effekt tritt in einigen ausgewählten Spielen auf, etwa in Killzone 2, wenn mal wieder der halbe LCD explodiert. Oder in Empire Total War, wenn 25.000 Preußen mit ihren Bajonetten gegen 30.000 Russen anstürmen. Aber in Sportspielen? Nein, das hatten wir noch nicht – bis jetzt. Das Zauberwort heißt 360-Grad-Steuerung. In FIFA 09 kann der Spieler lediglich in acht verschiedene Richtungen auf dem Digipad navigieren. Dadurch fühlt man sich stark in seiner Bewegungsfreiheit eingegrenzt, was wir in FIFA 09 immer und immer wieder aufs Butterbrot gestrichen bekommen. Nehmen wir Diego, genauer Diego Ribas da Cunha, ein Brasilianer, trickreich und torgefährlich. In FIFA 09 legt er sich den Ball automatisch ein paar Zentimeter vor den Fuß, meist zu weit, um optimal Kontrolle zu haben, und zack! rutscht ein Abwehrspieler heran und klärt die Pille. Das Problem: Im alten FIFA sind die Stars nicht agil genug, drehen sich zu behäbig. Wenn der Brasilianer nun in FIFA 10 den Ball hat, machen wir minimale Bewegungen mit dem Analogstick und führen den Ball extrem nah am Fuß – da würde nicht mal ein Bleistift dazwischen passen. Kommt der Gegner angerannt, machen wir einen gekonnten Übersteiger und lassen unseren Gegenspieler stehen.

Und da haben wir ihn, den Wow-Effekt. Anders können wir das neue FIFA-Gefühl nicht beschreiben. Was sich hier nach einer Kleinigkeit anhört, ermöglicht ein ganz anderes Gameplay - realistischer, authentischer, taktischer. Da hat EA an den richtigen Stellen gebastelt.

Wir müssen euch enttäuschen: FIFA 10 sieht zwar sehr schön aus, aber hier waren Photoshop-Künstler am Werk.


Fußball mit Köpfchen

Wer mit FIFA 10-Produzent David Rutter redet, der hört immer wieder das englische Wörtchen „refining“, was so viel heißt wie veredeln. „2007 haben wir das das erste FIFA auf die Xbox 360 gebracht, seitdem picken wir uns jedes Jahr ein paar Features heraus, die wir versuchen zu perfektionieren“, erklärt Rutter. „Und wenn ihr euch ein Fußballspiel anschaut, dann kommt es auf maximale Ballkontrolle an. Darauf, die Pille auf engstem Raum perfekt zu beherrschen.“ Recht hat er, wer mal die Matches des FC Barcelona analysiert, der wird schnell feststellen, dass die Südländer ganz anders spielen als wir Deutschen. In der Bundesliga wird das Spiel tendenziell relativ breit gezogen, viele Tore entstehen durch Flanken von Außen. Barca hingegen taktiert auf engstem Raum, sie tanzen ihre Gegner aus, spielen sich perfekte Kurzpässe zu, dringen so bis zum 16-Meter-Raum vor und ziehen erst kurz vorm Tor ab. Die Kombination macht’s. Und genau so fühlt sich FIFA 10 an. 


Veteranen, die mit Barca aufs Feld ziehen, entdecken plötzlich ungeahnte Kombinationsmöglichkeiten und kontrollieren den Ball deutlich besser als noch in FIFA 09. Auf der anderen Seite hängt nun noch mehr von den Werten eines Spielers ab: Ein Routinier würde Barcelonas Messi im Strafraum eher den Ball abluchsen als ein Youngstar, der noch ein bisschen grün hinter den Ohren ist. Generell hat die KI nochmal ordentlich zugelegt, laut Rutter wurden 50 neue Bewegungszyklen eingebaut, in denen beispielsweise offene Lücken besser erkannt werden sollen. Davon wollen wir uns aber lieber selbst überzeugen, also her mit dem Gamepad.

Nach einem Nachmittag mit FIFA 10 können wir guten Gewissens sagen: Die Mannschaftskameraden denken besser mit als im Vorgänger. Stürmer laufen sich deutlich öfter frei als noch in FIFA 09, bieten sich auch mal für Flanken an und sehen Lücken in der feindlichen Verteidigung. Ihre Kollegen aus der Defensive hinterlassen zwar einen recht guten, aber weiterhin verbesserungswürdigen Eindruck. Gut: Sie erkennen potentielle Gefahr und decken Top-Stürmer wie Ronaldo oder eben Messi eigenständig. Schlecht: Sie lassen die Räume hinten zu oft aufbrechen, wodurch Lücken entstehen. Aber gut, schließlich möchte der FIFA-Spieler auch noch etwas zu tun haben. Positiv ist auch, dass die Abseitsfalle entschärft wurde: Wer in FIFA 09 auf Abseits spielt, konnte sich mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit sicher sein, dass der Schiri pfeift. Eher unrealistisch, wenn man in Betracht zieht, wie oft die Abseitsfalle auf dem echten Platz zuschnappt. Von einer Effektivitätsquote wie in FIFA 09 kann jeder Trainer nur träumen.

Dieses Mal sind auch Charakteristika der einzelnen Spieler sofort erkennbar: Ein Schwergewicht wie der Brite Rooney bewegt sich anders als der agile Ronaldinho.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 15. Juli 2009 - 8:38 #

ich frage mich warum EA den PC so stehen lässt und dann am ende wie letztes jahr meckert das sich die PC versionen so schlecht verkaufen -.-
PES zeigt es doch das es geht udn EA kommt nur mit der ausrede das es kein sinn macht...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11026 - 15. Juli 2009 - 9:30 #

Jepp, was leider wieder zur Folge hat, dass ich kein FIFA sondern ein hoffentlich gelungenes PES2010 kaufen und spielen werde.
Bin mal gespannt, wann man bei EA aus diesem Fehler lernt, wahrscheinlich stampfen sie dann bald die PC-Version ein, kauft uns ja keiner mehr ab...

Porter 05 Spieler - 2981 - 15. Juli 2009 - 9:01 #

HAHA, gut jetzt schon zu wissen das ich das 4.Jahr? in folge mir kein FIFA XX kaufen brauche, ich Spiel doch nicht ein Spiel in PS2 Grafik wenn ich seit jahren einen Power PC hab dem keine Konsole der Welt das Wasser reichen kann :-)

EPIC FAIL EA!

HardBoiled08 17 Shapeshifter - 6091 - 15. Juli 2009 - 14:11 #

Ich kann auch net verstehen, warum EA die PC-Version nicht gescheit entwickelt.
Echt schwach...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11026 - 15. Juli 2009 - 20:30 #

Angeblich soll ihnen eine Studie gesagt haben, dass nur 10% die Hardware dafür hätten...aber man kann auch Details runterregeln usw...die Ausrede lass ich nicht zählen.

Henry 06 Bewerter - 98 - 16. Juli 2009 - 14:39 #

Werde auf jeden Fall die Demo laden, wenn eine kommt! 09 hat Spaß gemacht, kam spielerisch aber nicht an PES ran (finde ich).

Oberpanda 07 Dual-Talent - 110 - 16. September 2009 - 8:43 #

Wirklich grausam. Beinahe jedes Jahr der selbe Reinfall mit der PC-Version. Es kann doch nicht so schwer sein, steckt da eine Verschwörung hinter? Ich sollte mal Galileo Mystery anrufen, der Fall EA vs. PC scheint mir schleierhaft. Bleibt zu hoffen, dass das Spiel trotzdem gut wird, aber für Hitpotenzial (auf dem PC) sehe ich schwarz. Danke für die (warnende) Preview.

Anonymous (unregistriert) 2. Oktober 2009 - 19:12 #

wieso ist fifa 10 auf pc so schlecht ?

bringt es mehr wenn ich mir ein game pad zuleg ?

checker123 (unregistriert) 28. Oktober 2009 - 18:02 #

lol

The transporter (unregistriert) 2. Januar 2010 - 21:22 #

naja fifa10 pc version ist nicht so gut aber es gibt immer hin die bundesliga was man von pes2010 nicht behaupten kann außer dem würde ich mir an der stelle von konami mehr lizenesen kaufen abgesehnen davon ist die ps3/ xbox360 version sehr viel besser als pes2010 bessere pysik und viel, viel, viel mehr ligen als kauft euch pes2010 für pc und fifa10 für konsole ( nicht für die wii das hat nichts mit gutem fussball zu tun )

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