Book of Unwritten Tales, Teil 2

Die Vieh-Chroniken Preview

Mitte 2009 erschien mit The Book of Unwritten Tales eines der besten Adventures der letzten Jahre. Im Herbst 2011 steht nun der Release des lang erwarteten Prequels Die Vieh-Chroniken an. Erwartet uns ein würdiger Nachfolger eines großartigen Spiels? Wird an der Schwierigkeitsgrad-Schraube gedreht? Wir haben "BoUT DVC" gespielt.
Benjamin Braun 30. Juli 2011 - 11:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel haben wir selbst erstellt.

Das Jahr 2009 ist vielen Adventure-Spielern noch in bester Erinnerung. Schon lange hatte es nicht mehr so viele hochkarätige klassische Genrevertreter gegeben, die sich am Ende des Jahres um die Spitzenposition im Point-and-Klick-Genre stritten. Eines davon war die Fantasy-Persiflage The Book of Unwritten Tales (GamersGlobal-Test: 9.0) des Bremer Entwicklers King Art, der bis dahin nur wenigen Brancheninsidern bekannt war. Der Erfolg des Spiels schrie lauthals nach einer Fortsetzung, die wenige Monate später vom Hamburger Publisher HMH Interactive angekündigt wurde: Die Vieh-Chroniken. Doch der Anbieter geriet kurz darauf in finanzielle Not und meldete schließlich Insolvenz an. Lange Zeit war nicht klar, ob das Spiel einen neuen Publisher finden würde, bis plötzlich die Firma Jowood die Übernahme der Rechte verkündete. Die Verschiebungen des Release-Termins nahmen allerdings kein Ende, da ein Rechtsstreit zwischen Jowood und Entwickler King Art entbrannte, der auch öffentlich ausgetragen wurde.

Im April 2011 ereilte Jowood dann dasselbe Schicksal wie HMH. Wieder stand die Veröffentlichung des Prequels auf der Kippe und aus der „ungeschriebenen“ Geschichte drohte eine unendliche zu werden. Im Herbst dieses Jahres soll es dann aber doch soweit sein, denn der Publisher Crimson Cow (A Vamypre Story, Runaway-Serie) übernahm die Vermarktung des Spiels. Worum es überhaupt geht und ob die Qualität des exzellenten Erstlings gehalten werden kann, haben wir für euch mehrere Stunden lang angetestet.

Die Vorgeschichte zur VorgeschichteThe Book of Unwritten Tales erzählte die Geschichte des Gnoms Wilbur Wetterquarz, der das Reich Aventásien vor dem Untergang bewahren muss. Ein Zauberer vertraut ihm einen mächtigen Ring an, der ihm zum Sieg gegen die Schergen der Schattenarmee verhelfen soll. In der offensichtlich an Der Herr der Ringe angelehnten Handlung macht der Halbling Bekanntschaft mit der Elfe Ivo und dem Piraten Nate, die ihn auf einem anspielungsreichen Trip durch wunderschöne Fantasy-Landschaften begleiteten. Doch da war noch jemand! Ein seltsames Etwas mit flauschigem lilafarbenen Fell, das die Entwickler kurzerhand das Vieh tauften. Dieses Wesen, das nur unverständliche Laute von sich geben kann, hatte Freibeuter Nate im Vorfeld des Abenteuers das Leben gerettet und wich ihm seither nicht von der Seite. Wie genau es zu der ungewöhnlichen Freundschaft gekommen ist, darüber wird Die Vieh-Chroniken aufklären. Denn das Abenteuer erzählt die Vorgeschichte von Nate und dem Vieh.

Eine „Seeschlacht“ in den Wolken
An Bord des Schiffs erwarten uns so manche Skurrilitäten. Sprechende Galionsfiguren haben wir jedenfalls seit Flucht von Monkey Island nicht mehr gesehen.
Zu Beginn von Die Vieh-Chroniken befinden wir uns auf dem fliegenden Schiff Mary, das Nate dem „Roten Piraten“ in einem Glücksspiel abgeknöpft hat. Der Möchtegernfreibeuter ist weder mit Begriffen wie Backbord oder Steuerbord vertraut, noch weiß er sonst irgendetwas, was ein Kapitän wissen muss. Doch Nate hat ein viel größeres Problem: Der Rote hat ein Kopfgeld auf Nate und die Mary ausgesetzt, was sogleich Ork-Frau Ma’Zaz auf den Plan ruft. Sie schwebt mit ihrem Gefährt heran und macht sich bereit zum Entern. Wie es sich für ein Adventure gehört, haben wir aber natürlich alle Zeit der Welt, uns auf die drohende Invasion vorzubereiten. Was aber sollen wir tun? Mit der Bordkanone würde Nate die grünhäutige Kopfgeldjägerin zwar nur zu gerne vom Himmel holen, doch dummerweise steht weder eine Kanonenkugel noch Schießpulver zur Verfügung.

Auf dem Schiffsdeck und in der Kajüte finden wir zum Glück sämtliche Zutaten, um uns eine Ladung Schwarzpulver zusammenzumischen: Kohlepulver, Salpeter und Schwefel. Sie liegen natürlich nicht einfach offen herum, sondern bedürfen weiterer Aktionen. Um etwa an das Kohlepulver zu kommen, müssen wir uns mithilfe eines selbstgebauten Greifarms ein Stück verbranntes Holz aus einem Ofen fischen und es dann mit einer Kaffeemühle feinmahlen. Haben wir Schießpulver, Kanonenkugel und Zündmittel beisammen, greifen wir an – und können dennoch nicht verhindern, dass Ma’Zaz unser Schiff betritt. Im Kapitänsquartier finden wir Zuflucht, während unsere Verfolgerin unablässig auf die Zugangsluke hämmert. Vielleicht weiß die sprechende Galionsfigur Rat, der wir im Rahmen eines Dialogrätsels mit Komplimenten Hinweise auf die Kombination eines Zahlenschlosses entl
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ocken. Letztlich gelingt es Nate, Ma’Zaz zu überwältigen. Aber zu spät: Unser Schiff stürzt über einem arktischen Gebiet ab...

Für Einsteiger und FortgeschritteneEiner der Hauptkritikpunkte an The Book of Unwritten Tales war der vergleichsweise geringe Schwierigkeitsgrad. Anspruchsvolle Rätsel gab es im Spiel von King Art nämlich nur sehr selten -- dafür ein paar geschicklichkeitsbetonte Minispiele, die manchen Spieler zur Verzweiflung trieben. Für Die Vieh-Chroniken hat sich der Entwickler deshalb entschlossen, ganz nach dem Vorbild von Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge, zwei Schwierigkeitsgrade einzubauen. Ganz so große Unterschiede in der Komplexität der Rätsel wie in Guybrush Threepwoods zweitem Abenteuer konnten wir in den beiden Kapiteln der Vorschauversion nicht feststellen. Bei den Vieh-Chroniken besteht der Unterschied zwischen den beiden Spielmodi vor allem darin, dass die Spielfigur im leichten Modus deutlich mehr Tipps in Form von Kommentaren von sich gibt. Außerdem steht nur dort standardmäßig die Hotspot-Anzeige zur Verfügung. Spieler der Version für Fortgeschrittene dürfen sie aber manuell aktivieren.
Da fehlt Salz: Der Yeti hat Geschmack an Nate gefunden. Ob wir aus der brenzligen Situation entkommen können?
Sisko 22 AAA-Gamer - 31769 - 30. Juli 2011 - 11:13 #

Sehr schön, wird mal wieder Zeit für ein gutes Adventure!

Vidar 18 Doppel-Voter - 12267 - 30. Juli 2011 - 11:41 #

Gute Vorschau, nur das mit den zwei Schwierigkeitsgraden ist sehr enttäuschend wenn es wirklich nur dabei bleibt.

fredde92 12 Trollwächter - 984 - 30. Juli 2011 - 12:10 #

OffTopic Frage:
Ich hab keine Ahnung von Adventures und würde gerne mal eines kaufen, welches aber leicht sein soll,da ich in Rätselspielen absolut doof bin^^
Ist the book of unwritten Tales leicht genug? Ich bin wirklich richtig richtig schlecht in Rätseln...

OnTopic:
Die Screenshots sind wunderschön, ich leibe solchen Stil=)

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11342 - 30. Juli 2011 - 12:13 #

Dann nimm dir mal Day of the Tentacle vor^^

Flopper 15 Kenner - 3503 - 30. Juli 2011 - 12:33 #

BouT gehört deutlich noch zu den einfacheren Adventurespielen! Da du anscheinend Internet hast: Es gibt im Notfall sonst Komplettlösungen. ;) Also probiere es ruhig aus, gibt es bei Amazon für 10€, Vorsicht vor der Jowood Version, die hat Fehler!!

Calodox (unregistriert) 30. Juli 2011 - 23:44 #

Keine Sorge vor der Jowood Fassung, ich habe sie selbst. Auf deren Webseite leigt der Patch, mit der alle Fehler behoben sein sollten. Zumindest bei mir lief das Spiel problemfrei, also greif zur günstigen Variante!

SonkHawk 14 Komm-Experte - 2151 - 1. August 2011 - 13:50 #

naja, für adventure-neulinge finde ich DOTT schon ziemlich happig, zumal es kaum hilfestellungen gibt...
Aber BouT habe ich wenn ich mich recht erinnere komplett ohne Lösung spielen können. Ansonsten würde ich noch die Tunguska-Adventures, Lost Horizon oder A New Beginning empfehlen, allessamt noch relativ neu aber schon für Budget-Preise zu bekommen!

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11342 - 30. Juli 2011 - 12:12 #

Nette Vorschau, aber für mich haben diese 3D Adventures keinen Charme.
Bei Tales of Monkey Island, konnte ich noch gerade so hin weg sehen, aber bei den Sam & Max 3D Adventures bin ich dann doch wieder ausgestiegen. Die Vieh-Chroniken wird vielleicht ein nettes Adventure, aber mehr wohl dann auch nicht.

LemmyInc 09 Triple-Talent - 335 - 30. Juli 2011 - 12:55 #

Ein nettes Adventure, ja. Reicht das denn nicht? So liebevoll entwickelte Adventures haben bei mir immer platz, auch wenn sie "nur" nett sind. Für mich war BouT 2009 der Genrekracher. Viel schöner als Ceville, das auch schon sehr gut war.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12267 - 30. Juli 2011 - 12:58 #

Das kann man nicht wirklich miteinander vergleichen!
Das hier ist (ähnlich wie bei Geheimakte, BM uva) mehr "2,5D" und lässt sichg enauso wie die alten Adventure Spielen. Die Schauplätze sind normale Hintergründe und keine frei begehbare 3D Welt mit KameraProblemen usw ^^

Übrigens Telltale Spiele gehören ohnehin nicht zu den guten 3D Adventuren (Steuerungstechnisch), das machte zb Ceville besser ließ sich auch ganz einfach steuern trotz 3D

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11342 - 30. Juli 2011 - 13:23 #

Natürlich ist das mit den alten klassischen Point & Click Adventure zu vergleichen, da das Genre von dort überhaupt her kommt. Das ist die Weiterentwicklung von dem was damals Sam & Max, Indiana Jones, Monkey Island usw. war. Sie haben sich verändert indem sie 3D wurden. In meinen Augen wurde so das eigentliche Genre kaputt gemacht. Klar die Mechanik bleibt und die Idee auch, aber der Charme und die liebe wie damals, fehlt. Enda bricht aus, Machinarium, The Whispered World und selbst A New Beginning machen vor, dass es aber auch anders geht.
Daedalic bildet in dem ganzen Genre wirklich eine Ausnahme. Doch so etwas was LucasArts geschaffen hat, wird wohl niemand mehr schaffen.
Ich gucke mir auch immer Fan Projekte an und diese sind zum Teil auch wirklich gut gelungen, die meisten kommerziellen Adventure sind für mich aber dagegen einfach nur traurig an zu schauen.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 30. Juli 2011 - 14:09 #

Naja wenn du meinst. Aber TBouT gehört denke ich nicht zu den schlechten Beispielen. Sehr stimmig, toller Humor (ja, Geschmackssache) und nicht zu schwere Rätsel. Auch für Genreneulinge sicher zu empfehlen. :)

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11342 - 30. Juli 2011 - 14:13 #

Kommt halt drauf an, was für einen Stellenwert Adventures für einen haben und welche Messlatte man ihnen anhängt. Ich bin damit aufgewachsen und sie sind, neben UT und Quake, auch der Grund weswegen ich mit dem Spielen überhaupt angefangen habe.

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 30. Juli 2011 - 19:23 #

Mit Sam & Max 3D kannst Du The Book of Unwritten Tales aber wirklich nicht vergleichen. Also vergleichen schon, aber das sind ja Welten. Ich finde normalerweise die klassischen 2D-Adventures auch schöner bzw. mit mehr Charme. Aber The Book of Unwritten Tales war wunderschön.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 30. Juli 2011 - 13:34 #

Endlich mit Bindestrich! Habt Ihr das korrigiert, oder hat es der Publisher inzwischen selbst gemerkt?

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9858 - 30. Juli 2011 - 13:37 #

Interessant, aber auch hier werd ich erst mal Teil 1 spielen. Mal schauen, der is ja bei Amazon nicht mehr so teuer...

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20740 - 30. Juli 2011 - 14:00 #

Ich hab Teil 1 bei Release gekauft und am selben Abend auch durchgespielt. Da waren die Rätsel auch net so schwer und LucasArts-Veteranen werden teils vom zu leichten Schwierigkeitsgrad unterfordert. Dennoch ein gutes Spiel und kannst vielen nur empfehlen.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 31. Juli 2011 - 15:24 #

Also wenn ich das so lese komm ich mir ganz schön dumm vor :(

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20740 - 31. Juli 2011 - 17:07 #

^^ spiele Adventures gerne. Sind zwar schnell durch aber 95 % der Spiele sind lustig. Aber mein Favorit das ich öfters als 10 mal durchgespielt habe und trotzdem immer wieder neu anfang ist The Dig. Die Story, der Planet, das drumherum - hammer. Man merkt hier einfach das ein Spielberg das verfilmen wollte.

Severian 17 Shapeshifter - P - 7090 - 30. Juli 2011 - 15:00 #

zwei Korrekturen, beide im letzten Absatz:
- Wir sind wir noch unschlüssig. -> "wir" ist zu viel
- , dass die Entwickler zwei Schwierigkeitsgrade einzubauen. -> einbauen

Ansonsten, guter Angetestet-Artikel.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58785 - 30. Juli 2011 - 19:16 #

BouT hat mir ausgezeichnet gefallen, weswegen ich auch schon gespannt auf die Vieh-Chroniken warte. Und bislang klingt das auch alles sehr gut. Danke daher für euer Angetestet :)

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 31. Juli 2011 - 10:15 #

der erste teil war wirklich gut und hat ne menge spaß gemacht. Freue mich schon auf den zweiten ;)

GrotesqueTactics 07 Dual-Talent - 123 - 31. Juli 2011 - 10:41 #

Na das mit den 2 Schwierigkeiten, wie es so gemacht wurde, find ich voll okay.
Warum sollten die Rätsel auch total umstrukturiert werden, mal unabhängig davon, dass dies enorm viel Zeit kostet für die Entwickler.
Aber mehr Kommentare plus Hotspot find ich ne gute Idee und reicht völlig aus.
Freu mich drauf!

Punkbanana 13 Koop-Gamer - 1327 - 31. Juli 2011 - 14:13 #

Naja mal schauen

Anonymous (unregistriert) 1. August 2011 - 10:23 #

Köstlich.In der Höhle vom Yeti hängt links ein Bild vom
Reinhold Messner.Der Yeti-Entdecker.

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9407 - 2. August 2011 - 6:57 #

JAJAJAJAJA :D. Frei mich drauf. Der Vorgänger war ja seit langem mal wieder ein gutes Adventure.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86491 - 7. August 2011 - 2:00 #

Habe BoUT zu spät entdeckt. Magisches Game! :)

Red237 18 Doppel-Voter - P - 11159 - 17. August 2011 - 7:22 #

"Gemessen daran, dass King Art erneut sämtliche Animationen von Hand erstellt hat, sieht der Sturz Nate auf der Treppe im Magierturm zwar recht gut aus".

Da fehlt ein Wort...

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