DSA im Actionkostüm

Demonicon Preview

Das Schwarze Auge ist bei RPG-Genießern längst über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt. Kalypso entwickelt derzeit auf Basis der berühmten Pen-&-Paper-Lizenz das Action-RPG Demonicon. Knapp ein Jahr nach unserem ersten Selbstversuch haben wir das Abenteuer in den Schattenlanden nochmals vorab ausführlich für euch gespielt.
Benjamin Braun 15. März 2013 - 19:58 — vor 3 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Bereits im März 2012 hatte uns Kalypso nach Berlin eingeladen, um erstmals selbst Hand an das DSA-Rollenpiel Demonicon zu legen. Eine mutige Entscheidung, denn große Teile des Spiels befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in einem sehr rohen Zustand. Auf der Gamescom ein halbes Jahr später zeigte Entwickler Noumena nicht allzu viel Neues. Mittlerweile ist laut den Entwicklern sämtlicher Hauptcontent ins Spiel integriert. Zeit, ein weiteres Mal selbst das Gamepad in die Hand zu nehmen und dem actionlastigen Rollenspiel erneut auf den Zahn zu fühlen. Denn ein DSA-Action-RPG in einem "grauen Aventurien", das klingt nach wie vor sehr spannend für uns!

DSA-Kenner bei der ArbeitFür Freunde von Das Schwarze Auge mag es zunächst befremdlich klingen, aus dem klassischen Pen-&-Paper-Stoff ein Action-Rollenspiel zu machen. Denn das heißt: keine Party, kein Pausieren von Kämpfen und kein großes Vorausplanen der Angriffe, sondern schnelle Kombos, Ausweichrollen und Co. Doch genauso wie in Dragon Age 2 verbirgt sich hinter der Actionfassade ein vergleichsweise komplexes Charaktersystem. Ihr steigert in Demonicon nicht nur Gesundheit, Mana, Körperkraft und ähnliches, dort finden sich auch diverse Spezialangriffe, Zauberattacken und Craftingskills. Mit letzteren dürft ihr zum Beispiel Pflanzen zu Giften für eure Waffen umwandeln. Aber es gibt einen ganz anderen Bereich, in dem Demonicon trotz aller Action noch viel mehr von einem klassischen Rollenspiel hat: die Story.

Mit Daniel Heßler arbeitet einer der bekannteren DSA-Autoren am Spiel. Er kennt sich mit der Materie bestens aus, was man sofort merkt. Heßler hat die Handlung um Krieger Cairon und seine Familie in die Schattenlande im Jahr 1034 aventurischer Zeitrechnung verlegt. Azaril Scharlachkraut, das Oberhaupt und Hohepriesterin der Borbarad-Kirche, trachtet Cairon nach dem Leben und will die Schattenlande in die Finsternis stürzen. Um das zu verhindern, bereist ihr mit Cairon unter anderem die Stadt Warunk. Nicht nur dort liefern sich Unter- und Oberklasse einen Zwist und sehen sich den zunehmenden Einflüssen von Nekromanten ausgesetzt. Das Besondere dabei ist, dass die Geschichte euch immer wieder vor eine Wahl stellt. Eure Entscheidungen haben tatsächlich Einfluss auf die Geschichte und Cairons Entwicklung. Manche Entscheidungen wirken sich zum Beispiel auf Cairons Ansehen in der Bevölkerung aus, andere beeinflussen eure Stellung bei der Garde oder dem Kartell (einer Verbrecherorganisation aus dem Horasreich).

Die Quest, die eure Figur von diesem Zwerg erhält, endet mit einer Entscheidung, die Einfluss auf Cairons Ansehen hat.
Auf den grundlegenden Verlauf der Handlung soll es sich zwar nicht auswirken, ob ihr etwa den Nekromanten Tyakranor verschont oder tötet. Dennoch versprechen die Entscheidungen eine höhere Spieltiefe, da sie immer Änderungen in der Spielwelt hervorrufen. Ein Kannibale, der einem satanischen Bund angehört, entführt und verspeist etwa Bewohner aus Warunk. Töten wir den Menschenfresser, verhindern wir künftiges Leid, sind aber nicht mehr in der Lage, das magische Siegel zu den verbliebenen Geiseln zu öffnen. Der Tod des Kannibalen sorgt somit dafür, dass wir uns mit der Stadtgarde gutstellen, allerdings leidet Cairons Ansehen bei den Bürgern, deren Angehörige wir durch einen Deal mit dem Kannibalen hätten retten können.

Das komplette Abenteuer soll für 15 bis 20 Stunden gut sein. Denn auch wenn wir hier und dort Entscheidungsfreiheit genießen, durchläuft Cairon große Teile des Spiels in linearer Abfolge. Zumindest in Warunk ist es nach Erlangung der Zugangsberechtigung aber möglich, frei zwischen den vier Stadteilen zu wechseln. Allzu viel scheint es dort aber, abseits von ein paar Nebenquests, nicht zu geben. Ausführliche Dialoge mit NPCs waren bislang fast ausschließlich mit Questgebern möglich.

Roll dich weg!Während das an Mass Effect angelehnte Dialog- und Entscheidungssystem einen vielversprechenden Eindruck macht, sind wir von den Kämpfen noch nicht so angetan. Bei den normalen Kämpfen, in denen wir uns zum Beispiel mit Riesenratten und Spinnen anlegen mussten, bekommt Cairon es für unseren Geschmack zu oft mit Masse statt Klasse zu tun. Der Einsatz von Spezialfähigkeiten und Zaubern will aufgrund des begrenzten Vorrats an Ausdauer und Mana gut überlegt sein. Und ohne die Ausweichrolle sowie den Einsatz von Heilpäckchen kann es durchaus passieren, dass uns ein paar Spinnen aus den Socken hauen. Flüchten ist nämlich keine Option: Sobald ein Kampf startet, wird Cairons Bewegungsfreiheit beschränkt. Im fertigen Spiel dürfte es eine optisch sichtbare Kuppel oder ähnliches geben, noch aber blei
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ben wir an einer unsichtbaren Barriere hängen. Wir gehen zwar davon aus, dass die Kämpfe aufgrund des umfangreichen Angebots an Sonderfähigkeiten und neuen Gegnertypen später genügend Abwechslung und taktische Finesse bereithalten, aktuell finden wir sie noch ein wenig eintönig.

Zusätzlich trifft Cairon im Spiel auf Bossgegner, die er wie alle anderen Kämpfe im Spiel komplett ohne Hilfe bestreitet. Für gewöhnlich trefft ihr nicht nur auf den Boss, sondern auch auf diverse seiner Lakaien. Die setzten uns zwar noch nicht wirklich unter Druck, gebraucht werden sie vor allem, um Mana beziehungsweise Essenz zu generieren. Ein paar der Bosse werden nämlich ohne spezielle Angriffe oder Magie nicht besiegbar sein. Noch mehr typische Bosskampf-Eigenschaften ergeben sich durch die Aufteilung in mehrere Phasen. Wie gut die am Ende werden, hängt auch von ihrer Choreografie ab. Aktuell wirken die von uns gespielten Bosskämpfe noch ziemlich lahm. Ein Gegner, der mit Felsbrocken nach uns wirft, klingt zunächst vielleicht spektakulär. Glaubt uns: Er ist es, in der aktuellen Fassung, überhaupt nicht.
Die Kämpfe sind sehr actionbetont, im Hintergrund arbeitet aber ein komplexes Charaktersystem mit diversen Skills.
Benjamin Braun Redakteur - 281768 - 11. März 2013 - 16:30 #

Viel Spaß beim Lesen!

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32779 - 15. März 2013 - 20:25 #

Das hört sich im Moment leider nicht sonderlich gut an.

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 15. März 2013 - 20:40 #

Entwickelt man Spiele heute generell in englisch? Gerade bei einem DSA Spiel von einem deutschen Entwickler und Publisher überrascht mich das.

Pomme 16 Übertalent - P - 5959 - 15. März 2013 - 23:04 #

Die werden mit Demonicon (auch kein sooo deutscher Titel, auch kein sooo DSA-typischer Titel) sicherlich sehr auf den internationalen Markt schielen.

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 14:42 #

In der Regel schon, bzw. sollte man. Denn wenn man nur den deutschen Markt im Auge hat, ist das ganze nicht mehr tragbar.

Bei Demonicon ist es so, das alle Texte zwar in deutsch geschrieben wurden, weil es halt die Muttersprache ist, dann aber direkt parallel ins englische übersetzt wurden und das englische direkt ins Spiel eingebaut wurde, damit man von vornherein internationale Versionen für Presse, Vertriebspartner etc hat.

Zwar ist DSA ein sehr deutsches Thema, aber alleine in Deutschland würden die Entwicklungskosten nicht tragbar sein. Daher ist es wichtig, das man schon während der Entwicklung das Spiel auch ausserhalb Deutschlands bekannt macht.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 14:47 #

Grundsätzlich stimme ich zu, nur ist Demonicon kein Crysis sondern doch schon sehr auf Nische ausgelegt (Grafik, Kampfsystem etc. sprechen nur wenige Fans außerhalb Deutschlands überhaupt an).
Wie steht es denn mit der Lippen-Synchronität? Gerade bei "typisch deutschen" Titeln erwarte ich, dass die stimmt.

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 15:11 #

Das steht noch nicht fest ob es in englisch und deutsch lipsync sein wird.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 15:18 #

Wirklich nicht? Die Sprachaufnahmen sind doch mit das erste, was bei einer Spieleentwicklung gemacht wird und das Spiel soll in einem halben Jahr erscheinen. Sind denn die Dialoge noch nicht eingebaut?

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 17:52 #

Wir reden hier nicht von einem Animationsfilm ;-) Die Sprachaufnahmen werden fast immer zum Schluss gemacht. Denn im Laufe der Entwicklung ändert sich an den Texten oft viel und man will ja nicht alle paar Wochen erneut ins Tonstudio, um wieder alles neu aufzunehmen.

Larnak 21 Motivator - P - 25581 - 16. März 2013 - 18:32 #

Wobei die Sprachaufnahmen ja zumindest zum Teil schon stattgefunden haben :)
http://www.pcgames.de/Playtime-Thema-237457/News/Playtime-Special-Demonicon-Miranda-Lawson-Synchro-1057782/

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 16. März 2013 - 18:59 #

Danke für die Rückinfo. ;)

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 15. März 2013 - 20:45 #

Liest sich ja nicht so berauschend, hatte mir da etwas mehr versprochen.
Dabei wäre es sogar ein Titel den Kalypso ziemlich viel Zeit lässt ^^

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 55828 - 15. März 2013 - 21:01 #

Inhaltlich hört sich das gut an. Bin jetzt nicht der Technikfetischist aber dieser Teil klingt gar nicht gut. Schauen wir mal, wie das Endprodukt aussieht.

supersaidla 15 Kenner - P - 3891 - 15. März 2013 - 21:09 #

Ich will sowas wie die "Nordlandtrilogie" und nich sonen halbgaren Unfug hier grrrrr

Soeren (unregistriert) 16. März 2013 - 9:37 #

Das kannst du den meisten heutzutage (leider) kaum noch einen Gamer zumuten. Die Gruppe die noch richtige RPG´s spielen möchte, ist verhältnismäßig klein fürchte ich.

supersaidla 15 Kenner - P - 3891 - 16. März 2013 - 11:46 #

Auf "Grimrock" sind die Leute doch auch abgefahren, da geht schon was. Und man muss ja keine 15 Mio Stück davon unters Volk bringen. Die DSA-Lizenz wird ja in letzter Zeit ordentlich ausgeschlachtet, nur was brauchbares in Richtung RPG is halt nich dabei :(

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 14:10 #

LoG war (auf dem PC, auf Handheld wie Nintendo DS gibt es sowas öfters) ja auch eine Ausnahmeerscheinung. Aber ein Titel für den Massenmarkt war das sicher nicht. Außerdem kommt dann ja bald LoG 2 und auch Deathfire von Guido Henkel wird ja wohl so sein.

Chuck Morris 13 Koop-Gamer - 1887 - 15. März 2013 - 21:23 #

Also dafür das das Spiel so teuer ist, dass Kalypso Pleite geht wenn es flopt,hätte ich bei dem Presseevent mehr erwartet.

Kalypso (unregistriert) 15. März 2013 - 22:01 #

Sorry, aber das ist natürlich völliger Blödsinn!!!
Ausserdem kannst du sicherlich solch eine Behauptung gar nicht aufstellen, weil du von uns als Firma (und wie wir wirtschaftlich dastehen) ja keine Ahnung haben kannst. Zumindest wäre es mir neu, das du für uns arbeitest ;-) Um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen: uns als Firma geht es bestens, völlig unabhängig was Demonicon betrifft.

D&D Fan (unregistriert) 15. März 2013 - 22:42 #

Dann verschiebt den Release um ein Jahr, bessert die angesprochenen Punkte aus, füllt Aventurien mit mehr Leben und macht ein Hammer-DSA-Spiel draus. Mir egal wann es erscheint. Hauptsache geil muss es sein :-)

Thorwaler (unregistriert) 16. März 2013 - 3:17 #

Det wird nüchts, schade...

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 15. März 2013 - 21:35 #

Bin gespannt drauf. Story scheint ja gut zu werden, da kann die Grafik auch etwas schwächeln.

vicbrother (unregistriert) 15. März 2013 - 23:20 #

Genau. Statt einem "Ausreichend" hätte man auch ein "Interessant" als Note vergeben können, um es mal positiver zu formulieren.

Kotfur (unregistriert) 15. März 2013 - 22:32 #

Grafisch ernüchternd? Sieht doch besser aus als Torchlight und Diablo. Sollen die einen Comic-Filter rüberziehen?

Thomeg 18 Doppel-Voter - 11713 - 15. März 2013 - 23:27 #

Diablo 1?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 16. März 2013 - 8:02 #

Grafik besteht nicht nur aus Texturen.
Wenn Animationen, effekte und der ganze andere Kram der da noch zusammen spiel nicht passen.
So gut sieht das Spiel wirklich nicht aus und glaube auch nicht das sich jemand ein Diablo wegen der Grafik gekauft hat, wobei der Stil durchau überzeugt.
Und ein torchlight welches nicht einmal die hälfte von Demonicon zum Release kostete braucht man da gar nicht erst heranziehen.

Politician 12 Trollwächter - 1106 - 15. März 2013 - 23:18 #

Ich hatte ehrlich gesagt bei dem Publisher und der Entstehungsgeschichte nichts anderes als einen Flop erwartet und denke dass das Preview hier schon eine klare Richtung vorgibt.
Mich würde es stark wundern, wenn das Spiel auch nur in akzeptable Regionen vordringt. Zum Glück ist diese Tatsache dank Kickstarter nicht so betrüblich, wie sie vor zwei Jahren noch gewesen wäre, denn ich denke, dass mein RPG Spielebedarf mit den Kickstarter Projekten doch vernünftig befriedigt wird.
Das heißt nicht, dass ich mich über eine positive Überraschung nicht freuen würde aber ich glaube nicht dran.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 16. März 2013 - 2:47 #

Überzeugt mich nicht, und das sag ich als alter Dsa Hase. Und ich versuche schon Kalypso auszublenden bei meiner Bewertung ^^

Black Baron 14 Komm-Experte - P - 2335 - 16. März 2013 - 9:08 #

Auf mich wirkt das Ganze so wie das Game-of-Thrones-RPG, das ja inhaltlich ganz gut war, aber technisch und spielerisch der Vorlage in keinster Weise gerecht wird.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht - schon seit Ankündigung -, warum die Entwickler sich nicht getraut haben das DSA-Regelsystem endlich mal ordentlich in einem PC-Spiel umzusetzen... Drakensang war wohl relativ erfolgreich, hat den Entwickler aber trotzdem in den Untergang geführt. Jetzt macht man wieder ein Spiel, das vom "großen Kuchen" was abhhaben will und den Stil großer Entwickler nacheifert...

Um nochmal aufs Regelsystem zurückzukommen, es ist höchst komplex und umfangreich, aber genauso wie das D&D-System flexibel genug, um in angepasster Form in einem RPG auf PC und wenn's sein muss sogar auf Konsolen zu funktionieren. BioWare hat's damals bei Baldur's Gate ja mit D&D auch geschafft.

Weiterhin, warum muss man unbedingt auf 3D setzen? Grade in der heutigen Zeit ist der Markt fast schon übersättigt mit cineastischen RPGs (von denen ich einige wirklich schätze, aber Dragon Age: Origins ist eigentlich das einzige, welches sowohl inhaltlich, als auch spielerisch den Spagat zwischen Komplexität (im Vergleich zu den klassischen D&D-Spielen zwar schlanker und kompakter, anderen modernen RPGs aber trotzdem in der Hinsicht deutlich überlegen) und ansprechender Präsentation (glaubhafte Dialoge, was nachfolgende Spiele zwar besser machen, aber nur dank haufenweiser Skripts) wirklich schafft.

Warum will ein kleiner deutscher Entwickler da im Bereich moderner RPGs, die technisch sehr aufwändig sind (cineastische Präsentation lebt heute von aufwändig animierten Skripts, und die Leute sind empfindlich und extrem anspruchsvoll)? Warum will man unbedingt den Massenmarkt ansprechen und nimmt sich eine Spielewelt als Grundlage, die zwar eine extrem solide Fanbasis hat, aber von den meisten Videospielern und Leuten, die nichts mit Pen-and-Paper am Hut haben, geflissentlich ignoriert wird? Drakensang hatte bei DSA-Kennern - glaube ich - durchaus guten Ruf, aber selbst bei RPG-Fans konnte es nur bedingt punkten. Warum begeht man jetzt wieder die gleichen Fehler und will auf Teufel komm raus in den RPG-Olymp? Warum beruft man sich nicht auf die Tugenden der Vorlage, setzt das Regelwerk unter der Prämisse "so adequat wie möglich und so komplex wie nötig/sinnvoll" um? Warum erleichtert man sich nicht die Arbeit und nutzt dafür eine Technologie und ein Konzept, dass das eigene Werk nicht auf Anhieb chancenlos gegen die Konkurrenz erscheinen lässt?

Das Spiel ist in meinen Augen schon jetzt durchgefallen und ich erwarte wie schon gesagt einen Rohrkrepierer wie das Game-of-Throne-RPG... hätte man das Spiel als klassisches RPG aufgezogen, dann hätte man damit mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit deutlich mehr punkten können, als mit einem halbgaren The-Witcher-Klon.

Ich wünsche den Entwicklern ja das Beste, weil ich als DSA-Fan schon lange wieder auf ein wirklich gutes DSA-Spiel warte. Das letzte war ein Adventure, wirklich toll und DSA-gerecht, mit Fokus auf das große Potential spannender Geschichten in Aventurien... und vor allem in den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Entwickler und zu einem großteil auch dem aktuellen Adventure-Markt angemessen, bis auf die spartanischen Animationen vielleicht. Drakensang war noch ganz gut, Teil 2 hab ich nie durchgespielt (da gab's irgendnen Hänger, der mir die Motivation nahm)... beide waren schlicht zu bunt und comichaft und weit vom inhaltlichen Realismus der Vorlage entfernt.

Ich kann ja durchaus verstehen, dass es deutsche Entwickler gibt, die DSA kennen und wohl auch lieben und wohl die große Hoffnung haben, dass man damit irgendwann mal nen ähnlichen Durchbruch haben kann, wie das D&D-System seinerzeit... aber nicht so... Ich appelliere an alle deutschen Entwickler, die eben jenes Ziel vor Augen haben: Macht endlich was aus der VORLAGE! Hört endlich auf davon zu träumen DSA in ein Korsett zu pressen, mit dem irgendwelche internationale Konkurrenten groß Kasse gemacht haben. Würde man DSA als klassisches RPG umsetzen und sich dabei technisch nicht überheben, dann würde es mit aktuellen CRPGs den Boden wischen.

Soeren (unregistriert) 16. März 2013 - 9:34 #

Sehr guter Beitrag, danke dafür!

vicbrother (unregistriert) 16. März 2013 - 10:34 #

Guter Beitrag, aber eine Frage drängt sich auf: Warum für ein PC-Spiel ein DSA-Regelwerk nehmen, welches für Rollenspielabende mit Spielmaster und großer Freiheit konzipiert wurde? Da sehe ich schon einen Widerspruch in sich und ein einfacheres Regelwerk muss nicht unbedingt schlecht sein.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6558 - 17. März 2013 - 9:29 #

im Endeffekt brauchst du auch für normale action games ein solches Regelwerk da drunter, ist also gehopst wie gesprungen ob du dir ein neues überlegst oder ein bestehendes nimmst. der Vorteil von bestehenden, älteren Systemen ist der, dass Sie schon sehr gut durchdacht sind. Ich beziehe mich hierbei vor allem auf die Schadens-mathematik, nicht die kampforganisation.

vicbrother (unregistriert) 17. März 2013 - 17:59 #

Da hast du Recht, aber DSA ist da mMn nicht mehr zeitgemäß und auch zu umfangreich...

Sok4R 16 Übertalent - P - 4432 - 16. März 2013 - 10:54 #

In deinem Beitrag sind mir zu viele Variablen und Vermutungen: du gehst schon mal davon aus, dass es a) genug DSA-Fans gibt, die auch eine direkte PC-Umsetzung kaufen würden und b) dass es die vor allem in Deutschland gibt.
Das reicht aber heute nicht mehr. Wenn du nicht gerade mit 2 Mann in deiner Garage ein Spiel zusammen zimmerst kommt man um den internationalen Markt nicht herum, sonst kann man einfach nicht genug Absatz erzielen um die Kosten wieder rein zu holen. Spieleentwicklung ist eine teure Angelegenheit und nicht jeder hat das Glück, über Kickstarter die nötigen Millionen zu bekommen.
Deinen Vergleich zu Baldurs Gate ist so ein altes Argument, dass immer wieder raus geholt wird, nur: das ist fast 15 Jahre her. Die Zeiten ändern sich und dem Massenmarkt kann man kein so hochkomplexes RPG-System zumuten. Klar gibt es noch Leute die es spielen und wollen, aber diese Gruppe ist im Vergleich sehr klein. Oder warum macht BioWare nicht mehr solche Spiele? Dragon Age: Origins hatte noch die Ansätze, war aber schon stark vereinfacht. Dragon Age 2 hat dann eine Radikalkur betrieben und Mass Effect hat sowieso eine ganz andere Ausrichtung. Mal ganz abgesehen davon, dass man heute einfach andere Standards gewohnt ist. Baldurs Gate hat einen ohne viel Erklärung ins Spiel geworfen, ohne (Vor-) Kenntnisse des RPG-Systems oder zumindest der ausgiebigen Handbuchlektüren war man aufgeschmissen und hat schneller ins Gras gebissen als man sein Schwert ziehen konnte. Sowas kann man heute einfach nicht mehr bringen, da Videospiele im Massenmarkt angekommen sind und nicht mehr nur was für die Freaks ist, die entsprechend komplexe und schwere Spiele fordern. Der Markt ist viel breiter geworden und dem haben sich die Entwickler angepasst, um noch rentabel arbeiten zu können.

tl;dr: eine komplette Umsetzung des Systems würde zwar die Hardcore-Fans zufriedenstellen, aber wirtschaftlich ein kompletter Flop werden und das bedeutet heute gleichzeitig das Ende des Entwicklungsstudios.

vicbrother (unregistriert) 16. März 2013 - 13:25 #

"Die Zeiten ändern sich und dem Massenmarkt kann man kein so hochkomplexes RPG-System zumuten." Ich erinnere mich da zB an NWN: Mir war die Waffenstärke egal, da ich mit 2d6 20/x3 einfach nichts anfangen konnte und auch weitere Fragen nach sich zieht zB ob ein "d" von 0-5 oder von 1-6 geht. In Zeiten wo in Hamburg die Division aus dem Lehrplan der Grundschule gestrichen wurde, wird das auch im Massenmarkt sicher nicht besser.

Edit: Und dann war da bei DSA doch noch das Lernen von Zaubern am Tag vorher. Spielspaß ist, wenn man mächtiger wird und auf Situationen mit kreativen Lösungen reagieren kann, nicht, wenn ein System einem ständig Grenzen aufzeigt.

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 16. März 2013 - 12:06 #

"Mal ganz abgesehen davon, dass man heute einfach andere Standards gewohnt ist."

Ja, allerdings auch bei der Präsentation. Der Massenmarkt wird die in der Alpha gebotene Grafik nicht akzeptieren. Da schaut der verwöhnte Käufer von heute zuerst drauf. Für mich sieht das irgendwie nach dem Stand von Gothic 2 bis 3 aus. Wenn das die Grafik eines Projekts für eine kleine ausgehungerte Zielgruppe wäre, dann wäre sie sicher für den Zweck ausreichend - nicht aber um Leute zu überzeugen, die noch nie was von DSA gehört haben und einfach eine schnelle Story mit bombastischer Inszenierung haben wollen.

Black Baron 14 Komm-Experte - P - 2335 - 16. März 2013 - 16:14 #

Und genau das bemängel ich ja!

Man nimmt ein in Deutschland und ein paar anderen Ländern prominentes oder zumindest bekanntes Pen&Paper-System - Das Schwarze Auge - und will auf Basis des Hintergrundmaterials - und evtl. auf Basis des Regelwerks, so viel geht aber aus dieser Preview nicht hervor - ein massenmarkttaugliches Action-Rollenspiel zaubern...

Wenn das, was man da oben in Bildern sieht und im Text rauslesen kann, der aktuelle Stand und der Release nur ca. 6 Monate entfernt ist, dann wird dieser Versuch gründlich in die Hosen gehen! Wer soll das denn noch spielen?

Mit meiner Ausführung wollte ich auf folgendes hinaus: Ein technisch einfacher gestricktes Spiel - unter Verwendung einer bereits vorhandenen Engine, gern auch 2D - und ein Minimieren des Arbeitsaufwandes, z.B. keine Vollvertonung und nur animierte Schlüsselszenen, dafür aber ein minutiöseres Umsetzen des Regelwerks, würde Fans klassischer Rollenspiele, die auch nicht mit DSA vertraut sind, UND DSA-Fans viel eher hinter dem Ofen hervorlocken...

Seht euch doch mal Brian Fargo oder Obsidian an. Die erleben gerade ihren zweiten Frühling, obwohl ihre Projekte im Vergleich zu aktuellen Top-Produktionen wie Indie-Titel erscheinen. Das bedeutet das Interesse an solchen Spielen ist noch da.

Das Problem ist nur, dass Demonicon ja schon länger in Arbeit ist... und mit dem grundsätzlichen Konzept hätte ich ja auch kein Problem, aber die hier vermittelten Eindrücke lassen eben den Schluss zu, dass sich Kalypso (bzw. deren Entwicklungs-Studio) gewaltig überschätzt haben. Mich als DSA-Fan machen die Screenshots und die laut Redakteur vorhandenen Unzulänglichkeiten des Kampfsystems und der technischen Rückständigkeit aber einfach wütend. Man will unbedingt bei den großen RPG-Titeln international mitmischen, kann aber in keinem Punkt - außer vielleicht der Handlung - mithalten, nicht im Ansatz. Sogar der Trailer von der E3 wirkt billig und peinlich, weil er zwar gerendert ist, aber in etwa auf dem Niveau von 10 Jahre alten Spielen...

Ich will den Flop nicht herbeireden, aber ich glaube das muss ich leider auch gar nicht.

grumpygamer (unregistriert) 17. März 2013 - 18:41 #

In sechs weiteren Monaten sind die neuen Konsolen von Sony und Microsoft bereits erschienen. Da steigen die Verkaufszahlen garantiert nicht mehr und kein amerikanisches Magazin schaut sich dann noch ein europäisches Konsolenspiel der vorherigen Generation eines vergleichsweise unbekannten deutschen Publishers an. Entweder Noumena kriegt es bis zum Sommer auf die Reihe oder der Zug ist sowieso abgefahren.

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 14:50 #

Das Problem ist, das D&D weltweit bekannt ist, DSA aber gleich mal null ausser in Deutschland. Und da hat Drakensang 2 schon nicht mehr funktioniert und die Kosten nicht mehr reingeholt. RPGs sind leider sehr teuer in der Entwicklung. Und dann das komplette Regelwerk zu übernehmen, wäre wirtschaftlich der Tod. Das würde sich vielleicht in Deutschland ganz gut verkaufen, aber nicht mal ansatzweise die Kosten der Entwicklung decken. Drakensang 1 war nur in Deutschland ein Hit. Hinzukamen noch ein paar andere wirtschaftliche Aspekte im Ausland, warum es wirtschaftlich tragbar war (die ich hier nicht nennen kann). Ansonsten wäre es auch ein wirtschaftlicher Mißerfolg gewesen, wie eben Teil zwei.

Wenn man ein RPG (für PC und Konsolen etc) auf DSA Basis haben will, MUSS es international ausgerichtet sein, ansonsten geht die Rechnung nicht auf.

Black Baron 14 Komm-Experte - P - 2335 - 16. März 2013 - 16:09 #

Ich habe nicht geschrieben, dass das komplette Regelwerk umgesetzt werden soll. Ich hab die Regeln hier zu Hause im Regal stehen, daher weiß ich sehr genau wie umfangreich die sind. Meine Rede war, dass man mit DSA die Chance hätte wieder ein RPG zu machen, dass sich mehr mit klassischen Rollenspielmechaniken identifiziert.

So erschafft man ein technisch maues 0815-Hack&Slay, das niemanden interessieren wird, bestenfalls ein Teil der DSA-Fangemeinde... wobei ich das auch ernsthaft bezweifle.

Und zu dem letzten Satz: dann MUSS aber auch das Budget stimmen, damit es nicht aussieht wie ein 5 Jahre alter Gothic-Klon. Selbst Konsoleros fangen schon an über technisch durchschnittliche Spiele auf der aktuellen Konsolengeneration zu jammern.

Politician 12 Trollwächter - 1106 - 17. März 2013 - 13:12 #

Ich würde gerne mal wissen, wie hoch der Anteil der Vollvertonung am Misserfolg des zweiten Drakensangtitels war. Für mich erschien es auch dort eher so, dass man ganz hoch hinaus wollte und dabei das Budget aus den Augen verloren hat, anstatt mit eine klar umrissenen Zielgruppe zu arbeiten und ein beschränktes Budget zu nutzten.
Klar ist: Ein komplexes RPG in Skyrim Optik wird es nicht geben. Aber wenn man Abstriche bei der Präsentation macht, kann man schon wirtschaftlich mithalten.
Jedenfalls wäre der Erfolg mit komplexen Regelwerk wohl größer als das was bei Demonicon rauskommen wird.
Ich denke, dass der Erfolg im Ausland ähnlich ausfallen wird wie bei Drakensang. Nur werden die Verkäufe im Inland längst nicht das Niveau erreichen.

grumpygamer (unregistriert) 17. März 2013 - 18:15 #

Drasa 2 baute allerdings auch sehr stark auf bereits vorhandenen Assets auf und war von der grundlegenden Technik und dem Charaktersystem immer noch dasselbe Spiel. Daher dürften die Entwicklungskosten nicht gerade durch die Decke gegangen sein.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15105 - 16. März 2013 - 9:29 #

Ich lass den Stein noch mal bis zum richtigen Test liegen ;-)

Soeren (unregistriert) 16. März 2013 - 9:32 #

Und das nächste Popamole "RPG" :D

Sok4R 16 Übertalent - P - 4432 - 16. März 2013 - 10:55 #

Ich hab das Spiel schon länger im Auge, auch als es noch als Diablo-Klon gedacht war. Ich hab aber die Vermutung, dass sich die Entwickler damit übernehmen. Die Ansätze sind gut, aber die Umsetzung schwächelt. Das könnte durchaus das nächste Gothic 3 werden, wenn icht rechtzeitig die Handbreme gezogen wird.

Thomeg 18 Doppel-Voter - 11713 - 16. März 2013 - 11:06 #

Klingt ja sehr ernüchternd.
Was ich aber immer nicht verstehe: Wozu will man unbedingt ein Lizenzspiel machen, wenn die einem dann doch immer nur lästig ist?

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6558 - 17. März 2013 - 9:36 #

Aus marketinggründen und weil man vielleicht selbst ein totaler das fan ist vermute ich.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6679 - 16. März 2013 - 11:57 #

Ich habs mir Ende letzten Jahres auf der Dreieich Con mal live angeschaut und es hat mir schon gut gefallen. Mag ja sein, dass ihr als Spieletester neuste Grafik braucht, mir ist es egal, ich spiel auch heut noch gern die Nordlandtrilogie. Ich lege mehr wert auf die Spielmechanik, und die fand ich für eine frühe Version bei Demonicon schon recht gelungen. Aber ist ja zum Glück Geschmackssache.

Ich finds jedenfalls total daneben ein "Ausreichend" zu geben, mit der Hauptbegründung, dass die Grafik nicht so toll sei... bin ich froh, dass ihr Terraria nicht getestet habt.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 14:54 #

Nun ja, du und drei andere mögen so denken, der "normale" Zocker will für seine 50 Euro aber auch aktuelle Technik. Schließlich gibt es genug RPGs am Markt, und wenn eines kommt, dass aussieht wie ein sieben(!) Jahre altes Gothic 3, dann muss es sich die Frage gefallen lassen, wer es denn kaufen soll? Schließlich kriegt man die RPGs der vergangenen Jahre, die teilweise besser aussehen, oft für'n Appel und 'nen Ei.
Nur Inhalt reicht einfach nicht und jeder, der das RPG Genre die letzten Jahre verfolgt hat, sieht auf den ersten Blick, dass auch Demonicon inhaltlich nicht mehr als Standardkost bieten wird. Wenn man schwache Technik hat, bzw. sich keine gute leisten kann, dann muss man die Schwächen mit dem Artstyle übertünchen und sich spielerisch vom Einheitsbrei abheben. Firmen wie Atlus (Catherine, Persona) tun dies seit vielen Jahren sehr erfolgreich.
Einheitsbrei + schlechte Grafik = Flop vorprogrammiert.

Wirklich erfolgreich waren in den vergangenen Jahren doch nur Elder Scrolls, Dragon Age und The Witcher. Alle haben bessere Grafik und eine große Präsentation und eine Spielzeit von mindestens 70 Stunden, teilweise (deutlich) länger, Demonicon soll max. 20 Stunden bieten. Dazu halt oftmals vom Kuschel-Fantasy Einheitsbrei abweichende, erwachsene Story-Elemente (alle genannten drei Titel sind ab 18).

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6679 - 16. März 2013 - 16:56 #

Terraria, Minecraft, Realm of the Mad God, Binding of Isaac... die Liste der erfolgreichen Indie Spiele mit Minimal-Pixelgrafik ist lang. Entweder ist es doch nicht so eine kleine Marktnische oder die Nische ist groß genug um damit ein Millionenpublikum zu erreichen.

Benjamin Braun Redakteur - 281768 - 16. März 2013 - 17:05 #

Täusch die da mal nicht, was das "Millionenpublikum" angeht, zumal die Indie-Spiele auch im Normalfall in einer anderen Preisklasse spielen. Oder für wie viele Indie-Spiele solltest Du bereits den "Vollpreis" zahlen?

Davon abgesehen geht es ja nicht bloß um die Grafik, an der sich durchaus noch was ändern kann – aus meiner Sicht muss das passieren. Es geht auch etwa um die Kämpfe, die aktuell – insbesondere für ein Action-RPG, das Demonicon ist – nicht gerade packend sind. Im Moment sind sie relativ langatmig und vor allem teils schlecht inszeniert – gerade die Bosskämpfe. Hinzu kommen Punkte, dass die Spielwelt abseits des Hauptpfades eher leer wirkt und viele andere Kleinigkeiten, die in der Summe aktuell einfach keine positivere Einschätzung zulassen.

Wir wünschen uns sehr, dass Noumena die vielen kleineren und größeren Baustellen noch in den Griff bekommt. Potenzial ist vorhanden. Aber das müssen die Entwickler dann auch nutzen.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6679 - 16. März 2013 - 17:10 #

Dass die Welt abseits der Hauptbereiche leer wirkt ist ein echtes Argument, die Inszenierung der Kämpfe wäre das auch, aber ich hab das Ende November gar nicht so empfunden. Vielleicht ist das eben auch wieder Geschmackssache. Mich haben die Kämpfe beim Witcher z.B. nicht so arg gefesselt, andere fanden es genial.

grumpygamer (unregistriert) 17. März 2013 - 18:21 #

Wie umfangreich war die Demo? War das nicht die Ein-Dungeon-E3-Demo, die schon auf der E3 gezeigt wurde? Demolevel in allen Ehren, aber die werden oft genug speziell für Messen entwickelt und auf Hochglanz poliert. Sacred 2 konnte man bspw. auf der Games Convention im 4er-Koop auf der Gamescom spielen, da gabs noch nicht mal intern eine spielfähige Version.

Wolter (unregistriert) 16. März 2013 - 17:10 #

"Nun ja, du und drei andere mögen so denken, der "normale" Zocker will für seine 50 Euro aber auch aktuelle Technik. Schließlich gibt es genug RPGs am Markt, und wenn eines kommt, dass aussieht wie ein sieben(!) Jahre altes Gothic 3, dann muss es sich die Frage gefallen lassen, wer es denn kaufen soll?"

Ein Minecraft kostet aber 50-50 Euro! Und auf jeden guten indie Titel kommen 1000 die man als Softwaremüll mit Indie LOGO bezeichnen kann.
Mal die Rosa Indie Brill runternehmen .

grumpygamer (unregistriert) 17. März 2013 - 18:52 #

Minecraft kostet erst seit Erreichen der Final-Version 50 €. Davor gab es ein gestaffeltes Preismodell, durch das es erst allmählich teurer wurde. Als die Finalvariante veröffentlicht wurde, hatten schon 4 Millionen Leute das Spiel für unter 50 € erworben. Das darf man wohl getrost als ausreichend kritische Masse für das Hervorrufen von Trendfolgern bezeichnen, befeuert durch die positive Berichterstattung, die sich natürlich auch wieder auf dem bereits vorhandenen Erfolg begründet. Minecraft ist damit auch das bislang einzige ehemalige Indi-Spiel, das in solche Verkaufsbereiche und somit Verkaufspreisbereiche vorstoßen konnte.

Larnak 21 Motivator - P - 25581 - 17. März 2013 - 19:41 #

Minecraft kostet 20€ :)

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 17. März 2013 - 21:53 #

Und ist ehrlicherweise gesagt auch kein Spiel. Es ist ein Editor in dem die Figur sterben kann ...

Larnak 21 Motivator - P - 25581 - 17. März 2013 - 22:18 #

Natürlich ist es ein Spiel, deine Auslegung ist die der boshaften Minecraft-Kritiker, denen keine guten Argumente mehr einfallen, zu erklären, warum Minecraft doof ist :p

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 18. März 2013 - 1:03 #

Erwischt! Minecraft ist doof! Pfühh ... ^^

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 17:38 #

Du vergisst, dass deine genannten Indie-Titel alle nur einen "Zehner" kosten und ein jeweils sehr spezielles Thema behandeln, für das sich eine Großproduktion scheinbar nicht lohnt. Denn "erfolgreich" bedeutet bei diesen Titeln (mit Ausnahme vom Phänomen Minecraft) nämlich genau wieviele verkaufte Einheiten?

Demonicon will aber bei den "Großen" mitspielen. Ein Kingdom's of Amalur, übrigens ein durchaus exzellentes Game, hat sich "nur" 1,2 Millionen Mal verkauft und galt damit als Flop und der Hersteller ist Pleite (wenn auch teilweise aus anderen Gründen).

Wenn du schon mit Indie vergleichen willst, dann musst du ein Legend oF Grimrock nennen. Das hat sich zum Preis von 15 Euro weltweit innerhalb eines Jahres 600.000 Mal verkauft. Das reicht für Teil 2. Aber es gibt eben Faktoren wie der Tatsache, dass das Spielprinzip heute einzigartig ist (keine Konkurrenztitel) und der niedrige Preis. Demonicon hingegen kostet in der Entwicklung ein x-faches, kostet im Handel ja nach Version 45 bis vielleicht gar 70 Euro (Konsole) und hat sehr viel namhafte Konkurrenz. So ein Spiel muss sich also abheben, entweder durch Grafik, Preis oder Handlung - am besten durch alle drei, sonst ist es schlicht dazu verdammt zu scheitern.

DTP bringt demnächst mit Blood Knights ein durchaus sehr gut aussehendes Action-RPG auf den Markt, das im Revier von Diablo 3 und Torchlight wildern soll und könnte (wenn nicht der unbekannte Name wäre) - jedenfalls verlangen sie trotz hochwertiger Grafik deswegen nur 20 Euro!
Wenn Demonicon in sechs Monaten fertig ist und auf PC maximal 30 Euro Retail und auf Konsole als Download für 20 Euro kommt, dann, und nur dann, rechne ich dem Titel einen gewissen Erfolg ein. Aber als Vollpreisspiel? Das geht in die Hose!

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 17:57 #

Kurz zu Blood Knights, das hat mit einem RPG mal nun gar nichts zu tun. Es ist ein Co-op Action Haudrauftitel.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 19:14 #

Habe ich was anderes behauptet? Warum wohl habe ich es mit Diablo 3 und Torchlight verglichen? Es ging um den Preis, obwohl es optisch das schönste von den Dreien ist, wird es für 20 Euro "verramscht".
Wenn ihr Demonicon nicht mit ähnlichem Konzept anbietet, dann wird es sang und klanglos untergehen. Das war die Aussage dahinter.

Kalypso (unregistriert) 16. März 2013 - 21:05 #

Naja, so einfach ist das nicht. Zb Blood Knight wurde von vornherein als Xbla/PSN Titel konzipiert (angepeilter Verkaufspreis, entsprechende Spielzeit etc). Demonicon ist ein RPG Vollpreistitel mit 25+ Stunden Spielzeit, entsprechend Umfang, für PC, Xbox 360 und PS3.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 22:35 #

Im Artikel steht für Demonicon 15 bis 20 Stunden Spielzeit. Aber auch 25 sind für ein RPG sehr wenig!

Und wie viel Stunden Spielzeit soll Blood Knights bieten? Na?

Vielleicht hättet ihr dann auch lieber XBLive und PSN anvisieren sollen ...

Kalypso (unregistriert) 17. März 2013 - 0:07 #

Blood Knights hat ca 6 Stunden Spielzeit (ca ein viertel der Demonicon Spielzeit) und auf ein schnelles Spielen für zwischendurch mit Rein-Raus-Multiplayer Co-op ausgelegt, es ist eine völlig andere Art von Spiel. Daher kann man die beiden Spiele auch nicht vergleichen.

Und ganz ehrlich, was sind das immer für Vergleiche? 25 Stunden ist dir zu wenig, ok das mag Ansichtssache sein, aber geh mal ins Kino um 25 Stunden lang Filme zu gucken, also so 12-14 Filme...

Jonas -ZG- 17 Shapeshifter - - 6911 - 17. März 2013 - 2:48 #

Da du bei Kalypso arbeitest und sagst euch geht es finanzielle gut unabhängig von Demicon nutze doch die konstruktive Kritik von GG und packt die Kritikpunkte an, verschiebt das Spiel nochmal um ein halbes Jahr.

Black Baron 14 Komm-Experte - P - 2335 - 17. März 2013 - 9:50 #

Achso, weil diese Argumentation scheinbar bei der Call-of-Duty-Zielgruppe funktioniert, da diese sich eh nur am Rande mit dem Soloteil der Spiele beschäftigt und sich lieber im MP gegenseitig wegroxxort, kann man das ja auch mal bei RPGs probieren, hm?

Leute, was glaubt ihr welches Durchschnittsalter der Anteil der RPG-affinen Spieler in Deutschland und auch international hat? Ich bin kein Marktanalyst, aber an Hand meiner Beobachtungen im Netz bin ich mir absolut sicher, dass das Durchschnittsalter inzwischen bei Mitte 20 liegen dürfte. Noch dazu dürften die meisten dieser Leute eine höhere Schulbildung haben und besonders RPGs sind für sie nicht bloßer Zeitvertreib, sondern Spiele, in die man sich gern reinfuchst und in die man abtaucht.

Mit der Spielzeitangabe "20-25 Stunden" tut ihr euch keinen Gefallen, andere Publisher/Entwickler machen das wenigstens so geschickt, dass sie eine ungefähre Angabe für die Hauptstory liefern und dann - praktisch als Relativierung und Beruhigung - eine geschätzte Zeit dafür liefern, wie lang man sich mit der Welt durch Nebenquests und Erforschung beschäftigen kann.

Ist Demonicon wirklich so linear, dass diese eine Spielzeitangabe reicht?

Das heißt per se nichts Schlechtes, wenn diese 20-25 Stunden gut angefüllt sind, dann kann man insgesamt nicht wirklich meckern. Aber für ein RPG ist das wenig Spielzeit, eher das Minimum. Selbst Mass Effect hat mit seinen sehr begrenzten Arealen und dem Shooter-Gameplay deutlich mehr zu bieten.

Ich habe mir extra nochmal Material angesehen von der letzten Gamescom, auch mit Kommentaren eines Entwicklers... Das Potential ist ja sichtbar und die Grafik sieht bei entsprechender Beleuchtung auch ziemlich hübsch aus, nur trifft das nicht auf das zu, was ich von Außenarealen gesehen habe. Denn die von mir angesprochenen Szenen sind ein Kampf in irgendeinem Dungeon gegen irgendwelche Untote. Außenareale hab ich in bewegten Bildern aber nur in dem First-Look-Video ausmachen können und das sah nicht final aus... nur sind die verfügbaren Screenshots auch nicht grade besser, die Grafik wirkt hier sehr altbacken. Die Texturen haben keine plastische Tiefe, erst wenn eine Lichtquelle (von einem Zauber z.B.) dafür sorgt, bei "normalem Tageslicht" sehen die Umgebungstexturen jedoch aus wie bei einem Spiel von vor 10 Jahren. Und das wenige, was man bislang in Sachen Vegetation sehen konnte, ist auch weit hinter heutigen Möglichkeiten. Zu den Kämpfen, die man im Gamescom-Video sehen kann, möchte ich nur sagen: Es sieht als Zuschauer weder besonders herausragend oder einzigartig aus, noch kann man so sagen, dass man von anderen Action-RPGs wirklich besseres sieht. Wenn ich's mit Gothic & Co. vergleiche fällt mir die größere Übersicht dank weit rausgezoomter Kamera auf, was mir persönlich positiv ins Auge sticht. Die Frage ist aber, wie sich das beim Spielen anfühlt, denn wenn ich das richtig gesehen habe, bewegt sich die Spielfigur relativ unabhängig von der Kamera, woran man sich wohl erst gewöhnen muss.

Ich sehe durchaus das Potential des Spiels, aber eure Entwickler haben noch ne ganze Menge Arbeit vor sich... zumal ich sagen muss, wenn ich mir die aktuellen Screenshots dieses Artikels anschaue und dann den Vermerk "Alpha February 2013" darauf lese und gleichzeitig im Artikel erfahren kann, dass der Release in etwa nem halben Jahr sein soll... das ist aus meiner Erfahrung bedenklich, die meisten Entwickler sind 6 Monate vor Release in der Beta-Phase. Und wenn nicht, ist der Release meist überhastet und das Spiel in seiner finalen Phase entsprechend fehlerhaft und unfertig.

Wenn ihr euch wirklich international mit diesem Spiel empfehlen wollt, dann gebt dem Spiel die Zeit, die es braucht. Zu viele solcher Ambitionen zerplatzen, weil die Spiele unfertig auf den Markt gebracht werden, zudem gehen sie dann meist wegen mangelnder oder gar komplett fehlender Nachpflege komplett unter.

grumpygamer (unregistriert) 17. März 2013 - 18:36 #

Ein sehr großer Teil der Spielerschaft kann mit 25 Stunden sehr gut leben und wird das Spiel wohl auch nicht mehr als einmal durchspielen. Wer ein normales kleinbürgerliches Familienleben mit diversen Verpflichtungen führt, hat mitunter nämlich sonst Probleme, das in angemessener Zeit durchgespielt zu bekommen. Mir ist auch noch kein 40-Stunden-Spiel untergekommen, dass seine Spielzeit nicht mit Levelgrinding und Fedex-Aufträgen künstlich gestreckt hätte. Der Vergleich zu Call of Duty ist nicht ganz so falsch, denn auch CoD hat sich eher für die Erzählvariante und gegen die Sandbox-Welt entschieden. Daher sind die Spiele auch kürzer und scheinen den Nerv der Zeit eher zu treffen, selbst wenn einige wenige Dinosaurier wie The Elder Scrolls das Gegenteil suggerieren. Allerdings ist Bethesda auf dem Gebiet auch nahezu Alleinherrscher, weil niemand anderes die Expertise und das Kapital für einen ernsthaften Konkurrenten hat.

vicbrother (unregistriert) 16. März 2013 - 18:46 #

Aber diese Spiele sind einfach gut designt. Du kannst sie zwischendurch spielen, sie haben einen klaren Fokus, mann kann sie schnell erlernen und auch abschliessen. Große RPGs bieten das alles nicht, sie sind komplexer und wenn sie es nicht sind - wie DA2 - meckert der Fan.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 19:00 #

Man kann ein vollwertiges RPG nicht mit einem zehn Minuten zwischendurch Titel für 5 Euro vergleichen. Das sind totale Gegensätze, auch von der Art wie sie gespielt werden. Ein RPG zockt man i.d.R. nicht mal eben 30 Minuten, das spielt man mehrere Stunden am Stück, vorzugsweise für ein paar Wochen oder gar Monate.

vicbrother (unregistriert) 16. März 2013 - 18:44 #

Aber nur The Witcher hatte echt gute Grafik von den drei genannten. Skyrim und DA:O hatten viel Textturmatsch zu bieten. Alle drei Spiele sprechen übrigens auch eine andere Clientel von RPGs an. The Wicher war One-Person-Story-Lastig; Skyrim ist Open World, DA:O basierte auf einer Party. Vielleicht ist der Markt da auch übersättigt, wenn man sich Spielzeiten von >100h für jeder der drei Spiele ansieht - wer soll denn das alles spielen?

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 16. März 2013 - 19:11 #

Aber bitte, das mit der Grafik liegt im Auge des Betrachters, insbesondere wenn man einen Franchise aus politischen Gründen nicht mag. Skyrim wird ja auch immer noch gepatcht und es gibt erweiterte HD Texturen Packs, ich kenne kaum ein Spiel, dass optisch an ein gemoddetes Skyrim ranreicht - vielleicht Crysis 3 ^^

Generell waren sie aber alle drei top und sehen jetzt teilweise noch besser aus als Demonicon - vor allem eben Skyrim und das ist - wie richtig angemerkt - auch noch ein Open World Titel.

Demonicon wildert eher in Gefilden eines Risen 2, Divinity 3 oder Two Worlds 2, und die sind meist immer noch optisch hübscher aber international haben auch sie nichts zu melden. Das ist ja das Problem bei Fantasy-RPGs von der Stange. Sie müssen irgend etwas bieten, was andere nicht haben. Und gerade Das Schwarze Auge ist nun mal klinisch reinste 80er Jahre High Fantasy - das kann doch heute keiner mehr sehen! (Darum wurde ja auch der Look auf düster getrimmt).

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6558 - 17. März 2013 - 9:41 #

da stimme ich dir total zu. Ein rpg das zwar 5 Jahre alte Grafik bietet aber eine 1a story wie eben ein Buch oder ein pen & paper Rollenspiel würde ich jederzeit einem versofteten hack & slash pseudo rpg vorziehen.

Wolter (unregistriert) 16. März 2013 - 17:17 #

Das letzte mal als man Junge Autoren der DSA 3.0 Garde von der leine gelassen hat kamen dann diese Super Hörspiele bei Europa dabei raus.

Nach den letzten Teaser mit der 7G Dämonenschlacht war mir nur noch angst und bange was da alles verhunzt wird.

Ich schätze mal das ganze wird grade für DSA Spieler eine Katastophe!

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86491 - 16. März 2013 - 18:37 #

hatte es auf der gamescom mal angespielt, hat mich nich so vom hocker gehaun, aber wer weiss, schön wärs wenn sies hinkriegen...

steve_floralys 06 Bewerter - 70 - 17. März 2013 - 17:13 #

Ich bin ein großer Fan der beiden DSA Spiele von Radon Labs. Atmosphärisch exellent eingefangen. Bisher sieht es nicht so aus als ob Demonicon da mit halten kann. Ich warte auf eine Demo bevor ich es vorbestelle. Die Screens hier sehen nicht gerade schön aus. Ich meine nicht die Grafik sondern die Atmo.

Callet 12 Trollwächter - 1153 - 22. März 2013 - 17:24 #

Das klingt ja noch nicht so prickelnd, aber ich lasse mich überraschen...

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