Angetestet: Schicker Funracer

Blur Preview

Minen, Blitze, Schutzschilde und Partylaune -- das hört sich nach Mario Kart an? Knapp daneben. Blur kombiniert typischen Funracer-Flair mit einem Rangsystem, erwachsenerer Grafik. Und bringt das Genre damit wieder mit Macht auf den PC. Wir haben die Multiplayer-Beta angespielt und verlosen parallel 100 Betakeys an unsere Leser.
Jörg Langer 18. März 2010 - 14:55 — vor 6 Jahren aktualisiert
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von Nico Hertel


Nach Arcade-Spielen (Geometry Wars: Evolved 2) und Shootern (The Club) widmet sich Bizarre Creations wieder ihrem Lieblingsgenre: Rennspielen. Mit Blur für Xbox 360, PlayStation 3 und den PC kommt ein reinrassiger Mario-Kart-Konkurrent auf uns zu, allerdings mit schicker statt kindlicher Grafik. In einer nahen Zukunft fahrt ihr auf Strecken in Barcelona oder San Francisco auf nicht ganz legale Weise um den Sieg.  Anders als in ihrem letzten Rennspiel, Project Gotham Racing, setzten die Jungs aus Liverpool nicht mehr auf Realismus -- sonst könntet ihr euch schließlich nicht gegenseitig mit EMP-Bomben und Energie-Minen malträtieren.

Funracer im Most-Wanted-Gewand

Wie gesagt, auf eine kunterbunte Kinderwelt wie in Mario Kart oder zuletzt Sonic & Sega All Star Racing müsst ihr euch nicht gefasst machen. Blur setzt trotz aller Power-Ups auf ein Setting, das sich an ehesten mit Need for Speed Most Wanted vergleichen lässt. So haben 50 echte Boliden, darunter auch solche von namhaften Herstellern wie Ford, BMW und Audi, den Weg ins Spiel gefunden. Blur unterteilt seinen Fuhrpark in vier Gruppen, für jeden Geländetyp eine. So könnt ihr zwar nicht mit eurem Traumauto auf jeder Stecke fahren, müsst aber auch nicht auf Off-Road-Pisten mit einem Lamborghini um die Ecken driften. Unterschieden werden die Fahrzeuge in den vier Kategorien Beschleunigung,  Geschwindigkeit, Grip und Gesundheit (Hitpoints). Hat letztere durch feindliche Power-ups oder Kollisionen den Nullpunkt erreicht, werdet ihr ein ganzes Stück weiter hinten wiederhergestellt und müsst euch sehr anstrengen, noch aufs Treppchen zu kommen.
 
Wir starten mit vier Wagen, darunter ein
Die Power-ups (Teil 1)
Wie jeder Funracer, der etwas auf sich hält, bringt auch Blur eine Reihe von Power-ups mit. Wir stellen sie euch mit allen Vor- und Nachteilen vor:
 
Shock: Lässt drei EMP-Blitze vor dem Führenden erscheinen. Wer durch sie durch fährt, wird stark abgebremst und kann für kurze Zeit keine anderen Power-ups mehr einsetzten. Da man die Blitze aber schon von weitem sieht, wird diese Attacke erst bei mehreren Spielern richtig nützlich. Dazu wirken eure eigenen Blitze auch auf euch. Dafür sind die Treffer sehr effektiv.
 
Shunt: Feuert eine zielsuchende Rakete ab, die Autos in die Luft schleudert. Da der Zielmechanismus etwas ungenau und träge reagiert, ist ein gezieltes Ausschalten sehr schwer. Auch ist der Geschwindigkeitsverlust bei einem Treffer gering. Versucht also, angeschlagene Gegner zu erwischen und diese so zu verschrotten. Solltet ihr Ziel einer Rakete sein, hilft ein Blick in den Rückspiegel beim Ausweichen. Kann auch nach hinten abgefeuert werden.
 
Mine: Verlangsamt Feinde. Besonders effektiv ist sie in engen Schikanen oder direkt hinter begehrten Power-ups. Mit den beiden Power-ups Barge und Bolt lassen sich feindliche Minen schon auf Entfernung zur Explosion bringen.
VW Scirocco. Obwohl wir es hier mit einem eher schwächeren Auto zu tun haben, zieht der Motor überraschend stark an. Langweilige Fahrten mit einem VW Käfer werdet ihr also nicht finden. Insgesamt stellt sich ein erstaunlich gutes Geschwindigkeitsgefühl ein. Wer dazu noch den Nitro-Bonus einsetzt, kommt sich auch in Mittelklassewagen wie Michael Schumacher vor. Sogar wie Michael Schumacher, bevor er Sechster statt Erster oder Zweiter wirde...

Von der Fahrphysik dürft ihr nicht allzu viel erwarten. Bereits beim ersten Sprung fliegen wir mehrere Meter weit und nehmen direkt danach problemlos eine enge Kurve. Dafür schafft Blur etwas, woran die Need-for-Speed-Serie seit Jahren scheitert: sowohl Nacht- als auch Tagszenen gleichermaßen gut rüberzubringen. Waren auf den ersten Videos nur Nacht-Szenen zu sehen, könnt ihr in der Beta auch bei Tageslicht durch die Docks von Los Angeles heizen.

Schon beim ersten Rennen fällt die große Besonderheit von Blur auf. Als wir um die erste Kurve driften, teilt uns das Spiel mit, dass wir 10 Fans dazugewonnen haben. Das erinnert nicht von ungefähr an typische Musikspiele: Für jede gelungene Aktion, gefahrene Rennen oder erledigte Gegner bekommen wir mehr Anhänger. In der Endabrechnung haben wir dann ganze 1.500 Fans und damit den nächsten Level erreicht. Blur überträgt einen weiteren Trend, dieses Mal von den Multiplayer-Shootern, ins Rennspiel-Genre: Wir sammeln Erfahrungspunkte, steigen im Rang auf, erspielen neue Autos und Gimmicks und schalten Erfolge für gelungene Manöver frei -- die wiederum mehr Fans bringen. Wie auch in Battlefield Bad Company 2 motiviert dieses System unheimlich und sorgt für Erfolgserlebnisse, auch wenn man gerade nicht gewonnen hat.
 
Massenrennen und Bombenteppiche
 
Während sich bei unseren ersten Rennen nur drei bis vier weitere Mitstreiter auf der Straße tummelten, erleben wir nach einer Weile ein echtes Massenrennen. 20 Rennfahrer kämpfen auf dem engen Stadtkurs in Tokio um den Sieg. Bei solchen Events geht schon einmal die Übersicht flöten, doch überraschenderweise erhöht dies den Spielspaß noch ein wenig. Denn erst bei vielen Teilnehmern werden die Power-ups richtig sinnvoll. Gerade flächendeckende Angriffe wie der EMP-Sturm werden so noch effektiver, wenn auch nicht zu unfair. Insgesamt sind die Waffen schon jetzt gut ausbalanciert. Ein Bombenfrühwarn-Gerät zeigt euch an, wenn ihr Ziel von einem Torpedo geworden seid, Minen könnt ihr schon auf Entfernung mit den Energiekugeln entschärfen und mit einem Schild seid ihr für kurze Zeit gegen alles immun.

Doch leider ist noch nicht alles ebenso gut abgestimmt. Im Moment erscheinen die Power-ups immer an fest definierten Orten. So lässt sich bereits nach einigen Runden die Idealline für eine Strecke lernen. Ein zufälliges Erscheinen würde hier mehr Abwechslung in die Rennen bringen. Auch funktioniert das Matchmaking-System noch nicht Ideal. Immer wieder trifft man auf Spieler, die 5 oder gar 10 Ränge über einem sind und dementsprechend bessere Autos haben. Doch auch bei Blur gilt: Können geht vor Ausstattung. Wer sich auf den Strecken gut auskennt und sein Auto unter Kontrolle hat, wird auch gegen schnellere Wagen eine Chance haben – und alle anderen bekommen trotzdem Fans gutgeschrieben. Wie sich das Matchmaking am Ende schlägt, wird erst der Test zeigen.

Blur setzt sehr starke Blurring-Effekte ein, um ein gutes Geschwindigkeitsgefühl zu bieten (links). Die grafische Eintönigkeit der Strecken fallen dank der guten Lichteffekte aber nur selten negativ auf.
Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 18. März 2010 - 16:44 #

Hab das Spiel seit der GC letztes Jahr im Auge, bin gespannt drauf.

Faxenmacher (unregistriert) 18. März 2010 - 17:29 #

Ich warte ja eher auf Split/Second! Das sah für mich bombastischer aus!

dra7gon 04 Talent - 25 - 18. März 2010 - 18:59 #

Ich finde das Spiel klingt relativ interessant. Was ich vorallem positiv finde, ist der Splitscreenmodus :) Nachteil: Man braucht einen großen Bildschirm ;)

zeiteisen 11 Forenversteher - 705 - 18. März 2010 - 19:18 #

Den Titel werde ich verfolgen. Danke für die Vorschau.

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 18. März 2010 - 22:28 #

Bin sehr von der Beta überzeugt.

Zum Artikel: Bild 1 (im Infokasten) zeigt nicht Shunt (die Homing Missile) sondern Barge (Schockwelle)?

Porter 05 Spieler - 2981 - 19. März 2010 - 15:15 #

Ja mal abwarten...

Ghostwriter (unregistriert) 20. März 2010 - 13:43 #

Also erstmal vielen Dank für den Betakey.
Nun zum Spiel. Ich bin erstmal sehr voreingenommen an die Sache rangegangen. Wäre nicht Bizarre draufgestanden hätt ichs mir wahrschienlich nicht mal anschauen wollen, nun jedoch zum großen aber: Der erste Eindruck? Awesome!
Sehr eingängiges Spielzprinzip. Actionreich, schnell, bunt und einfach spaßig. Das ist wohl das erste Rennspiel bei dem es mich nicht einmal großartig stört, nicht auf dem Treppchen zu stehen. Es macht einfach tierisch Laune über die Strecken zu heizen und ein paar Gegner auseinander zu nehmen.
Nun noch kurz zume Spiel an sich:
Die Power-Ups sind wirklich gut ausbalanciert, mit ein bisschen Übung klappt auch das Ausweichen einwandfrei.
Die Autos sind zwar arcadig zu Steuern, passt aber sehr gut zum Spielprinzip.
Durch das nette Levelsystem ist auch Langzeitmotivation geboten.

Das einzige was mich noch etwas stört ist das Menü. Wirkt irgendwie ziemlich unscharf. Sollte Bizzare das bis zum Release noch etwas verbessern und einen guten Singleplayer dazu packen steht einem genialen Funracer wirklich gar nichts mehr im Weg. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon tierisch auf die Vollversion.

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 137367 - 21. März 2010 - 9:44 #

Vielen Dank auch von mir für den Beta-Key!

Nach einigen Rennen und dem Aufstieg auf Stufe 10 mein Eindruck: Das Ganze macht sehr viel Spaß, wenn es auch - gerade bei 15 oder 20 Spielern - teilweise an einigen Stellen ziemlich chaotisch wird.

Sehr gefallen hat mir, dass ich zu jeder Zeit wusste, wo ich langfahren muss. Dass ich dennoch gerne mal frontal gegen einen Container pralle oder geschickt den Power-Ups ausweiche, liegt wohl weniger am Spiel ... ;)

Stichwort Power-Ups: Diese tragen enorm zum Spielspaß bei und haben eine größere Wirkung, als ich gedacht habe. Geschickt eingesetzt, kann man seine Gegner loswerden oder - andersherum betrachtet - ganz schnell von den vorderen auf den hinteren Plätzen landen.
Das generelle Geschwindigkeitsgefühl ist klasse - gerade auch bei der Nutzung entsprechender Power-Ups. Grafisch reicht mir persönlich der Titel völlig aus. Für das Betrachten detaillierter Dinge am Streckenrand oder an den Fahrzeugen ist sowieso keine Zeit. Die Steuerung (gerade auch der Fahrzeuge) hat mich ebenfalls überzeugt. Bereits nach wenigen Rennen nutzte ich das Durchschalten zwischen den Power-Ups oder die Möglichkeit, Minen oder andere Gemeinheiten auch nach hinten (oder vorne) abfeuern zu können.

Die Menüs finde ich ganz gut gelöst, wenn ich mich in der Lobby beispielsweise auch anfangs von Informationen erschlagen gefühlt habe. Allgemein finde ich alles recht intuitiv gelöst. Einzig beim Auswählen eines Fahrzeuges dauerte es etwas, bis ich dahinter kam, dass es auf die Kategorie des Rennens ankommt. Abhängig davon, kann man sich in der Lobby ein entsprechendes Fahrzeug aussuchen.

Ob mich der Vollpreistitel reizt, kann ich noch nicht sagen. Dazu habe ich noch zu wenig gesehen.

SpatteL 06 Bewerter - 68 - 21. März 2010 - 20:09 #

also ich bin auch gespannt auf das game. das mit dem split-screen gefällt mir auch, gibt es viel zu selten.
hoffentlich kommt bald mal ne Demo raus.

marshel87 16 Übertalent - 5584 - 8. April 2010 - 14:31 #

doof dass die beta nur auf der xbox ist/war :(

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Sport
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