Nagoshi gegen die Maschinen

Binary Domain Preview

Steckbrief
PCPS3360
Action
3D-Action
ab 16 freigegeben
18
Sega
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28.02.2012
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Mit Binary Domain wollen die Macher der Yakuza-Serie den westlichen Markt stärker ansprechen. Der Schritt hin zu einem Third-Person-Shooter mit Deckungssystem dürfte viele erst einmal skeptisch machen. Aber siehe da: Binary Domain wird in einigen Belangen alles andere als ein typischer Gears-of-War-Klon.
Jonas Schramm 25. Januar 2012 - 15:56 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von uns.

Es gibt so einige Gründe, warum man gegenüber Binary Domain skeptisch sein könnte: Ein Szenario, in dem ein paar tapfere Menschen gegen Maschinen kämpfen? Haben wir seit Terminator schon das eine oder andere Mal erlebt. Ein Third-Person-Shooter mit Deckungssystem? Gibt es ebenfalls wie Sand am Meer. Von einem japanischen Entwickler würden wir eigentlich etwas anderes erwarten als eine Kopie des "westlichen Patentrezepts" à la Gears of War. Aber so ein Urteil würde Binary Domain nicht gerecht werden. Toshihiro Nagoshi (der Macher der Yakuza-Serie) setzt trotz der Annäherung an westliche Gewohnheiten frische Akzente und hebt sich gerade dadurch in einigen Punkten angenehm von der typischen Third-Person-Ballerei ab. Ende Februar soll Binary Domain hierzulande erscheinen, wir haben es einige Stunden probegespielt.

Die Welt in 68 Jahren
Die Story von Binary Domain beginnt mit einem Roboter, der sich optisch nicht von Menschen unterscheidet (oben). Um diesen Frevel zu ahnden, wird eine Art Weltauswahl der Geheimagenten nach Tokio geschickt, die ihr anführt.
Die Story von Binary Domain spielt im Jahr 2080 in einer Art Parallelwelt. In jener zeigte die Klimaerwärmung bereits Anfang des 21. Jahrhunderts extreme Auswirkungen, der steigende Meeresspiegel machte den Menschen schwer zu schaffen. Dafür stand ein Durchbruch in der Roboterforschung kurz bevor. Dieser Durchbruch erweist sich wenig später als die letzte Hoffnung, da die Bevölkerung der Erde den Kampf gegen die Wassermassen zu verlieren droht. Als Rettung erweist es sich, in die Höhe zu bauen, wobei die alten, zunehmend überfluteten Städte als Fundament dienen. Für diese Tätigkeit sind die Roboter eine unschätzbare Hilfe. Sie werden aber nicht nur als Bauarbeiter genutzt, sondern übernehmen mit der Zeit auch andere Leistungen wie das Kellnern in Restaurants oder die Bewachung von Objekten. Nach und nach werden sie, modernen Sklaven gleich, immer mehr zum festen Bestandteil der Gesellschaft.

Zehn Tage vor den Ereignissen in Binary Domain dringt ein bewaffneter, scheinbar verwirrter Mann in das Hauptquartier von Bergen in Detroit ein. Das ist der Weltmarktführer in der Robotertechnologie. Was genau mit dem Mann nicht stimmt, klärt sich wenig später, als er sich die Haut vom Gesicht reißt und ein Metallschädel zum Vorschein kommt. Roboter, die sich äußerlich von Menschen nicht unterscheiden, sind durch die neuen Genfer Konventionen strengstens verboten. Einen Tag später einigt sich Washington darauf, dass Yoji Amada, Chef des Konkurrenzunternehmens Amada, für den Zwischenfall verantwortlich zu machen ist. Kurzerhand wird ein internationaler Einsatz gegen das Unternehmen geplant und Agenten aus aller Welt werden auf ihre Mission in das futuristische Tokio, dem Sitz des Unternehmens, geschickt.

Ihr schlüpft in die Rolle von Dan Marshall, der zusammen mit Roy Boateng – genannt Big Bo – von den US-Amerikanern nach Japan beordert wird. Es gesellen sich aber auch noch andere Nationalitäten zur Truppe, zum Beispiel Charlie und Rachel, zwei britische Ex-Geheimagenten des MI6 oder Faye, die von den Chinesen ins Rennen geschickt wird.
Wollt ihr in Binary Domain überleben, solltet ihr regen Gebrauch vom Deckungssystem machen (links). Natürlich könnt ihr aus der Deckung heraus feuern (rechts). Dem Roboter haben wir übrigens die Beine abgetrennt und nun kriecht er zu uns.
Roboterkampf in Tokio In Tokio werden Dan und seine Kollegen natürlich alles andere als mit offenen Armen empfangen. Der japanische Heimatschutz hetzt ihnen zahlreiche Roboter auf den Hals. Ihr bewegt euch von Deckung zu Deckung und ballert in den zunächst linearen Levels (später soll es "Hubs" geben) auf alles, was sich bewegt. Das Zerlegen der Roboter verlangt euch mehr als stupides Dauerfeuer ab: Die Körperteile eurer Gegner lassen sich einzeln abtrennen und rufen dann bestimmte Verhaltensweisen bei den Feinden hervor. Schießt ihr beispielsweise einem Roboter ein Bein ab, hüpft er von nun an durch den Level. Trennt ihr auch noch das zweite Bein ab, robbt euer Blechfeind über den Boden, um doch noch zu euch zu gelangen. Ihr könnt aber genauso gut die Arme abtrennen, damit euer Feind nicht mehr auf euch feuert, oder einen Kopftreffer landen, woraufhin der kopflose Roboter erratisch um sich feuert und auch Blechkameraden trifft.

Außerhalb der Kämpfe führt ihr Dialoge, die mehr oder weniger etwas mit dem Geschehen zu tun haben.
Am Anfang schlagt ihr euch nur mit Standardrobotern herum, denen ihr zuerst die grüne Rüstung und danach die Körperteile entfernt. Genauso ist der Vorgang bei den roten Robotern, wobei diese sich etwas flinker bewegen. Im weiteren Verlauf tragen die Roboter dann Schilde, die ihr ihnen nur mit einer Druckwelle aus eurer Waffe – eine besondere Fähigkeit von Dans Sturmgewehr – aus der Hand reißt. Auch Bossgegner treten auf. Spätestens dann sollte euch aber auffallen, dass sich die Herangehensweisen an die unterschiedlichen Gegnertypen nicht allzu sehr voneinander unterscheiden. Das riesige weiße Ungetüm Grand Lancer bringt ihr im Grunde genauso zu Fall, wie den grünen Standardroboter: Erst zerstört ihr dem Feind seine Rüstung und richtet danach genügend Schaden an, bis die Blechbüchse in sich zusammenfällt. Für das fertige Spiel beziehungsweise die späteren Levels (wir spielten nur einige Stunden) wünschen wir uns doch mehr Abwechslung, da das Grundkonzept auf jeden Fall vielversprechend wirkt.

Rede mit mir! Neben dem Ballern spielt vor allem die Kommunikation mit euren Teamkameraden eine wichtige Rolle. Binary Domain enthält nämlich ein Dialogsystem, mit dem ihr das Verhältnis zu euren Kameraden beeinflusst. In der Theorie funktioniert es so: Lobt ihr einen Kameraden oder stimmt ihm zu, steigt sein Vertrauen in euch. Er beziehungsweise sie wird euren Befehlen dann eher folgen oder euch anderweitig im Kampf unterstützen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch möglich, eurem Mitstreiter nicht zuzustimmen oder ihn sogar zu beleidigen. So sinkt sein Vertrauen in euch, und ihr müsst mit weniger Unterstützung im Kampf rechnen.

Das System funktioniert in der Praxis gut, wenngleich uns die Umsetzung nicht immer gefiel. Außerhalb von Kampfsituationen redet ihr über Them
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en, die mehr oder weniger etwas mit dem Geschehen zu tun haben. In den meisten Fällen ist ersteres der Fall und die Gespräche tragen so ein gutes Stück zur Atmosphäre bei. In einer Situation will Charlie beispielsweise, dass wir erst auf sein Kommando feuern. Wir können dem nun zustimmen und auf den Schießbefehl warten, oder selbst das Kommando übernehmen, was Charlie natürlich nicht gefallen wird. Im Gegensatz dazu steht ein Gespräch am Anfang des Spiels, in dem euch Big Bo mitteilt, dass es in Japan viele heiße Geishas gäbe. Was das mit dem Aufbau von Vertrauen, geschweige denn der Mission zu tun hat, wollte sich uns nicht offenbaren. Es sind aber nicht nur die Dialoge, auch die Story selbst kann sich nicht immer zwischen "ernst" und "unpassend" entscheiden. Beispielsweise finden sich Dan und Big Bo im Hinterhalt eines Waffensammlers wieder, der sich eine private Kinderarmee hält. Eine wirklich packende Szene! Doch wenig später müssen wir mit Zoomblick auf Fayes Hintern ertragen, wie sie in sexistischer Manier ihre gesamten Reize einsetzt... um ein Bier zu schnorren. In unserer Anspiel-Session kamen solche Stimmungskiller zum Glück nicht allzu oft vor.
Unter Beschuss zerfallen die Roboter langsam in ihre Einzelteile. Zuerst müsst ihr aber die Rüstung kaputtschießen.
fellsocke 16 Übertalent - P - 5167 - 25. Januar 2012 - 16:34 #

Ein interessanter Titel kommt da offenbar auf uns zu. Mit GoW kann ich wegen der Aliens nichts anfangen, Binary Domain scheint eher meinen Geschmack zu treffen. Ich bin gespannt auf den Test der Release-Version.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 25. Januar 2012 - 16:40 #

NeuroManc..Bladerunn..Surroga..Brin..Crisi... ehm Binary Domain

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 26. Januar 2012 - 0:55 #

...Snatcher! :)

Makariel 19 Megatalent - P - 13452 - 26. Januar 2012 - 9:57 #

I, Robot Ghost in the Shadowrun.

Makariel 19 Megatalent - P - 13452 - 25. Januar 2012 - 17:07 #

Klingt interessant, kommt eine demo raus?

Sciron 19 Megatalent - P - 15777 - 25. Januar 2012 - 18:55 #

Der letzte Trailer sah schon sehr vielversprechend aus. Die vermeintlichen Macken bei dem Vertrauenssystem und mangelnde Abwechslung bei den Gegnern dämpfen das ganze dann wieder.

Vielleicht hätte man das ganze etwas mehr straight-forward wie bei Vanquish angehen sollen, statt so ein Pseudo-Moral-System einzubauen, welches im Endeffekt mehr schaden als nützen kann. Mal abwarten ob der Titel letztlich dennoch überzeugen kann.

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 25. Januar 2012 - 20:11 #

Habe den Titel schon lange auf dem Radar und auch vorbestellt. Freu mich drauf.

RyuKawano 11 Forenversteher - 711 - 24. März 2012 - 13:23 #

Sieht wirklich interessant aus. Bin gerade durch Steam drauf aufmerksam gemacht worden. Ich warte aber lieber den Test zwecks der Portierung auf den PC ab. Die Katze im Sack kaufe ich schon lange nicht mehr.

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