Unser geflügelter Freund

Batman: Arkham Asylum Preview

Alarm! Joker hat Kontrolle über Arkham Asylum übernommen - Stopp - Zahlreiche Schwerverbrecher auf freiem Fuß - Stopp - Kontakt zu Commisionar Gordon abgebrochen - Stopp - Status von Batman unbekannt - Stopp - Höchste Sicherheitsstufe für alle Sicherheitskräfte - Stopp.
Armin Luley 15. Mai 2009 - 0:09 — vor 7 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Wer Batman: Arkham Asylum ins Laufwerk schiebt, muss unweigerlich an die Kinopremiere von The Dark Knight denken. Reflexartig schweifen die Gedanken um den Joker. Heath Ledger spielt ihn wie ein getriebenes Tier, das verschmierte Make-up und die fettigen Haare strahlen etwas Animalisches aus. Er ergötzt sich an einem Spiel, bei dem er die Regeln mit Blut schreibt. Eine Kreatur, irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn. Batman – seit 1939 aktiv – wäre nur einer unter vielen Superhelden, hätte er nicht diesen unglaublich brillanten Antagonisten.

Nein, bitte lass Batman: Arkham Asylum keine belanglose Film-Versoftung sein. Unser Filmfan- und Spieleredakteursherz hat bei Der Herr der Ringe: Die Eroberung schon genug gelitten! Aber keine Angst, Batman: Arkham Asylum wird anders: Stilsicher, atmosphärisch, eine Mischung aus Stealth-Abenteuer mit Nahkampfeinlagen und Detektivarbeit. Als Basis dient allerdings nicht der Film, sondern die Lizenz der DC-Comics. Eine clevere Überlegung, schließlich hat sich Regie-Ass Christopher Nolan laut eigener Aussage von Frank Millers Comic Batman Year One inspirieren lassen. Ein Werk aus dem Verlagshaus DC, die nun gemeinsam mit Eidos und Warner ein dem Film ebenbürtiges Game entwickeln wollen. Als Schauplatz dient das namensgebende Hochsicherheitsgefängnis, erdacht wurde es Comic-Designer Dennis O’Neil.

Zwar gibt sich der Joker als Spaßvogel, doch hinter dem Karnevalskostüm verbirgt sich ein absoluter Irrer, der sich vor allem an Leid und Tod unschuldiger Menschen erfreut.

Ein wandelnder Buntstift hinter Gittern

Das Batmobil rast durch die Nacht, quer durch Gotham City auf die Gefängnisinsel Arkham Asylum zu. Eigentlich eine Irrenanstalt im gotischen Stil, umschlossen von einem See. Dort angekommen, zerrt Batman jemanden aus dem Fahrzeug, eine Art Clown mit grünen Haaren. Batman hat den Joker gefasst! Doch der wandelnde Buntstift lacht unentwegt, macht sich über die schwer bewaffneten Sicherheitsleute lustig. Der schwarze Ritter ahnt übles, viel zu leicht war es gewesen, den Joker zu fassen. Warum hat er keine Gegenwehr geleistet? Wo waren all seine Tricks, seine Spielzeugbomben und finsteren Mitstreiter?

Ein Dutzend Wärter bewacht den Bösewicht, dicke Stahltore öffnen sich, wir sehen überall Überwachungskameras. Nahtlos und ohne Ladezeiten wechselt das Spiel vom Intro zur Interaktion. Wir steuern Batman durch die Tiefen des Arkham-Irrenhauses, alle Augen sind auf den sprücheklopfenden Joker gerichtet. Plötzlich bricht ein Gewitter los, Regen peitscht gegen die Panzerglasscheiben des Hochsicherheitsknasts. Natürlich hat der Joker vorgesorgt, den Wachmann Frank Boles bestochen. Der schaltet den Strom ab, Schüsse ertönen, Schreie. Batman geht zu Boden. Nach kurzer Zeit klart die Sicht auf, Blut wird an den Kacheln des Raumes sichtbar. Wo eben noch der Joker gefesselt stand, liegen getötete Sicherheitsbeamte. Der Joker übernimmt die Kontrolle der Nervenheilanstalt, in der praktischerweise die gefährlichsten Typen von Gotham City einsitzen.

Commisioner Gordon ist Batmans bester Freund. Die Fähigkeiten der beiden ergänzen sich. Leider gibt es keinen Ko-op.

Das Spiel beginnt

Fortan beobachtet der Joker Batman, er ist ihm immer einen Schritt voraus. Und damit uns als Spieler! Der Ritter im pechschwarzen Umhang hat bekanntlich ein großes Herz, und so versuchen wir alles, um so viele Menschen wie möglich vor dem Psychopaten zu schützen. Selbst die wenigen Abschnitte, die wir bisher spielen konnten, fühlen sich wie eine emotionale Achterbahnfahrt an. Genau wie in Dark Knight entfaltet sich eine Geschichte rund um Heldenmut und Tod. Filmfans werden viele Parallelen wieder erkennen: In Dark Knight stellt der Joker der Stadt im allgemeinen und Batman im speziellen ein Ultimatum: Jeden Tag, an dem sein Erzfeind nicht sein wahres Ich preisgibt, stirbt ein weiterer Mensch! Klar, dass Batman und Commisioner Gordon ihr Leben einsetzen, um das anderer zu retten. Genau wie in Batman: Arkham Asylum . Batman hetzt dem Joker hinterher, doch kommt er immer ein wenig zu spät. Vielleicht kann er eine Ärztin retten, doch ein anderes Mal ist er machtlos, wenn ein Wachmann grausam zu Tode gefoltert wird. Und selbst sein Freund und stärkster Verbündeter, Commisioner Gordon, gerät bald in Gefahr – doch mehr sei hier vorerst nicht verraten. Auf jeden Fall spielt Gordon eine tragende Rolle in der Geschichte.

Ein Herz für Fans: Der Drei-Meter-Mutant Killer Croc ist genau so dabei, wie die verführerische Harley Quinn, die im Bondage-Krankenschwesternlook Jokers Gespielin mimt.


Batman als Multitalent

Wie also funktioniert dieser psychotische Trip, wie gut wird Batman: Arkham Asylum? Das Spiel setzt sich aus drei Kernkomponenten zusammen: Batman ist ein exzellenter Nahkämpfer, schlägt und tritt kräftig zu. Außerdem nutzt er seine analytischen Fähigkeiten, seinen detektivischen Spürsinn. Und zu guter Letzt ist er nahezu unsichtbar, agiert aus der Dunkelheit, schnappt blitzschnell zu und ist genau so schnell wieder verschwunden.

Im Duell Mann gegen Mann rammt Batman seine harte Rechte in den Feind. Wer zum richtigen Zeitpunkt die X- respektive Kreis-Taste drückt, hat wenig zu befürchten. Zumindest nicht von den Muskelbergen ohne Grips, die wir am Anfang treffen. Die gehen selten taktisch vor, sondern wollen nur draufhauen.

Bei drei oder mehr Gegnern erkennt das Interface automatisch, von welchem Feind die größte Gefahr ausgeht. Klar, wer einen Baseball-Schläger dabei hat, ist gefährlicher als ein Faustkämpfer. Entsprechend richtet sich Batman aus, wir können Kombos aneinander reihen und damit erst Mr. Baseball mit einem Tritt auf den Boden schicken und anschließend zwei weitere Schlägertypen mit gezielten Schlägen ins Reich der Träume befördern. Denn genau wie in den Filmen respektive Comics tötet Batman seine Gegner in der Regel nicht.

Mit der Dreiecks-Taste lassen sich recht effektiv Schläge abwehren, im Nahkampf ist der Fledermaus-Mann seinen Gegnern aber ohnehin meist überlegen. Hört sich ja öde an, eine Kampfautomatik in einem Prügelspiel, macht das wirklich Sinn? Ja, denn zum einen fokussiert Batman: Arkham Asylum nicht auf Nahkampfattacken, auch wenn dies anfangs so scheinen mag. Zum anderen gibt es uns das schöne Gefühl, die Kontrolle zu behalten: Anvisierte Feinde werden mit einem blauen Schimmer hervorgehoben. Aha, der bekommt also einen Tritt ins Gesicht, der nächste wird ausgeknockt und der dritte mit einem Sprungangriff zu Boden geworfen. Spielt sich äußerst dynamisch, artet aber nicht in Button-Auswendiglernerei wie in Street Fighter 4 aus. Zudem werden spektakuläre Aktionen wie Tritte gegen die Kehle oder Würfe via Zeitlupe gekonnt in Szene gesetzt.

Woher die Riesenladung Clownsfarben kommen, wissen wir selbst nicht so genau. Doch die possierliche Erscheinung unserer Gegner kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Jungs brandgefährlich sind.

Vincent 15 Kenner - 3129 - 15. Mai 2009 - 13:53 #

Mister G kann irgendwie immer diese ganz besonders spannenden Titel, wie Need for Speed Shift oder eben Arkham Asylum anspielen.
Wer er wohl ist?

Malkavian 05 Spieler - 44 - 15. Mai 2009 - 14:02 #

Ich habs leider noch nicht gespielt, aber endlich mal eine Comic-Adaption im Spielesektor, die insbesondere grafisch zu überzeugen weiss. Es ist düster, es ist schräg, es ist einfach Batman. Durch die düstere Atmosphäre des Arkham Asylum wird aus Batman wieder das, was er in seinen Grundfesten ist: Der dunkle Ritter. Nicht lieb, nicht verständnisvoll, sondern ein Held, der auch mal draufhaut, wenns sein muss.
Jetzt würde ich persönlich noch wissen wollen, ob das neue Batman-Game auch inhaltlich für Spannung sorgen kann. Das jedenfalls kann ich nur durch eigenes Spielen herausfinden. Gamestore, ich komme!

GingerGraveCat (unregistriert) 15. Mai 2009 - 19:32 #

Ich freue mich sehr auf das Spiel. Habe es auch mittlerweile vorbestellt, was ich nur bei sehr wenigen Titeln mache. Ich bin einfach ein Fan von Batman. Vor kurzem habe ich mir auch die ganzen alten Trickserien bestellt, die hoffentlich bald bei mir angekommen werden.

Örg Anger 08 Versteher - 207 - 15. Mai 2009 - 19:44 #

Hatte Goyer - von ihm stammt das Story-Gerüst, dass die Nolans dann nur ausgebaut haben - nicht gesagt, er sei vor allem von "The Dark Knight Returns" und "The Killing Joke" inspiriert gewesen?

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 16. Mai 2009 - 6:07 #

Irgendwie sehen die Überschriften bei dem Anno-Artikel von Mick besser aus. Mister G sollte dies auch gewährt werden. :D

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 16. Mai 2009 - 20:15 #

danke für den Hinweis - habe es jetzt korrigiert.

Noir 15 Kenner - 2711 - 21. Mai 2009 - 1:19 #

Harley Quinn macht mir Angst - Der Rest erweckt eher Vorfreude auf weitere Details ^^

aveo 10 Kommunikator - 394 - 17. November 2014 - 20:38 #

Schönes Spiel, hatte viel Spaß damit und kann es vorbehaltlos empfehlen...

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